Wie kann man mehr Phantasie erlernen und sich in Bildhafter Sprache üben?

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Fantasie ist eine sogenannte "kognitive" Fähigkeit, das heißt, es ist eine spezielle Gehirn-Leistung, die zu den verschiedenen Bereichen der Intelligenz gezählt wird.

Fantasie ist auch ein wenig abhängig von Veranlagung bzw. Begabung, diese sollte schon im frühen Kindesalter täglich gefördert werden, damit sie "aufblühen" kann. Kinder, deren Fantasie nicht gefördert wurde und die in einem Umfeld aufwachsen, das sich nicht anregend auf die Fantasie auswirkt, zeigen als Erwachsene hier einen Mangel. Fantasie ist aber z.B. nötig, wenn man komplizierte Probleme lösen muss, egal in welchem Bereich - und auch, um brauchbare Lernmethoden für sich zu entwickeln, um sich in andere Menschen einzufühlen oder sich selbst kritisch und aus einer inneren Distanz heraus zu reflektieren.

Eine bereits vorhandene, gut ausgeprägte Fantasie kannst Du natürlich in jedem Alter noch fördern! Eine fantasievolle, bilderreiche Sprache entwickelt sich, wenn man viele Bücher liest, in denen die Schilderungen detailreich und differenziert sind. Oft findet man dies bei ironisch und witzig geschriebenen Büchern, aber auch im Fantasy-Bereich, da hier unbekannte, ungewöhnliche und extreme Dinge, Personen und Gegenden beschrieben werden - was natürlich auch eine entsprechend "bewegliche" und flexible Sprache erfordert.

Schauspielschüler absolvieren ein regelrechtes Training: Sie erfinden z.B. für alle möglichen Wörter Ersatzbegriffe, die die selbe Sache beschreiben. Wenn man das eine Zeit lang macht, kann man feststellen, wie flexibel und fähig man wird, blitzschnell alternative Wortschöpfungen für vertraute Wörter zu finden.

Fantasie hat auch mit Wahrnehmung zu tun, denn beides fördert sich gegenseitig: Fantasievolle Menschen nehmen mehr auf, "bemerken" also auch mehr Details, Nebensächlichkeiten, Besonderheiten. Und wer einen Blick für diese Dinge erhält, hat dann auch gleich eine umfassendere Fantasie abrufbar bereit, da er trainiert hat, auf alles gleichzeitig zu achten und beim Hinsehen oder Zuhören nicht zu früh und zu stark zu "selektieren", d.h., scheinbar Nebensächliches auszublenden.

Wahrnehmungsübungen kann man überall machen: Sieh Dir einmal ganz genau und ausschließlich die Farben in deiner Umgebung an und bestimme sie, dann höre nur noch auf den Inhalt von Gesagtem, z.B. auf dem Bahnhof, im Wartezimmer einer Arztpraxis oder im Bus - man kann auch bewegte Dinge beobachten (wie genau weht eine Tüte über den Marktplatz?) und das Beobachtete dann möglichst passend in Worte kleiden - oder sich Veränderungen vorstellen, die eigentlich unmöglich sind: Dass sich z.B. ein Auto an der Ampel auf den Rücken dreht und so weiterfährt oder dass die Nachbarin ein Allien ist.

Auch Schreiben hilft hier, die geübten Dinge anzuwenden! Schreibe einen schlichten Text und fülle ihn dann nachträglich mit zusätzlichen Worten, die die Sache, den Vorgang, die Stimmung etc. noch genauer und detailreicher beschreiben. Jedes Nomen und jedes Verb könnte dann mit zusätzlichen Begriffen und Umschreibungen "aufgefüllt" werden.

Suche Dir einen Autoren, der "blumig" schreibt und nimm ihm jeden Satz auseinander, untersuche, wie er oder sie die Dinge benennt und an Beschreibungen herangeht. Nimm einen beliebigen Satz aus einem schlicht geschriebenen Text und versuche ihn nach diesem Muster zu "bereichern", bis er "aufgeblüht" ist! Viel Spaß und guten Erfolg!

Also, ich finde es echt cool von dir, dass du dir solche Gedanken darum machst! :D Lies viel, Filme schauen hilft eher weniger, weil du dir dabei nichts mehr vorstellen musst. Aber wenn du danach noch weiter über den Film fantasierst, also neue Szenen dazu erfindest oder dir eine Fortsetzung ausdenkst, tust du auch wiederum etwas für deine Fantasie.

Du kannst auch Basteln, Malen usw. Dafür kannst du dich auch von einer Zeichnung inspirieren lassen, du musst nicht sofort etwas Kompliziertes aus dem Kopf machen. Du kannst dir einfach eine Zeichnung anschauen, sie abzeichnen und nich andere Sachen dazuerfinden usw.

Was ich auch gerne mache, ist das Zweckentfremden von Gegenständen; Überlege dir, was kann man mit einer Pfanne alles machen? Du kannst dir auch überlegen, als was sie dienen könnte, wenn sie grösser, kleiner wäre, aus einem anderen Material bestehen würde...

Was Fantasie dann nicht so fördert, wäre das Konsumieren von Inhalten. Ich würde also auch weniger am Handy sein. Man kann sich im Internet schon von Zeichnungen inspirieren lassen, aber dann empfiehlt es sich, nur gezielt danach zu suchen und sich nicht auf Ablenkungen zu konzentrieren. 

Ich finde es auf jeden Fall cool, dass du das machst, bleib dabei! Und viel Erfolg! 😊🍀👍🏼

Wenn du mehr Phantasie haben willst , dann ließ Bücher , die regen die Vorstellungskraft ungemein an . Jetzt brauchst du nur noch ne Kiste ... :)

Eine Kiste wofür? :-)

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ich bin der meinung phantasie kann man nicht lernen es ist etwas was im Menschen verankert ist und mehr oder weniger vorhanden ist.

Das ist beinahe vollständig richtig, denn die Weichen für die Fantasie werden in der Kindheit bereits komplett gestellt. Wer mit 18 dann kaum eine nennenswerte Fantsie hat, dem ist nur sehr begrenzt zu helfen, bzw. der muss die fehlende Fantasie dann irgendwie mit Hilfe anderer Bereiche der Intelligenz ausgleichen.

Aber wenn bereits Fantasie vorhanden ist, die aber bisher nicht unbedingt sehr angesprochen wurde, dann kann man sie gezielt "erwecken" und fördern, da es eine Gehirnleistung ist. Allein die Beschäftigung mit fantasieanregenden Themen und Dingen kann hier schon die Fantasie auf Dauer stärken.

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Da hilft es nur gute Bücher zu lesen ;)

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