Wie kann man Depressionen beschreiben?

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Also zu nächst mal, möchte ich nur sicherstellen, dass du dir bewusst bist, dass du ihr nicht wirklich helfen kannst. Aber Unterstützen. Und da sind Unterschiede. Die meisten Angehörigen wissen natürlich nicht, wie man mit Depressiven umgehen soll und man kann niemals zu 100% verstehen wie Depressive fühlen, wenn man es selbst nicht erlebt hat. Deswegen geht das Helfen immer sehr schnell nach hinten los und es kommt zu Überforderung. Nur ein kleiner Hinweis, den meine Psychologin auch sagte (: Mag nur sicher gehen, dass du dich da nicht reinsteigerst und dein Leben dafür vernachlässigst und dann selbst in Stress kommst (:

Also wie fühle ich mich als Depressive: Ich weiss nicht, ob du mal einen Tod erleben musstest, von einer dir nahestehenden Person? Oder mal extremes Liebeskummer hattest? Aufjedenfall fühlt man sich da ja auch extrem traurig, man fragt sich, wie man jetzt weiter machen soll und hat eigentlich die Hoffnung verloren, ohne diese Person jemals wieder normal leben zu können und das dieses Verlustgefühl, für immer bleibt. Meistens ist diese Trauerphase nach paar Tagen oder Wochen verschwunden. Dieses Gefühl von Hoffnungslosigkeit, extremer Trauer, Lustlosigkeit irgendwas zu machen, fühlen Depressive tagtäglich. Manchmal sogar noch viel viel schlimmer. 

Du wirst sicherlich auch Tage kennen, an denen du überhaupt keinen Bock hast, deine Pflichten nach zugehen und eigentlich im Bett liegen bleiben willst. Ein Kampf den viele Depressive jeden Tag mitmachen müssen, nur mit dem Unterschied, dass sie sich selbst nicht so Motivieren können, wie psychisch gesunde Menschen.

Machst du Sport? Oder hast du einfach irgendwas anstrengendes am Tag gemacht, wo du, wenn du abends nach Hause kommst und dich ins Bett legst, nicht mehr aufkommst? Du hast einfach keine Kraft mehr und dich bringt nichts mehr hoch. Und das haben Depressive auch. Sie laufen sozusagen jeden Tag ein Marathon mit sich selbst. Viele haben extreme Stimmungsschwankungen, mal sind sie okay drauf und in der nächsten Minute weinen sie plötzlich fürchterlich, teilweise wissen sie selbst nicht warum. Man weiss nie, wie es einen Morgen oder Übermorgen gehen wird. Und diese Achterbahn aus negativen Gefühlen, Ängste, teilweise verknüpft mit Panik und dann auch noch viel viel zu wenig Schlaf, machen einen unheimlich schlapp....und dann kommt es dazu, dass man keine Kraft mehr findet, alltägliche Aufgaben zu erledigen. Als ob man den ganzen Tag über auf den Beinen war und Sport gemacht hätte oder sowas ähnliches. 

Noch dazu musst du dir eine "Taubheit" vorstellen. Als ob du unter Wasser tauchen würdest und du einfach für paar Minuten das Gefühl hast, nichts mehr wahrzunehmen. Die Geräusche werden gedämpft und deine Atmung fühlt sich schwerer an, deine Lunge zusammengepresst. So fühlt es sich für mich manchmal an, wenn ich unter Menschen bin oder sehe wie Menschen ganz einfach ihren Alltag meistern können. Ich sehe wie sie Leben und sich bewegen können und alles sieht so leicht aus, während ich in der Mitte bin und einfach das Gefühl hab, nicht mehr da zu sein. Als würde ich in einem Käfig gefangen sein und ich könnte kein Schritt weiter. Es fühlt sich jeden Tag oft so an, als würde ich eher rückwärts gehen als vorwärts. Und jemand drückt mich zurück, somit fällt mir jeder Atemzug und jede Bewegung schwer.

Es gibt noch soviel zum Erklären aber ich glaube das könnte für dich am meisten Vorstellbar sein.

LG

Vielen Dank für deine  Antwort. Es erleichtert auf jeden Fall den Standpunkt vom Aussenstehenden mit der Sache besser klar zu kommen und sie zu verstehen.

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Ich bin wieder und war für längere Zeit depressiv, verstehen ist sehr wichtig! Wenn man sich verstanden fühlt ist es gleich ein Stück besser. Also dann fang ich mal an.

Grundsätzlich ist es schon mal so das Depressive alle Gefühle viel intensiver empfinden als gesunde Menschen. Es ist eine Mischung aus starker Verzweiflung und starker Traurigkeit die einen den ganzen Tag lang begleitet, mal mehr, mal weniger. Wenn man (wie ich momentan), nur eine leichtere Depression hat dann ist es vergleichbar mit einer ziemlichen Niedergeschlagenheit. Schon die kleinsten Sachen reichen aus um dich völlig umzuwerfen, sei es das dich aus Spaß jemand beleidigt. Zusätzlich kommen dann manchmal noch richtig verzweifelte Phasen, in denen man dann schon mal Angstzustände hat die einem am ganzen Körper zittern lassen und eine starke Verzweiflung erleben kann. Wenn das dann zusammen kommt passiert es auch das man sich denkt; Wann hört es endlich auf (der Schmerz, denn es kommt einem schon fast wie ein körperlicher Schmerz vor) ?! Moment, da gäbe es eine einfache Lösung... -> wenn es dann soweit ist das man diese Idee hat ist es fast vergleichbar als würdest du wie in einem Science Fiction Film aus dem "Hyperraum" springen. Alles verzieht sich zu einer Art tunnel und dann siehst du klar, was ich vielleicht noch erwähnen sollte ist die Tatsache das Depressive die Welt nur als grau und trostlos warnehmen, dann beschleicht dich ein ziemlich unangenehmes Gefühl und du siehst den Ernst der Lage aber alle anderen Gefühle werden dadurch zumindest mal ausgeschalten. Das ist jetzt mal ein kleiner Auszug...

Hallo Ricardo721,

ich kann Dir nicht sagen, ob das bei allen an Depressionen erkrankten Menschen gleich ist, aber die vorrangigen Gefühle scheinen eine große innere Leere, tiefe Dunkelheit, Sinnlosigkeit und Verzweiflung zu sein.

Manchmal sitzt man einfach nur da und starrt vor sich hin. Alles erscheint düster und man sieht kein Licht mehr am Ende des Tunnels. Die Gefahr ist groß, sich und sein Leben als überflüssig zu beurteilen und damit auf Suicidgedanken zu kommen.

Alles, was andere Menschen als schön empfinden, wie z. B. Sonnenschein, drückt einen zusätzlich runter. Man wünscht sich Regen, Wolken - so wie eben die eigene Stimmung ist. Möchte sich in seiner Höhle verkriechen und alles ist zu viel.

Dazu kommt oftmals eine rasende Wut auf das, was in der Vergangenheit geschehen ist/einem angetan wurde. Extreme Gereiztheit, Stimmungsschwankungen und Genervtsein von allem und jedem.

Ich denke, diese Beschreibungen treffen vielleicht nicht alle auf jeden zu, umschreiben es aber insgesamt.

Dabei eine Hilfestellung zu leisten, ist eine enorme Anstrengung und Du solltest bitte achtsam mit Dir selbst umgehen, Dich nicht zu sehr dareinziehen zu lassen.

Wichtig ist, dass sie die Medikamente regelmäßig nimmt und die Psychotherapie fortführt. Gerade diese Kombination hat sich als gut wirksame Therapie bei Depressionen erwiesen.

Ansonsten kannst Du nur versuchen, für sie da zu sein. Sie in den Arm zu nehmen und zu halten. Bitte erliege nicht der Versuchung, sie zu sehr zu 'betütteln' oder das Kommando in der Beziehung übernehmen zu wollen. Spiele auch bitte nicht den Therapeuten. Deine Rolle ist es, ihr Freund zu sein.

Es ist eher von Bedeutung, sie in den rechten Momenten, wo sie etwas stärker ist, mal ein bißchen zu fordern, um sie zu fördern.

Ich hoffe, dass Dir das weiterhilft.

Alles Gute

Buddhishi

 - (Mädchen, Psychologie, Freundin)

Vielen Dank für deine Antwort. Hilft auf jeden Fall weiter in Sachen Verständnis und Hilfestellung.

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