Wie kann man mehrere Betriebssysteme auf einem Computer installieren?

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2 Antworten

Es ist prinzipiell möglich mehrere Betriebssysteme auf einer physikalischen Festplatte zu installieren. Jedoch ist dann bei der Installation der Betriebssysteme folgende Reihenfolge des Vorgehens einzuhalten:

1. Persönliche wichtige Daten sichern (zum Beispiel auf einen USB-Daten-Stick)

2. Festplatte von allen darauf befindlichen Partitionen befreien (das führt zu einem kompletten Datenverlust. Auch zum Verlust einer eventuell vorhandenen versteckten Recovery-Partition)

3. Festplatte neu partitionieren (wie genau hängt von der Anzahl und der Art der Betriebssysteme ab, welche installiert werden sollen)

4. Die älteren Windows-Versionen ZUERST installieren und erst DANACH die neueren, bis hin zum Aktuellsten.

5. Zum Schluss einen Bootmanager oder zwei (dann kaskadierte) Bootmanager installieren (kaskadierte Bootmanager nur für den Fall, falls mehrere neuere Windows-Versionen ab Vista UND Linux installiert werden sollen.

Mein Partionierungsvorschlag für ein Super-Multibootsystem mit Windows XP, Windows Vista, Windows 7, Windows 8, Windows 10 und Linux sieht folgendermaßen aus.

Erste Primärpartition: 512 MB Ext2 (Linux Bootpartition)

Zweite Primärpartition 16 GB NTFS für Windows XP

Dritte Primärpartition: 64 GB NTFS für Windows Vista und Ort des Bootloaders für Vista und neuere Versionen von Windows als Vista und Vista selbst

Vierte Primärpartition -> Erweiterte Partition (der Rest der verbleibenden Kapazität der Festplatte)

Erste logische Partition: 64 GB NTFS für Windows 7

Zweite logische Partition: 64 GB NTFS für Windows 8

Dritte Logische Partition: 64 GB NTFS für Windows 10

Vierte und fünfte Logische Partition: jeweils eine NTFS-Partition zum Speichern von Dateien größer als 4 GB von Windows aus UND eine FAT-32-Partition für andere Dateien kleiner 4 GB, um auch von älteren Linux-versionen aus sicheren Schreibzugriff auf von unter Windows und Linux gemeinsam genutzten Dateien zu haben.

Sechste logische Partition: zirka 10 GB ReiserFS oder Ext3 als Linux /Home Partition

Siebte Logische Partition: zirka 32 GB ReiserFS oder Ext3 als Linux / "Root" Partition.

Achte Logische Partition: Linux Swap Partition (zirka 8 bis 64 GB, jedoch NICHT kleiner als der verbaute RAM)

Nach der Partionionierung setzt man die zweite Primärpartition als aktiv und installiert Windows XP.

Danach versteckt man diese (Windows XP) Partition mit einem Partitionierungsprogramm, das man bestenfalls von CD bootet.

Dann setzt man die dritte Primärpartition für Windows Vista aktiv und installiert dort Windows Vista.

Danach geht es weiter mit der Installation von Windows 7, Windows 8 und Windows 10 von der älteren bis zur neuesten Version. Da die Windows XP Partition nun versteckt ist, bleibt sie und Windows XP bis zum "letzten Schliff" nicht nutzbar.

Während bzw. nach der Installationen von Windows 7, Windows 8 und Windows 10 MUSS man zwingend jedes mal den Windows Bootloader von der grafischen und per Maus bedienbaren Metro-Version auf die klassische Version (nur über Tastatur bedienbar, sowie DOS-Style) umstellen. Sonst gibt es unter Umständen Probleme mit dem kaskadierten Bootmanagern, weil die Metro-Version einen Rückfall zum Warmstart des Computers herbeiführt, falls man ein anderes als das im Metro-bootloader als Standard festgelegte Windows booten will. In Verbindung mit zum Beispiel GRUB (Linux Bootloader) führt dies schnell zu einer unbeabsichtigten suboptimalen (endlosen) Schleife beim Booten.

Zu guter Vorletzt installiert man Linux und installiert den Linux-Bootloader und Bootmanager in die erste Primärpartition.

Zum Schluss bootet man nochmal sein Partitionierungsprogramm und macht die versteckte Windows XP Partition wieder sichtbar.

Nun hat man nach dem Start des PC zuerst den Linux-Bootmanager (GRUB) vor sich und hat die Auswahl zwischen Linux, oder Windows XP, oder den anderen neueren Windows Versionen (Vista, 7, 8, 10) GEMEINSAM. Wenn man nun Windows Vista oder ein neueres Windows booten möchte, so wählt man den gemeinsamen Eintrag für diese neueren Windows Versionen. Sodann gibt GRUB die Regie an den BCD-Bootloader von den neueren Windows Versionen (ab Vista) ab. Nun muss man in einem zweiten Schritt das zu booten gewünschte Windows wählen.

Es ist übrigens mit etwas (viel) "Handarbeit" auch möglich mittels des offiziellen Programms BCDedit von Microsoft das Windows XP auch nochmal mit in diese Liste des BCD-Bootmanagers zu packen. Außerdem kann man damit einen Eintrag, der eventuell nur mit "Ältere Windows-Version" betitelt ist, einen eindeutigeren Namen geben.

Der BCD-Bootloader bringt übrigens einen ziemlich guten Vorteil mit sich: Falls das zuletzt gestartete Windows in den Ruhezustand (S5 "Suspend to Disk") gegangen ist oder dort hinein versetzt wurde, so merkt sich der BCD-Bootloader dies und setzt das zuletzt aktive Windows automatisch fort ohne ein Bootmenü anzuzeigen.

Ich empfehle im nach dem Einschalten zuerst gestarteten GRUB die Sammlung der neueren Windows Versionen über den kaskadierten Windows BCD-Bootloader als Standard festzulegen (Falls nach einem Timeout etwas standardmäßig gestartet werden soll). So hat man ohne große Probleme relativ schnell die zuletzt genutzte Windows Version wieder einsatzbereit, falls der PC vorher im Ruhezustand war.

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Wenn das Laptop 2 Festplatten oder 2 Partitionen hat, geht das leicht. Wenns aber nur eine hat, kommst du um eine Neuinstallation von Win7 und Win8 nicht rum.

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Kommentar von Snowfire01
05.11.2015, 13:36

hat zwei Partitionen

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