Wie kann man, nur als Gedankenexperiment, das amerikanische Wahlsystem auf die Bundesrepublik anwenden?

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9 Antworten

Nö, demokratisch ist es wahrscheinlich nicht. Aber interessant könnte es werden. Wenn möglicherweise eine einzige Partei dank großer Mehrheiten relativ schnell Gesetzesänderungen usw. umsetzen könnte. Das klingt erstmal nach Effizienz im Politikbetrieb. Allerdings auch eher nach Diktatur light.

Problem ist nur, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass diese Macht dann nicht unbedingt im Sinne des Volkes ausgeübt wird. Deshalb wäre es schon besser, mehrere Parteien und Interessen im Parlament vertreten zu haben.

Nur müssten die dann auch mal ihren politischen Ansichten treu bleiben. Nicht je nach Wählermeinung nach rechts oder links abtriften. Auch wenn es je nach Situation des Landes Wählerstimmen kostet.

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Das System mit den Wahlleuten hat ja eher historische Gründe (weite Strecke, viele Menschen in der Landwirtschaft unabkömmlich, ...)

Der größte faktische Unterschied ist doch - zumindest scheint mir das als Laien so: In Deutschland wählt "Das Volk" den Bundestag (=Legislative, Parlament), dieser wiederum wählt den Kanzler, der dann die Minister ernennt (Exekutive).

In Amerika wählt "das Volk" einmal den Präsidenten selbst, der seine Minister ernennt (Exekutive) und - zeitlich versetzt - den Senat (Legislative, Parlament).
"Das Volk" kann also über Exekutive und Legislative getrennt bestimmen, was ich eigentlich gar nicht mal so dämlich finde.

Der andere große Unterschied ist, dass es kein Verhältniswahlrecht gibt, wodurch kleine Parteien, die nirgends die absolute Mehrheit haben, gar keinen Einfluss mehr bekommen. Das wiederum finde ich am Deutschen System besser...

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Diese müssen dann die Kandidaten der verbliebenen Parteien wählen.

Wie oder wobei "verbleiben" denn Parteien?

Das heißt, es blieben nur die beiden größten Pareien übrig, da die anderen unter den Tisch fallen

Das "unter den Tisch fallen" von Parteien klingt nicht besonders demokratisch.

Ich bin dafür, unser Wahlsystem - obwohl es sicher Schwächen hat - beizubehalten und keinesfalls durch ein wesentlich undemokratischeres  zu ersetzen.

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Wahlmänner/-frauen mögen vieles sein - aber ganz bestimmt nicht demokratisch!

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Kommentar von FuHuFu
14.09.2016, 12:08

Das muss man in der historischen Entwicklung sehen. Die Verfassung und das Wahlrecht der USA sind ja schon fast 250 Jahre alt. Und früher gab es ja kein Internet, kein Fernsehen, kein Radio. Die Präsidentschaftsbewerber hatten keine Möglichkeit, sich allen Wählerinnen und Wählern im Land zu präsentieren. Schließlich mussten damals auch alle Strecken auf dem Pferd zurückgelegt werden. Flugzeuge und Helikopter, die die Bewerber heute benutzen, um von einem Wahlkampfeinsatz zum nächsten zu kommen, gab es ja auch noch nicht.

Deshalb bestimmten die Präsidentschaftskandidaten, ihre Wahlleute für den jeweiligen Staat, die sich dann dort anstelle des richtigen Bewerbers präsentierten und in ihrem Wahlkampf die politischen Ansichten, Ideen und Vorhaben des Präsidentschaftsbewerbers darstellten. Gewählt wurden dann die Wahlleute und erst die Wahlmännerversammlung wählte den Präsidenten.

Uns mag das heute nicht mehr so demokratisch vorkommen. Aber in der Zeit, in der die Regelungen entstanden, waren sie die beste Möglichkeit, Bürger zu informieren und an der Wahl teilnehmen zu lassen.

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Ich meine, du solltest dir erst einmal gründlich das politische System der USA aneignen, bevor du versuchst, unverdaute Aspekte desselben kenntnislos auf die deutschen Verhältnisse zu übertragen. :-)

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Kommentar von Arkesilaos
14.09.2016, 13:22

wenn ich alles wüsste, brauchte ich hier nicht um Rat fragen ;-)

außerdem sind die Gedanken frei bei einem Gedankenexperiment.

Aber so viel eigene Meinung habe ich schon, dass die Wahlsysteme sich nicht übertragen lassen.


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Naja, Demokratie ist es schon, was die Amerikaner da machen, aber warum sollten wir von Demokratie 2.0 auf 1.0 downgraden?

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Gegenfrage, warum sollte man es anwenden, Vorteile bietet es nun mal nicht.

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Mit einer klassischen Demokratie hat das System in den USA eh nichts zu tun.

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Wahlleute MÜSSEN gar nichts !!!

 Es isr wahrscheinlich, daß sie den Kandidaten ihrer Partei unterstützen

Wenn ich an der "Wahlkampf" in USA denke, ist mir der Unsrige lieber !!!!

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Kommentar von Arkesilaos
14.09.2016, 11:06

wie wird jemand Wahlmann/frau eines Bundeslandes? Der muss doch auch Kandidat einer Partei sein. Und wenn er gewählt wird, sollte der den P.-Kandidaten wählen, der seinen Zielen am nächsten kommt.

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Kommentar von FuHuFu
14.09.2016, 11:56

Doch, Wahlleute müssen den Kandidaten wählen, für den sie aufgestellt sind. In vielen Bundesstaaten gibt es Gesetze, wonach Wahlleute bestraft werden, wenn sie ihre Stimme für einen anderen Bewerber abgeben. Allerdings ist richtig, dass bei der Auszählung die "falsch" abgegebene Stimme für den Kandidaten zählt, für den sie abgegeben wurde.

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