Wie Kind mit antisozialem Verhalten bestrafen?

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7 Antworten

Wenn du nur der Babysitter bist, kannst du gar nichts an dem Verhalten der Kinder ändern. Das ganze ist in der Verantwortung der Eltern. Dort wird höchstwahrscheinlich das dominieren und niedermachen der schwächeren vorgelebt anscheinend auch akzeptiert. Wenn du mit den Eltern darüber sprechen könntest dass du nicht möchtest, dass der älteste sich während deiner Sitter Zeit wie beschrieben mit den Kleineren verhält und du nicht für daraus resultierende Unfälle zur Verantwortung gezogen werden möchtest, wäre für deine Absicherung gut. Wenn das nicht möglich ist, wirst du das ganze leider akzeptieren und die Konsequenz ziehen und dir eine andere Familie suchen müssen. Denn es wird zu Blessuren, Verstauchungen und schlimmeren kommen und dann hängst du als Babysitter.

Liebes Sozialhundeteam, Deine Antwort entspricht nicht der von Dir vorgegebenen Kompetenz

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Liebe GerTodesengel, du hast ganz Recht, die Erziehung sollten die Eltern leisten und nicht du. Da du die Kinder ja seltener siehst, hast du auch wenig Chancen, die Erziehungsarbeit der Eltern aufzuholen... Das ist von einem Babysitter auch zuviel erwartet.

Ich bewundere dein Durchhaltevermögen und deinen bisher hart erarbeiteten Erfolg! Man könnte in so einem Fall den Eltern auch sagen, sucht euch bitte einen anderen Dummen.

Ich gebe dir ganz recht: Obwohl Jungs viel grober und wilder spielen als Mädchen, ist sein Verhalten ganz und gar nicht OK! Weiß er nicht, dass es feige ist, sich an kleineren zu messen? Ich würde sagen, der Begriff antisozial passt hier sehr gut.

Was du in deinem FSJ beobachtet hast, mache ich bei meinen Tageskindern auch. Man nennt es "das Fehlverhalten sofort abzubrechen". Wenn du es nämlich nicht tust, ist es ein Erfolg für das Kind. Erfolg tut gut. Ein Verhalten, was einmal Erfolg hatte (ich habe dem kleinen was weggenommen und durfte das auch, denn keiner hat was gesagt) wird wiederholt! So ein Verhalten darf im Idealfall NIE von Erfolg gekrönt sein. Wen du erst hinterher meckerst, war der Erfolg ja schon da. Am besten brichst du das Verhalten schon im Ansatzt ab, wenn du siehst, dass der Große wild blickend auf den kleinen losstürmt. Und zwar mit lautem Anbrüllen. "Heinz-Kevin!!! Stooopp!!!! Sofort!!!" Das ist bei Jungs wichtig, denn untereinander brüllen sich Jungs grundsätzlich an. Mit Gänseblümchenstimme nehmen die dich gar nicht ernst. Du musst ihre Sprache sprechen...

Ein Fehlverhalten, das nicht bemerkt oder nicht kommentiert wird, gilt auch als Erfolg.

Mein aktuelles Tageskind, 3, und sein Bruder 18 Monate, hatten dasselbe Problem. Der Große, damals 2 1/2, ging aus Eifersucht dermaßen brutal auf den Einjährigen los, dass er ihn gewürgt hat, ihm den Kopf auf den Boden drückte, um dann draufzuspringen usw. Ich war ständig "am Mann", um diese Verhalten sofort im Keime zu ersticken. Den so ein Verhalten kann sich auch einüben. Der Große hatte keine Gelegenheit, dieses brutale Verhalten jemals wieder an den Tag zu legen. Obwohl er es oft versucht hat. Jetzt, nach einem halben Jahr( !) , ist das Verhalten komplett verschwunden. Und ich habe sie 3x in der Woche, also bestimmt öfter als du...

Ich hoffe, ich konnte dir helfen. LG, deine Sozialpädagogische Assistentin und Tagesmutter seit 2003

Hey, endlich mal jemand der die Frage nicht ganz so negativ aufgreift. Zugegeben ich habe es schon etwas heftig formuliert. Nochmal genau zur Situation, es war eben so, dass ich die Jungs auf den Spielplatz geschickt hab, weil schönes Wetter war und ich mal Zeit für mich hatte. Wir haben davor fast 2 Stunden gebastelt, total nett, ruhig und jeder an seiner Sache. Wenn ich in der Nähe bin dann sind sie auch sehr vorsichtig was Ausdrücke und Verhalten angeht. Entweder wird im Satz gestockt und es nett ausgedrückt (aus "Ist doch end schei*e" wird dann "Finde ich doof") oder es rutscht ihnen raus, aber sie merken es direkt und Entschuldigen sich (ernsthaft, ich merke schon wenn sie das ausnutzen wollen). Was mich halt gestört hat, war dass der Kleinste nach 5 Minuten direkt zurückkam und sich beschwert hat (das ist schon ein Extrem, denn normal streiten sie ohne zu "petzen" - ich hör das ja ständig wenn sie gemeinsam ein Spiel spielen, da streiten sie kurz aber können sich wenigstens einigen - und sie streiten nur verbal). Und meiner Meinung nach geht körperliche Gewalt überhaupt nicht?! Mich stört ja schon wie die Jungs miteinander reden und sich gegenseitig beleidigen, aber gewaltätiges Verhalten ist doch wohl ein Grund jemanden zu bestrafen - noch dazu, da es mit voller Absicht war und nicht einfach "zu wild gespielt"?

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Als Sozialpädagogin solltest Du wissen, dass es ein gravierender Unterschied ist, ob ein Kind 3, oder 10 Jahre alt ist. Die erlernte Sozialkompetenz ist eine ganz andere, wie der Reifegrad, der Entwicklungsstand, .... solltest DU eigentlich wissen ! Die Fälle zu vergleichen zeigt, dass du vielleicht Tagesmutter bist. Als Sozialpädagogische Assistentin darf dir sowas nicht unterlaufen. Ist schlicht unerträglich ! Und das sagt dir jemand, die 28 Jahre einen Privaten Kindergarten geleitet hat, weit über 2000 Kinder im Alter von 2-6 Jahren betreut ,gefordert und gefördert hat. Jemand die in all den Jahren mehrtägige Ferienveranstaltungen für Kinder von 1- 16 Jahren organisiert und geleitet hat. Jemand der mit seinem Hund in pädagogischen Einrichtungen arbeitet. Jemand der mit gesunden, auffälligen ( sogenannten ADHS Kindern, Asperger, Autisten, ...) blinden, geistig und körperlich behinderten Kindern UND Alten Menschen arbeitet ! Aber - ich bin halt keine schlaue Assistentin :(

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@Sozialhundeteam

Naja, sie vergleicht ja nicht direkt die Kinder miteinander sondern das Agressivitätsverhalten. Der Auslöser mag sicherlich ein anderer sein, aber nehmen wir mal an, der Junge hat Erfolg damit, sich mit Gewalt durchzusetzen und zu erreichen was er möchte. Er wird so weiter machen, spricht ja so gesehen nichts dagegen. Wenn jetzt aber jemand dieses Verhalten sofort stoppt, also einschreitet, bevor der Junge den Erfolg erzielt hat und sogar noch Konsequenzen zu spüren bekommt oder ihm zumindest welche angedroht werden, dann wird er sich beim nächsten mal sicherlich daran erinnern und einen anderen Weg wählen. Selbstverständlich muss dem Jungen natürlich dann auch ein anderer Weg erklärt werden (reden, weggehen, zur Aufsicht gehen).

Ich denke, dass wollte sie mir damit sagen und nicht einen 3 jährigen mit einem 10 jährigen vergleichen.

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@Sozialhundeteam

Und jetzt sagt Dir jemand was, der einer Grundschule gezeigt hat, wo der Hammer hängt!

Blas Dich nicht so auf, Egal was Du warst, erklären kannst Du nichts

Ich habe einen Sohn mit ADHS großgezogen, der nicht verhaltensauffällig geworden ist und ich konnte vielen Lehrern zeigen, dass sie nicht in der Lage sind, das was sie im Studium gelernt haben auch umzusetzen.

Gegen den ausdrücklichen Rat der Lehrer habe ich vieles anders gemacht und damit hatte ich Erfolg! Meine inzwischen erwachsenen Kinder geben mir durch ihr gelungenes Leben Recht!

Allerdings habe ich, wenn auch ohne das Ziel eine Prüfung abzulegen, Pädagogik und Psychologie studiert!

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@Barney123

Wenn meinst du jetzt? ^^ Ich blas mich hier doch nirgends auf. Schon gar nicht unter dieser Antwort hier? Ich hab alles als Frage formuliert und nirgends behauptet, dass es "so stimmt und nicht anders".

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@GerTodesengel

Die Kommentare werden ja immer ein wenig eingerückt, daran kann man erkennen, dass ich eigentlich auf Sozialhundeteam geantwortret habe. Leider ist Dein Kommentar und meiner auf den Selben Kommentar erfolgt, so dass sie gleichweit eingerückt sind, aber auch noch zeitlich geordnet werden, so dass mien >Kommentar etwas später erfolgte. Hätte SHT direkt ansprechen müssen.

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Hallo GerTodesengel,

1.) Um soziales Verhalten beeinflussen zu können, muss man es erst einmal detailliert verstehen. Aus Deiner Frage lese ich heraus, dass Du nicht gesehen hast, dass der ältere den Arm umgedreht hat. Dazu muss man wissen, dass es eine alltägliche Situation ist, dass die kleineren und schwächeren die Stärkeren eines Übergriffes beschuldigen, damit sie Hilfe von den Erwachsenen bekommen. Deshalb ist es außerordentlich wichtig, sicher zu wissen, ob der Übergriff so stattgefunden hat und wenn, ob dem eine Provokation vorausgegangen ist. Deine Vermutung und vorschnelle Schuldzuweisung ist da nicht hilfreich!

2.) Sogar das Bundesfamilienministerium (bzw. das Nachfolgeministerium, heißt aber nun anders) hat erkannt, dass Strafen ungeeignete Erziehungsmittel sind, weil sie eskalieren müssen. Konsequenzen sind das Mittel der Wahl! Diese müssen einen inneren Zusammenhang zum Fehlverhalten haben, um vernünftig wirken zu können.

Nun dazu, wie Du darauf in Zukunft reagieren kannst: Wenn Du eingreifen willst, was ich Dir empfehle, dann musst Du genau wissen, was gelaufen ist. D.h, Du musst Deiner Aufsichtspflicht so nachkommen, dass Dir hinterher nicht irgendwer irgendwas erzählen kann, sondern Du musst das alles mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört haben!

Ich habe einen Sohn mit ADHS. Und die sind ja so schwierig und es gibt immer Ärger mit ihnen! Deshalb habe ich genau das gemacht, habe mit eigenen Augen und ohren beobachtet was läuft, und was kam raus? Es war ja so toll, dass man meinen Sohn so leicht auf die Palme bringen konnte, weil er ADHS hat! Und natürlich hat mien Sohn nicht angefangen, aber er hat sich (zugegebener Maßen ungeschickt, denn ADHS bedeutet ja geringeres Selbststeuerungsvermögen) gewehrt! Und dann kamen die anderen und haben ihn beschuldigt. Nachdem ich denen nachgewiesen habe, dass sie selbst angefangen haben und meinem Sohn erklärt habe, dass er nicht grob werden soll, hat es ihm sehr geholfen, dass ich verstehen konnte, dass er nicht angefangen hat, und er hat dann auch sehr schnell gelernt, ruhig zu bleiben! Also: Erst einmal schauen was da läuft!

Es gibt noch eine andere weit verbreitete Möglichkeit: Die Kinder wachsen in einem Umfeld auf, in dem es sehr grob zugeht und die Eltern sind sehr streng und setzen ihren Willen durch. Oft ist es in so einer Umgebung so, dass sich die Eltern dann nicht unbedingt vorbildlich verhalten und Dinge tun, die eigentlich nicht in Ordnung sind. Die Kinder lernen dann: Der stärkere darf machen was er will! Er darf auch grob werden (die Eltern bestrafen hart oder verteilen sogar körperliche Strafen). Dann ist das Verhalten gelernt und der Junge wird maximal noch lernen, sich nicht erwischen zu lassen.

Dann kannst Du das Verhalten nur unterbinden, so lange Du das unter Kontrolle hast. Bleib freundlich, unterbinde das Verhalten und beschäftige Dich damit, wie Du Konsequenzen richtig anwenden kannst (wie gesagt, keine Strafen!) Erkläre, warum das Verhalten nicht in Ordnung ist, und verwende eine Sprache, die das Kind verstehen kann. Erwarte nicht zu viel, denn die Kinder lernen am Meisten am Vorbild!

Ach glaub mir, ich konnte mir ziemlich gut vorstellen was passiert war und wer schuldig war. Und ich kenne die Situationen nur zu gut wo einer das sagt oder der andere das Gegenteil.

"Konsequenzen sind das Mittel der Wahl! Diese müssen einen inneren Zusammenhang zum Fehlverhalten haben, um vernünftig wirken zu können."

Genau danach hab ich doch gefragt.

Kannst du mir mal den Unterschied zwischen Strafe und Konsequenz erklären? Mit Strafe meine ich Konsequenz, ich dachte immer nur das Strafe einfach blöder klingt.

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@GerTodesengel

Hallo GerTodesengel

Kannst du mir mal den Unterschied zwischen Strafe und Konsequenz erklären?

Aber gerne doch! Da ist sogar ein großer Unterschied!

Fangen wir mit einem einfachen Beispiel an. Du bist gerade beim Kochen und Dein Kind will Dir zuschauen. Es beugt sich immer vor und will in die Töpfe schauen, aber vorne ist noch eine heiße Herdplatte. Du sagst: „Sei vorsichtig, diese Herdplatte ist heiß, da Tust Du Dir weh, wenn Du da hinfasst!“ Das Kind ist eigentlich vernünftig genug das zu verstehen. Trotzdem, Kinder haben sich halt noch nicht so unter Kontrolle fasst das Kind in einem unvorsichtigen Augenblick an die Herdplatte und verbrennt sich die Finger. Das ist die Konsequenz!

Wir halten fest: das Kind ist nicht ungehorsam, sondern hat einfach in einem unvorsichtigen Moment hin-gefasst. Trotzdem hat es sich wehgetan. Das ist nun einmal so. Es hilft nichts das Kind zu schimpfen, es hätte doch auf Dich hören sollen, Du hast es ja gesagt! Kinder haben oft noch nicht den Überblick und da passieren solche Dinge. Deshalb müssen die Eltern aufpassen! Dafür sind sie verantwortlich. Es gibt Eltern, die verweigern dem Kind dann den Trost, weil sie dem Kind böse Absicht unterstellen, das wäre eine Strafe!

Nun brauchen wir das nur noch ein bisschen aufdröseln, dann wird der Unterschied klar: Der erste wichtige Unterschied ist der, dass bei Konsequenzen dem Kind keine böse Absicht unterstellt wird (dazu später mehr) während bei Strafen das Kind für sein Fehlverhalten verantwortlich ist. Aber genau da liegt halt der Trugschluss! Kinder müssen erst lernen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und damit müssen sie lernen ihr Verhalten zu steuern! Das geht über den Verstand, und deshalb ist das mit dem Kind reden schon wichtig, so wie das z.B. BRatung vorschlägt. Bei einer strafenden Erziehung hat das Kind auch die Verantwortung für die Beziehung zwischen Kind und Erwachsenem, denn die erwachsenen sind enttäuscht und ärgerlich, wenn sich das Kind nicht so verhält, wie es von ihm erwartet wird. Das ist aber widersinnig, denn wie soll ein Kind sozial kompetenter sein, als ein Erwachsener? Deshalb sagt das Familienministerium (bzw. der Nachfolger) weiter, dass Strafen zu Duckmäusertum und Gefallsucht führen. Das Kind lernt nämlich, dass es sich so verhalten muss, dass sich die Eltern (oder andere Menschen) nicht ärgern müssen, und oft haben die Anderen halt selbst Schuld wenn sie sich ärgern!

Noch einmal zur bösen Absicht. Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass Entscheidungen schon gefallen sind, bevor sie ins Bewusstsein dringen. Damit steht im Moment nichts anderes als die gesamte Fähigkeit des Menschen zur Vernunft zur Disposition! So ganz ist das noch nicht geklärt, in der aktuellen Psychologie Heute ist dazu aber ein interessanter Artikel, wo die Folgen dieser Erkenntnis für die Strafjustiz diskutiert werden. Ich glaube nicht, dass wir willenlos unseren Trieben und Gefühlen ausgeliefert sind, aber es schaut wohl so aus, dass es nicht so einfach möglich ist, einfach das zu tun, was wir für vernünftig handeln. Das merken wir alle daran, dass Gewohnheiten oft nicht sofort zu ändern sind, sondern dass es dauert, bis neue Verhaltensweisen eingeübt sind und dann die alten Verhaltensweisen ersetzen können. Dafür gibt es gute Untersuchungen, was dafür notwendig ist und wie das vonstatten gehen muss. Grundlage sind übrigens die Lerngesetzte, die in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckt und formuliert wurden, Allen voran die Erkenntnis, dass Erfolg ein Verhalten verstärkt.

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@Barney123

Bei meinen Kindern habe ich mir diese Erkenntnis zunutze gemacht und bin anders vorgegangen: Zuerst habe ich mit meinen Kindern ohne Vorwurf darüber geredet, natürlich Kindgerecht, um Verständnis für das Fehlverhalten zu erzeugen und mit ihnen zusammen erarbeitet, wie sie sich denn besser verhalten können. Das hat den Vorteil, dass sie bei der Änderung ihres Verhaltens mit im Boot saßen, und sie bei der Verhaltensänderung mitgewirkt haben. Der Widerstand war danach weg. Das erfordert natürlich eine gute Beziehung zum Kind und die Vorwürfe haben da nichts zu suchen. Das Kind ist also nicht böse und es muss kein Widerstand gebrochen werden (spürst Du die Gewalt in brechen?) Zugegeben, es ist wesentlich aufwändiger eine gute Beziehung zum Kind zu pflegen, für die ich als Erwachsener auch noch verantwortlich bin, und manchmal ist es auch mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, den Kindern das zu erklären. (Bei der Verantwortung für den guten Umgang mit einander sehe ich übrigens einen großen Verbündeten in Jesper Juul, dem bekannte Familien und Jugendtherapeuten, der diese Meinung auch vertritt.)

Das war Stufe eins. Konnte dabei nie feststellen, dass die Kinder grundsätzlich in böser Absicht gehandelt haben. Nun hat sich damit das Verhalten natürlich noch nicht geändert, es ist erst einmal nur Einsicht da. Das bedeutet, dass das Verhalten in Zukunft so schnell wie möglich unterbunden werden muss, aber freundlich und konsequent. Wenn Ärger beim Kind vorhanden ist, hilft es meist, das Kind ganz aus der Spielsituation zu nehmen und so weiteren Ärger zu vermeiden und dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich wieder zu beruhigen (Bei einem Computer würden wir das Reboot nennen) Damit ist gesichert, dass das Verhalten keinen Erfolg mehr erzielt. Das Verhalten wird also nicht weiter gefestigt.

Ein weiterer Punkt ist, herauszufinden, was denn nun das Ziel der Aktion war/ist. Es ist zwar wenig verbreitet, aber in unserer Gesellschaft wird propagiert, dass dies im Gespräch erfolgen sollte. Die Kinder/Jugendlichen müssen also lernen über ihre Ziele miteinander zu reden und müssen lernen Kompromisse zu finden! Dazu brauchen Sie Anleitung. Es hilft also nichts, nur das Fehlverhalten zu unterbinden, es muss auch eine neue, bessere Verhaltensweisen eingeübt werden, damit es überhaupt einen Erfolg geben kann, der das alte Verhalten ersetzen kann.

Wenn nun aber ein Erfolg erreicht wurde, sollte das auch positiv verstärkt werden, damit sich das neue, erwünschte Verhalten auch festigen kann.

Du siehst, das erlernen von sozialem Verhalten ist ein komplexer Vorgang, den ich so bei meinen Kindern erfolgreich praktiziert habe. Sozialhundeteam würde das “Kuschelpädagogik“ nennen, ich halte dies für die einzig sinnvolle Methode der Erziehung. Wie einfach ist doch da Strafen, und wenns nicht klappt ist auch noch das Kind schuld, weil es schwer erziehbar ist!

ROFL

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@Barney123

Schönen Danke für die lange Antwort. Der zweite Teil ist meiner Meinung nach schön durchzulesen und interessant aber man muss ja doch unterscheiden, da du der VATER bist und ich nur ein Kinderbetreuer. Meine Aufgabe ist es nicht sie zu erziehen, das ist Aufgabe der Eltern.

"Wenn Ärger beim Kind vorhanden ist, hilft es meist, das Kind ganz aus der Spielsituation zu nehmen und so weiteren Ärger zu vermeiden"

Nichts anderes war mein Plan als sie auf dem Spielplatz gestritten haben, wobei man sagen muss, dass ich die Kinder IMMER erst anspreche und vorwarne bevor ich irgendeine Konsequenz anwende. Wenn es dich beruhigt, ich habe bis jetzt immer Konsequenzen angewendet und keine Strafen - nur eben falsch formuliert :)

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@GerTodesengel

Hallo GerTodesengel,

Meine Aufgabe ist es nicht sie zu erziehen, das ist Aufgabe der Eltern.

Deine Aufgabe als Betreuer ist sehr wohl, da einzugreifen. Und dann ist das nun mal erziehen, da kommst Du nicht drumrum, auch wenn hier andere Anderes behaupten.

ich habe bis jetzt immer Konsequenzen angewendet und keine Strafen - nur eben falsch formuliert :)

Du siehst aber, an Deiner Formulierung hängt viel. Das ruft dann auch Leute auf den Plan wie Sozialhundeteam, und da ist ja nun nichts mehr falsch zu verstehen wenn Sie schreibt:

Aber klar doch. Da wird jeder aufsässige 10 Jährige sofort einknicken

Sie gibt zwar vor etwas von der Sache zu verstehen, redet aber davon, dass der 10-jährige aufsässig ist (obwohl Du davon gar nichts schreibst) und dass er einknicken muss (da hört man wieder Gewalt).

Ihr ganzer Kommentar auf BRatung ist daneben und zeigt, wessen Geistes Kind sie wirklich ist. Darüber habe ich mich geärgert. Auch ihre Einschätzung, dass Du mit der Erziehung nichts zu tun hast, ist falsch, denn Du kannst da nicht einfach zuschauen, sondern musst eingreifen, und damit bist Du schon am Erziehen!

Ich habe mich also über Sozialhundeteam und über ihren anmaßenden Ton geärgert. Dummerweise habe ich das bei meinen Kommentaren nicht drübergeschrieben und bei meiner Antwort musste ich mich kurz fassen, da ich nicht immer so viel Zeit habe. Wie Du an meinem obigen Kommentar aber siehst, ist da Thema komplex und nicht so kurz zu beantworten. Als ein Kommentar gings nicht, da hätten die Zeichen nicht ausgereicht, und das war schon die Kurzfassung.

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Mit Gewalt gegen Gewalt ist KEINE Lösung!

Du kannst sie so viel und so hart bestrafen, wie Du möchtest. Es wird nichts bringen, weil ihnen vermutlich vorgelebt wird, dass ihr Verhalten völlig normal ist.

Zeige ihnen doch wie man sozial miteinander spielt. Gerade Jungs sind übrigens keine Porzellanpuppen und toben gehört zum spielen dazu.

Es ist aber kein Toben mehr, wenn einer von den anderen geärgert wird, dass er weint und nicht mehr zum Spielplatz möchte. Das Arm umdrehen hat er nicht beim Spielen gemacht, sondern um sich durchzusetzen.

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@GerTodesengel

Erwartest Du von Kindern, dass sie still sitzen???

Kinder brauchen Bewegung und wenn sie nicht ausgelastet sind, fangen sie erst recht an sch... zu bauen!

Du machst den Eindruck mit der Situation völlig überfordert zu sein und solltest Dir ernsthaft überlegen, ob Du das noch weiter machen möchtest!!!

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@mariaohnejosef

Du verstehst überhaupt nicht was ich beschrieben habe oder ignorierst es einfach.

Was ich erwarte, ist, dass die Kinder miteinander auskommen beim spielen. Wenn einer mit böser Absicht einem kleinerem, schwächerem, den Arm umdreht um etwas zu erreichen oder ihn einfach nur zu ärgern, geht das meiner Meinung nach überhaupt nicht in Ordnung. Er schafft es demnach nicht mit den anderen zu spielen und muss deshalb entweder nach Hause, in sein Zimmer oder zuschauen, (je nach Situation) - Toben ist was anderes, da wird geweint, wenn sich jemand wehtut, entweder aus Versehen oder weil etwas zu wild war - aber da war dann keine böse Absicht dahhinter.

Wie du auf Stillsitzen kommst, verstehe ich überhaupt nicht. Ist Fußball spielen etwa "Stillsitzen" solange sich die Kinder nicht mit Absicht abschießen oder streiten? Man kann auch MITEINANDER und mit SPAß Fußball spielen und es kann trotzdem noch wild und auslastend sein.

Ich kenne übrigens genug Kinder um zu wissen, dass er ein Einzelfall ist.

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@GerTodesengel

Liebe GeTodesengel, da kann ich dir nur beipflichten!!! Von den Eltern nicht oder grenzenlos erzogene Kinder wie dein 10Jähriger spalten alle Gruppen und der Graus jeden Betreuenden Personals...

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Antisoziales Verhalten bei einem 10-jährigen?

Was ist denn das für eine Ausdrucksweise. Ich denke Du bist überfordert und solltest Dir mal ernsthafte Gedanken darüber machen, ob Du der Geeignete bist, um solchen Kindern, welche sicherlich schwierig sind, Hllfestellung zu geben.

Ich hatte nur nicht den richtigen Ausdruck, sorry. Ich meine damit, dass er nicht mit anderen Kinder klarkommt, er beleidigt und (zumindest bei seinen Brüdern) Gewalt in Form von Schreien und manchmal auch körperlich anwendet.

Antisozial war falsch ausgedrückt, du hast schon recht.

Übrigens hat sich ihr Verhalten seit ich dort angefangen habe sehr stark gebessert, mein Job ist es auf sie aufzupassen, also Babysitter, und nicht sie zu Erziehen.

Ich weiß eben von anderen Kindern, dass man sehr wohl wild spielen kann ohne das einer aus der Gruppe geärgert, ausgeschlossen oder ihm sogar wehgetan werden muss. Ich möchte später nicht, dass meine Kinder Gewalt beim Spielen anwenden - Ich habe in einer Grundschule FSJ gemacht, und dort wurde (beabsichtigtes) Schubsen beim Spielen schon als Grund gesehen, das Kind zu "bestrafen" - nicht ihm was reinzudrücken, aber ihm klarzumachen, dass es so nicht weitermachen kann.

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Leider gibt es auch bei so jungen Kindern asoziales Verhalten. Sie haben es leider nicht anders gesehen, gelernt und erfahren.

Einem Babysitter steht es weder zu, noch ist es die Aufgabe eines Babysitters, nicht mal die eines Aupairs, ein Kind zu erziehen.! Das ist und bleibt die Verantwortung der Eltern, egal wie schlecht sie sind, egal was für schlechte Vorbilder sie abgeben, ....

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@Sozialhundeteam

Liebes Sozialhundeteam,

Deine Kompetenz beeindruckt mich immer mehr!

Leider gibt es auch bei so jungen Kindern asoziales Verhalten.

Kleine Kinder reagieren oft spontan, und dann landet halt mal eine Sandschaufel am Kopf des anderen Kindes. Das ist aber noch nicht assozial! Und selbstverständlich muss da auch ein Babysitter eingreifen, und dann ist das schon erziehen! Das Verhalten ist oft spontan und nicht gelernt, und wenn da nicht eingegriffen wird dann festigt sich das Verhalten, was es zu verhindern gilt!

Laut den Vorgaben der WHO kann die antisoziale Persönlichkeitsstörung, also das was Du als Assozial bezeichnest (der Begriff antisozial lässt sich historisch auf das assozial zurückverfolgen) erst mit 18 Jahren diagnostiziert werden und ist bei einem Kind mit 10 Jahren nicht angemessen!

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Medien- Verbot! Einfach mal, keine Glotze, kein PC, und kein Handy! Das ist gut den oft werden die Kinder durch den Medieneinfluss 'assi'. Hausarest; auch eine gute Möglichkeit, da sie auch oft durch Mitschüler so werden. Und noch eine Art 'Bestrafung' (wenn sie nicht gerne lesen) einfach mal Bücherreiausweis machen und 'zwingen' Bücher auszuleihen. Am besten die alten, anständigen Klassiker die ihm das Assiverhalten austreiben werden.

Ich bin nur der "Babysitter" nich der Vater :D - Ja durch die Medien wurden sie wahrscheinlich assi, wenn ich bedenke, dass sie zu Hause nur Fernsehen und das auch schon vor der Schule und eigentlich nur darauf warten, dass ich mal vorbeikomme. Aber 1. ist es dafür zu spät, 2. kann ich ihnen nur die Medien verbieten, die sie in meiner Gegenwart benutzen, und diese sind nicht antisozial fördernd :D (Mario Kart, oder Filme, aber wo ich natürlich Mitspracherecht habe).

Das einzige antisoziale ist, das der älteste nicht verlieren kann oder sie anfange zu streiten, aber dann mach ich auch immer Schluss und sag ihnen, wenn sie es nicht schaffen friedlich zu spielen, dann eben gar nicht.

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@GerTodesengel

ach und, die Mitschüler sind sicherlich nicht der Grund, da er keine Freunde hat (ich denke mal wegen seinem Verhalten, aber möchte da nicht zu viel reininterpretieren, da es halt nicht meine Kinder sind)

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wenn man Kindern etwas erklärt zB warum es verkehrt ist was Bestimmtes nicht zu tun,

schnallen die das i.d.R. genausogut wie erwachsene

Zb kann man sagen: "Möchtest Du daß ich Das mit Dir mache?" Armumdrehen "Ja aber warum machst Du das dann bei Deinem kleinen Bruder?" usw.

Liebe BRatung, so wie der 10Jährige hier geschildert wird, wird das wahrscheinlich keinen Erfolg haben. Denn was soll sie machen, wenn er antwortet, mir egal, mach doch? Oder: Das machst du ja doch nicht? Laut Konsequenzen einhalten müsste sie das dann tun, sonst wird sie unglaubwürdig und kriegt keinen Fuss mehr auf den Boden. Wenn sie`s macht, verpetzt sie der Große bei den Eltern und die zeigen sie an wegen Kindesmisshandlung...

LG, eine Sozialpädagogische Assistetnin

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Aber klar doch. Da wird jeder aufsässige 10 Jährige sofort einknicken und zugeben, hast Recht,,mein Benehmen ist wirklich inakzeptabel !!! Hab gelesen du bist seit 2003 Sozialpädagogische Assistentin. UND Tagesmutter, bin echt beeindruckt ! Da kann ja nur viel an Wissen und Erfahrung herüber kommen. Die Kuschelpädagogik ist bei solchen Kindern fehl am Platz. Da gehören Grenzen gesetzt ! Aber sicher nicht von einem Babysitter(ich) !!! Dessen Job es ist, die Zeit ohne Eltern so zu überbrücken, dass nichts weltbewegendes passiert. Ein Babysitter ist meist selbst nicht sehr erfahren, selbst noch Schüler, Student und schlicht nicht berechtigt, die Kinder in der Sitter Zeit zu erziehen.

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@Sozialhundeteam

An was ich gerade arbeite ist eher, dass die Kinder netter miteinander umgehen, damit ich nicht vollzeit mit Streitschlichten beschäftigt bin, denn dann macht das Babysitten keinen Spaß mehr und eigentlich sollte man sich ja mit den Kindern beschäftigen, aber man kann ja nicht mal ein normales Spiel spielen ohne das es Streit gibt.

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@Sozialhundeteam

Liebes Sozialhundeteam,

Du kannst ja schon die Kampfworte, die es hier zu verwenden gilt: Kuschelpädagogik, Grenzen setzen, Ja das klingt gut in manchen Ohren!

Leider erklärt es gar nichts und dient öletzten Endes nur als Entschuldigung dafür, grob und gemein zu werden und richtig heftige Strafen verteilen! Ein Kind ist kein Hund und muss nicht lernen sich bedingungslos dem Leittier unterzuordnen!

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Situation unter Kontrolle zu halten, d.h. die Kinder im auge zu haben und zu hören was da gerade läuft, also nicht auf den Spielplatz gehen und die Kinder machen lassen und nebenher mit den jungen Müttern flirten oder ein Buch lesen! Dann bei bedarf das Verhalten sofort unterbinden, und jetzt kommts: Damit den Erfolg des Verhaltens verhindern, denn wir alle lernen am Erfolg, und wenn kein Erfolg, dann kein verstärken des Verhaltens!

Und auch wenn Dus nicht glaubst, es ist sehr gut möglich mit Kindern zu reden, das hat bei meinen Kindern schon im Alter von zwei Jahren gut funktioniert! Und auch bei einem 10-jährigen läuft eine Verhaltensänderung über den Verstand. Natürlich muss nebenher trotzdem das Verhalten unterbunden werden und ein Erfolg des Versuchs verhindert werden, dann wird das schon was! Und KOnsequenzen (nich verwechseln mit Straffen) helfen ja auf Dauer auch weiter!

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@Barney123

Hey Barney, ich glaube du greifst das alles immer etwas übertrieben auf. Ich meine, niemand bis auf du gerade, hat von "richtig heftigen Strafen" geredet, oder davon, dass sich das Kind wie ein "Hund bedingungslos dem Leittier" unterzuordnen hat.

Es ging lediglich darum, welche Konsequenzen für so ein Verhalten angemessen sind und gleichzeit ein wenig dazu beitrafgen, dass der Junge ein wenig netter mit anderen umgeht. Ich wollte nur ein paar Ideen haben.

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