Wie kann mein Freund als "Schwerbehinderter" unnötige Einladungen zu Vorstellungsgesprächen vermeiden?

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7 Antworten

Anstatt gleich davon auszugehen dass er eh keine Chance hat könnte man ja auch mal positiv gestimmt in so ein Gespräch gehen.

Immerhin hat er sich ja dort beworben und sein Interesse an der ausgeschriebenen Stelle bekundet.

Eine normale Reaktion wäre sich darüber zu freuen, dass man nun die Gelegenheit hat sich persönlich vorzustellen.

Warum bewirbt er sich wenn er gar nicht in die engere Wahl kommen möchte?

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Kommentar von marmue15
03.02.2017, 23:10

Er möchte in die engere Wahl kommen, allerdings hatte er sich letztes Jahr (vor seinem Unfall) auf zwei entsprechenden Stelle mit fast identischem Ausschreibungstext beworben. Dort wurde er wegen fehlender Berufserfahrung nicht eingestellt. 

Er hatte nun eine Aufforderung des Jobcenters sich dort erneut zu bewerben. 

Nun hatten diese beiden Behörde (zwei Mittelbehörden im gleichen Bundesland) ihm beide eine Einladung geschickt. 

Bei beiden Vorstellungsgesprächen hatte er das Gefühl, das er wohl nur wegen Behinderung eingeladen wurde.

Irgendwie seltsam, dass zwei Behörden im Jahr zuvor wegen fehlender Berufserfahrung nicht einladen, dann aber im Jahr danach (in welchem er nun behindert ist) auf eine entsprechend fast identische Ausschreibung eine Einladung schicken, oder?

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Eine körperliche Behinderung ist dich kein Grund eine Beruf schlechter auszuüben. Vor allem wenn es um einen Büro Job geht wo man eh die meiste Zeit sitzt fällt das nicht ins Gewicht. 

Er sollte sich nicht selber einkugeln. Er ist anders aber das kann auch ein sehr großer Vorteil sein,  wenn man es gut verkauft. Er sollte zu jedem Vorstellungsgespräch hin,  auch wenn er nicht genommen wird,  um einfach mehr Selbstvertrauen zu bekommen und sicherer zu sein. Beispielsweise kann man dass im Bewerbungsschreiben erwähnen,  dass man durch die Behinderung gute Teamfähigkeiten besitzt (weil bei problemen man fremde um Hilfe bitten muss) Sucht er aber mehr ausreden als Lösungen wird das wohl nichts mit einem Job und er kann ein lebenlang zuhause bleoben

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Kommentar von Mirarmor
03.02.2017, 16:43

Also ich finde es anmaßend, zu sagen, eine körperliche Behindung würde bei Bürojobs nicht ins Gewicht fallen.

Z.B. ein Querschnittsgelähmter hat noch ganz andere Probleme als nur nicht gehen zu können, z.B. kann die Temperaturregulierung gestört sein. Das sind Sachen, das weiß man als Gesunder nicht. Es gibt Körperbehinderte, z.B. mit Skoliose, denen fällt gerade das Sitzen die meiste Zeit schwer. Wir wissen nicht, was der Freund des TE hat, aber da sollte man als medizinischer Laie ein bisschen mehr Respekt haben.

Und mit Verlaub, dass eine Behinderung bei der Vorstellung ein sehr großer Vorteil sein kann, das ist jenseits aller Selbstdarstellungskünste, einfach absurd und gehört ins Regenbogen-Einhorn-Land.

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Man muss doch zu keinem Vorstellungsgespräch gehen, zu dem man eingeladen ist. Wenn man keine Lust darauf hat, kann man dort doch einfach vorher mitteilen, man hätte jetzt schon was anderes gefunden, ob das jetzt stimmt oder nicht.

Vorstellungsgespräche sind eine gute Übung, vor allem, wenn man sowieso schon introvertiert ist. Wenn man das öfters macht, ist man weniger nervös.

Aber wieso möchte dein Freund denn nicht zu Vorstellungsgesprächen gehen, wenn er sich doch bewirbt? Das verstehe ich nun wirklich nicht so ganz.

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Kommentar von marmue15
03.02.2017, 23:17

Nun ja, manches sind Stellenvorschläge vom Jobcenter ... Da sollte man doch hin (und ja die Vorschläge des Jobcenters waren passende Angebote und keine Zeitarbeitsfirmen oder so)

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Hallo.

Schwierig. Wie soll man trennen, um die Vorstellungsgespräche abzulehnen, die Fake sind, und die anzunehmen, wo man ernstgenommen wird? Da ist wohl nichts zu machen.

Stattdessen würde ich deinen Freund raten, sich ein Training für Vorstellungsgespräche zu suchen. Egal ob VHS, über Psychologen oder sonstwas.

Abgelehnt zu werden, weil man zu introvertiert ist, um sich gut zu verkaufen, ist bitter und vermeidbar.

Das kann man wirklich, wirklich lernen, wie man im Vorstellungsgespräch gut rüber kommt. Und Übung ist alles!

(Wenn er eh bei manchen Gesprächen denkt, das wäre vorgeschoben, da kann er doch mutig sein, dort mal alles rauslassen, sich ausprobieren. Oder mal direkt fragen, ob er als Behinderter echte Chancen hat. Das zeigt Mut und Durchsetzungsvermögen.)

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Kommentar von marmue15
03.02.2017, 23:16

Ja, ein Kurs hat er schon gemacht ... Er bereitet sich auch immer gut vor. Weiß fast auf alle Fragen eine Antwort. 

Aber den Mut, alles rauszulassen hat er sicherlich nicht. Das ist entspricht einfach nicht seiner Natur. 

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Hallo marmue15,

Sie schreiben:

Wie kann mein Freund als "Schwerbehinderter" unnötige Einladungen zu Vorstellungsgesprächen vermeiden?

Antwort:

Der Begriff "Schwerbehinderung" ist sehr pauschal und sagt viel und gleichzeitig gar nichts aus, außer daß bei einer Schwerbehinderung ein Grad der Behinderung ab mindestens "GDB 50" vorliegen muß!

Sie schreiben leider nicht, welcher Geburtsjahrgang, ob ALG 1 oder ALG II, wie hoch der GDB.., welche Einschränkungen liegen vor, warum bezieht Ihr Freund keine Erwerbsminderungsrente?

Es wird im Endeffekt auch immer auf die ärztlichen Beurteilungen ankommen!

Wenn ALG 1 und ALG II bezogen werden will, dann muß die tägliche Leistungsfähigkeit dauerhaft über 3 Stunden liegen und der Betroffene muß am allgemeinen Arbeitsmarkt als Vermittelbar gelten!

Wenn Vorstellungsgespräche nicht zumutbar sind, dann wird dies entsprechende, detaillierte, ausführliche Begründungen voraussetzen!

https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a712-ratgeber-fuer-behinderte-mens-390.pdf?__blob=publicationFile

Alternativen:

Behinderten-Werkstätten!

http://www.cjd.de/angebote/

https://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/onlineberatung

http://www.evangelische-beratung.info/seiten/online-beratung

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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Kommentar von marmue15
03.02.2017, 23:13

Nun ja, er kann sich seit seinem Unfall nur noch mit dem Rollstuhl bewegen, also seine Beine machen nicht mehr so mit, sonst kommt er gut klar.

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wenn er kaum eine Chance hätte,würde er nicht eingeladen.

Also will er arbeiten oder im Sumpf Zuhause versauern?

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Kommentar von Mirarmor
03.02.2017, 15:38

Weltfremd. Natürlich kann es sein, dass manche Firmen Behinderte einladen für die "political correctness" und nie vorhaben, einen Behinderten einzustellen.

Hast du eine Ahnung, was man als chronisch Kranker oder Behinderter alles erlebt...

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wieso bewirbt er sich denn da?

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