Wie kann man die Angst vor dem eigenen Tod irgendwie überwinden?

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Da du sagst du bist Agnostiker mit der Tendenz zum Atheismus (ich übrigens auch), hältst du eventuell die Möglichkeit, dass es doch eine Art von Gott geben könnte, für Wahrscheinlich genug um dich negativ beeinflussen zu lassen. Das Problem ist, dass die meisten Religionen darauf aufgebaut sind die Ungläubigen nach dem Tode zu bestrafen. Diese Behauptungen sind für Religionen insofern notwendig, um sich ihre eigene Existenz zu sichern und Geld zu verdienen zu können. Sollte es Religionen geben in denen die Gläubigen in eine Art Paradies kommen die Ungläubigen aber einfach aufhören zu existieren (weiß nicht ob es so etwas gibt), ist dies insofern keine Bestrafung, da du nichts zu bereuen hast, wenn du nicht in einer Hölle festsitzt, während die anderen im Himmel alles bekommen wonach ihnen ist. Solange es keine Bestrafung für die Ungläubige gibt, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich dieser Religion sehr viele hingezogen fühlen. Für die Gläubigen sieht die Situation meiner Meinung nach aber nicht besser sondern sogar schlechter aus. Da man nur bei einer Religion Mitglied sein soll, müssen sich Religiöse für eine entscheiden, wobei die Entscheidung meist vererbt wird. Neben der Bestrafung welche man dadurch erfährt in die falsche Religion geglaubt zu haben, muss man sich aber noch zusätzlich zu der jeweiligen Rechtsnorm des Staates auch noch an die Regeln der Religion halten, um nicht in die Hölle zu gelangen. Solche Regeln sind wohl notwendig um das Hauptziel (Geld zu verdienen) zu kaschieren. Um deine Angst zu verlieren, kann es möglicherweise nützlich sein dich noch mehr zum Atheisten zu erziehen, obwohl du gewisse Zweifel während deines gesamten Lebens wohl nie verlieren wirst. Es kann helfen sich mit Entstehungen und Entwicklungen der Religionen auseinanderzusetzen. Damit meine ich aber nicht dass du die religiösen Texte lesen, sondern eher den Grund warum diese Religion existiert herausfinden. Vielleicht hast du aber auch einfach vor der Art deines Ablebens Angst, so würde ich es beispielsweise bevorzugen heute Nacht an einem Herzinfarkt zu sterben, als mit 90 Jahren ein Pflegefall zu sein und nur noch dahinzuvegetieren oder dasselbe Schicksal durch einen Unfall zu erleiden.

So ist es ! Danke für die schöne Beschreibung :)

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Du hast recht! Es kann morgen, naechste Woche oder erst in 70 Jahren sein. Ein Weiser hat mal gesagt, wir befinden uns nach der Geburt im freien Fall und irgendwann schlagen wir unten auf! Vielleicht solltest du der Angst folgendermassen begegnen, dass du davon ausgehst, das Du niemals sterben werden wirst, denn Du, als das ewig waehrende Bewusstsein, wird ewig sein! Nun ja, dein Koerper ist mal geboren worden und der vergeht auch wieder, wie alle Materie, aber Du bist keine Materie, du bist ein geistiges Wesen, welches unzerstoerbar ist. Das was Angst hat zu sterben, ist niemals geboren worden, und das ist dein Ego, dein eingebildetes Ich, welches dich mit Gedanken bombardiert, aber selbst gar nicht existiert, obwohl es so scheint. Du bist nicht dein Koerper noch deine Gedanken, sondern das Bewusstsein, welches du normalerweise zwischen deinen Augen lokalisieren kannst (Zirbeldruese) oder wo auch immer du dich im Sein fuehlst. Also ich kann dir versichern, dass du keine Angst haben brauchst, denn dir kann gar nichts passieren. Dir kann keiner was! Viel Erfolg!

Warum hast du denn Angst vor dem Tod? Wer sagt dir, dass der Tod nicht das Beste Geschenk überhaupt ist? Vor unbekanntem sollte man nicht immer Angst haben, denn du weisst ja nicht was es genau ist, genauso gut kannst du dich auf den Tod freuen. Und vielleicht ist der Tod erst der Anfang. Bis dahin genieß das Leben. :)

Ich bin zwar ebenfalls Agnostiker, jedoch habe ich einmal versucht mir vorzustellen, wie es ist wenn es nach dem Tod keinen Himmel gibt und man einfach "weg" ist. Keine Gedanken oder Gefühle einfach nichts. Es ist ein grauenvolles Gefühl, deshalb hoffe ich, dass es einen Himmel gibt und nicht einfach nichts.

Da gibt es viele Auslegungen, weil es uns die Religionen jahrtausendelang versagt haben sich mit dem Tode wissenschaftlich zu beschäftigen. Zunächst zu meiner Ansicht (sollte man bei diesem Thema eigentlich immer zuvor angeben). Ich würde mich als spirituellen Agnostiker bezeichnen. Das heißt, ich bin von einer Intelligenz überzeugt, die das gesamte Universum erfüllt und ständig kreativ und im Wandel ist. Aber gleichzeitig bin ich überzeugt, dass sich das letzte Sein nie wird beweisen lassen, sonst könnte es nicht das letzte Sein sein.

Was das Leben betrifft, so halte ich Leben für unsterblich und Bewusstsein für bedingt unsterblich. Es wird Energie gebildet, die einen Körper schafft. Durch Erfahrungen bildet sich Bewusstsein, dass dann aber nicht mit dem Körper stirbt und sich deshalb einen anderen Körper sucht oder aber zu neuen Erfahrungen aufmacht. Bis in die Unendlichkeit hinein.

Dass jeder sterben muss ist eine Annahme, für die es keine endgültigen Beweise gibt. Und auch nie geben kann. Nur weil Du diese Annahme hast und immer wieder ihre Bestätigung findest, muss das noch lange nicht stimmen.

Kommen wir nun aber mal zu dem immer wieder auftretenden Tod und hören dazu die Meinung eines Mannes, der öfter die Seiten gewechselt hat und außerdem 15 Jahre so krank war, dass er nicht wusste, ob er den nächsten Tag erleben wird. Mich.

Wenn Du stirbst, dann passiert nur Eines: Die Symbiose, die Du mit Deinem Körper eingegangen bist, endet und er lebt in anderen Formen weiter, während Dein Geist erhalten bleibt. Dadurch, dass das Selbst loslassen muss entsteht ein Orgasmus, weshalb der Tod (nicht das Sterben) in der Regel als großartige Erfahrung empfunden wird. Bist Du nicht auf den Tod vorbereitet findest Du Dich plötzlich neben Deinem Körper wieder. Ganz unbewusste Seelen verlassen noch nicht einmal den Körper und müssen dann miterleben, wie so langsam die Würmer in sie eindringen und sie immer mehr verfaulen. Andere stehen neben ihrem Körper und müssen das mit ansehen und können nichts tun. Wieder andere erleben, wie sie zu Personen und Orten gezogen werden. Wer solche Erfahrungen macht und zuvor ganz andere Ansichten hat hält sich dann gerne für den großen Zampano, der nun alles weiß und diese versuchen, dann in das Leben anderer Menschen einzugreifen. Andere wieder, gerade solche, die mit Süchten geplagt waren, haben ja noch die Sucht, aber keinen Körper mehr, diese versuchen nun einen bestehenden Körper zu besetzen um sich darüber Befriedigung zu verschaffen.

Auf jeden Fall wird es von den meisten als Erleichterung empfunden. Zunächst. Schmerzen sind nicht mehr da und durch Geisthelfer oder einem selbst, kommt man in eine Welt, die einfach wunderbar zu sein scheint, weil alles, was man sich vorstellt auch Wirklichkeit zu werden scheint. Aber irgendwann wird das fade, so wie ständiges Fernsehen auf die Dauer fade wird. Und deshalb tauchen sie wieder ins körperliche Leben ein. Es gibt noch mehr Faktoren, doch ist das zu Vielfältig um darauf einzugehen. Dann aber gibt es diejenigen, die frei genug sind in neue Dimensionen einzutauchen um ganz neue Erfahrungen zu machen.

So. Die Beweisführung dafür kann ich nicht antreten, will es auch nicht. Wenn ich sage, ich habe dies erlebt, bringt es nichts. Ich will Dir aber schreiben, was 15 Jahre täglich die Möglichkeit des Todes einzubeziehen micht gelehrt haben. Und Du solltest nicht vergessen, dass Dir das jeden Tag passieren kann. Vielleicht gehst Du heute noch über die Straße und verlierst den Zweikampf gegen einen Linienbus. Oder Du verschluckst Dich beim Essen und stellst fest, dass man ohne zu Atmen Schwierigkeiten hat zu leben. Mich haben diese 15 Jahre gelehrt den Moment zu genießen. Man kann ein wenig für die Zukunft vorsorgen. Ob es dann so eintrifft wissen vielleicht die Sterne. Du nicht. Was Du weißt ist dieser Moment. Und aus diesem Moment solltest Du das beste machen, was Du Dir überhaupt vorstellen kannst. Und wenn Du das gelernt hast, dann bekommst Du eine Vergangenheit voller schöner Erinnerungen - egal wie viele Schicksalsschläge Du auch erleiden musstest -, Du hast eine Gegenwart der Glückseligkeit. Und was die Zukunft bringt - egal auf welcher Seite des Lebens Du stehen magst (Tod ist nur ein Übergang, kein Zustand) - ängstigt Dich nicht, sondern macht Dich voller Hoffnung, denn wenn Du die Gegenwart meisterst hast Du gute Chancen auch die Zukunft zu bewältigen. Egal, was sie bringen mag.

In diesem Sinne wünsche ich Dir wundervolle Erfahrungen.

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