Wie können sich die Soldaten bei dem Matschwetter warm und einigermaßen trocken halten?

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7 Antworten

Vor ca. 20 Jahren habe ich bei MINUS 28,5° C eine Woche lang in der Dackelgarage gepennt (Übung in Grafenwöhr). Dabei habe ich mir meine Oberschenkel und die Zehen vefroren. Zahlreiche Kammeraden erging es ähnlich. Der San-Bereich war danach wochenlang überfüllt. Das waren zwar extreme Kältegrade, aber soviel zum Thema: Es hat noch niemandem geschadet!

Als wir das 2. Mal einige Wochen später bei ähnlichen Temperaturen wieder zwei Wochen im Freien "verweilen" mussten habe ich mir anständige Thermo-Unterwäsche (nicht das lausige Gelumpe von der Bundeswehr) mitgenommen, meine damalige Freundin hat mir ein paar von ihren dicken Strickstrumpfhosen mitgegeben, unter den Bundeswehrhandschuhen hatte ich noch zusätzlich Langlaufhandschuhe und ich habe unter dem Grünzeug mehrere Lagen T-Shirts bzw. Sweat-Shirts getragen. Sah' zwar sch... und ziemlich lächerlich aus, einige Kammeraden haben sich darüber lustig gemacht, aber es hat geholfen. Bei der 2. Übung war ich einer der wenigen, die unbeschadet davon kamen.

Da viele Bundeswehr-Vorgesetzten der Meinung sind, dass auch Grundwehrdienstleistende so hart wie Rambo sein können und meinen, was nicht tötet, macht nur hart, würde ich mich (zum Schutz vor diesen Menschen) schon entsprechend rüsten. Ich persönlich leide noch heute an den Folgen dieser unverantwortlichen und absolut unnötigen "Kriegspielerei" von damals.

Da die Ausrüstung inzwischen sehr gut ist,Goretex-Jacken,Winterunterwäsche,Poncho und Iso Matten,Wasserdichte Schlafsäcke, liegt es an dem einzelnen Soldaten wie er unbeschadet eine solche Woche überlebt.Verantwortungsvolle Vorgesetzte werden mit Rat und Tat beiseite stehen. Die gruseligen Erzählungen der jenigen die wer weiß was erlebt haben wollen sind meistens aufgebauscht um sich wichtig zu machen. Ich war 10 Jahre Spieß einer Grundausbildungskompanie und habe immer dafür gesorgt, dass die Belastung erträglich war. Das kann ich für fast allen meinen Nachfolgern garantieren.

Die typischen Fragen besorgter Mamis, wenn der Junior zum Bund muß! (Scherz!) Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß man sich ziemlich schnell an die Kälte und die klammen Klamotten gewöhnt. Wenn er täglich die Unterwäsche wechselt, ist es halb so wild. Erfroren ist bei den Winter-Biwaks noch keiner. Mach' Dir keine Sorgen, der Junior macht das schon. Das haben soviele schon ohne größere Probleme überstanden, warum soll gerade er daran scheitern?

Das ist der Sinn einer solchen Übung: aushalten von Matsch und Kälte, sozusagen als Loslösungsübung vom behüteten Zuhause.

Das hat mich in 20 Dienstjahren kein Mensch gefragt. :-) Gerade auf Übungen (im Einsatz sowieso) saut man sich halt ein, man friert und schwitzt und pflegt sich und sein Zeug, so gut es eben geht. Wird schon alles irgendwie wieder trocken und sauber. Deswegen ist jedenfalls noch keiner über den Jordan gegangen, bei der Bundeswehr sowieso nicht.

Lass die Jungs ruhig ein bisschen im Matsch spielen. Wenn du dich zu sehr sorgst, pack ihm einfach einen Neopren-Anzug ein, der hält deinen Sohn trocken ;-)

Kabark 08.11.2007, 18:49

Neopren-Flecktarn? ^^

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bsensual 08.11.2007, 18:54
@Kabark

Neeee, der wird doch drunter getragen.... ;-)

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Der arme Bub. Millionen anderer Buben haben das auch überlebt. Deine Sorge finde ich übertrieben.

Blondi 08.11.2007, 17:34

Ich habe nicht geschrieben,dass er es nicht überstehen wird!!!ich wollte paar hilfreiche Tips!

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rama25 08.11.2007, 17:35

Mamis sind nun mal so. Meine Mutter hat sich vor Sorge fast in die Hosen gemacht, während wir eine Riesen-Gaudi im Biwak hatten. Ich habe ihr aber nie erzählt, daß es mir nichts ausgemacht hat, sondern habe ihr gegenüber den armen, bedauernswerten Soldaten gegeben.

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Blondi 08.11.2007, 17:38
@rama25

Hi,ich hab meinem Sohn auch schon gesagt, dass wird bestimmt auch mal ganz lustig.Aber gedanken machen kann man sich ja wohl. Danke für Deinen netten Kommentar! DH

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