Wie kann man vorgehen, wenn man zu bilingualer Erziehung der eigenen Kinder gezwungen wird?

16 Antworten

Hallo,

ich bin zwar grundsätzlich auch für eine bilinguale Erziehung und bilinguale Kindergärten und Schulen, denn bekanntlich wird das Gehirn in den ersten 5 Lebensjahren gestaltet.


Wer schon einmal im fremdsprachlichen Bereich mit Kleinkindern zusammengearbeitet - nicht gelernt, gedrillt, gepaukt, sondern gespielt, gesungen, geturnt, gebastelt, gemalt, gereimt, erzählt, gekocht - hat, weiß dass Kleinkinder wahre Sprachgenies sind.

Kinder saugen Wörter (Redewendungen, Tonfall, Sprache) wie ein Schwamm auf, während Erwachsene sich Vokabeln 'einhämmern' müssen. Im Gegensatz zu Erwachsenen kennen Kinder keine falsche Scheu, reden wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, haben keine Angst davor etwas falsch zu machen, sich eine Blöße zu geben.

Auch ist es häufig so, dass Kinder, die zweisprachig aufwachsen, sich mit dem Erlernen einer (weiteren) Fremdsprache leichter tun, weil sie ein Ohr für Sprachen entwickelt haben, das Gehirn entsprechende Strukturen / Verbindungen dafür entwickelt bzw. gebildet hat.

Zwang ist aber immer ein schlechter Lehrmeister! und kontraproduktiv.

AstridDerPu


Was kann man machen, wie sollte man mit dieser Sitation umgehen?

Kontakt abbrechen, was sonst?

Schade aber, dass sich die Fronten bereits so verhärtet haben, denn eigentlich hätte gar nichts dagegen gesprochen, wenn die Kinder bei und mit ihren Großeltern deren Sprache lernen würden, und bei euch halt Deutsch.

Man hätte auch mal bedenken sollen, dass Familie ja nicht nur diese beiden Parteien sind - da gibt's ja sicher noch Angehörige im Herkunftsland, mit denen die Kommunikation dann ja auch unmöglich ist.

Ganz abgesehen davon, dass das automatische Erlernen einer zweiten Sprache wie ein Geschenk ist - es macht keine Mühe und man taucht in eine andere Kultur ein, die in eurem Fall ja ein Teil der Familie ist.

Ich denke, ihr sollte mal mit der Friedensflagge winken und euch nochmal ganz in Ruhe zusammensetzen.
Und nein - hier einen Kompromiss zu finden sehe ich nicht als nachgeben, falls es das ist, was euch stören, schwerfallen würde.

Sage den Grosseltern, dass man mit den Kindern nur eine Sprache sprechen soll, die man selbst perfekt beherrscht, weil die Kinder sonst eine "Muttersprache" mit Fehlern lernen und das ist ein grosses Verbrechen, was man ihnen dann antut...

Grundsätzlich ist es ein Vorteil für Kinder, zweisprachig aufzuwachsen.

De facto sprechen die Kinder aber am Schluss die Sprache der Umgebung. z.B. ein Elternteil Russe, ein Elternteil Deutscher, Kinder leben in Deutschland -> dann sprechen sie ab Kindergarten/Schule am besten deutsch, und russisch wird nie das gleiche Niveau haben wie deutsch. In russisch werden Fehler sein, durch den Einfluss aus dem Deutschen, der Wortschatz wird kleiner sein, sie werden einen deutschen Akzent haben.

Allerdings können sie ihr russisch verbessern, indem sie öfter (z.B. in den Ferien) in einer Umgebunb sind, wo nur oder hauptsächlich russisch gesprochen wird, besonders wenn sie dort andere Kinder haben, die nur russisch sprechen (von Gleichaltrigen lernt man im Prinzip besser als von 1 Elternteil oder Babysitter oder Grosseltern.)

Eine weitere Möglichkeit wäre, die Kinder in eine fremdsprachige Schule zu schicken, wo sie mindestens 4 stunden pro Tag in der fremden Sprache unterrichtet werden.

Grundsätzlich sind die Eltern erziehungsberechtigt und nicht die Grosseltern, also sollen die Grosseltern sich nicht so wahnsinnig einmischen!

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