Wie kann man festlegen dass nach dem Tod mein Körper in Ruhe gelassen wird?

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25 Antworten

Hi,

da Organe nur entnommen werden, wenn der Hirntod festgestellt wurde, der Kreislauf aber mit Medikamenten und künstlicher Beatmung aufrecht erhalten werden kann, solltest du für den Fall vorsorgen.

Der Ablauf:

  1. Es kommt (meistens unfallbedingt oder durch eine spontane Hirnblutung) zur Bewusstlosigkeit. Du kommst ins Krankenhaus.
  2. Bei deinen persönlichen Unterlagen (Geldbörse) wird nach deinem Ausweis gesucht, wenn die Identität nicht feststeht.
  3. Dort wird nach einigen Stunden, Tagen oder Wochen der Hirntod festgestellt. Die lebenserhaltenden Maßnahmen müssen beendet werden.
  4. Wird der Hirntod festgestellt oder ist er in Kürze zu erwarten, werden die Angehörigen gefragt, ob Organe zur Transplantation entnommen werden dürfen, falls die Organe intakt sind und es passende Empfänger gibt.
  5. Die Angehörigen stimmen zu oder nicht.

Vorsorge:

  1. Du füllst einen Organspenderausweis aus und verfügst darin, dass keine Organe entnommen werden dürfen. Den Ausweis legst du zu deinem Personalausweis. Den Organspendeausweis erneuerst du etwa alle zwei Jahre, sodass man sicher sein kann, dass dies auch dein aktueller Wille ist.
  2. Du erstellst eine Patientenverfügung, in der nichts drinstehen muss, außer, dass du nach deinem Tod keine Organe spenden möchtest.
  3. Du besprichst das mit deinen Angehörigen und Freunden, damit die im Notfall wissen, dass du eine Patientenverfügung hast und wo sie die finden und außerdem, dass du nicht spenden möchtest.
  4. Die Ärzte sprechen die Angehörigen auf eine Patientenverfügung an. Deine Angehörigen bringen die mit und legen sie den Ärzten vor. Die Ärzte wissen aus der Verfügung und dem Organspendeausweis was dein Wille ist und schalten die Geräte nach nach Feststellung des Hirntodes ab.
  5. Etwa 10 - 15 Minuten nach dem Abschalten sind alle Organe unwiderbringlich zerstört.


eddyeinfacheddy 07.07.2017, 20:29

wie? also kann man keine organe wiederverwenden, wenn der Memsch tot ist 0_0 ??

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Maxxismo 07.07.2017, 23:07
@eddyeinfacheddy

Nein. Wenn der Kreislauf steht, dann gerinnt das Blut und innerhalb von 10 - 15 Minuten sind die Organe völlig verklumpt.

Es bilden sich nach dem Tod schon nach etwa 30 Minuten Totenflecken. Das ist Blut, das der Schwerkraft folgend in die unten liegenden Körperteile läuft und sich dort sichtbar ansammelt. Ein Toter, der auf dem Rücken liegt, hat im warmen Zimmer nach 30 Minuten etwa am Rücken an Armen und Beinen sowie der Flanke und dem Hinterkopf blaue Flecken. Nur wo er am Po und den Schultern aufliegt, bleibt es weiß, weil dort das Gewebe zusammengedrückt ist. Alles was oben liegt ist weiß. Bauch und Oberseite der Arme und Beine.

Du kannst nur dann Organe verwenden, wenn der Kreislauf des Patienten künstlich aufrechterhalten werden kann, nachdem das Gehirn keine Aktivität mehr zeigt. Dazu werden verschiedene Tests gemacht.

Dieser Fall tritt bei jungen Menschen eigentlich nur nach direkten Schädelverletzungen ein. Entweder spontane Hirnblutungen (die total selten sind) oder Motorradfahrer oder Radfahrer, die bei einem Unfall irgendwo mit dem Kopf angeditscht sind, ansonsten aber wenig Verletzungen haben. Bei Senioren kommen noch Schlaganfälle also mögliche isolierte Hirnschädigungen dazu. Das sind die einzigen Patienten, bei denen eine Organspende überhaupt in Frage kommt.

Wenn du in Folge eines Blutverlustes stirbst oder nach einem Nierenversagen, Infektion oder anderen Sachen, dann bricht der Kreislauf sofort zusammen und die Organe sind nicht zu verwenden. Nur bei isolierten Hirnschädidungen schlägt das Herz weiter, solange der Patient beatmet wird und mit Medikamenten bestimmte Blutwerte aufrecht erhalten werden.

Im Fall, dass nicht gespendet werden soll, werden dann die Maschinen abgeschaltet.

Falls gespendet wird, werden noch umfangreiche Tests gemacht und protokolliert, um sicherzustellen, dass der Hirntod wirklich eingetreten ist. Diese Tests muss dann noch ein externer Neurologe wiederholen, der nicht zur Station und nicht zum Transplantationsteam gehören darf. Erst dann wird die Organspende in die Wege geleitet.

Also Eurotransplant wird informiert und in der Pathologie bestimmte Gewebemarker zur Kompatibilität bestimmt. Werden von Eurotransplant einer oder mehrere mögliche Empfänger gefunden, dann wird das Zentrum dort informiert, die Patienten werden angerufen und müssen dann sofort in die Klinik kommen (diejenigen, denen es nicht so schlecht geht, dass sie sowieso da sind). Dann kommen die Transplantationsteams der Empfänger (wenn es mehrere Organe gibt, für die passende Empfänger gefunden wurden) mit Hubschrauber oder Flugzeug, der Spender wird in den OP gebracht und die Chirurgen der Empfänger explantieren jeweils das Organ, das sie für ihren Patienten brauchen.

Dann fliegen die wieder zurück zu den Empfängerkliniken, wo die Patienten schon passend im OP liegen und die OP begonnen hat, sobald das Flugzeug oder der Hubschrauber gelandet ist.

Sobald das letzte Organ entnommen ist, werden die Maschinen beim toten Patienten abgeschaltet.

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Es ist nicht so, dass automatisch jeder Organspender wird, der das womöglich auch möchte oder jetzt "stirbt". Der Prozentsatz der tatsächlichen Organspender ist nur sehr gering.

Zumindest bei uns in Deutschland sind die Bestimmungen dazu hoch gesteckt. Kommt jemand als Organspender in Frage, muss er uneingeschränkt alle Merkmale des Hirntods erfüllen (was nicht bei jeden Tod zutrifft). Das ist sehr häufig nach irgend welchen schweren Unfällen mit Kopfverletzungen der Fall. Es muss u. a. auch Fakt sein, dass die eigene Atmung in keinerlei Form mehr gewährleistet ist, was heißt, man wird künstlich beatmet und muss sich demzufolge auch auf einer Intensivstation befinden. Dann muss bei nachfolgenden Untersuchungen überhaupt geklärt werden, ob die Orgabe denn "gesund genug" sind, um überhaupt Spenderorgan zu werden. Auch da gibt es strenge Vorschriften, die erfüllt werden müssen.

Leidet man zum Zeitpunkt des "bestätigten Hirntodes" dann an bestimmten Krebserkrankungen/Infektionen, kann es sein, dass man durch das Raster fällt, und ebenfalls nicht als Spender in Frage kommt - auch, wenn derjenige das selbst gewollt hätte.

Dies ist ein sehr komplexes und kein einfaches Thema. Tatsache ist jedoch, dass Ihnen im Normalfall keine Organe entnommen werden können nach Ihrem "Tod" (zumindestens hier in Deutschland), wenn Sie Ihre Einwilligung nicht zu Lebzeiten selbst dazu gegeben haben, bsw. in einem Organspendeausweis, den Sie bei sich tragen.

Die Option mit den Angehörigen beinhaltet die Frage an die, was denn Ihr mutmaßlicher Wille gewesen wäre - und nicht der der Angehörigen selbst.

...Un sicher zu gehen, dass Sie womöglich keine Organspende leisten wollen, nach Ihren Tod, teilen Sie Ihren Angehörigen diese Entscheidung auch mit!

Gesetzt, der Fall träte wirklich so ein, haben Sie damit auch eine große Last von den Schultern der Angehörigen genommen, denn diese wissen dann, Sie vertreten Ihren eigenen Standpunkt und selbst müssen sie sich keine Sorgen machen, ob sie richtig entschieden haben damit. Es war so Ihr eigener, persönlicher Wille, und das haben Sie zu Lebzeiten noch klar gestellt.

Sie können sich alternativ, wie einige bereits sagten, einen Organspendeeausweis besorgen und darauf auch vermerken, dass Sie NICHT spenden möchten. Theoretisch gesehen reicht auch eine formlose, von Hand geschriebene (und auch unterschriebene) knappe Erklärung aus, die Sie bsw. im Geldbeutel mit sich führen.

In Patientenverfügungen wird diese Möglichkeit zwar auch des Öfteren mit angesprochen, oft sind aber solche Verfügungen jedoch der Situation nach angemessen formuliert (z.B. aus Unwissenheit der Patienten), o. ä., obwohl eigentlich viele Muster-Vordrucke für Patientenverfügungen angeboten werden. Man kann die durchaus auch kritisch betrachten.

...Das liegt aber in der Anschauungsweise eines jeden einzelnen, und in dessen Empfinden, wie das Thema "Organspende" auch.

YellowCherish 07.07.2017, 10:09

...bezügl. der Patientenverfügung sollte es eigentlich heißen: "...oft sind aber solche Verfügungen jedoch der Situation nach unangemessen formuliert...", sorry!

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Gegenstandpunkt:

Wenn ich nach meinem Tod mit meinen noch brauchbaren Organen einem Menschen helfen kann, dann werde ich das tun.

Zigtausende kranker Menschen warten dringend auf ein Spenderorgan, mit dem sie wieder ein halbwegs normales Leben führen können. Dieser Not kann ich mich (persönlich) nicht verweigern, weil ich hier sogar helfen kann, ohne dass mir das noch weh tut.

exxonvaldez 07.07.2017, 09:12

Für deinen letzen Halbsatz gibt es übrigens keinen wissenschaftlichen Beleg.

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Altersweise 07.07.2017, 09:21
@exxonvaldez

Ach, weißt du, das ist mir egal, wenn's noch mal ein paar Stunden lang schmerzt. Da hat man es als Christ etwas leichter, der an das ewige Leben glaubt. Da spielen ein paar Stunden Schmerz nicht mehr so die entscheidende Rolle.

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Jerne79 07.07.2017, 12:25
@exxonvaldez

Wissenschaftlich steht das gar nicht in Frage. Wie willst du Schmerz empfinden, wenn keine Informationsweiterleitung in deinem Körper mehr stattfindet und die Informationsverwaltung = dein Hirn mit dem Hirntod nicht mehr arbeitet?

Du kannst jederzeit mit religiösen Motiven argumentieren, aber aus wissenschaftlicher Perspektive spricht nichts dagegen, aber vieles dafür, Organe denen zur Verfügung zu stellen, die sie im Gegensatz zu dir noch brauchen können.

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holodeck 07.07.2017, 14:37
@Altersweise

Da hat man es als Christ etwas leichter, der an das ewige Leben glaubt.

??
Was bitte hat das mit "Christsein" zu tun, wenn man sich sachlich mit den gegebenen Informationen auseinandersetzt und für sich entscheidet, nicht spenden zu wollen? Hier gehst du anscheinend irgendwelchen eigenen Vorurteilen auf den Leim.  

Setzt man sich mit dem auseinander, was wir dank Palliativmedizin über das Sterben und seine psychologischen Prozesse wissen, dann macht die Schmerzfreiheit bzgl. der Qualität des eigenen Sterbens sogar eine ganze Menge aus.

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xnder 07.07.2017, 09:35

Altersweise, verstehe ich ja. Aber Gottes Geschenk an meine Seele gehört NUR mir.

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Du kannst dir einen Organspoenderausweis besorgen und darin ankreuzen, dass du NICHT spenden willst. Dann kann auch kein Angehöriger anders entscheiden.

Außerdem solltest du eines natürlichen Todes sterben, am besten "mit Ankündigung" ("lange, schwere Krankheit" nennt man das in der Todesanzeige), damit keiner auf den Gedanken kommt, eine Autopsie anzuordnen.

@ xnder

Oh jemineh, sorry aber wie bist du denn drauf?

Wenn du nicht willst, dass man deinen Körper nach deinem Tod anfasst, dann trage in deinem Geldbeutel eine Verfügung, dass du keine Organe spendest.

Wie vermessen bist du, dass du denkst, dass du n i e krank wirst, nie von einem Auto angefahren wirst oder sonst ins Koma fällst?

Du kannst morgen Krebs bekommen (was man nicht hofft), du musst eine OP machen lassen und da geht was schief? Was dann?

Dein Schicksal wird dich ganz sicher nicht davor beschützen, dass auch du mal krank wirst.

Du kannst eine Vorsorgevollmacht und Patienverfügung verfassen, die man hinterlegen kann und im Falle des Falles, werden die Ärzte nachfragen, ob du eine solche Verfügung hinterlegt hast. Vorher dürfen die gar nichts machen.

Es ist jedem seine eigene Entscheidung, ob er seine Organe spenden will.

K ö n n t e aber auch sein, dass man selber mal darauf angewiesen ist.

xxPHILOSOPHINxx 31.07.2017, 01:28

Man muss niemandem ein schlechtes Gewissen einreden! Wenn er das nicht möchte, hat er wohl seine Gründe. Es ist sein Körper und er sollte darüber bestimmen! Also du bist erstmal ziemlich einschüchternd in deinen Aussagen und versuchst dich dann mit "jedem Seins" auszureden. Man, man, man!

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Turbomann 31.07.2017, 08:21
@xxPHILOSOPHINxx

@ xxPHILOSOPHINxx

Das hat doch nichts mit jemand ein schlechtes Gewissen einreden zu tun oder einzuschüchtern. Mit was denn, mit Fakten?.

Aber zu behaupten, dass man nicht krank wird? Entspricht auch nicht gerade der Realität.

Wer kann denn von uns behaupten, dass er NIE krank wird und daraufhin habe ich meinen Kommentar abgegeben.

Weder DU noch ich können sagen, ob wir morgen, übermorgen oder überhaupt krank werden.

Manche Menschen sterben vielleicht gesund, weil sie bis zu ihrem Tode das Glück haben, nie krank gewesen zu sein, was aber heute relativ selten ist und sei es, dass sie ihr Leben durch einen Verkehrsunfall verlieren und bis dahin gesund waren..

Selbstverständlich ist das jedem seine Sache, ob er seine Organe spenden will oder nicht.

Der/ die Fragesteller/Fragestellerin WILL seine, ihre Organe nicht spenden, dann ist es SEINE, IHRE Sache und ich kann doch niemandem meinen Willen aufzwingen, denn jeder muss selber über seinen Körper bestimmen, solange er noch selber in der Lage dazu ist.

Also was ist bei meiner Antwort so falsch daran.

Wenn jemand nicht möchte, dass seine Organe nicht entnommen werden sollen, dann hat er heute mehrere Möglichkeiten, das zum Ausdruck zu bringen

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Was würde dich genau daran stören? Brauchen tust du deine Organe dann doch nicht mehr.

Organe bringen aber anderen Menschen nur etwas, wenn der Spender noch lebt. Wenn ein Mensch tot ist, werden seine Organe ja nicht mehr mit Blut versorgt.

xnder 07.07.2017, 09:18

Kannst mich ruhig als 'narzisstisch' oder sonst was bezeichnen. Ich kann einfach nicht und will von meinem Körper auf keinen Fall etwas hergeben. Ich fühle mich bei dem Gedanken schon extrem unwohl und noch dazu hat von solchen Menschen meiner Meinung nach niemand das verdient - sie sind halt ihrem Schicksal ausgeliefert und da werde ich mich nicht einmischen.

Habe gehört, dass nach dem das Herz aufhört zu schlagen, die Organe noch brauchbar sind oder so in der Art.

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Nashota 07.07.2017, 09:28
@xnder

Dein Körper gehört dir. Wenn du nicht willst, dass du "ausgeschlachtet" wirst, um es mal so drastisch zu formulieren, dann ist das deine legitime Entscheidung.

Allerdings ist "ihrem Schicksal ausgeliefert sein" für Betroffene alles andere als einfach. Wie du sicher weißt, gibt es auch genug schwerkranke Kinder. Den Eltern dieser Kinder solltest du diese Worte besser nicht sagen. Sie könnten sie nämlich als kaltherzig verstehen.

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2011-06/organspende-hintergrund

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Du schreibst auf einen Zettel "Patientenverfügung". Und darunter "Ich verbiete, dass meinem Körper nach meinem Tod bzw. Hirntod Organe oder Gewebe entnommen werden."

Dann scheibst Du darunter: "Vorsorgevollmacht"

"Ich, <Name>, <Vorname>, geb. am... in ... bevollmächtige <Name>, <Vorname>, geb. am ... in ..., meine Patientenverfügung umzusetzen.

<Datum>, <Unterschrift>

Nach deinem Tod wird niemand deine Organe entfernen, sie wären dann nicht mehr verwendbar. Das macht man nur bei einem lebenden Organismus.

In Deutschland ist man zwar (bisher) nur dann Organspender, wenn man das so festgelegt hat (im Organspendeausweis), aber wenn du bspw. nach Österreich fährst, dann ist das umgekehrt. Dort bist du grundsätzlich Organspender, es sei denn, du hast widersprochen - auch als Tourist. Es macht daher Sinn, einen Organspendeausweis dabei zu haben und dort anzukreuzen, dass man keine Organe spenden will.

exxonvaldez 07.07.2017, 08:58

Das stimmt nicht ganz.

In Deutschland werden die nächsten Angehörigen befragt, wenn der "Hirntote" keine Willenserklärung hinterlassen hat.

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Wenn du nicht willst dass dir etwas entnommen wird musst du das in deinem Testament bzw. in einer Patientenverfügung festlegen lassen.

Wenn du nicht selbst ausdrücklich Zugestimmt hast (Einen Spenderausweis hast) dann werden die Verwandten gefragt (Wie auch wenn es z.b. darum geht Maschinen abzustellen)

Über Organspende wurde ja nun schon genug geschrieben.

Was du allerwenigsten nicht "verbieten" kannst, ist eine Autopsie falls es sich um einen "Verdächtigen" Todesfall handeln sollte

xnder 07.07.2017, 09:02

Ich werde durch einen natürlichen Tod sterben deshalb ist so eine Autopsie unnütz.

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Pauli1965 07.07.2017, 09:04
@xnder

Genau, das weiß man ja auch vorher wie man stirbt. Träum weiter

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Maxxismo 10.07.2017, 10:48
@xnder

Die Todesart kann natürlich, unnatürlich und ungeklärt sein.

Wenn der Arzt bei der Leichenschau irgendetwas sieht, das möglicherweise dazu geführt hat, dass der Tod des Menschen schneller eingetreten ist, als eine rein innere Ursache ihn verursacht hat, bricht er die Leichenschau sofort ab, fasst nix mehr an, verständigt die Polizei und kreuzt "unnatürliche Todesart" an.

Das gilt schon dann, wenn die äußeren Umstände nicht sicher den Schluss zulassen, dass ein organisches Leiden zum Tod geführt hat. Eine Kopfplatzwunde reicht aus.

Ob der Mensch einen Schlaganfall hatte und deshalb vornübergefallen ist und sich zusätzlich verletzt hat, oder ob er über die Teppichkante gestolpert ist und durch den Sturz erst verletzt wurde, wird dann von der Polizei und ggf. der Gerichtsmedizin ermittelt. Dazu kann von der Staatsanwaltschaft eine Obduktion angeordnet werden. Dies stützt sich in der Regel auf den Bericht der Polizei zur Auffindesituation. Wenn es dort etwas gab, das die sich nicht ohne weiteres Erklären konnten, dann wird obduziert.

Stirbt ein junger Mensch ohne bekannte Vorerkrankungen, kann man kaum einen natürlichen Tod annehmen. Auch hier wird meistens vorsorglich ermittelt.

Ein Tod durch Unfall (Sturz, Straßenverkehr, etwas auf den Kopf gefallen) ist immer unnatürlich. Ist schließlich keine innere Ursache.

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SaVer79 07.07.2017, 09:03

Es sollten ja nur alle Möglichkeiten genannt werden....

Außerdem weißt du nicht, was zB in 70 Jahren passiert

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ich will nicht, dass man irgendwelche Organe oder sonst etwas entfernt und für andere Zwecke verwendet. 





Du bist also ein großer Fan des Verrottens in vollem Ornat mit allen Organen oder wie?

Deine Organe werden in ein paar Monaten nicht mal mehr erkennbar sein, falls der Friedhof nicht zufällig die Bildung einer Wachsleiche oder Mumie fördert.

Du wirst bei deiner voll intakten Verwesung ohnehin nicht dabei sein- was interessiert dich das? Dafür kannst du über deinen Tod hinaus mit Organspende Gutes bewirken und zum Leben eines anderen Menschen beitragen.

Aber ich nehme an das gefällt dir nicht, weil....?




Du solltest deinen Angehörigen mal mitteilen was du möchtest/nicht möchtest. Denn wenn du selbst keinen Organspendeausweis bei dir trägst werden diese nach einer Einwilligung gefragt.

Übrigens: auf dem Organspendeausweis kann man auch ankreuzen das man NICHT möchte das Organe/Gewebe entnommen wird. Dann wissen alle bescheid.

Ausweis gibts z.B. in Apotheken kostenlos oder im Internet zum Downloaden und Ausdrucken. Ist völlig anonym, keiner weiß das du einen Ausweis bei dir trägst bis zum Fall der Fälle.

xnder 07.07.2017, 08:57

Ja, aber wenn ich diesen Ausweis dann habe. Wo soll ich den hinbringen? Der könnte ja verloren gehen oder so in der Art.

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Panzerdampf 07.07.2017, 08:58
@xnder

Einfach im Portemonaie bei dir tragen.

Solltest du einen Unfall haben werden die Polizei/Ärzte da nach dem Personalausweis suchen und den Spendeausweis auch finden.

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Nashota 07.07.2017, 08:58

Übrigens: auf dem Organspendeausweis kann man auch ankreuzen das man NICHT möchte das Organe/Gewebe entnommen wird.

Welchen Sinn macht so ein Ausweis dann?

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Panzerdampf 07.07.2017, 09:00
@Nashota

Der Sinn ist eben das manche Menschen nicht spenden möchten.

Die Angehörigen brauchen dann nicht gefragt werden wenn man selbst entschieden hat.

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exxonvaldez 07.07.2017, 09:00
@Nashota

Er regelt den Willen des Patienten und erspart den Angehörigen eine schwierige moralische Entscheidung.

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xnder 07.07.2017, 08:59

Nashota.

Damit die Angehörigen nicht befragt werden? In der Regel ist es nämlich so... Denk nach. Danke.

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Nashota 07.07.2017, 09:03
@xnder

Geht es auch in freundlich? Danke.

Ich gehe davon aus, dass Menschen, die einen Organspendeausweis habe, auch im Fall der Fälle spenden wollen. Und darüber sind dann wohl auch die Angehörigen informiert.

Wer nicht spenden will, braucht auch keinen Ausweis. Der kann auch so kundtun, dass er das nicht möchte.

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Panzerdampf 07.07.2017, 09:07
@Nashota

Die wenigsten Sprechen mit ihren Angehörigen über solche Themen. Und im Notfall kann man ja seinen Willen nicht mehr kundtun. Da ist es schon gut wenn man anhand eines Stückes Papier das vorher geregelt hat.

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exxonvaldez 07.07.2017, 09:09
@Nashota

Auch wer nicht spenden will, sollte einen Ausweis ausfüllen.

Wer garantiert denn, dass sich die Angehörigen wirklich daran halten?

Besonders wenn sie geschickt geködert werden und sich einer mentalen Ausnahmesituation befinden.

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Nashota 07.07.2017, 09:36
@exxonvaldez

Es kommt eh nicht jeder Mensch für Organspende infrage. Bestimmte Erkrankungen schließen sie aus.

In Familien sollte soviel Vertrauen zueinander bestehen, dass über solche Dinge gesprochen werden kann.

Und allgemein ist ein Mensch dann tot. Würde einer meiner Angehörigen sterben und an mich würde diese Frage herangetragen werden, hätte ich kein Problem, zuzustimmen. So viele Menschen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, hoffen auf Hilfe.

Was in die Erde gegeben wird, ist nur die sterbliche Hülle. Der Verstorbene bleibt aber in den Herzen seiner Angehörigen.

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exxonvaldez 07.07.2017, 09:52
@Nashota

Ja, "sollte" und jetzt schauen wir uns mal die Realität an...

Übrigens ist der Mensch eben genau nicht tot!

Sondern hängt an Maschinen, wird beatmet und das Herz schlägt noch (sonst wären die Organe unbrauchbar).

So einfach wie du es hier darstellst ist es in Wirklichkeit eben nicht.

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YellowCherish 07.07.2017, 10:38
@exxonvaldez

Hi exxonvaldez und alle,

...wann "tot" wirklich "tot" ist, darum wird bei dieser Organspende-Problematik ja prinzipiell 'gestritten". Die einen sagen, wie Sie, man lebt noch, weil man atmet, die anderen sagen, das Hirn ist "tot", ohne wiederbringbare Funktion, deshalb kann man nicht mehr selbst atmen, es atmet nur noch die Maschine. Und deshalb tritt auch der Tod ein, wenn man die denn abschaltet. Demzufolge ist man dann "tot".

...Ich glaube eine eindeutige Antwort auf diese Frage, was richtig ist, und was nicht, gibt es nicht,

Jeder Mensch muss das auch für sich entscheiden, was er denn gerne (glauben) möchte. Ob er denn seine Organe spenden möchte.

Xnder entscheidet sich dagegen, er hat recht, meiner Meinung nach.

...andere entscheiden sich dafür, die haben ebenso recht, genau wie Xnder.

Jeder nach seiner Fassion, wie er glücklich ist damit. Das ist die ureigenste Entscheidung eines jeden einzelnen. Und das Recht auf so eine Entscheidung, ob so oder so, hat jeder. Jede einzelne Entscheidung zu dem Thema sollte man auch akzeptieren - und nicht bloß seine eigene!

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xnder 07.07.2017, 09:00

Das ist mir zu unsicher... Kann man das nicht in deren Datenbank festlegen lassen?

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Panzerdampf 07.07.2017, 09:02
@xnder

Nee' das geht nur so. Oder Patientenverfügung beim Anwalt machen. Das regelt auch wie weit du Maßnahmen zur Lebenserhaltung ablehnst oder zulässt.

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Pauli1965 07.07.2017, 09:08
@Panzerdampf

Wenn dir das alles zu unsicher ist, lass es dir auf den Körper tätowieren. "Organspende, nein Danke" Und am besten noch in mehreren Sprachen. Damit du auch garantiert nicht ausgeräumt wirst.

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Hardware02 07.07.2017, 09:16
@xnder

Am besten du stirbst erst gar nicht! Problem gelöst. ... Meine Güte, wenn man keine anderen Probleme hat. 

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Maxxismo 07.07.2017, 09:26
@Pauli1965

Das stimmt zumindest für Deutschland so meines Wissen nicht.

Auch eine "Do not resuscitate!" -Tätowierung schützt dich nicht vor einer notfallmäßigen Reanimation.

Hängt wohl damit zusammen, dass man nicht abschätzen kann, ob die Tätowierung eine verbindliche Willensbekundung darstellt und ob sie aktuell ist. ;-)

Im Zweifel wird reanimiert.

Ich denke, dass man hier dennoch zusätzlcih die Angehörigen fragen würde. Und genau das soll ja hier vermieden werden.

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YellowCherish 07.07.2017, 10:47
@xnder

...Nein, ich selbst weiß auch nichts von so einer Datenbank. 

Wenn Sie Ihre Ansicht niemanden mitteilen möchten von den Angehörigen, ist doch ein Spenderausweis nicht verkehrt ("nein" ankreuzen), oder eine andere schriftliche Erklärung. Wenn die Sie bei Ihrem Ausweis haben, wird das im Notfall auch gefunden - und danach normalerweise auch  gehandelt.

Alle paar Jahre sollte vielleicht dann so ein Ausweis immer mal schon erneuert werden, oder das Schriftstück, dass daraus hervor geht, ihr Wille ist so noch aktuell, in Bezugnahme auch auf ein möglichst "aktuelles" Datum.

...Dass womöglich immer beim Notar aktualisieren zu lassen, stelle ich mir aufwendig und auch teuer vor, wenn das auch  in Ihrem Leben häufiger vorkommen sollte....

...Aber es kann und darf ja jeder sowieso tun, was er gerne möchte...

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In Deutschland darf dir niemand Organe entnehmen, ohne das du es vorher durch einen Organspende Ausweis erlaubt hast.

exxonvaldez 07.07.2017, 09:02

Das stimmt so nicht.

Ohne Ausweis werden die nächsten Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen den 'Hirntoten' befragt.

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Pauli1965 07.07.2017, 09:03
@exxonvaldez

Eben. Und wenn man seine  Angehörigen vorher sagt, das man es nicht möchte, wird auch nichts entnommen.

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exxonvaldez 07.07.2017, 09:07
@Pauli1965

Nur wenn die sich dran halten!

Bedenke, dass sie sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden!

Besser ist es, seinen Willen vorher aufzuschreiben z. B. in dem man einen Organspendeausweis ausfüllt.

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Maxxismo 07.07.2017, 09:32

Das wäre eine "Zustimmungslösung" gegen die sich der Gesetzgeber bewusst entschieden hat, da sie eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema voraussetzen würde und die Spendebereitschaft in DE dann noch schlechter wäre.

Nicht, weil die Leute nicht wollen, sondern weil sie sich schlicht nicht darum gekümmert haben.

Trotz der gesetzlich verabschiedeten Aufklärungspflicht der Krankenkassen und den darauf folgenden Kampagnen, hat kaum jemand in Deutschland einen Organspendeausweis.
Obwohl die Krankenkassen in regelmäßigen Abständen einen Bogen mit perforierten Ausweisen an die Mitglieder verschickt haben und viel darüber berichtet wurde. Man brauchte den Ausweis nur abzutrennen, Namen und Adresse eintragen und ein paar Kreuzchen machen.

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Eigendlich könnte es dir ja "Wurst" sein, wenn nach deinem Tod dir Organe entnommen werden, du brauchst sie ja nicht mehr um in den Himmel zu kommen.

Du könntest sogar andere Menschenleben mit deinen noch intakten Organen retten, was dir sicher beim "Petrus" besonderem Wohlgefallen zuteil kommt.

Und denke daran, dass du ja in der Erinnerung der Hinterbliebenen auch ohne diese Organe weiterlebst, sicher mit der besonderen Auszeichnung, anderen als Spender geholfen zu haben. 

Danke, wenn du das akzeptierst !


dfllothar 07.07.2017, 11:02

Deine unteren Extremitäten kannst und wirst du auch behalten, die kommen dann später den Würmern zu Gute.

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DU BRAUCHST EINEN ORGANSPENDERAUSWEIS!

Du kannst einen Organspendeausweis ausfüllen. Da kannst du auch reinschreiben das du Nix spenden möchtest.

Google nach Organspendeausweis. Du kannst Dir einen besorgen und darauf auch die Entnahme ausschließen.

Und ich hoffe sehr für Dich, dass Du selber in Deinem Leben niemals auf eine Organspende angewiesen sein wirst.

Mir wäre sowas total egal, was man mit meinem Körper macht, wenn ich mal tot bin - da brauche ich den dann eh nicht mehr.

Aber wenn dir das wichtig ist - ich glaube, dass man das in einer Patientenverfügung festlegen kann. Wo man sowas machen kann und wie viel das kostet weiß ich aber nicht. 

Maxxismo 07.07.2017, 09:22

Ein Patientenverfügung benötigt keiner notariellen Beglaubigung. Sie muss nur einigermaßen aktuell sein und exakt den gegebenen Fall vorsorglich behandeln.

Es gibt viele Hinweise dazu im Internet.

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Nach dem Tod werden die Organe (leider) eh verschwinden. Da Gräber so gebaut sind, dass sie von Maden, Würmern, Bakterien etc gefressen werden können wird der Körper nach dem Tod vom Tierreich gegessen und damit auch die Organe. Das einzige was die Organe so lassen würde, wäre das Einfrieren von dem Körper was zurzeit 15.000€ nach dem Tod kostet.

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