Wie kann man unter psychotischen Depressionen, Schizophrenie und Autismus unterscheiden?

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6 Antworten

Es ist tatsächlich häufig so, dass nicht nur eine, sondern gleich mehrere psychische Störungen auftreten.

Das nennt man Komorbidität. Bei Depressionen beispielsweise kommt eine Angststörung begleitend dazu oft vor. Ebenso häufig ist Drogenmissbrauch wie exzessiver Alkoholkonsum.

Welche Diagnosen der Arzt aber letztendlich tatsächlich stellen würde, ist schwierig zu beantworten, ohne das Krankheitsbild genauer zu kennen. Grundsätzlich gibt es bei psychischen Störungen genaue Richtlinien, an denen sich ein Arzt orientiert bzw. orientieren muss, wenn er eine Diagnose stellt.

Eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen wird zum Beispiel unter dem Diagnosepfad F32.3, Schizophrenie unter F20.0-6 und Autismus unter F84.0,1,5 und 9 diagnostiziert.

Mehr über den internationalen Diagnosschlüssen findest Du hier:
http://www.icd-code.de/

Grüße.

Von mir schon mal ein ganz dickes STERNCHEN*

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Um Psychische Krankheiten zu identifizieren wird ein Testing von einem Psychologen durchgeführt, dazu wird ein Fragenkatalog abgearbeitet und ein pers. Gespräch geführt. Die Antworten werden dann ausgewertet und vom Psychologen beurteilt. Jede Krankheit hat gewisse Kriterien die teilweise erfüllt werden müssen, die sind durch ICD festgelegt.

Viele Krankheiten ähneln sich in den Kriterien, was auf einen wirklich zutrifft kann nur ein Erfahrener Psychologe feststellen, es kommt aber leider auch zu Fehldiagnosen wenn z.B. Gespräche mit dem Sozialen Umfeld fehlen. Es können durchaus alle 3 Krankheiten diagnostiziert werden obwohl sich psychotische Depressionen und Arten von Schizophrenie sehr ähneln. Autismus lässt sich leicht abgrenzen da dieser schon sehr Früh in der Kindheit auftritt und eine Entwicklungsstörung ist während die beiden anderen Krankheiten erst später auftreten. Auch führt Autismus nicht zu Wahnvorstellungen etc.

Hätte jetzt gedacht, dass evtl. Störungen des Autismus-Spektrums, am schwierigsten zu diagnostizieren wären (Besonders bei leichten Ausprägungen). Besonders Erwachsene die seit jahren damit Leben haben sich quasi ihre eigene Welt gebaut (Bewältigungsmechanismen) und zeigen in Ihrem Umfeld keine Auffälligkeiten. Ist es denn immer leicht abzugrenzen ?

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@CurleySue2

Stimmt schon, bei leichten Ausprägungen die nie wirklich erkannt wurden kann das schon schwieriger werden. Aber da sich die Verhaltensmuster eben schon früh in der Kindheit abzeichnen was für die beiden anderen Krankheiten untypisch ist, denke ich dass da ein guter Psychologe schon dahinter kommt.

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Na ja, ein wirklich ergiebiges Fallbeispiel ist das ja nicht gerade! Das wäre dann wohl im Einzelfall von den spezifischen Symptomen und der möglichen Ursachen abhängig! Aber gerade bei psychischen Erkrankungen kann man ja oft nicht so klare Grenzen ziehen!

Das kann man so nicht einfach herausfinden. Allerdings schätze ich, dass es nur eine Grunderkrankung gibt in den meisten Fällen und der Rest Nachfolgewirkung ist.

Das müsste man im Einzelfall anhand des Gesamtbildes beurteilen. Dafür gibt es speziell ausgebildete Ärzte und Psychologen. Internet ist nicht ausschlaggebend 

Er würde alle Diagnosen so stellen. Denn jede einzelne Erkrankung bedarf spezieller Behandlung, auch medikamentös. 

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