Wie kann man die Intelligenz fördern?

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2 Antworten

Ich denke, dass das zum Teil angeboren ist (Verarbeitungsgeschwindigkeit und Gedächtnis), zum aber auch ein Teil Lebenserfahrung ist. Je mehr Erfahrung man hat, desto größer ist natürlich der Fundus, aus dem man schöpfen kann, um eine Situation beurteilen und einordnen zu können. Manche Leute, vor allem Frauen, entscheiden vor allem intuitiv, nach Bauchgefühl, manche nennen es auch den "gesunden Menschenverstand". Das ist das, was ein Mensch zu dem Thema sagen würde, der sozusagen störungsfrei groß geworden ist und dessen Psyche von einer durchschnittlichen Erfahrungswelt geprägt ist. Solche Biografien sind in der Regel selten zu finden, deshalb würde man soziologisch betrachtet, die gesamtgesellschaftlich akzeptierte Meinung zu Grunde legen. Da diese natürlich dem Wandel unterlegen ist, ändert sich auch die Ansicht darüber, was der gesunde Menschenverstand uns sagt. Darin eingeschlossen ist natürlich, dass auch nicht nur reine Vernunft zur Beurteilung herangezogen wird, sondern auch menschliche Schwächen und menschliche Präferenzen wie z. B. das Bedürfnis nach Bequemlichkeit und Spaß sowie sonstige Luxusbedürfnisse. Die Lösungen müssen nicht immer logisch sein, sondern auch emotional verträglich. Z. B. wenn jetzt jemanden sauer auf seinen Ehemann/Freund ist, dann macht es wenig Sinn, einen logisch nachvollziehbaren Gedanken niederzuschreiben wie "Trenn dich doch und such dir einen anderen!". Nur, wenn man das alles berücksichtigt, sind die Antworten schlau und durchdacht. Es geht nicht darum, dass man anderen sagt, was richtig ist, sondern etwas, was dem Fragesteller ganz individuell hilfreich sein kann. Es hilft also sehr, sich vorher die Frage zu stellen, warum der Fragesteller sich Hilfe sucht und was er erwartet. Unsinnig ist es immer, wenn z. B. jemand überhaupt keine Berührung mit der Erfahrungswelt des Fragestellers hat, aber trotzdem seine Meinung dazu sagen muss. Es macht wenig Sinn zu schreiben, wie man sich an dessen Stelle verhalten würde, denn da kann man das Blaue vom Himmel lügen - es ist ja sowieso nicht überprüfbar. (Frei nach Dieter Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.)

Bei deiner Frage dachte ich sofort: Man kann lang und breit über Intelligenz diskutieren, aber die eigentliche Frage müsste lauten. Wie kann ich mich besser konzentrieren und die Dinge auf den Punkt bringen? Das ist nämlich eine Fähigkeit, die nicht an die Intelligenz gekoppelt ist. Im Gegenteil: Es gibt sehr viele hochintelligente Menschen, die genau damit Schwierigkeiten haben.

Für solche Bereiche gibt es professionelle Trainer/Coaches für die berufliche Weiterbildung, bei Kindern löst man das meistens über die Ergotherapie (z. B. bei ADHS-Kindern) Das ist aber alles sehr aufwändig. Sollte es nur für den Hausgebrauch sein, empfehle ich, seine Gedanken auf einen Zettel zu schreiben und dann zu sortieren. Das nennt man fachsprachlich Brainstorming. Eine gute Methode, seine Gedanken auf Papier zu sortieren, ist das Clustering.

Das ist sicher eine Frage der Übung und damit auch des Alters - und wie viel man in dieser Zeit diskutiert hat. Da kommen auch immer wieder Standardthemen auf, über die man bereits nachgedacht hat. Und damals war man nicht flink genug, aber nun kann man mit der vorbereiteten Antwort auftrumpfen ...

Es hilft natürlich, wenn man vielseitig interessiert ist und die Dinge hinterfragt. Die durchdachten Antworten werden selten erst durchdacht, wenn sie benötigt werden. Und wenn das so ist, dann denkt der Antworter laut und folgt einem Schema oder Plan, indem er alle Möglichkeiten systematisch abklappert und die unsinnigen Ideen ausschließt.

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