Wie kann man Mathematik und Physik für Schüler attraktiver machen?

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14 Antworten

Gute und schlechte Lehrer mal dahingestellt.

Solange die Gesellschaft nicht den Wert der Naturwissenschaften auch in der Schule erkennt und so behandelt, (und Leute wie Schwanitz (Bildung) Bücher schreiben,) fehlt eine Grundoffenheit und Motivation für Naturwis die durch attraktiven Unterricht kaum wettzumachen ist. Zitat anonymer Eltern: " Ach Mathe konnte ich in der Schule auch nicht und ich habs auch geschafft"

Als Tipp dennoch: Wenn man selbst mit Freude und Begeisterung dabei ist kommt auch bei den Schülern was an!!

Exakt ist die Frage: Wie kann der Lehrer/ die Lehrerin den Mathematik- und Physikuntwerricht attraktiver machen? Da gibt es insbesondere in Mathematik den Unterschied zwischen Schulmathematik, wie sie meistens unterrichtet und geprüft(!) wird, und der Angewandten Mathematik zu beachten. In der Schule lässt der Stoffplan und das darauf fußende Abitur wenig Luft, die Bedeutung der Mathematik in den angewandten Wissenschaften überzeugend zu zeigen - schöne Videos (etwa zu "vierdimensionalen Körpern") sind zwar attraktiv, überzeugen aber nicht davon, sich Algorithmen für's Abi einzupauken. Physik kann man m.E. durch Experimente attraktiv machen.

Ich bin da ganz anderer Meinung als die meisten von euch!

In der Schule lernt man leider nur die "Butterbrotmathematik". Im Vordergrund stehen dabei praktische Aufgaben, die gelöst werden müssen, indem man irgendwelche auswendig gelernten Formeln zum x-ten Mal anwendet. Das, was man als angehender Ingenieur oder Wirtschaftsmathematiker eben wissen muss. Total zum Gähnen! Da habe ich volles Verständnis, wenn bei den Schülerinnen und Schülern keine Begeisterung aufkommt.

Interessant wird es doch erst dann, wenn die Mathematik anfängt, neue Denkhorizonte zu erschliessen. Z.B. wenn man sich mit den axiomatischen Grundlagen der Mathematik beschäftigt und sich fragt, was wäre, wenn man dieses oder jenes Axiom ändern oder wegnehmen würde.

Klar, dass man zuerst mal die duale Logik, die reellen Zahlen und die Euklidsche Geometrie verstehen sollte. Aber es lohnt sich, die eingetretenen Pfade auch mal zu verlassen und sich mit etwas abgehobeneren Themen wie Mengentheorie, Zahlentheorie, Topologie oder nicht-euklidscher Geometrie auseinanderzusetzen. Und mit diesem Wagnis kann man durchaus schon in der Mittelstufe beginnen.

Jedenfalls danke ich es meinem Mittelstufenmathelehrer noch heute, dass er unsere Phantasie immer wieder mit Themen angeregt hat, die weit über den langweiligen Lehrplan hinausgingen.

Unterricht praxisnaher gestalten. In Physik klappt das ja zum Teil, in Mathe versteht meist keiner, warum bestimmte Themen später mal wichtig sein könnten.

Außerdem bauen die Lehrer auch häufig so ein "Angstding" auf a la "wer das dieses Schuljahr nicht lernt, kommt in den nächsten Jahren gar nicht mehr zurecht". Meine Schwester (9. Klasse) hat so eine Angst vor der Mathe- und Physik-Lehrerin, weil die so einen Druck aufbaut, dass schon gleich gar nichts geht. Finde ich schade, denn eigentlich ist doch alles halb so wild: hat man es verstanden, kann man sich die lästige Lernerei ersparen (anders als in Fremdsprachen).

Schüler müssten die Hauptfakten eines Themas vom Lehrern verklickert bekommen und sich dann die schwerpunkte selbst erarbeiten, die ergebnisse dann als gruppe vergleichen und gezielt fragen. so ist die Arbeit im unterricht viel intensiver und attraktiver. Das ganz dann wie johndorian schon gesagt hat sehr anschaulich gestalten. wäre evt. eine alternative

weckmannu 22.12.2007, 11:17

typisch Deutsch: .. "die Schüler sollen sichs erarbeiten". Wie wärs, wenn die Lehrer erst mal versuchen würden, die Sache interessant darzustellen. Bin übrigens Physiker

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Lasher 22.12.2007, 13:16
@weckmannu

hast doch recht, ist nichts dagegen einzuwenden. Kann man ja im Vorfeld machen.

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Mit Modellen, Zeichnungen, Filmen, kleineren Geschichten wie es zB zu der jeweiligen Reaktion (in Physik) gekommen ist. Eventuell auch Ausflüge in Museen, das ist spannender als alles immer nur in der Schule durchzunehmen!

Deine Frage ist sehr berechtigt.

Wenn ich mir mal ansehe, wie heute Mathematik schon in der Grundschule gelehrt wird, dann wundert mich die Abneigung der lieben Kleinen allerdings kaum.

Da wird etwas erklärt, aber es wird praktisch gar nicht mehr geübt, sodass nie ein Gefühl der Sicherheit entstehen kann.

Es werden auch für ein Problem fünf verschiedene Rechenwege erklärt, ohne deutlich zu machen, was die jeweiligen Vor- und Nachteile sind, sodass die lieben Kleinen einfach mit Theorien erschlagen werden - und das schon in der Grundschule!

Und wenn hier schon eine Angst oder Abneigung gezüchtet wird, wie soll das dann später plötzlich besser werden, wenn es naturgemäss wirklich theoretisch wird?

Und wie sollen die Kinder Physik lieben lernen, wenn sie die Mathematik hassen, ohne die zumindest die höhere Physik unverständlich bleiben muss?

Leider hattest Du vergessen, die Informatik zu erwähnen, mit der sich zwar fast alle jungen Menschen beschäftigen, von denen sie aber trotzdem überwiegend keine Ahnung haben, weil sie meist ausschliesslich Texte schreiben, im Internet recherchieren, CDs brennen und Spiele spielen, den Rechner also zwar intensiv nutzen, aber nicht in der Lage sind, auch nur ein simples Programm selbst zu erstellen.

Selbst die "Freaks", die ein Informatikstudium beginnen, werfen ja zu mehr als 50% nach kurzer Zeit das Handtuch - also eine sehr hohe Abbrecherquote.

Niklaus 22.12.2007, 14:28

Mein volle Zustimmung für Deine Antwort. DH

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Edgar, Mathematik ist etwas schwierig. Aber bei Physik hast du doch alle Möglichkeiten für interessante Labor-Versuche offen (sieh dir mal die Fernseh-Sendungen "Knoff-Hoff" oder jetzt die neue mit Eligmann/Boning an). Man muss es halt nur interessant "rüberbringen". Und aus den physikalischen Experimenten ergeben sich oft mathematische Erklärungen. Ich glaube, es fehlt eher an den Lehrern, die diesen Stoff zeitgemäss verpacken können.

Niklaus 22.12.2007, 09:29

Ja da hast du recht, dann müssten die Kids aber solche Sendungen auch schauen und nicht DSDS oder Verliebt in Berlin oder so ein Sche....

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In der Physik auf jeden Fall mit Modellen arbeiten, kam bei uns Schülern immer gut an und man lernt schneller wenn man sich ein Bild von etwas machen kann ;-)

wenn die schule die mittel hat versuch es mit feldforschung. der praxisnahe unterricht ist immer der interessanteste. schließlich ist mathe und physik in der natur reichlich vorhanden

Den Kindern fehlen einfach brauchbare Beispiele aus der Wirklichkeit.

Oft wird man von Schülern daher gefragt: "Wofür braucht man den Scheiß eigentlich?"

Wenn die Kinder den Bezug zur Realität nicht vermittelt bekommen, ist Ihr Interesse an der Thematik auch sehr viel niedriger.

Ich bemühe mich daher immer auch genug Beispiele aus der Praxis einfließen zu lassen.

Der Vorschlag mit Modellen geht ja genau in die gleiche Richtung. Modelle sollen ja die Wirklichkeit abbilden.

Niklaus 22.12.2007, 00:08

Du bist offensichtlich ein guter Lehrer. DH

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Da bin ich allerdings ganz anderer Meinung! Wir sollten unsere Kinder lernen, wie man ordentlich miteinander umgeht! Gruss Solf

sender 21.12.2007, 23:47

Das hat er schön gesagt.

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sender 22.12.2007, 00:22
@solf1

Ja. Den hatte ich gemeint. Man muss auch gönnen können.

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weckmannu 22.12.2007, 11:14
@sender

so schön auch wieder nicht. Es müßte eigentlich heißen ".. unsere Kinder lehren". Aber das hat @sender in unseren Schulen wohl nicht gelernt

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DieAnke1964 21.12.2007, 23:49

da hast du wohl recht, aber deine antwort ist etwas unpassend, auf jedenfall was diese frage betrifft

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Niklaus 21.12.2007, 23:49

Das ist sicherlich auch richtig, aber dafür kannst du dir keine Scheibe Brot kaufen.

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Eastside 21.12.2007, 23:52
@Niklaus

@Edgar: ich denke aber auch, daß du das etwas einseitig siehst!

Hört sich ja so an, als ob nur Ingenieure die Wirtschaft am Leben erhalten würden?^^

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sender 21.12.2007, 23:58
@Eastside

Das sieht nicht nur Edgar so. Das ist so.

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Niklaus 22.12.2007, 00:00
@Eastside

@Eastside: Nein so will ich das nicht verstanden wissen. Ich meine nur, dass wir in unserem rohstoffarmen Land auf eine Wertschöpfung in Form von hightech Produkten angewiesen sind um überhaupt zu überleben. Es sind nicht nur die Ingenieure die dafür sorgen, aber sie sind vorwiegend in der Entwicklung und der Produktion eingesetzt. Natürlich brauchen auch alle anderen technischen Berufe die beiden Fächer Mathe und Physik. Die Gurus, die immer von einer Dienstleistungsgesellschaft reden, sind doch Phantasten. Wir können uns doch nicht alle gegenseitig massieren. Da entsteht keine Wertschöpfung.

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Sarge 22.12.2007, 11:14
@sender

Stellt euch mal vor es gäb in Deutschland keine Ingenieure... Gute Nacht Konjunktur...

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Das stimmt auch wieder! Was ist nur aus unserer Gesellschaft geworden!

mein physiklehrer trug folgende tshirts: "mathe macht sexy" "physik macht sexy"

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