Wie kann man Tobsuchtsanfällen vom Dreijährigen am besten begegnen?

20 Antworten

Also ich persönlich wollte mich selbst erst mal darüber informieren, warum eigentlich mein Kind Trotzphasen hat.

Es geht um Grenzen. Kinder fangen an, sich abzugrenzen. Ein wichtiger Vorgang. Eine Entwicklung vom Kind. Sie fangen an, ihren Willen zu verbalisieren. Der Anfang lag im ersten Nein. Der Höhepunkt liegt in solchem Verhalten. Für das Kind ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, sich abzugrenzen, aber auch zu lernen, daß es nicht immer siegen kann. Dazu braucht es verlässliche Grenzen, die ihm Sicherheit und Geborgenheit geben. Keine Grenzen zu erhalten führt bei Kindern häufig zu Haltlosigkeit. Mit einem Nein provoziert ein Kind geradezu andere Neins. Die will es auch haben.

Dies mal kurz angeschrieben. Mir hilft es immer, wenn ich verstehe, warum mein Kind sich so oder so verhält. Ich bekomme dadurch Verständnis und kann dann viel gelöster und bewusster und sicherer reagieren.

Meist lasse ich in solch einer Situation das Gift sprühen, lasse sie gerne einfach mal etwas schreien und toben. Dann ist etwas von der Wut raus - dies tut ihnen gut. Was andere denken und meinen ist mir gleichgültig. Ich kann immer nur nach mir handeln. Andere wissen nichts über mich und mein Kind, folglich können sie auch nicht urteilen. Sie tun es trotzdem - ich weiß. Dies kann aber muß Sie nicht interessieren. Sie sind gewillt, gut und im besten Wissen zu handeln. Dies reicht völlig aus. Sie setzen sich mit der Thematik auseinander - dies ist entscheidend! Ich überlege mir dann, um was es wohl geht, meist frage ich meine Kinder selbst und bekomme dann auch eine Antwort. Gerne nehme ich sie dann fest an mich und umarme sie liebevoll, da ich genau weiß, daß sich mein Kind in diesem Moment selbst in einer Krise befindet und einen wichtigen Entwicklungsschritt durchmacht. Ich bin nicht sauer oder nervös, weil einige auf uns schauen, weil mein Kind gerade so laut war, und dies doch eigentlich in unserer Gesellschaft nicht geduldet wird. Konsequent bleibe ich trotzdem. Da hat das eine mit dem anderen ja nichts zu tun. Ich setze meine Grenzen eben liebe- und verständnisvoll. Habe ich sie in meinem Arm, beruhigen sie sich dann immer recht schnell. Ich muß gar nicht viel sagen. Dann gehts erst mal im Programm weiter. Abends dann, vorm Schlafen im Bett, gehen wir immer nochmals den ganzen Tag durch. All unsere Erlebnisse erzählen wir uns. Da greife ich dann diesen Vorfall auf und erkläre meinem Kind, wie ich dazu stehe, und das es hier eben eine Grenze erfahren hat. Alles kindgerecht.

Ich bin der Meinung, daß es in der Erziehung nicht darum gehen kann, Krisen zu verhindern, sondern sie zu verstehen und auf sie zu antworten.

Ziel der Trotzphase ist für mich, Grenzen wahr zu nehmen, ohne daran seelisch zugrunde zu gehen. Es kann hier den Umgang mit Sieg und Niederlage lernen.

Wenn ich ein Kind in solch einer Phase in sein Zimmer sperre, so muß es alleine damit zu recht kommen, hat keine Hilfe, keinen Begleiter. Alleine kann es dies aber noch gar nicht. Außerdem sage ich mit dieser Handlung zu meinem Kind, wenn Du trotzig bist, will ich dich nicht haben, bist du unerwünscht. Es kann aber für seine Trotzphase doch gar nichts, dies ist doch ein natürlicher Entwicklungsschritt, der einfach kommt, weil es das Leben so will, nicht weil unsere Kinder irgendwie boshaft sind. Das Kind denkt allein in seinem Zimmer, daß irgendetwas nicht stimmt mit ihm, obwohl nur wir Erwachsenen nicht fähig sind zu verstehen. :-)))

Dieser Entwicklungsschritt ist wichtig. Das siehst du ganz korrekt. Das Kind lernt nein zu sagen, Grenzen auszuloten. Sehr wichtig. Wenn du es aber jetzt immer austoben lässt und ihm alles erlaubst, dann lernt es, dass es JEDE Grenze überschreiten darf. Wie lange willst du das dulden? Darf es dann später auch sagen: "Alte, geh kochen, ich hab Hunger!" ?

0
@DickeBohne

"Wenn du es aber jetzt immer austoben lässt......" ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich denke, daß Du die Aussage von mir meinst, daß ich sie schreien und toben lasse? Das ich sie trotzen lasse.

Ich denke mal, daß meine Grenzen diesbezüglich wohl weiter sind, als die anderer oder auch Deiner. Ich bewerte das Trotzen meiner Kinder nicht schon als Grenzüberschreitung. Für mich ist es ein Machtkampf und ein emotionaler Zustand. Nicht mehr und nicht weniger. Ich bewerte einen Trotzanfall nicht. Nicht als gut, nicht als schlecht. Er ist einfach da. Und alle, also meine Kinder und ich lernen damit umzugehen und zu verstehen.

Desweiteren denke ich, daß wenn ich früher einschreiten würde, um einen Trotzanfall zu verhindern, und ich weiß mittlerweile genau, wann es los geht usw., dann würde ich meinen Kindern die Möglichkeit des Trotzens an sich nehmen und somit auch den wichtigen Entwicklungsschritt, der ohne Trotzen nicht gegangen werden kann. Auch die Möglichkeit sich gefühlsmäßig zu äußern. Sie wären dann gezwungen, ihre Gefühle zu unterdrücken, sie könnten sie nicht zulassen. Dies jedoch möchte ich nicht. Ich möchte lieber, daß meine Kinder im-Gefühle-zulassen stark und geübt sind. Denn Gefühle sind im Leben recht nützliche und äußerst zuverlässige Wegbegleiter. Habe ich jedoch bereits als Kind gelernt, meine Gefühle, egal welcher Art, zu unterdrücken, egal mit welcher Begründung, dann fehlt mir im Leben ein sehr entscheidender Teil. Was ich beobachten kann, geht es sehr vielen Menschen heutzutage so. Wir haben verlernt Gefühle zu zeigen, unterdrücken und schlucken vieles, obwohl uns eigentlich ganz anders zumute wäre. Wozu eigentlich?

0

Ja, weggehen. Dann lernt das Kind, dass ein solches Verhalten nicht zur gewünschten Aufmerksamkeit verhilft. Es wird in wenigen Wochen gelernt haben, dass ein Tobsuchtsanfall nicht zur Wunscherfüllung führt.

Weggehen oder damit drohen wirkt wie Liebes-Entzug, Verweigerung des Annehmens und fördert den Vertrauensbruch. Das führt oft zum Trauma und Störung der Beziehung(sfähigkeit)! Sollte ein - wirklich - erwachsener Mensch nicht mehr zur Verfügung haben?? Oder ist das "normal"? Und woran mangelt es dann den "normalen" Erwachsenen??

0
@heureka47

so ein quatsch heureka! habe schon öfter unsinnige kommentare von dir gelesen, was angeblich alles zu psychischen störungen führt. es geht hier nicht darum, das kind im stich zu lassen oder mit liebesentzug zu drohen, sondern ihm nicht die aufmerksamkeit zu schenken, die es erreichen will, wenn es tobt! wenn man es in so einer situation links liegen lässt, und in anderen situationen, in denen es sich aufmerksamkeit wünscht, aber nicht tobt, ihm die aufmerksamkeit auch gibt, dann kann es nur daraus lernen.

außerdem schaffst du es offensichtlich nicht konstruktive kritik zu üben, du kannst nur andere verurteilen.

0
@Kubique86

So dressiert man vielleicht einen Hund, aber mit Menschen geht man nicht so um!

0
@Kubique86

Heureka: Psychische Störungen entwickeln sich vor allem aus einer unsicheren Erziehung. Wenn Erwachsene ständig versuchen, "Freund" ihrer Kinder zu sein und die Erziehung dabei außer acht lassen. Ich kann bei einem Tobsuchtsanfall drei Dinge tun: 1. Ich gehe darauf ein, mit Gesprächen etc. Das überfordert einen Dreijährigen, weil es das Gelabber gar nicht begreift. Es bestärkt ihn aber in seinem Verhalten und der nächste Tobsuchtsanfall wird stärker und länger. 2. Ich bestrafe das Kind. Da bleibt nicht viel wirksame Auswahl! Also abgelehnt! 3. Ich ignoriere den Tobsuchtsanfall, gebe dem Kind damit Gelegenheit, wieder zu sich zu kommen und sich zu fangen. Danach, wenn das Kind sich wieder beruhigt hat, kann das Geschehen sachlich besprochen werden. Momentan, es gibt noch eine vierte Möglichkeit. Ich stopfe dem Kind einen Keks in den Mund und vermehre damit das Heer von fettleibigen, gefühlsgestörten Menschen.

0

ROFL. Genau! Ein Dreijähriges Kind erkennt sofort was du damit erreichen willst.

Ihr seid so FAIL.

0

Du hast richtig erkannt, dass das ein völlig normales Verhalten für einen Dreijährigen ist. Es trifft alle Eltern früher oder später. Das ist natürlich kein Trost und die meisten Menschen haben vergessen, dass ihre Kinder auch mal so reagiert haben.Aber es ist kein Grund sich schämen zu müssen, auch wenn es in der Öffentlichkeit passiert! Deine Reaktion zu Hause ist richtig, schenke ihm weiterhin, wenn es passiert, keine Aufmerksamkeit, dann verfestigt sich das Verhalten auch nicht, weil das KInd bemerkt, dass es seinen Willen nicht bekommt. Die Öffentlichkeit ist das Problem. Meine Enkeltochter hatte ebenfalls mitbekommen, dass Mama anders reagiert, wenn es draußen passiert. Auch ich hatte meiner Tochter geraten, lass sie sich austoben und geh ein paar Schritte weg. Bis sie dann weinend bei mir anrief, weil sie gesagt bekam, dass sie beim JA angezeigt wird, weil das Kind auf der Strasse seinen Tobsuchtsanfall bekam. Ohne die Situation zu kennen, wurde geurteilt und eine junge Mutter in Panik versetzt. Ich erzähle Dir das, damit Du darauf vorbereitet bist - überall leben Leute, die ihre Nase in des anderen Angelegenheiten stecken, aber ansonsten ignorant sind.Es ist tatsächlich die sicherste Methode dem Kind plausibel zu machen, dass Du dieses Verhalten nicht tollerierst. Egal, ob Du angegiftet wirst, zeige nie Deine Unsicherheit dem Kind oder anderen Leuten in solch einer Situation. Passiert es in einem Laden, dann nimm Deine Tasche, stelle den Wagen an der Info ab und geh mit ihm raus. Dort kann er sich austoben. Ist er fertig, kann man einen neuen Versuch starten - es gibt aber dann keinerlei Extras, wie Eis, Bonbon o.ä., sonst suggerierst Du ihm, dass das in Ordnung war. Halte Dir immer vor Augen, dass Dein Kind nichts anderes tut, als alle anderen Kinder in diesem Alter auch.Es testet die Grenzen. Nichts ist daran schlimm. Deine Aufgabe ist es, ihm die Grenzen zu zeigen und ihm dadurch Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Je konsequenter und berechenbarer Du Dich dem Kind zeigst, um so schneller ist dies vorbei. Das Kind muss wissen, wenn ich jetzt tobe, macht Mama das immer so und ich bekomme dann meinen Willen nicht. Dein Handeln muss für das Kind voraus zu sehen sein. Viel Erfolg und liebe Grüße ...

Was möchtest Du wissen?