Wie kann man lernen den Konsumwahn zu wiederstehen?

7 Antworten

  • Der beste Weg ist vernunftorientiertes Handeln, also Kontrolle der Gefühle, Kontrolle der spontanen Impulse und wohlüberlegtes Handeln. Im allgemeinen hilft es, nie spontan Dinge zu kaufen, sondern immer eine Nacht darüber zu schlafen und genau nachzudenken, wozu und warum man sie brauchen könnte und ob ihr Nutzen oder Wert in einem angemessenen Verhältnis zum Preis steht.
  • Konsum ist völlig in Ordnung, solange der Nutzen oder Lustgewinn in einem angemessenen Verhältnis zum Preis und zu den eigenen Möglichkeiten, also dem Vermögen und Verdienst, steht. Ob Konsum nun Sachen oder Dienstleistungen oder Freizeitangebote betrifft, ist dabei egal. Bei Freizeitangeboten ist das Geld im allgemeinen sogar schneller weg, man merkt es nur nicht so, weil sie hinterher nicht rumliegen. Ob man im Einzelfall aber soviel Spaß und Lust aus der Ausgabe gezogen hat, ist auch nicht klar beurteilbar. Sinnvoller sind solche Ausgaben deswegen aber noch lange nicht. Im Gegenteil finde ich, dass gerade Freizeitangebote häufig überteuert sind und auf spontane Konsumlust setzen und den wichtigeren Teil des "Konsumwahns" darstellen, den Du in der Titelfrage erwähnst.
  • Das Argument mit den Arbeitsplätzen kannst Du völlig vergessen. Der Konsument ist nicht dafür da, Geld auszugeben, damit andere davon leben können. Das ist falsch herum aufgezäumt. Im Gegenteil arbeitet man selbst, damit man sich die Dinge leisten kann, die man benötigt oder wünscht. Der andere muss also Dienstleistungen oder Produkte anbieten, die man selbst benötigt. Der Kunde ist König. Nicht der Anbieter. Auch wir selbst müssen Fähigkeiten, Kompetenzen, Eignung haben, um etwas anbieten zu können, wofür andere bereit sind Geld auszugeben, d.h. wofür sie bereits sind zu arbeiten.

Dem Konsumwahn kann man schon widerstehen, in dem man nicht glaubt, dass man jeden Mist braucht. Natürlich kurbelt das die Wirtschaft an und man kann und soll ja auch einkaufen, aber man kann sich schon mal beschränken, indem man - nur als Beispiel - sich vornimmt, nur noch höherwertige Dinge zu kaufen (also nicht bei Primark). Die sind teurer und schon kauft man automatisch weniger.

Versuch doch mal eine Zeitlang, nichts, was man noch verwenden kann, wegzuschmeißen und die Dinge zu nutzen (oder in der Ecke liegenzulassen), bis sie auseinanderfallen. Du wirst merken, dass du dich damit sehr schnell zumüllst und fühlst dich dann nicht mehr wohl. Und dann kommt in der Tat die Frage, ob du noch etwas Neues brauchst oder das alte noch verwenden kannst (das ist allerdings sehr schwer durchzuhalten, da die Mode ständig wechselt und ständig neue elektronische Weiterentwicklungen auf den Markt kommen).

Frag dich vor allem vor jedem Kauf: Brauche ich das wirklich? Habe ich nicht schon etwas Ähnliches, was ich noch weiter verwenden kann?

Und bei Lebensmitteln kannst du - vorausgesetzt, du hast das Geld dafür - durchaus auf höherwertige Produkte achten bzw. kaufst in einem der Hofläden der Region oder Produkte mit dem Transfair-Siegel oder von speziellen Direktvermarktern, wie z. B. Teekampagne. Dann weißt du zumindest, dass die Produzenten vernünftig bezahlt werden.

Das geht übrigens teilweise auch bei Kleidung. Je näher am Produzenten du kaufst, desto sicherer kannst du sein, dass nicht nur die Zwischenhändler verdienen. Und wenn die Sachen dann teurer sind als bei C & A oder Primark (das ist bei in Deutschland hergestellten Textilien durchaus der Fall), wirst du sie auch länger tragen.

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