Wie kann man vorsorgen. Rettungsdienst, Krankenhaus, Ärzte werden immer besser oder was ist los?

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5 Antworten

Die Antwort von Nomex halte ich für einen sinnvolen Anreiz.

Gesundheitsminister möchte ich aber auch nicht ein.

Es gibt massenweise Absolventen der Medizin, die sich nicht niederlassen, vor allem nicht in ländichen Gegenden, da unattraktiv und wenige Privatpatienten. Um eine Facharztpraxis halten zu können, müssen Ärzte (auch Krankenhäuser)  P-Pateinten haben, da sie mit dem System der Bezahlung /Budgetierung durch Punkte entgolten werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Budgetierung_%28Gesundheitswesen%29

Dazu empfehe ich das Buch "Patient Nebensache". Wie man das ändern kann und sich der Lobbyisten entgegenstellen kann, weiß ich auch nicht.

Viele Menschen denken im Übrigen immer noch, der niedergelassene Arzt verdient sich "eine goldene Nase", da es nicht im Interesse der Politik ist, auf Systemfehler hinzuweisen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass viele dachten, dass die 10 Euro in die Tasche des Arztes gehen. Dabei ging es an die KAssen, der Arzt bw. sein Personal treib das nur ein. Fajt ist , dass ein Hautarzt in NRW 18 euro pro quartel zu Verfügung hat. Zum Quartalsende arbeiten viele umsonst, das ist auch der Grund, warum Medikamente nicht verschrieben werden oder Termine zum Quartalsende nicht mehr vergeben werden (die "Punkte sind halt aufgebraucht).

Es bedarf einer Umstrukturierung des  gesamten Systems und der Entlohnung. Gegegenfalss einer Abschaffung des Zweiklassensystems.

Das ist aber dann auch nicht einfach. Wenn man z.B. die Privatversicherung abschafft und  eine Grundversicherung anbietet, mit "notwendigen Leistungen" und Optionen dazubuchen lässt, wird es schnell auch ungerecht und es müsste definiert werden, was in die "Grundversicherung" aufgenommen wird. Das Problem gab es schon mal unter Ulla Schmidt, die sagte, dass "medizinisch notwendige Leistungen" bezahlt werdne sollen. Nur: Was ist das?

Wozu sind eigentlich so viele gesetzliche Krankenkassen notwendig, die Geld für Gebäude und Personal ausgeben?

Kassen bieten Präventionskurse, wie Yoga etc. an, vermeintlich mit dem Hintergedanken, wer Sport macht, wird nicht krank. Zeitgleich werden aber z.B. Infusionen mit Cortison gegen Tinnitus oder andere sinnvollle Leistungen bei Korionarerkrankungen z.B. aus dem Leistungskatalog gestrichen. Da muss sich auich etwas ändern.

Gesundheitszentren mit bereits zur Verfügung gestellten Geräten und angestelten Ärzten finde ich gut , um deren Risiko als Selbsständiger zu mindern. Insgesanmt sollten die Arbeitsbedingungen des medizinischen Personas verbessert werden, um die Abwanderung ins Ausland und die Konzentration der Fachärzten auf Großstädte und Ballungsgebiete zu vermeiden und für eine bessere Verteilung zu sorgen.

Gruß, Gugu

Ein Patentrezept habe ich auch nicht.

Krankenhäuser haben sicher eigene Probleme, hier ist eine Regulierung notwendig. Es gibt Gegenden die über versorgt sind, andere haben Bedarf. Es gibt im Ausland durchaus tragfähige Modelle. Nicht umsonst gehen viele deutsche Ärzte ins Ausland. Ich kenne selber eine der lieber in Schweden arbeitet. Hier müssen wir dann mit Ärzten aus dem Ausland (meist Osteuropa) arbeiten. Dabei machen die aber einen genauso guten Job, nur damit das klar ist.

Arztpraxen auf dem Land ist ein Thema für das es Lösungsansätze gibt. Es muss nicht mehr jeder Arzt eine eigene Praxis haben. Medizinische Zentren wie wir sie vor der Wende im Osten in Form der Polikliniken oder Landambulatorien hatten sind hier ein guter Ansatz.

Den Rettungsdienst halte ich noch für ganz gut aufgestellt. Allerdings gibt es vermehrt dort Probleme wo bestimmte HiOrgs das Monopol im Rettungsdienst haben. Gerade Bayern und BW sollten hier mal ihre Rettungsdienstgesetze entmüllen. Das sind teilweise Reglungen aus der Nachkriegszeit.

Was man tun kann ist selber vorzusorgen. Eine gute bzw. erweiterte Erste-Hilfe-Ausbildung hilft jedenfalls die therapie-freie Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienst sinnvoll zu überbrücken. Die meisten Bürger haben heute leider eine KASKO-Mentalität und verlassen sich zu sehr auf den Staat.

Wir jammern hier in Deutschland aber auch auf ziemlich hohem Niveau. Während in Deutschland mit einer Hilfsfrist von 15 min gerechnet werden kann sollte man sich mal im Ausland umschauen. In Skandinavien kann das erste Löschfahrzeug gut und gern mal 30 min brauchen, da sind dann 4 Leute vor Ort und nicht 50 wie in D. Oder versuche mal in der Puszta oder den Schottischen Highlands ein Rettungsmittel zu bekommen.

Und wenn nicht so viele Leute unsere Rettungswagen als Liegendtaxi missbrauchen würden sähe es auch hier das ein oder andere Mal besser mit der Versorgung aus.

robi187 20.01.2016, 19:55

na ja also kasko mentalität hoffe ich nicht zu haben, aber ich habe was dagegen wenn man gensungsmodelle abbaut. nur um geld einzusparen oder dafür menschen sterben. siehe letzte sendung wallraff.

aus gründe der sauberkeint möchte ich nicht mehr in eine bestimmtes krankenhaus obwohl ich bei gleicher entfernung ander gibt. aber man wird nicht gefragt denn der landkreis möchte die gelder im kreis halten.

also die frage ist eigenlich einfach wo wird was abgebaut oder wo wird nicht der stand der wissenschaft eingehalten?

gesundheit vor gewinnmaximirung?

aber nicht nur als sonntags reden?

vor kuzem brauchten wir wegen alergischer schock den krankenwagen. zuerst kam ein sani mit privat auto, dann der rettungswagen mit 2 sani, dann der arzt mit 1 sani.

wie kann sowas kostendeckend sein bei einer pauschale? dann must die person im krankenhaus 1 tag bleiben wowohl wir wusten die not und das ganze ist vorbei.

in wunsch kankenhaus wurde abgeleht obwohl das gleich weit weg war. und es gab keine auskunft wie man das ändern kann küftig.

oder kenne einen fall von einer alten frau 2 kinder sind selbst ärzte und doch machte das krankenhaus was es wollte und die musten zu sehen wie die mutter starb.

es gibt viel zu tun ich frage mich nur wo sind die stellen wo man gegenwirken kann ohne gleich in eine eck geschoben zu werden?

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Nomex64 20.01.2016, 20:40
@robi187

Okay zu dem Thema anaphylaktischer Schock. Du redest von Krankenwagen. Wozu ein Krankenwagen? Denn braucht man um Kranke von A nach B zu fahren. Hier lag aber eine lebensbedrohliche Situation vor.

Das was als erstes kam war ein Frist Reponder bzw. Helfer vor Ort. Das gibt es in Gegenden wo es vorkommen kann das der Rettungsdienst unter Umständen nicht die Hilfsfrist einhalten kann. Dazu habe ich auch meine eigene Meinung. Allerdings kostet das in der Regel niemanden etwas da die sich ähnlich wie .B. DGzRS oder Bergwacht über Spenden finanzieren.

Als nächstes kam der Regelrettungsdienst mit dem RTW. Der ist mit mind. einem Rettungsassistenten/Notfallsanitäter und einem Rettungssanitäter besetzt. Das ist das Standardrettungsmittel. Der wird mit einer Pauschale über die Krankenkasse abgerechnet.

Dann kam der Notarzt mit einem Notarzteinsatzfahrzeug und seinem Fahrer (RA/NotSan/RS). Notarzt ist bei einem anaphylaktischen Schock indiziert da ein lebensbedrohlicher Zustand der die Gabe von Medikamenten erfordern kann die RA oder NotSan nicht verabreichen dürfen. Wird ebenfalls über Pauschale mit der Krankenkasse abgerechnet.

Das Krankenhaus wird nach verschiedenen Faktoren entschieden. Es geht darum welches Krankenhaus hat welche Abteilungen die benötigt werden. Kannst ja z.B. mal schauen welche Krankenhäuser Strock Units haben und welche nicht: http://www.schlaganfall-hilfe.de/home?p_p_id=map_WAR_sdshaddressportlet&p_p_lifecycle=0&p_p_state=exclusive Nur ein Beispiel von Vielen.

Und die Leitstelle weiß in der Regel auch wo ist z.B. die Notaufnahme gerader überbelegt oder wo ist der Shockraum gerade nicht verfügbar. Daher legt der Rettungsdienst in Absprache mit der Leitstelle das Zeilkrankenhaus fest. Gerade bei Ärzten in der Verwandschaft gibt es da oft Reibereien, das ist ein bekanntes Phänomen. Ärzte die auch Notärzte sind kommen in der Regel nicht auf solche Ideen.

Den konkreten Fall kann ich nicht bewerten da mir die notwendigen Infos dazu fehlen. Auf Hörensagen gebe ich ohnehin nicht viel da ich da schon alles erlebt habe, von vorsätzlicher Lüge über Halbwahrheiten bis zu verlässlichen Quellen.

Wenn du wissen willst was du tun kannst dann unterhalte dich doch mal mit den gewälten Volksvertretern aus deinem Wahlkreis.

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Habe beide Berichte gesehen und beide nur zum Teil, da mir soetwas meist sehr auf die Nerven geht. Fakt ist:

In einigen Gegenden wird notfallmedizinisch (von rettungsdienstlicher Seite) auf hohem Niveau gearbeitet, in anderen Gegenden leider nicht. Schuld hierbei ist, dass es nach wie vor entscheidend ist, wie sich der Rettungsdienst über die letzten 20 Jahre entwickelt hat.

Vor allem im städtischen Bereich, wo kurze Anfahrtswege in Fachkrankenhäuser und eine sehr schnelle Notarztversorgung gewährleistet ist/war, blieb der Rettungsassistent leider der Transportsanitäter. Ist aber auch klar, wenn er selten bis nie die Möglichkeit erhält, seine "Notkompetenzen" in Anspruch zu nehmen. In ländlichen Regionen, in welchen der Notarzt schon immer etwas weitere Anfahrten zu leisten hatte und eine adäquate Versorgung notwendig war, hat sich auch das Rettungsdienstpersonal dementsprechend entwickelt. Es sei denn, man ist in Regionen tätig, in welchen das "Standesdenken" eines leitenden Notarztes schon das Legen eines i.v. Zugangs verbietet. Kurzum, leider keine bundesweit einheitliche Regelung. Und auch beim Notfallsanitäter wird das so bleiben.

Weiter kommt hinzu, dass sich bei aktueller Regelung so mancher, sehr qualifizierter Retter irgendwann die Frage stellt, wieso er auf eigenes Risiko täglich mehrmals in seine sogenannte "Notkompetenz" treten soll für ein Gehalt von rund 2300 brutto + lächerlicher Zulagen.

Unqualifizierte Notärzte für die Notfallrettung? Leider ein tägliches Bild... Wenigstens gibt es unter den "schlechten" Notärzten noch welche, die sich vom Rettungsdienstfachpersonal "leiten" lassen. Manche sind sehr engagiert und bilden sich in ihrer privaten Zeit für die präklinische Notfallmedizin adäquat weiter, aber leider nur der absolut geringste Teil der "Not"ärzteschaft. Etwa 70 Prozent der mir bekannten "Notärzte" würde ich nicht an mir oder meiner Familie Hand anlegen lassen...

Was die Krankenhäuser angeht? Wie sagte es Wallraff so schön, wir brauchen wieder Krankenhäuser in denen der Patient im Vordergrund steht und nicht der Gewinn...

Ein schöner Satz der aber leider von einer Reporterschaft stammt, die vor 15 Jahren noch laut geschriehen hat, dass ALLES aber auch ALLES unbedingt privatisiert gehört...

Und bitte was? eine Krankenhaus AG die Gewinn erwirtschaften will? Das ist ja unglaublich... Mehr Bandscheiben OP´s als überhaupt notwendig? Klar doch, bringt ja auch Geld. Weniger Pflege zu schlechteren Gehältern? Klar, da spart man eben am meisten. Eben wie in der Industrie.

Was aber auch die Kosten in die Höhe treibt:

Notfalleinsätze für den Rettungsdienst mit welchen ich mich privat nicht mal zum Hausarzt trauen würde (Schmerzen in der Hüfte - seit 2 Wochen, grippaler Infekt, Oma läuft schlecht - eigentlich schon seit Jahren aber heute halt ganz besonders, oder auch gerne "ich habe mal bei google geschaut und das könnte vieleicht auch ein Schlaganfall sein"...).

Das gleiche Problem hat natürlich auch jede Notaufnahe, welche am Wochenende Patienten vollgestopft ist, die nicht auf Montag warten wollen um zum allgemeinmediziner zu gehen.

Man merkt also, das Problem kommt nicht unbedingt nur von staatlicher Seite, sondern ist auch von der Bevölkerung hausgemacht. Niemand kann und/oder will mehr Verantwortung übernehmen. Jeder "Pups" muss sofort und jetzt abgeklärt werden. Und wenn die Oma aufgrund des Alters etwas mehr pflegerische Zuwendung benötigt, dann ab in die Klinik oder ins Pflegeheim. Und sterben? Naja, wenn überhaupt dann mit 95 aber auch nur, wenn ein Arzt im Krankenhaus nen Fehler macht. Aber keinesfalls zuhause. Leider tickt die Bevölkerung aktuell genau sooooo... Und das geht natürlich alles zu Lasten der sozialen Dienste.

Bestes Beispiel. in den letzten 15 Jahren haben sich im Rettungsdienst die Transport um fast 150 Prozent erhöht... also fast verdreifacht. Aber es sind nicht mehr Notfälle!!! Über die Hälfte der Einsätze sind einfach nur "Blödsinn".

robi187 29.01.2016, 17:07

das ganze system arzt und kranken kasse gehört mal wirklich auf dem prüfstand. voralle die ärztekammern.

das standes denken über alles und viele sind hochwohlgeborene ärzte? dabei steht und fällt alles ob die arzt sein ein dienender beruf ist? der sein wissen und auch sein können dem dienst der allgemeinheit zu verfügung stellt? viele machen es aber viel nützen dies leider auch aus?

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Du musst natürlich auch bedenken, dass Jammern für Lobbyverbände zum Handwerk gehört.

robi187 20.01.2016, 13:37

alles schönreden gehört wohl auch zu den lobbyverbände? ich habe angst und davon möchte ich auch reden können?

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Hoegaard 20.01.2016, 13:37
@robi187

Trotz der eher unkonventionellen Formulierung ahne ich, was du meinst.

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Ärztemangel auf dem Land: Bus-/Bahnverbindungen in die Stadt schaffen

robi187 20.01.2016, 18:32

2h fahrt und dann 2h warten in den gängen der notaufnahme?

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msstyler 20.01.2016, 18:40

Normalerweise sind Dörfer keine 2h von einer wenigstens Kleinstadt entfernt

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robi187 29.01.2016, 17:08
@msstyler

sollte man gleich in eine kirche gehen weil man dort vieleicht besser versorgt wird und der weg nicht so weit ist?

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msstyler 20.01.2016, 19:15

Nö :D

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