Wie klappt das mit dem Home-Office im Alltag?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Ich finde es echt heftig, gerade wenn man kleine Kinder hat. Was mir am meisten fehlt, ist der persönliche Austausch mit Kollegen und die Tatsache, dass man seine Vorgesetzten nur förmlich, aber überhaupt nicht menschlich erlebt. Eine Rüge in schriftlicher Form tut viel mehr weh, als wenn dir jemand kurz mal einen Anpfiff verpasst, aber dann 10 Minuten später wieder mit dir Kaffee trinken kann. Du hast auch bei der Kommunikation via Internet kein Gesicht vor Augen, kannst die Stimmung nicht erahnen, ob der andere gestresst ist, einen schlechten Tag hat oder zum Plaudern aufgelegt ist.

Und wenn man mal ein Problem hat, ist es eine größere Überwindung, gleich eine Mail zu schreiben, als wenn man mal eben einen Raum weiter geht und seinen Text loswerden kann. Und die Einarbeitung ist fies, weil man niemandem über die Schulter schauen kann. Und irgendwann sitzt man ganz allein an seinem Arbeitsplatz und soll sämtliche Entscheidungen allein treffen.

Es gibt keine Pausenregelungen, keine gemeinsamen Besuche in der Kantine, nichts Privates. Und ein Computer am anderen Ende zählt, wieviel ich gearbeitet habe und wann ich mich eingeloggt und ausgeloggt habe. Da merkt man schon, wieviel Zeit man im Büro auch einfach vertrödeln kann, während man trotzdem bezahlt wird. Das kann man im Homeoffice nicht. Klar, du kannst auch den Rechner anmachen und dich einloggen und dabei nackt auf dem Tisch tanzen. Aber wehe, der Chef versucht, dich beruflich zu erreichen, dann musst du voll da sein, denn er muss ja überzeugt sein, dass du heftig arbeitest.

Den Kindern kann man 100 Mal sagen, dass sie nur stören dürfen, wenn es absolut überlebensnotwendig ist - für sie ist alles ein Grund. Bis du ihnen erklärt hast, dass das jetzt kein Grund zu stören ist, bist du schon raus aus der Materie und musst erstmal den roten Faden wiederfinden.

Also, Home office ist okay, in der Zeit, wo die Kinder anderswo betreut werden, und für Zeiten, wo man nur Routineaufgaben erledigen muss, gehts auch.

Home office ohne Kinderbetreuung, wie jetzt in der Ferienzeit, geht für mich persönlich überhaupt nicht. Meine Kinder sind 3 und 6.

ja, ich habe es schon ausprobiert, aber ganz schnell wieder aufgegeben. vorteile sind ganz klar: man erspart sich den oft langen weg zur arbeit und kann in ruhe arbeiten (sofern man natürlich alleine ist). nachteile: man ist ständig von anderen dingen abgelenkt ("ich könnte ja jetzt mal die wäsche machen"), wird auch zu uhrzeiten angerufen, wo man im büro schon länst feierabend hätte (überstunden) und kann nicht mal schnell unterlagen bei kollengen vorbeibringen / abholen, die man aber benötigt. wenn man allerdings kinder hat, dann finde ich die idee an für sich echt eine super lösung

Das klappt eigentlich sehr gut. Du musst Dich nur zusammenreissen, dass Du trotz Flexibilität auch wirklich soviel arbeitest wie im Büro, und den Kindern auch sagen, dass obwohl Du da bist, Du arbeiten musst...

Wenn Du Dich täglich immer wieder aufs neue motivieren kannst, ist das kein Problem.

Was möchtest Du wissen?