Wie kann man die aktuelle Generation der Jugendlichen (16-Jährige speziell) beschreiben?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich habe das Glück, mit einer Gruppe von Leuten zusammenzuwohnen, die die 16 knapp passiert haben (17 bis 19 Jahre alt). Selbst bin ich bereits über 30. Hat sich so ergeben.

Ich finde dass sie etwas angepasster sind, als wir damals waren. Sie respektieren Autoritäten und sind verhältnismäßig unkritisch. Außerdem finde ich, dass viele von ihnen sehr self-conscious sind, also befangen, sich ständig selbst beobachtend und einschätzend, vergleichend, was sie verunsichert (leider gibt es im Deutschen keine direkte Übersetzung dieses treffenden Wortes). Das gehört zwar in gewisser Weise auch zu dieser Lebensphase dazu, ich habe aber den Eindruck, dass es stark zugenommen hat, seit ich so alt war.

Alles in Allem finde ich, dass sie einen hohen Druck zu empfinden scheinen, realen oder vermeintlichen sehr hohen Ansprüchen von Außen gerecht zu werden und auch dazu bereit sind, das zu versuchen. Ja, sogar existenziell von ihrem Erfolg dabei abhängig zu sein scheinen.

In sofern würde ich sie vielleicht als Conformity-achievers umschreiben.

Andererseits finde ich sie aber auch in vielen Dingen abgeklärter als wir damals waren. Das Leben scheint hart auf sie zu wirken, vielleicht auch härter als es wirklich sein muß.

Unter diesen beiden Aspekten in Kombination könnte man die heutige Jugend vielleicht in Relation zum Punk setzen, dessen Elemente ja witzigerweise auch zum Teil aufgegriffen werden:

  • Wo im Punk No Future stand, steht jetzt No Illusion
  • Und als Kosequenz dazu extreme Anpassung statt extremer Totalverweigerung.

Könnte das so stimmen? Würde mich interessieren, was du denkst.

Das hört sich doch mal nach einer interessanten Wohngemeinschaft an. Ich finde, dass Bild was du beschreibst sehr passend. Vor allem das Wort self-conscious schwirrt mir seit deiner Antwort im Kopf rum. Das passt für mich wie Faust aufs Auge. Dieses "den Ansprüchen gerecht werden wollen" fällt mir auch oft auf. Es geht mir selbst oft so, dass ich mir mit vermeintlich sinnlosen Sachen so viel Druck mache und dann denke "Wozu eigentlich?". Mir kommt das häufig so vor wie ein Wettrennen. Möglichst schnell einen guten Job finden, Studium abschließen, der Erste sein und dabei natürlich auch der Beste. Es bieten sich dabei heute so viele Wege für Jugendliche (Auslandsaufenthalt, Ausbildung, Studiengänge noch und nöcher...) und eigentlich sollte man doch denken, dass dadurch ein bisschen Ruhe einkehrt, dass man dadurch eher denkt "da finde ich bestimmt etwas Passendes", aber häufig sehe ich mich von all den Alternativen und Möglichkeiten total erschlagen. Diese Abgeklärtheit spielt da eine große Rolle dabei. Ich möchte ungern nach dem Abitur dastehen und drauf hoffen, dass irgendetwas draus wird. Ich möchte einen Plan und möchte es schaffen. Das einem nicht alles zugetragen wird ist dabei für mich total klar, aber vielleicht klappt es halt vielleicht doch etwas einfacher als es einem jetzt klar gemacht wird. Das mit dem Punk ist eine interessante Idee und diese Gegenüberstellung finde ich verblüffend. Von welchen Elementen sprichst du denn genau?

Ich finde deine Darstellung sehr hilfreich, weil es nicht nur dieser erste Blick ist (der natürlich auch zählt und vielleicht richtig ist), aber es ist mal ein Bild von jemanden der eigentlich "Außenstehender" ist und trotzdem noch einen Bezug hat. Sehr interessant. Danke auch für das fett markieren. Das erleichtert das Lesen und Verstehen ungemein. Und die Englischen Begriffe treffen es genau. Vielen, vielen Dank, du hast mir sehr weitergeholfen. :) Emma

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@GrafVonZahl

Die Idee mit dem Punk kam mir spontan so beim Schreiben und bei dem Versuch, die Dinge in Worte zu fassen. No Illusion brachte mich dann zurück auf No future und dabei fiel mir auf, dass die heutige Jugend (aus meiner Sicht) eigentlich in vielen Dingen wirklich das krasse Gegenteil zum Punk darstellt, dies aber auch in Extremen auslebt und andererseits sogar den Punk zitiert. Die Härte, die dabei erlebt wird (wie ich es beobachte) ist aber bei beiden identisch.

Als ich deine Antwort gerade gelesen habe, fiel mir noch etwas anderes ein: Existenzielle Verunsicherung.

Ich kann mir schon vorstellen, dass das ein Kind der viel beschworenen Wirtschaftskrise ist, also zum Teil gerechtfertigt. Aber ich denke es ist in dieser Intensität auch eine von außen kreierte Angst, die zum anderen Teil eben nicht unbedingt gerechtfertigt ist. Nämlich da, wo die Ansprüche die Schwelle zum Perfektionismus überschreiten. Solche Ängste werden für mich auch vor dem Hintergrund von Konsumaufforderungen geschaffen und dienen dem Profit großer Unternehmen, die leider immer besser darin werden, die xte allgemeine Verunsicherung (siehe auch hier Band aus den 80ern) ;-) zu erschaffen.

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@phinuphinu

Leider fehlt einem mit 16 noch die Fähigkeit, die Stimmung des Moments (zB Weltwirtschaftskrise oder Angst vor dem Terrorismus) in den passenden Relationen zu sehen. Einfach, weil man noch nicht auf eine Anzahl von so bewußt erlebten Jahren zurück blickt, wie später, wenn man zB über 25 oder 30 ist. Dadurch wird ihr Einfluß viel größer.

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Mir fällt leider keine Bezeichnung für die jetzige Generation der 16-17 Jährigen ein. Vielleicht, weil ich keine markanten Merkmale an ihr feststellen kann. Ich empfinde sie als oberflächlich, aber diese Feststellung macht wahrscheinlich jede Generation über die nachfolgende... Tut mir leid, dass ich nicht weiter helfen kann.

Danke trotzdem. Das mit dem oberflächlich ist doch schon mal ein Ansatz auch wenn er sich vielleicht am Ende als überlicher Vorurteil über eine folgende Generation erweisen sollte. :) Danke für die Antwort.

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@GrafVonZahl

"Oberflächlich" ist natürlich eine grobe Verallgemeinerung. Ich weiß, dass es viele Ausnahmen gibt. Ich bin darauf gekommen, weil ich noch nie so viele perfekt gestylte Jugendliche gesehen habe. Selbst junge Männer scheinen sich heutzutage die Augenbrauen zu zupfen. Man kommt sich fast vor wie ein Höhlenmensch ;-) Ha! Vielleicht ist das die Generation "Körperkult"?

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@ellen72

Das stimmt. Das mit dem Körperkult fällt mir auch auf. Wobei es da nicht bei der "Körperpflege" aufhört. Allein in Sachen Markenklamotten frage ich mich manchmal, was manche Leute in dem Alter schon für Geld haben. (Klar Mami und Papi bezahlen). Wobei mir das gerade bei noch etwas jüngeren Jungen auffällt. Mit 13 Jahren die volle Skatermontur von Dakine (ect. ...) und die Kappen und Hosen die für ihr Alter sichtlich zu groß sind. Wenn man da die Jungs aus meiner Klasse anguckt, da sieht man das Mutti noch einkaufen geht. (;) )

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@GrafVonZahl

Das mit der Kleidung fing schon in meiner Generation an. Viele meinten auf einmal, mit Lacoste und Benetton T-Shirts herumlaufen zu müssen. Es gab aber verschiedene Gruppierungen (Popper, Punks etc.), so dass man kein Außenseiter war, wenn man sich diesem Trend widersetzte. Außerdem gab es viele Muttis, die sich weigerten, ihren Kindern so etwas zu kaufen ;)

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hast du keine Ferien??? EGAL

Ich würde sie Die Internet Generation nennen. Weil kaum jemand in dem alter sich das leben ohne Inet vorstellen kann und in Selbigen große Helden sind (vernichten die übelsten Monster und Terroristen) aber im Realen Leben kommen sie kaum klar und wissen nichts mit sich anzu fangen.

Nein hier im schönen Thüringen dürfen wir seit zwei Tagen wieder in die Schule. :) Danke für den konkreten Namen. Das mit dem Internet hört sich durchaus plausibel an und daraus lässt sich sicher etwas ausbauen. :)

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@GrafVonZahl

du armer.... egal mach was schönes draus und beeindrucke deinen lehrer^^

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@avaco

Das werde ich (hoffentlich) tun. :) Aber du Arme, wenn ich bitten darf. GrafVonZahl aus der Sesamstraße war nur das große Idol meiner Kindheit. :)

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