Wie Kind erziehen Religiös?

21 Antworten

Offen in jede Richtung. Sie sollen mitgekommen, was gemäß Bibel wichtig ist. Doch Du kannst auch dazu stehen, dass Dir die Religion wenig/nichts sagt.

Die Kinder sollen einmal selber entscheiden, in welche Richtung sie gehen möchten. Wir, beide evangelisch-reformiert, haben unsere Tochter so begleitet. Sie hatte einen biblischen Kinderglauben, hat dann einige Jahre ohne Gott "gelebt". Von sich aus ist ihr dann der Glaube an Jesus/Gott wichtig geworden. Heute ist sie oft die Erste, die sagt: "Wir sollten dafür beten".

In dem ihr dem Kind beide Sichten ermöglicht, damit es später den für sich gewählten Weg einschlagen kann.

Der biblische Hintergrund gehört für mich zur Allgemeinbildung wenn man Weihnachten feiert oder warum man an Karfreitag nicht arbeitet.

Ostern selbst kommt mehr aus dem keltischen, wird aber bei den Christen mit der Kreuzigung und Auferstehung von Jesus kombiniert gefeiert.

Kinder mögen Geschichten aber auch wiederkehrende Zeremonien oder Rituale. So kann ein Kindergebet am Abend vor dem Schlafen gehen Sicherheit für das Kind vermitteln. Es wird beschützt und muss sich um nichts sorgen.

Von daher, wenn deine Freundin eurem Kind gerne ein Stück ihrer Religion mit auf den Weg geben möchte und nicht ein zu konservatives Dogma daraus macht, ist dies sicher bereichernd für das Kind.

Denn dann wird euer Kind automatisch deine Philosophie mit der von Mama verknüpfen und sich eine eigene Meinung dazu bilden.

Das gelingt euch, wenn ihr als Eltern einander in euren unterschiedlichen Auslegungen respektiert.

Müssen muss man gar nichts. Das ist eine Absprache unter Euch. Ihr solltet Euch allerdings nicht gegenseitig untergraben.

Ein Paar in meinem Freundeskreis hatte die Diskussion auch. Sie ist gläubig und auch eng in die Kirchengemeinde eingebunden, auch beruflich; er ist eher Atheist. Er überlässt das Thema religiöse Erziehung ihr, weil es ihr sehr wichtig ist. Da gibt es keine universelle Regelung.

Ich bin Atheist, meine Frau ist gläubig, aber aus der Kirche ausgetreten. Wir haben die Kinder auf meinen Wunsch taufen lassen. Ich verstand die Taufe als Familienfest, bei der wir uns gemeinsam über das Kind freuen und uns gemeinsam überlegen, was für das Kind gut ist.

Ich habe auch angeregt, dass die Kinder in den Religionskurs gehen. Ich wollte, dass sie das Christentum von innen her kennenlernen. Zu hause haben wir immer mal wieder über die Inhalte geredet, die sie im Religionsunterricht besprochen hatten. Ich brachte diese in einen geschichtlichen Zusammenhang und verglich sie mit anderen Religionen. Dabei hielt ich mich mit meiner Meinung eher zurück, obwohl diese natürlich durchschimmerte. Ich erzählte die Geschichten einfach so, wie ich auch sonst Geschichten oder Mythen erzähle.

Mit 11 und 13 wollten sie beide den Kurs nicht mehr besuchen, weil sie da nichts mehr lernen können, wie sie fanden. Sie sagten, sie glauben nicht daran. Obwohl ich sie zu motivieren versuchte, wollten sie einfach nicht mehr, und so meldete ich sie ab. 

Ihr müsst euch einigen. Das ist alles.
Mein Vorschlag wäre, dass jeder von euch beiden, dem Kind seine Weltanschauung und seine Glauben vorlebt und erklärt, ohne dabei einen Absolutheitsanspruch zu erheben. Euer(e) Kind(er) würden sich irgendwann entscheiden. Aber sie hätten von euch beiden gemeinsam etwas übernommen: Den respektvollen und liebevollen Umgang mit Andersgläubigen!!
Und wenn ihr euch das als Erziehungsziel auf die Fahne schreiben würdet, fände ich das großartig.

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