Wie kann man sich an einen Verlag wenden?

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Schreibe deinen Krimi erstmal zu Ende. Danach solltest du etwas Abstand zum Text nehmen und ihn in der Schublade einige Monate ruhen lassen. Wenn die Zeit reif ist, nimmst du dein Manuskript heraus und liest den Text, als würdest du ein normales Buch lesen. Sei genauso kritisch und streiche alles an, dass dir nicht gefällt und mache dir Notizen dazu. Dann überarbeitest du dein Manuskript, formatierst den Text ins Normseitenformat (Standard in der Verlagswelt), schreibst ein Exposé und suchst dir einen professionellen Lektor, der über deinen Text schaut.

Erst wenn das alles gemacht wurde, würde ich mich auf die Suche nach einem Literaturagenten machen. Gehe lieber einen Schritt nach dem Anderen.

Woher ich das weiß:Beruf – Seit einigen Jahren arbeite ich als Buchhändler

Einfach ist es nicht.

Zuersteinmal solltest du dich mit dem Handwerk auskennen, also zum Beispiel damit, wie eine Geschichte aufgebaut ist (Plotten, Wendepunkte etc.), mit Figurenbau und Spannungsbögen, der Relevanz von aktiven Verben, der Varianz in der Inquit-Formel, elegante Dialoge und damit, welche Arten von Adjektiven man besser weglässt, und warum. (Das sind jetzt nur ganz wenige Beispiele).

Dann ist es gut, wenn du schonmal was veröffentlicht hast, zum Beispiel Kurzgeschichten in Zeitschriften oder Anthologien. Wenn du dich bei solchen Ausschreibungen/Wettbewerben bewirbst, siehst du auch, wie gut oder schlecht du im Vergleich zu Anderen bist (wenn du bei 300 Einsendungen unter die 10 kommst, die in die Anthologie aufgenommen werden, ist das schonmal gut).

Du solltest Bücher, die dir selbst gut gefallen, daraufhin analysieren, warum sie dir gefallen, und wie der Autor das hinbekommen hat.

Dann ist es sehr hilfreich, wenn du dich mit anderen Autoren vernetzt - online oder analog. Du solltest Texte ersteinmal von Leuten anschauen lassen, die sich selbst mit dem Schreiben beschäftigen, und von ihrem Feedback lernen.

Du solltest dem Verlag außerdem sagen können, für welche Zielgruppe du schreibst (und nein, "alle, die gerne Krimis lesen" ist keine Zielgruppe).

Du solltest als Autor auch in den sozialen Medien vertreten sein, weil die Verlage heutzutage weniger ein Werk einkaufen als einen Autoren.

Generell solltest du es erstmal bei einem kleineren Verlag versuchen. Aber auf keinen Fall solltest du auf sogenannte "Zuschussverlage" hereinfallen (die bezahlst du selbst).

Schließlich bleibt dir auch noch die Möglichkeit des Self-Publishing.

Ein Zitat von mir, kürzlich hier im gf-forum geschrieben::

"Ich persönlich kenne niemanden, der ohne Agentur einen seriösen Verlag erreicht hat, weil die Meinung der Erstautoren herrscht, man müsse sein Manuskript an einen großen Verlag schicken: In D werden jährlich ca. 100 Tausend neue Bücher verlegt, also landen Millionen Manuskripte auf den Tischen der Lektoren, deshalb ist längst normal nur Manuskript-Auszüge per e-mail zu schicken (Details stehen auf der Homepage der Agenturen). Die Mehrzahl der Einsendungen ist weder lesbar noch marktfähig. Ein großer Teil ist marktfähig wie fade Schlagermusik für Jugendliche und ältere Damen, der geringste Teil ist echte Literatur mit Hirn, also leider eher schwierig verkaufbar!

Der Weg zum geldverdienenden Autor ist eben anders: Du schreibst einen 250 Seiten-Krimi endlich ´mal nicht nur langweilig pervers und blutrünstig, sondern mit ein bisschen mehr Intelligenz, mehr Spannung, mehr Witz, sehr viel Heimatflair (z. B. Klüpfel & Kobr). Du sendest dem Agenten das Erwünschte (siehe Homepage!).

Der Agent ist begeistert, weil er den Marktwert erkennt. Er rät dir, noch irgendetwas im Manuskript für eine größere Zielgruppe zu ändern. Du machst das natürlich, weil der Agent weiß, wovon er spricht.

Der Agent weiß den passenden Verlag zu deinem Krimi, der Verlagslektor freut sich wegen der sehr guten Empfehlung und man bietet dir einen Vertrag an. Man rechnet damit, dass man in einem Jahr deutschlandweit 10 Tausend Bücher verkaufen kann, also erhältst du pauschal "für dieses Jahr" 4´500 € (pro Buch 0,45 €), wenn du bei dem Marketingprogramm mitmachst: Lesungen halten für Unterschriftengabe, mit Bücher verschenken an Literaturkreise, Internet-Blog pflegen usw..

Der Verlag ist erfreut, dass man sogar 20 Tausend Bücher verkaufen konnte, man biete dir an, dass du einen ähnlichen zweiten Krimi in 6 Monaten schreibst, wenn das Manuskript die Prüfung übersteht und du brav zur Werbung gedient hast, erhältst du 10´000 € im Voraus für das zweite Buch, also "für das zweite Jahr." So ist das gemeint: Du arbeitest als professioneller Krimiautor, lieferst jährlich das Buchprodukt mit deinen Werbetätigkeiten ab und dafür wirst du bezahlt. Je mehr verkauft wird, desto mehr Honorar erhältst du JÄHRLICH, nicht monatlich durch den Buchverkaufserlös. Du hast dich finanzamtlich als freiberuflicher Autor angemeldet, dein Honorar zählt zu deinem Einkommen, muss also jährlich versteuert werden."

Man darf natürlich auch Krimis schreiben wie S. Fitzek: Einen habe ich einige Seiten ´mal zum Mitreden gelesen, war mir allerdings viel zu pervers, braucht mein Gehirn wirklich nicht!

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Ich kann dir gerne sagen, wie ich es gemacht habe. Geht einfach und mit geringen Kosten. Wichtig ist, dass du die Sache fertig schreibst. Wenn du Infos brauchst , melde dich

Schreib doch erst einmal fertig.

Dann wirst Du vielleicht eine Leseprobe einreichen dürfen, die abgelehnt werden wird. Hinterher bleibt Dir die Möglichkeit des Selbstverlags.

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