Wie kann meine Stute am besten im Sommer abnehmen (Grasbauch)?

6 Antworten

Huhu,

Verdauungsprobleme, Kolikanfälligkeit und Übergewicht sind sehr oft Folgen von Boxenhaltung. 

Das Müsli absetzen! Warum fütterst du Zucker zu, wenn dein Pferd zu dick ist? Braucht das Pferd zusätzlich zu Gras und Heu mehr Energie, versucht man dies erst einmal durch mehr Raufutter auszugleichen und setzt erst danach auf leicht verdauliches, zuckerarmes Kraftfutter, wie zum Beispiel Hafer im ganzen Korn, wenn noch Energie fehlt. 

Für mehr freie Bewegung sorgen! Vier bis fünf Stunden freie Bewegung mit den Freundinnen ist definitiv zu wenig. Ein Pferd ist ein Lauftier. In der Natur bewegt es sich etwa 20 Stunden am Tag und legt dabei oft mehr als zehn Kilometer am Tag zurück. Da muss eine Pferdegruppe bis zur nächsten Trinkstelle auch mal zwei Kilometer laufen und nicht nur fünf Meter, denn darauf sind die Verdauung und der Bewegungsapparat der Pferde nicht eingestellt. Sorge für mehr freie Bewegung mit Bewgungsanreizen. Paddocktrail, Aktivstall, Laufstall, Offenstall oder zumindest ganztägiger Weide-/Paddockgang von >12h. Fehlende Bewegung sorgt für Verdauungsprobleme, Kolikneigungen, dicke Beine, Stress, ungesunde Hufe und eine ungesunde Psyche.

Für weniger und kürzere Fresspausen sorgen! In der Natur fressen Pferde so gut wie durchgehend. Das Verdauungssystem eines Pferde ist nicht auf lange Fresspausen ausgelegt. Damit das Pferd länger mit seiner Heuration zu tun hat, eigenen sich sehr enge Raufen (die Pferdenase sollte nicht dazuwischen passen) oder engmaschige Heunetze. Lange Fresspausen sorgen für eine Neigung zu Magengeschwüren, Schlundverstopungen oder Koliken.

Einstreu wechseln! Wenn Pferde eine spezielle Vorliebe für Stroh haben, sollte dieses Stroh nicht ihre Einstreu sein. Bei euch frisst das Pferd vermutlich, weil es damit die Fresspausen überbrücken will. Es weiß, dass diese nicht gut für es sind. Wenn das Pferd durchgehend die Möglichkeit hat, langsam Heu aufzunehmen, hört es vielleicht schon damit auf. Allerdings gibt es auch tatsächlich Pferde, die sehr gerne Stroh fressen, bei so Kandidaten eignen sich dann besser Späne, Flachsstroh oder ähnliches zum einstreuen. Ein oder zwei kleine Portionen gutes Stroh zuzufüttern ist dann aber eine gute Möglichkeit, Fresspausen zu vermeiden.

Effektives, anstrengendes Training bei Übergewicht! Eine halbe Stunde longieren in Biegung auf kleinen und großen Kreisen mit vielen Übergängen ist für ein Pferd zum Beispiel anstrengender als zwei Stunden chilliger Schrittausritt. Die Dauer des Trainings sagt nicht aus, wie anstrengend es für das Pferd ist und wie viel Energie verwendet wird. 

Ein Pferd, welches den ganzen Tag locker in Bewegung bleibt, möglichst durchgehend Zugang zu Raufutter hat und ein stessfreies Training und Herdenleben genießt, wird auch kaum noch seine Neigung zu Koliken oder den starken Gewichtsverlust im Winter zeigen. Auch ist eine solche Haltung für die Hufe, Zähne und den gesamten Bewgeungsapperat viel besser, als Boxenhaltung unter euren Bedingungen.

Liebe Grüße

Das Heu ab jetzt im heunetz zu füttern und dein Pferd von Stroh auf Späne + eine kleine Portion futterstroh umzustellen ist bestimmt nicht falsch und mindert das kolikrisiko oft erheblich. Mit dem dicken Bauch hat meiner gerade auch zu kämpfen, da hilft wohl nur Bewegung. Vielleicht kannst du dein Pferd ja morgens und abends bewegen? Zb morgens ein wenig longieren und abends dann dein normales Programm. 

Lg

1. Einstreu wechseln

2. Heu aus Heunetzen

3. Müsli und Mash weglassen

4. Entweder Stall wechseln oder nach mehr Weidegang bzw. noch besser Paddockgang (kein Gras) verlangen. 5 bis 6 Stunden Freigang ist ja gar nichts für ein Pferd

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