Wie kann man eine psychische Erkrankung beweisen?

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Ich war Epileptiker, ebenso eine Krankheit die man nicht wirklich sehen kann(außer in den kurzen Momenten der Anfälle) Ich musste mir so viel böses anhören, sei nur ne Ausrede, weil ich am Wochenende nicht Fahrer sein wollte und sowas. Ich habe sehr gelitten und kann gut nachempfinden, wie es dir geht. Mit dem Rat "scheiss auf das, was andere sagen/denken" haben alle natürlich Recht, nur wenn man eh schon unter etwas leidet, triggern solche Spüche aus dem Verwandten und Bekanntenkreis nunmal. Der Mensch hat ein Problem damit Krankheiten anzuerkennen, die er nicht sieht. Kein Mensch würde sagen "stell dich nciht so an" wenn du mit Gipsarm vor ihm stehst, aber bist du am Ende, aufgrund eines heftigen Migräneanfalls, dann kommen die blöden Blicke "ach ist doch nur ne Ausreden, der will nur nicht..." Ein großes Problem unserer Gesellschaft... :( Leider kann ich dir da keinen Mut machen, diese Leute werden dich wohl nie verstehen, meiner Erfahrung nach.

Erst einmal muss ich sagen, dass ich selbst Depressionen und Ängste hatte. Ich war selbst schulunfähig und fast ein ganzes Schuljahr krank geschrieben. 

Das Problem an Depressionen ist, dass man diese Krankheit weder sehen, noch anfassen kann. Das macht alles sehr schwer bis gar nicht verständlich für Außenstehende. Meine gesamte Familie, außer meine Oma, hat mich nicht verstanden. Ich habe jahrelang meine Depressionen erfolgreich "versteckt". Aber nachdem sie einen Zusammenbruch von mir, live miterlebt haben, haben sie mich besser verstanden. 

Meine Familie, besonders meine Mutter, hatten riesige Schuldgefühle, weil sie es nicht bemerkt hatten. Kann es sein, dass deine Familie es nicht wahrhaben will, dass du Depressionen hast, weil sie sich schuldig fühlen? 

Aber ich würde, an deiner Stelle, einen Sch*** darauf geben, was deine Familie denkt. Wenn du deine Kraft dafür verschwendest, deine Familie, die eigentlich hinter dir stehen sollte, zu überzeugen, dass du wirklich krank bist, macht dich das noch mehr fertig. Um Gesund zu werden musst du dich ganz auf dich konzentrieren. 

Ich wünsche dir alles Gute, viel Glück und eine schnelle Genesung. LG Apfelbaum23

Ich weiß nun nicht, wie alt du bist aber wenn du noch zur Schule gehst, gehe ich mal davon aus, dass du noch bei deinen Eltern lebst und auch nicht grade die Möglichkeit besitzt, da raus zu kommen.

Und da du da bestimmt nicht raus willst, sondern nur deren Glauben an dessen, was eigentlich schon bewiesen worden war, kann ich dir nur Raten einfach zu versuchen weiter zu machen. Du selbst weißt, dass es dir nicht gut geht und sie stecken nicht in deiner Haut. Wenn sie dafür kein Verständnis haben, dann handeln sie als Familie nicht richtig. Eine Familie ist füreinander da und wenn du schon stationär behandelt werden musstest und schon einiges bei dir ärztlich festgestellt wurde, dann ist das kein Zuckerschlecken. Gerade dann sollten sie sehen, wie es um dich steht und dich unterstützen. 

Suche das Gespräch mit deiner Familie und sag ihnen, dass das ganze für dich schwer ist und was du von ihnen erwartest. Wenn sie immer noch der Meinung sind, das ganze wäre nur Larifari, würde ich eine Familientherapie in Anspruch nehmen. Ansonsten kann einem das Jugendamt auch weiterhelfen, die sind für solche Sachen auch da und hören sich das ganze erst mal an. 

Wenn du trotz allem nicht weiter weißt, ruf mal bei der Nummer gegen Kummer an, die setzen sich auch mit so was auseinander und du kannst dir in erster Linie all deine Sorgen vom Leib reden. Die helfen dir mit weiteren Anlaufstellen und haben in so was mehr Erfahrung als ich. 

0800-111-0-333 ist deren Nummer und der Anruf ist völlig kostenlos. Zudem kannst du anonym bleiben.

Ansonsten hoffe ich, dass du mir deiner Familie reden kannst und sie zur Besinnung kommen und erkennen, wie es um dich steht. Weiterhin wünsche ich dir alles Gute und viel Erfolg!

Mit lieben Grüßen

Erika

Kann man trotz Krankengeld in ein anderes Bundesland umziehen?

Also ich bin bei der AOK Hessen und beziehe Krankengeld. Mein Problem ist, ich würde gerne aufgrund meiner Erkrankung zu meiner Familie nach Hannover ziehen, da mein derzeitiger Lebenspartner damit nicht zurecht kommt. Das heißt, Wohnung ist schon gekündigt und in der momentanen Lage finde ich hier in dieser Umgebung keine Wohnung, d.h. Obdachlosigkeit droht. Daher würde ich gerne zu meiner Familie ziehen und da auch eine Therapie beginnen, da ich momentan den halt der Familie dringend brauche. Frage ist ob das Krankengeld weiterhin gezahlt wird.

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Familie im Stich lassen Oder weiterhin ein schlechtes Leben führen und dann aber die Familie nicht im Stich lassen?

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Hey :) Ich hoffe, ich löse bei anderen nichts aus, dadurch vorerst schonmal eine mögliche TRIGGER WARNUNG. Also Frage steht oben, werden psychische Krankheiten, beispielsweise Depression selbst, oder PTBS (posttraumatische Belastungsstörung), Borderline etc, wirklich nur so dermaßen unterschätzt und selten von Angehörigen verstanden, weil man nichts von außen erkennen kann, und es nicht "tödlich" ist wie beispielsweise Krebs? Ich selbst habe Borderline, war in einer Tagesklinik und ein halbes Jahr später stationär, und wurde zwei mal diagnostiziert. Ich habe lange gebraucht, die Diagnose selbst zu verarbeiten, und zu akzeptieren. Mir war anfangs Borderline total fremd, und ich wusste früher so gut wie nichts über psychische Krankheiten.. Meine komplette Familie wurde mit dieser Krankheit konfrontiert, und man versuchte mich zu verstehen, aber reagierten bei allem was ich versuchte zu erklären, worte wie "Flashbacks" oder auch "Trigger", die in der Psychologie gebraucht werden und ich erklärte dann auch weshalb man sich selbstverletzt bzw weshalb ich es tat, was ich dabei fühlte und dachte, dies fiel mir am aller meisten schwer und dann noch wegen meinen Suizidgedanken. Meine Familie sagte mir anfangs, dass die Krankheit nur ein Teil von mir ist, denn ich sah mich selbst mit der Krankheit gleich. Später als ich nicht mehr in der Klinik war, fing es an mir endlich wieder besser ging, denn mir hatte die Therapie wieder nicht geholfen leider. Ich konnte mich klar von meiner Krankheit gut trennen. Die Zeit wo ich längere Zeit stabil gewesen bin, sagte meine familie plötzlich, dass ich diese Krankheit nicht habe, und diese Diagnosen nur prozentual wären, und nichts heißen. Es hat mich sehr verletzt, und ich hab diese Worte immernoch nicht verarbeitet. Man meint ständig, dass Leute, die sich selbstverletzen, oder diagnostiziert werden oder generell sich in einer Klinik aufhalten, beeinflusst werden, sich alle gegenseitig quasi krank machen und das man sich sich da vieles nur einbilden würde und man sich in etwas reinsteigert?! Seit mehreren Tagen gehts mir nun wieder sehr schlecht, viele alte Symptome sind da.. Und ich trage, um mich mich vor meiner familie quasi zu schützen, und keine Fragen gestellt zu bekommen, oder um Diskussionen etc zu vermeiden, wieder diese "alles-ist-gut-maske" eben weil ich nie verstanden worden bin. Ich weiss einfach nicht, was ich anderes tun kann außer deren nicht Verständnis zu akzeptieren. Nur braucht es enorm an Kraft da ich mit niemandem darüber reden kann. Hab hier auch noch keinen Freundeskreis, da ich in eine neue Stadt gezogen bin. Für die Angehörigen muss es bestimmt auch schwer sein, aber meine psychische Krankheit wurde bisher ständig negativ mit Krebs etc verglichen und nie unterstützt. Danke an alle, die sich die Zeit genommen haben alles zu lesen. Freue mich Antworten! Und tausche mich gerne mit euch allen aus, die eventuell selbst betroffen sind. :)

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