Wie kann man muslimische Schüler besser integrieren?

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16 Antworten

Ich verstehe die Frage nicht.

Ein Bekannter von mir ging vor neulich in Pension als Lehrer. Er kam relativ früh an eine Schule wo damals die Mehrheit Kinder waren die nur türkisch konnten. Er konnte diese Sprache nicht. Das Kultusministerium verweigerte einen entsprechenden Sprachkurs. Nun erkläre Du mir mal wie er den Kindern hätte auch nur einen Buchstaben beibringen können wenn keine Verständigung möglich war? Also hat er auf eigene Kosten nach entsprechendem Unterricht gesucht. Als er sich dann verständigen konnte hat er alle Kinder gleich behandelt. Sobald von irgendwo irgendwelcher Protest aufkam hat er erklärt warum dieser in seiner Klasse kein Gehör findet. Er war fähig auf geltendes Recht zu verweisen. Dann gab es von einigen Eltern Protest. Damals war er auf die Idee gekommen den Werkunterricht anders zu gestalten. Er hatte die Idee mit den Kindern gemeinsam einen Motor auseinander zu nehmen, zu reinigen und wieder zusammen zu setzen. Es gab wohl auch deutsche Eltern die der Meinung waren ein Mädchen hat solche Sachen nicht zu lernen. Ihm war egal welche Eltern dagegen waren, er antwortete mit unserer Verfassung. Auf diese Weise gab es keine langen Diskussionen. Die Kinder hatten Spaß und lernten bedeutend mehr als Politik gerne sieht.

Warum komme ich mit diesem wahren Beispiel? Weil die Lehrkraft Schule nicht als Einbahnstraße ansah. Niemals. Das hatte diese Lehrkraft als Kind nicht gelernt und das konnte sie als Lehrkraft nicht leben. Und deshalb kam bei ihm eben auch nie die Frage nach Religion auf wenn es um Klassenfahrt oder Schwimmunterricht ging. Die Türkei hat viel Wasser um sich rum. Und es fließt eine Menge durch sie hindurch. Wer da schwimmen kann ist klar im Vorteil. Das verstehen auch Muslime. Und wenn dann so eine Lehrkraft auch noch mit einem Grundgesetz kommt, dieses übersetzen kann, dann spielt für den gemeinen Moslem sein Glaube erst mal gar keine Rolle. Denn er ist hier in diesem Staat und richtet sich also nach dem hier geltenden Verfassungsrecht.

Es wäre übrigens mehr als wünschenswert wenn sich mehr Deutsche für ihre eigene Verfassung mal interessieren würden. Das fängt mit Lesen an, geht über in den Alltag integrieren bis hin sie verteidigen wenn mal wieder daran herum gestümpert wird. Was durchaus öfter vorkommt als sich manche Dumpfbacken in ihrem politischen Tiefschlaf so einbilden.

Ganz einfach wie in manchen skandinavischen Ländern.

Jeder muss an sowas teilnehmen und wer es nicht macht bekommt Strafen (Kindergeld-Kürzung, Strafzahlungen usw.)

Ein nicht muslimisches Kind wird ja auch nicht gefragt ob es oder die Eltern das wollen oder nicht.

Wenn wirklich jeder gleich behandelt wird, werden die muslimischen Kiner nicht automatisch ausgegrenzt, da sie eben wie alle anderen auch sind.

Ich würde auch bei den Eltern ansetzen. Elternabende, wo die Eltern sich kennenlernen können, wo solche Fahrten vorgestellt werden können etc.

Das ist recht schwer. Viele muslimische Familien verbieten es den Kindern an solchen Veranstaltungen mitzumachen, auch wenn das Kind wollen würde. Meine persönliche Erfahrung zeigte, dass je jünger das Kind, desto mehr darf es an solchen Veranstaltungen teilnehmen (z.B. Klassenfahrt). Aber ob die Eltern da etwas lockerer sind oder nicht, kann der Lehrer nicht beeinflussen. Als Lehrer sollte man besonders drauf achten, dass das muslimische Kind dennoch toleriert und respektiert wird. Zum Schwimm-/Sportunterricht wäre eine Möglichkeit, dass die Schule die Kurse nach Geschlecht teilt und dafür sorgt, dass die Sporthalle nur von weiblichen Schülern/Lehrern betreten wird in dieser Zeit. Aber da müssen viele Faktoren zusammenwirken. Aus Zufall hatten wir mal so einen Kurs. Eine weibliche Lehrerin und einen Kurs lediglich aus Mädchen bestehend. Das muslimische Mädchen konnte daher ihr Kopftuch abnehmen und sich ähnlich kleiden, wie wir.

Ich denke, dass das nicht möglich ist, da Integration eine Holschuld ist, die von den Migranten zu erfüllen ist. Voraussetzung ist aber, dass von den Einheimischen eine Wohlwollende Haltung den Migranten entgegengebracht wird.

Integration ist KEINE EINBAHNSTRAßE. Das muss Dir nicht gefallen. Es ist einfach so. Eine rein wohlwollende Haltung alleine reicht nicht. Es muss auch schon die Bereitschaft vorhanden sein sich miteinander auszutauschen, Interesse am Gegenüber zu zeigen, vorleben zu wollen wie bei uns angebliche Sitten und Gebräuche so sind. Angebliche deshalb weil sie durchaus von Gegend zu Gegend und von sozialer Schicht, gesellschaftlicher Zugehörigkeit sehr unterschiedlich sind.

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Die Eltern ins Boot holen, indem man ihnen bspw. anbietet, am ersten Tag mit in die Herberge zu kommen, sich alles anzusehen. Mir wurde gesagt, dass Klassenfahrten für viele Muslime fremd sind, weil sie es selbst nicht erfahren haben und es unüblich ist, Kinder auf Fahrten mitzuschicken.

Teilhaben und kennenlernen lassen.

Die Eltern "ins Boot"holen ist meiner Meinung nach zu einfach gedacht. - In den allermeisten Fällen sind es ja gerade die Eltern, welche durch ihre religiös-kulturelle und konservative Einstellung die Kinder in ihren Aktivitäten blockieren. Dabei helfen auch Informationsabende vor Klassenfahrten nicht weiter. Die Eltern "bocken" ganz einfach, weil angeblich "Allah" so was nicht will und ganz besonders bei Mädchen nicht.

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@homme

Und dies, obwohl die meisten von ihnen auch schon hier aufgewachsen sind - und z.T. besser Deutsch sprechen als ihre Kinder...

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@homme

@homme

Und deshalb lässt Du sie einfach gleich außen vor?
Wo sollte man denn Deiner Meinung nach ansetzen? Klassenfahrtverpflichtung? Mit dem Schulamt und der Polizei drohen?

Gerade weil es die Eltern sind, die blockieren, muss ich bei ihnen ansetzen. Und nein, da denke ich nicht an Elternabende, da ist eh nur der engagierte Teil der Eltern da, während die, für die der Abend gedacht ist, gar nicht erst da sind, weil es sie ja eh nicht betrifft.
Ich denke an ein persönliches Gespräch mit den Eltern, auch mehreren Gesprächen, vielleicht auch bei ihnen zu Hause. Die Gastfreundschaft ist oft legendär. Es ist der Familie eine Ehre, bewirten zu dürfen. Und so fängt es damit an, dass ich mich für die andere Kultur echt interessiert zeige und ich zeige, dass mir das Kind samt seinen Eltern wichtig ist - und zwar von Anfang an und nicht erst in der Woche vor der Klassenfahrt. Es muss eine Beziehung da sein zu den Eltern, nicht nur zum Kind. Ich merke doch, wenn es eigentlich gar keinen Kontakt zu Eltern gibt - und da gehe ich auf die Eltern zu.

Aber es ist natürlich viel leichter zu sagen, dass die Eltern ja sowieso " ganz einfach bocken, weil angeblich Allah sowas nicht will und ganz besonders bei Mädchen nicht".

Weißt Du was? Dein letzter Satz spricht Bände. Und den finde ich auch nicht besonders christlich gedacht. Ich empfehle Dir ein interkulturelles Training. Da lernt man ganz schnell, seine selbst angefertigten Theorien (in dem Fall: Bockigkeit) zu hinterfragen, sich in andere wirklich hineinzuversetzen und die eigenen Ansichten außen vor zu lassen, um den anderen erstmal zu verstehen. Denn was kann noch dahinter stecken: Unsicherheit, Unwissen, Angst, Fremdheitsgefühl, Überforderung... Interkulturelle Kompetenz bedeutet, sich seiner eigenen Kulturalität bewusst zu sein, offen dem anderen Menschen zu begegnen und seinen Vorurteilen (die jeder Mensch hat!) den Absolutheitsanspruch zu nehmen.

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@LolleFee

@LolleFee

Auch an dieser Stelle wieder meine Kritik an deinen Kommentaren:

Du solltest dir abgewöhnen, relativ wertneutrale Antworten durch eigene negative Gedankenschlüsse neu zu interpretieren und so den Verfasser in ein schiefes "Licht" zu stellen!

Vielleicht habe ich ja mehr "praktische" Erfahrung mit anderen Kulturen und den Situationen an Schulen, als du glaubst.

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wir sollten von Luxemburg lernen, die Vorschulerziehung ab vier Jahre ist dort seit 1992 verpflichtend!

  • In dem Alter gehen Kinder noch sehr unbeschwert mit einander um, dies dient bestimmt ihren Wunsch auch weiterhin immer zur Gemeinschaft zu gehören.* Zudem hätte das den Vorteil Bio-Deutsche- Kinder aus den: Bildungsfernen Umfeld bessere Startbedingungen zu bieten.

Und was wenn dann später in der Pubertät plötzlich ihre konservativen Eltern Gebrauch von ihren traditionellen Bräuchen und Zwängen machen?

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@homme

Dann werden wir diese Kinder genau so stärken und schützen, wie die 40zig Kinder, die unter Polizeischutz ihren Eltern, Mitglieder der christlichen 12 Stämme, weggenommen wurden und in Pflegefam. oder Einrichtung des JA liebevoll betreut werden..

Die Eltern werden genau ( je nach Straftat) wie schon 2 der Mütter bestraft werden.. in dem eben geschilderten Fall hat eine Mutter 6 Monate , die andere 12 Monate auf Bewährung erhalten..

unsere Gesetze sind gut, wir müssen die nur anwenden :))

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Moin,

Ich denke, dass das einfach Zeit braucht. Der Islam mag vielleicht nicht zu Deutschland gehören, jedoch gehören die Muslime zur Gesellschaft. Ich habe die Erfahrung in den Praktika gemacht, dass wenn man einfach alle gleich behandelt, es auch wenig Schwierigkeiten gibt. Eine Religion muss man nicht in jeder Situation zum Thema machen.

Ich denke an der Schule darf wieder ein Maß an Mitgefühl und Strenge herrschen, indem Lehrer nicht von außen entmündigt werden dürfen bei jedem kleinen Pups.. Sprich: Lehrer sagt Sport, sagt Schüler Sport... Grad im Schwimmunterricht ist es höchstens eine Fleißarbeit den Ganzkörperschwimmanzug für muslimische Mädchen anzuziehen... mehr aber auch nicht.. Deshalb muss man sich dafür keinen Schein holen.

In meinem Bundesland gibt es z.B. keinen konfessionellen Religionsunterricht, sondern ein Unterricht für alle, wo man gegenseitig etwas voneinander lernen kann. Das finde ich ganz wichtig. Trennt man die Kinder, trennt man auf längere Sicht weiter die Gesellschaft, weil sich ein bestimmter Teil ausgeschlossen fühlt.

Wie genau meinst du das? Kommt zb auf die klassenfahrt an, schwimmen muss nicht jeder, und klassenfahrten, nicht jeder, egal welche religion, kann es sich leisten oder darf weit weg fahren, ich verstehe nicht genau , wo ein lehrer die schüler intergrieren soll

mit den Eltern reden

teilweise dürfen die Kinder / Jugendlichen von den Eltern aus nicht teilnehmen

Zu deiner Frage gibt es keine Lösung, solange die Schüler unter dem religiösen "Diktat" und kulturellen Einfluss ihrer Eltern stehen. - Erst wenn sie selbst in der Lage sind, sich dagegen aufzulehnen, ist Besserung in Sicht.

Die Ansprache von Lehrern mag da gelegentlich etwas bewirken, aber generell reden sie gegen die "Wand", wenn die Eltern uneinsichtig sind.

Unglaublich, dass diese Antwort ganz oben steht!

Wer mit so einer Einstellung in ein Elterngespräch gehe ("bringt ja nix, die Schüler stehen ja sowieso unter dem religiösen "Diktat" und kulturellen Einfluss ihrer Eltern"), der braucht sich nicht zu wundern, dass er gegen eine Wand redet!

Wie gesagt: Ich empfehle Dir ein interkulturelles Training und vielen anderen hier auch. Der IST-Zustand ist kein MUSS-Zustand und erst recht kein SOLL-Zustand. Ntaürlich ist Integration keine Einbahnstraße - aber einer muss den ersten Schritt machen. Warum nicht ich? Warum der andere?

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@LolleFee
Unglaublich, dass diese Antwort ganz oben steht!

Du solltest dir abgewöhnen relativ wertneutrale Antworten durch eigene negative Gedankenschlüsse neu zu interpretieren und so den Verfasser in ein schiefes "Licht" zu stellen!

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Erst mal repektieren, wenn sie etwas nicht wollen. Dann, falls möglich, mit ihnen Fußballspielen

Man muss ihnen zeigen, dass sie ein teil der Gemeinschaft sind. Dazu müssen aber die Klassenkameraden überzeugt werden, das der Schüler zu deren Gemeinschaft gehört, sodass die Mitschüler mithelfen können, den Schüler zu integrieren.

LG Jack

Sehr schwer zu sagen, die die ich kenne, wollen sich garnicht integrieren.

Solange sie es nicht wollen kann man da gar nichts besser machen, sie haben immerhin genauso eine Meinungsfreiheit. Und wieso eigentlich das Stichwort "Christentum" steht in deiner Frage integrieren für konvertieren oder wieso ist das so?

Das ist nicht möglich da es im Islam verboten ist gemischt schwimmen zu gehen. Da kannst du nichts dran ändern.

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