Wie kann man sich "Vergrößerungen" besser vorstellen?

2 Antworten

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Die Vergrößerung z.B. eines Fernrohres gibt an, um wievielmal der Winkel, unter dem man ein Objekt mit dem Fernrohr sieht, größer ist, als der Winkel, unter dem man dasselbe Objekt ohne Fernrohr sieht. Es geht also um den Sehwinkel und dies wäre die so genannte „Winkelvergrößerung“. Man errechnet sie als Quotient von Objektivbrennweite durch Okularbrennweite. Da man bei einem Teleskop ja in der Regel eine feste Objektivbrennweite hat, kann man durch Wechsel des Okulars die Vergrößerung verändern (je kleiner die Okularbrennweite, desto stärker die Vergrößerung). Bildet man das Objekt auf einem Schirm ab, verwendet man aber die „lineare Vergrößerung“, da man ja dann nicht in ein Okular schaut, d.h., hier kann man mit dem Lineal den Abbildungsmaßstab einer auf einer Landkarte darstellen.

Einer beliebigen Vergrößerung sind aber durch das Auflösungsvermögen aufgrund der Wellennatur des Lichtes Grenzen gesetzt. Das Auflösungsvermögen ist ja vom Objektivdurchmesser abhängig. Sinnvoll ist eine maximale Vergrößerung, die dem Durchmesser des Objektivs in mm entspricht.

Auch beim Mikroskop ist übrigens die Gesamtvergrößerung als Winkelvergrößerung zu verstehen (obwohl man hier ja die Einzelvergrößerung von Okular und Objektiv multiplizieren muss, um die Gesamtvergrößerung zu bekommen). Früher hat man bei Mikroskopen aber auch lineare und sogar quadrarische Vergößerungen angegeben und konnte damit ganz schön schummeln, da die quadratische Vergrößerung ja eine viel größere Zahl ergab.

Nachtrag: Du musst berücksichtigen, dass es sich ja beim Blick in das Okular eines Fernrohrs / Mikroskops nur um eine subjektive (scheinbare) Vergrößerung handelt, da es sich um das Bild auf der Netzhaut handelt, und die Größe des (sehr kleinen) Bildes auf der Netzhaut proportional zum Sehwinkel (genau genommen sogar zum Tangens des Sehwinkels) ist. Also Du siehst den Gegenstand tatsächlich so, als wäre er x-fach näher. Es ist also nicht so ganz einfach, deshalb ist Deine Frage tatsächlich eine gute Frage. Die lineare Vergrößerung wäre die reelle, tatsächliche Vergrößerung, wenn also das Bild auf einem Schirm erscheint, kannst Du das Lineal anlegen und siehst dann, wievielmal größer das Bild ist als der Gegenstand.

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@valentin301

Sobald man ein Bild auf einem Schirm hat, welches man mit der Originalgröße vergleicht, redet man vom Abbildungsmaßstab. Daher lassen sich durch anschauen von Astrofotos ohne weitere Informationen keine Aussagen über die Vergrößerung machen. Die Vergrößerung, welche man beim Betrachten des Bildes sieht, hängt ja dann schließlich auch davon ab, wie weit entfernt man das Bild vor sich hat.

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Das ist so simpel, wie du es am Anfang erklärt hast. Du siehst etwas dann 250mal größer als mit dem normalen Auge betrachtet.

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