Wie kann sich angewöhnen, nicht alles persönlich zu nehmen?

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7 Antworten

Deine Frage ist als solche schon einmal ein erster Schritt!

Du kannst das z.B. in eine Art inneres 'Mantra' umformulieren:
"Ich muss nicht alles persönlich nehmen!" - Immer mal für sich wiederholen!

Was sehr hilfreich ist, ist Neugier!
Werde neugierig darauf, wie dein Gegenüber 'tickt'. (Eigentlich mag ich dieses Wort gar nicht). Was ich meine: Versuche zu VERSTEHEN, wie dein Gegenüber die Welt und dich sieht. Mach dir klar, dass es nicht darum geht, ob du ihm Recht gibst!! Sei einfach neugierig darauf, was für den Anderen wichtig ist! Oft sind die Aussagen, die jemand über seine Umgebung macht, eigentlich Aussagen über ihn selbst!

Wenn dich jemand kritisiert, dann sei auch hier neugierig, was für den Anderen eine Rolle spielt bei seinem Urteil.
Auf Englisch sagt man in diesem Zusammenhang: "Tell me more about it!"Also wehre dich nicht (gleich) gegen die Kritik, sondern fordere den Anderen auf, GENAUER zu sagen, was ihn stört oder ärgert. Damit du wirklich - aus seiner Sicht - verstehen kannst, was SEIN Problem bei der Sache ist.

Total spannend, wenn einem das gelingt!

Äußerungen anderer Menschen stets auf sich selbst zu beziehen, ist in der Regel ein Zeichen für Selbstunsicherheit, d.h., ich spüre als Betroffener bei allen Bemerkungen stets eine latente Unsicherheit, ob die Aussage des anderen nicht irgendwie eine "Metabotschaft" enthalten könnte, in der ein Angriff auf mich verborgen sein könnte. Solche "Angriffe" können auch sehr subtil sein. Zum Beispiel kann das Vortragen einer bestimmten Position zu einer Partei, einer religiösen Überzeugung oder einer künstlerischen Vorliebe von mir als verunsichertem Hörer so gewertet werden, als ob der Sprecher genau diese Aussage tätigt, um indirekt (scheinbar nur zufällig) mich zu treffen, mich zu demütigen, meine Wertewelt in Frage zu stellen, mich vor anderen madig zu machen.

Damit lebe ich dann ständig in einer negativen Erwartungshaltung, dass sich wieder jemand gegen mich positioniert. Viel seltener gibt es auch die umgekehrte Vermutung, dass sich jemand äußert und ich das Gefühl habe, dass der Betreffende mich dabei loben oder herausstreichen will, dass er mir dabei seine Zustimmung und Zuwendung signalisieren will. Zumindest verursacht so eine positive Vermutung der Selbstbezogenheit kein ungutes Lebensgefühl. 

Wie kann man sich nun von so einem ständig mitlaufenden Argwohn, dass andere Sprecher durch ihre Rede mich beschädigen wollen, befreien? Eine Möglichkeit ist, ihnen in ihren Aussagen zuzustimmen. Sollten sie nämlich genau mich indirekt mit ihrer Ausführung zu kritisieren versucht haben, dann müsste jetzt ein Erstaunen sichtbar werden. Sind sie aber entspannt und eher freundlich zustimmend, kann ich schon mal für diesen Fall meinen Argwohn fallen lassen. Zum anderen kann man nachfragen, ob der Sprecher sich mit dieser Position auf jemand spezifisch beziehen wollte, dann ist er wiederum aufgefordert Farbe zu bekennen, falls er tatsächlich mich gemeint haben sollte. Auch für diesen Fall wird man in der überwiegenden Zahl der Fälle feststellen, dass die Leute mich überhaupt nicht im Visier haben. 

Bilanz: Ein unmittelbarer Einstig ins Gespräch kann im Regelfall den Argwohn, dass man in irgend einer Weise negativ gemeint sein könnte, schnell entkräften. Noch etwas professioneller kann man dieser unguten Grundhaltung auch begegnen, wenn man sie thematisiert, d.h. den Freunden gegenüber äußert, dass man oftmals von der Sorge erfüllt sei, dass sie mit ihrer Rede irgend eine Spitze gegen einen ablassen wollten. Hier werden sie natürlich sogleich beschwichtigend versichern, dass sie in keiner Weise so eine Absicht haben würden, und wenn du Botschaften dieser Art einige Male gehört und verinnerlicht hast, wird sich die Situation auch für dich entspannen und verbessern.

Alles was du erlebst, beziehst du nur auf dich, weil dein Erleben von diesem Ich-Gefuehl dominiert ist. Du bist, das weisst du, 100 prozentig.

Also ist alles, was dort draussen passiert du selbst.

Du weisst nicht, wie andere sich fuehlen, du versuchst es zu verstrhen irgendwie, aber weisst es niemals.

Als kleines Kind hattest du nicht solche Fragen, weil deine Persoenlichkeit sich noch nicht entwickelt hatte, nun aber, hat dein denkender Verstand (die Stimme im Kopf) die Kontrolle ueber dich uebernommen.

Alles wird durch dein Denken gefiltert, du kannst nichts so sein lassen, so wie es ist!

Wenn du dir dieser Mechanismen bewusst bist, dann kannst du wieder in das Sein kommen, ohne Beurteilung und ohne Gedanken! Das pure Leben wird dann dein Wegweiser. Denke weniger, dann wird dein Leben unpersoenlicher und irgendwann bist du frei davon! Alles Gute!

Versuche, Dich in die Situation des anderen Menschen zu versetzen. Wenn Du das kannst, bist Du auf einem guten Weg. Es dauert lange, bis man während einer Situation nicht nur der Betroffene ist, der sich gerade damit abfinden muß, sondern auch gleichzeitig ein imaginärer Dritter, der das alles nur passiv beobachtet.

Die wahre Kunst ist es, die Rolle des Dritten gleichzeitig ausfüllen zu können. Fang damit an, dass Du in jedem Moment Dir in Erinnerung rufen kannst, dass das aktuelle Geschehen in hundert Jahren keine Sau mehr interessiert und alles vergessen ist.

Entweder gar nicht zuhören. Oder zuhören aber NICHTS sagen! Erstmal sacken lassen und überdenken, dann  e v e n t u e l l  später antworten.

Ignoriere es  oder vesuche Schlagfertig zu sein, wenn du glaubst das es wirklich an dich gerichtet wae. 

Probiere einfach mal drüber wegzuhören😉

Frag dich einfach immer: Was würde mein 50 jähriges Ich dazu sagen? Das relativiert schon mal sehr viel. :)

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