Wie kann man einen Autisten auf eine Woche mit neuen Ereignissen vorbereiten?

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4 Antworten

Hallo, ich bin Autist und schon Deine Frage hat in mir ein sehr deutliches Unwohlsein verursacht. 

Auch ich kenne die Methode, neue Orte vorher erkunden (nicht nur kurz ansehen, sondern wirklich erkunden!), um eventuelle Stresssituationen schon im Vorfeld zu erkennen und entgegen zu wirken.

Mittlerweile bin ich Mitte 60 und es tritt hier KEIN Gewöhnungseffekt ein, so wie hier in anderen Antworten angekündigt wird. Neue Situationen sind und bleiben für die meisten Autisten sehr anspruchsvoll.

Insofern kann ich Dir nicht wirklich konstruktiven Rat geben. Wichtig wäre es, dass Du ihm die Gewissheit gibst, dass Du an seiner Seite bleibst und ihn im Problemfall unterstützt. 

So kann man nur hoffen, dass er ohne Overload und ohne Meltdown die Woche übersteht. 

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Kommentar von Pinkpingu11
06.07.2017, 18:35

Vielen Dank für deinen Rat.

Das ist eben das Problem, ich kann nicht immer an seiner Seite bleiben.
Ich werde aber versuchen, dass ein anderer Schüler, mit dem er sich sehr gut versteht, an seiner Seite sein kann, wenn ich nicht da bin.

Ich will einfach versuchen ihm Strategien an die Hand zu geben, damit er eben ohne Überforderung neue Situationen angehen kann.

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Kommentar von Pinkpingu11
06.07.2017, 18:37

Er schafft es ganz gut, dass er, wenn er einen Ort bereits kennt, bzw Wege, die es an diesem Ort gibt, sich dann relativ ohne Stress dort zu bewegen.

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Eine gute Frage und ich bezweifle, dass das wirklich geht.

Denn die Gedanken kann man nicht abstellen. Man malt sich Dinge  aus, die passieren könnten, plant in seinem Kopf was man wie machen könnte, wie man sich verhalten könnte, ob andere einen akzeptieren, ist einfach überfordert mit der Situation. So ist es jedenfalls bei mir. Dann weiß ich schon, dass ich mich total unwohl fühlen werde und mich nicht trauen werde was zu sagen.

Aber man muss dadurch. Man hat schon schlimmeres erlebt und auch das kann man hinter sich bringen. Es gibt eben einige Tage, die man am liebsten meiden möchte, aber das ist normal. Umso öfter man bestimmte Sachen macht, desto eher kann man sich daran gewöhnen. Bspw. hat es mir schon immer vor meinem Geburtstag gegraut und der Aufmerksamkeit, die ich dadurch bekomme. Aber da es jedes Jahr ist, gewöhnt man sich irgendwann daran und lässt das stumm über sich ergehen.

Damit will ich sagen, dass er vielleicht gar nicht zwanghaft vorbereitet werden muss, damit er sich auch an solche Sachen gewöhnen kann, bzw. sich an das schlechte Gefühl gewöhnt und dann weiß wie sowas ist. Er also in Zukunft einigermaßen mit sowas umgehen kann, also nicht mehr völlig gestresst damit ist, weil er bereits weiß wie sich sowas anfühlt.

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Kommentar von Pinkpingu11
06.07.2017, 18:12

Es ist eben nur so, dass es eine ganze Woche ist, an der jeden Tag etwas neues ist.
Auf "kleinere Dinge" muss man ihn schon nicht mehr vorbereiten, das bekommt er sehr gut hin.

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Er soll sich praktisch den - für ihn schnell wechselnden - Begebenheit anpassen?

Kann er nicht während dessen davon frei gestellt werden?

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Kommentar von Pinkpingu11
06.07.2017, 18:13

Anpassen eher nicht, sondern (besser) damit umgehen können.
Gehört halt zur Inklusion.
Er kommt sonst mit neuen Sachen inzwischen ganz gut klar.
Leider kann er nicht freigestellt werden.

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Kommentar von Pinkpingu11
06.07.2017, 18:26

Ich hab mich auch schon gefragt, ob jemand von uns Betreuern an die Partnerschule gehen soll um über Autismus aufzuklären.
Ist nur so, dass wir das mit der Projektwoche erst spät erfahren haben.

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Kommentar von Pinkpingu11
06.07.2017, 18:28

Ich bin auch nicht für Anpassung, aber für das Lernen mit dem Umgang mit doofen Situationen.

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Ich bin ebenfalls Autist und kann dir (so glaube ich) ganz deutlich sagen: Er braucht nichts weiter, als einen genauen, geplanten und unfehlbaren Plan, was ganz genau Passieren wird, dann klappt es auf jeden fall. Ich weiß ist n bisschen schwer hinzukriegen aber das haben meine Eltern zumindest oft hinbekommen und dann war bei mir soweit alles in Ordnung. Bei der Einstellung auf neue Sachen brauchen Autisten auf alle Fälle gut und genau geplante Abläufe, wenn es klappen soll. Viel Glück :)

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Kommentar von Pinkpingu11
07.07.2017, 14:24

Danke dir!
Ich werde versuchen alles heraus zu bekommen und ihm einen genauen Ablauf zu bieten.

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