Wie kann man sich emotional von etwas abgrenzen wie Sherlock Holmes (BBC)?

2 Antworten

Sherlok Holmes würde ich nicht als Vorbild nehmen. Genausogut könntest du Donald Duck oder Frodo Beutlin nehmen - es sind fiktive Gestalten.

Kommt drauf an, wo du als Polizist Dienst verrichtest. Der Beruf kann in Bezug auf emotionale Beanspruchung teils sehr heftig sein. Die härtesten Schicksale, Tod, Gewalt und Elend bekommt der Polizeibeamte aus erster Hand voll mit. 

Ich sage gerne, dass Polizisten in zwei Welten leben; einer guten und schönen, in der der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt, dann in einer bösen Welt, mit schlimmen Schicksalen und Elend. Die schöne Welt will von der bösen nichts wissen, es reicht ihr zu wissen, dass sich die Polizei darum kümmert. 

Jeder muss für sich einen Weg finden, mit seinem Beruf klar zu kommen. Einerseits darf man nicht abstumpfen und blind gegenüber anderen Menschen werden, andererseits darf man die einen begegnenden Probleme nicht zu seinen Problemen machen, will sagen, man soll das nicht an sich ranlassen. Einfach zu sagen, schwer zu machen. Wenn man es nicht schafft, sollte man sich Hilfe holen. 

Ich habe einmal eine Schwerpunktdienststelle geleitet. Ich weiss von einigen neuen Kollegen und Kolleginnen, die in der ersten Woche zu Hause die Nacht durchgeweint haben, sie kamen mit dem Elend nicht klar. Irgendwann waren aber auch sie "abgebrüht". Man muss nur aufpassen, dass sie nicht abstumpfen und jedes Gefühl verlieren. 

Wenn du Polizist werden willst, mache es. Es gibt kaum einen schöneren Beruf, auch mit den Schattenseiten. 

Den "Zwei-Welten-Vergleich" finde ich super!

Was läuft bei euch als "Schwerpunktdienststelle"? Brennpunkte und Innenstadtbereich?

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Also erstmal vorab :)

Trotz aller Härte und Belastungen, die man dienstlich erlebt, sollte man immer noch Mensch bleiben und nicht ein emotional abgestumpftes Wesen werden.

Es ist völlig normal, dass einen schwerwiegende Eindrücke auch mal aufwühlen und auch einige Zeit immer wieder verfolgen können. Hierbei muss eine Balance gefunden werden, die Erlebnisse zwar aufzuarbeiten, aber irgendwann auch abzuschließen, um sogenannte "Posttraumatische Belastungsstörungen" zu vermeiden. Dazu lernt man aber auch Verhaltensweisen und bekommt bei Bedarf Unterstützung.

Nach meiner persönlichen Einschätzung hilft bei vielen schrecklichen Dingen in der Regel auch, dass man keine persönliche Beziehung zu den Betroffenen hat.

Also keine Bange, wenn du zur Polizei willst: Tu es!

Klingt vielleicht hart, aber an viele Dinge gewöhnt man sich auch!

Gruß

Robco

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