Wie kann man jemals über den Tod des Partners halbwegs hinwegkommen?

18 Antworten

Hallo Sabs2012,

es tut mir sehr leid, dass Du so etwas Schlimmes durchmachen musst! Mein herzliches Beileid! Der Verlust eines geliebten Menschen durch den Tod gehört wohl mit zu dem Schlimmsten, das man im Laufe seines Lebens durchmachen muss! Ich habe das leider auch schon hinter mir, da ich vor wenigen Jahren mehrere meiner engsten Familienangehörigen verloren habe.

In so einer Situation hat man leicht das Gefühl, dass das Geschehene einfach nicht wahr sein kann. Man kann sich einfach nicht damit abfinden, dass der Verstorbene nun nicht mehr da ist. Oder man fühlt sich innerlich leer und empfindungslos. Es kann auch sein, dass der anfängliche Schmerz so groß ist, dass man meint, es gar nicht aushalten zu können. Vielleicht geht es Dir ja gerade ähnlich. Das ist die erste Phase der Trauer und sie ist wohl auch die schlimmste! Die Frage lautet nun: Wie kann ich irgendwie weiterleben und die Zeit der Trauer durchstehen?

Manche versuchen, so schnell wie möglich wieder zur Tagesordnung überzugehen und Gefühle der Trauer zu unterdrücken. Sie wollen vielleicht andern ein gutes Beispiel geben und versuchen den Starken zu spielen. Das ist jedoch auch gar keinen Fall der richtige Weg! Man muss sich selbst die traurigen Gefühle zugestehen, egal wie stark sie sind. Das bedeutet auch, dass es falsch wäre, Tränen zurückzuhalten. Am besten ist es, die Trauer zu durchleben und, wann immer einem danach ist, auch zu weinen. Das bringt einem auf jeden Fall eine gewisse Erleichterung.

Dazu, die Trauer zu durchleben gehört auch, mit anderen über seine Empfindungen zu reden. Natürlich eignet sich nicht jeder dazu. Vielleicht kennst Du einen mitfühlenden Freund, Bekannten oder Verwandten, dem Du Dein Herz ausschütten kannst. Am besten können einem oft diejenigen helfen, die bereits Ähnliches durchgemacht haben und damit fertig geworden sind. Auf jeden Fall wird es Dir leichter ums Herz, wenn Du Dich jemandem mitteilst. In der Zeit der Trauer brauchen wir jemanden an unserer Seite, auf den wir uns verlassen können und der die Sache mit uns gemeinsam durchsteht.

Es könnte aber auch sein, dass Dir im Moment gar nicht danach ist, mit jemandem zu reden. Dann könnte es Dir helfen, ein Tagebuch zu führen und Deine Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen. Das Geschriebene vielleicht einige Tage später wieder zu lesen, mag Dir ebenfalls Erleichterung geben.

Wenn Freunde Dir Hilfe angeboten haben, nimm sie an! Vielleicht sind sie nicht dazu in der Lage, ihr Mitgefühl durch passende Worte zum Ausdruck zu bringen und sie mögen Dir auf diese Weise zeigen, dass ihnen etwas an Dir liegt. Auch wenn sie Deinen inneren Schmerz nicht wirklich verstehen mögen, weise sie nicht zurück. Echte Freunde können einem trotz ihrer Unzulänglichkeiten und manchmal unbedachten Worte eine große Hilfe sein.

Du wirst sicher gemerkt haben, dass die Trauer enorm an Deinen Kräften zehrt. Achte deswegen gerade jetzt auf genügend Schlaf, körperliche Bewegung und eine gesunde Ernährung! Auch wenn es Dir schwerfallen mag, innerlich zur Ruhe zu kommen, sei jedoch sehr vorsichtig mit Medikamenten und Alkohol. Sie bringen Dir bestenfalls vorübergehend Ruhe, und es besteht leider die Gefahr, davon abhängig zu werden. Solltest Du z.B. zu Beruhigungsmitteln greifen, dann tue dies nur unter ärztlicher Aufsicht.

Es mag Dir auch schwerfallen, wieder zu Deinen alltäglichen Beschäftigungen (Beruf, Hausarbeit etc.) zurückkehren. Am Anfang kann es sein, dass Du Dich dazu zwingen musst. Im Laufe der Zeit wirst Du jedoch feststellen, dass der Alltag Dich ablenkt und Dir guttut. Wenn Du Dich jedoch dauerhaft verkriechst, kannst Du schnell in ein Gedankenkarussell geraten, aus dem es schwer ist, wieder herauszukommen.

Viele Trauernde stellen sich die Frage, wo nun der Verstorbene wohl ist. Vielleicht im Himmel? Oder irgendwo sonst im Jenseits? Die Bibel lässt uns ins in der Frage, was nach dem Tod geschieht, nicht im Ungewissen. Sie sagt: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst" (Prediger 9:5). Das bedeutet, dass die Toten nicht irgendwo weiterleben. Sie befinden sich sozusagen im Todesschlaf, aus dem es jedoch nach der Bibel auch wieder ein "Erwachen" gibt.

Wie ist das zu verstehen? Nun, Gott ist dazu in der Lage, sich an jeden Menschen, der einmal gelebt hat, in allen Einzelheiten zu erinnern. So hat er sich vorgenommen, eines Tages die Gräber zu lehren, indem er die Toten wieder zum Leben bringt. Die Bibel gebraucht dafür den Begriff "Auferstehung". Gott erschafft die Verstorbenen mit einem neuen Körper, der dem gleicht, den sie in ihrem früheren Leben hatten. Wenn also die Toten wiederkommen, dann ist es so, als ob sie gleichsam von einer langen Reise zurückgekehrt wären. Stell Dir vor: Wir können all unsere Lieben wiedererkennen und in unsere Arme schließen! Kannst Du Dir die unbeschreibliche Freude vorstellen, die dann herrschen wird?

Der mit dem Tod verbundene Schmerz und all das Leid werden dann für immer vergessen sein! Die Bibel beschreibt diese künftige Zeit mit den sehr ergreifenden Worten: "Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3,4). Ist das zu schön, um wahr zu sein? Keineswegs, denn Gott verspricht uns nichts, was er nicht einhalten kann und wird. Somit ist die Hoffnung der Auferstehung für die Hinterbliebenen ein großer Trost, der ihnen in der Zeit der Trauer enorm helfen kann.

Ich wünsche Dir, dass Du die Kraft hast, diese schwere Zeit zu ertragen und nicht in Deinem Kummer zu versinken! Mögest Du auch liebevolle und mitfühlende Menschen an Deiner Seite haben, die Dich verstehen und Dich aufbauen! Und wenn Du an Gott glaubst, steht er Dir gerne bei und gibt Dir Hoffnung und Kraft aus seinem Wort.

LG Philipp

Hallo,

das tut mir sehr sehr leid für Dich. Meine herzliche Anteilnahme.

Solch einen Verlust steckt man nicht so schnell weg, vor allem, wenn es um den innig geliebten Partner geht. Es braucht Zeit. Gib Dir diese Zeit.

Vielleicht könnte Dir eine professionelle Trauerbegleitung dabei helfen, ich meine sowas z.B.:

http://www.trauerbegleiter.org/inhalt/trauer

Und ich hab auch ein Verzeichnis gefunden, wo Du solche Begleiter finden kannst:

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/trauerbegleitung/

Es ist wichtig, dass Du nicht zu irgend einem Psychotherapeuten gehst, sondern wirklich zu jemandem, der auf Trauerbegleitung spezialisiert ist, sonst bringt es nicht wirklich was.

Es gibt aber auch Trauergruppen. Hospize kennen sich mit sowas aus, auch können Dich Hospize an einen ihnen bekannten Trauerbegleiter vermitteln, wenn Dir selbst die Suche zu anstrengend ist. In jedem größeren Ort gibt es mittlerweile einen Hospizverein, die wissen über solche Dinge bestens Bescheid.

Ich persönlich denke schon, dass Dir eine Trauergruppe oder eine prof. Trauerbegleitung dabei helfen könnte, damit Du mit Deinem Kummer eine Anlaufstelle hast, Menschen, die Gleiches durchgemacht haben oder ein Mensch, der Dich mit Deinem Kummer einfach versteht und Dich so annimmst, wie Du jetzt gerade bist.

Trauerarbeit ist schwer, und sie MUSS gemacht werden........

Aber dazwischen braucht man auch mal Pausen, um durchatmen zu können, damit es nicht ZU schwer wird.

Hast Du Freundinnen, die Dich verstehen, zu denen Du auch mal gehen kannst, um mal zu weinen aber auch mal zum Durchatmen, mit denen Du mal einen Spaziergang oder Ausflug machen kannst? - Das zwischendurch Ablenken ist auch wichtig, damit man die schwere Zeit der Traueraufarbeitung durchhalten kann.

Nur eines solltest Du vermeiden, da das sehr gefährlich werden kann: Die Trauer verdrängen - denn verdrängte Trauer kommt irgendwann in verzerrter Form wieder hoch.....

Ich möchte Dir deshalb Mut machen, Deine Trauer zuzulassen, sie auszuleben - egal wie lang es dauert. Und hierzu gibt es Hilfen, damit man sich nicht so allein damit fühlt. - Auch dieses Forum ist eine Hilfe dafür.

Ich hoffe sehr, dass ich Dir ein wenig helfen konnte. Ich verstehe Dich, und ich wünsche Dir alle Kraft der Welt!

Liebe Grüße.  

Die Trauer wird dich, nach meiner Erfahrung, immer begleiten. Mal mehr - mal weniger, sie wird aber nicht weggehen. 

Du kannst versuchen deine Trauerarbeit aktiv zu gestalten und ein Buch (erstmal nur für dich) über euer gemeinsames Leben schreiben. Die Auseinandersetzung mit dem bisherigen Leben und dem zwangsläufigen Leben danach ist notwendig um an einem solchen Verlust nicht kaputt zu gehen.

Mir passiert es noch heute, also Jahrzehnte nach dem Tod des geliebten Menschen, dass ich die Stimme höre oder den Geruch wahrnehme. 

Auch passiert es immer noch, dass ich mit umdrehe und auf eine Besonderheit hinweisen will, bevor ich realisiere, dass der geliebte Mensch nicht mehr in dieser Welt ist.

Leider heilt die Zeit keine Wunden, der Verlust wird einfach Gewohnheit, der Schmerz wird nicht mehr so intensiv wahrgenommen, wie am Anfang. Der Schmerz und die Trauer bleiben, wie ein Tinnitus - mal präsenter mal fast nicht wahrnehmbar, aber nie weg.

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