Wie kann man den Stimmbruch verhindern?

7 Antworten

Wenn sich ein Kind, das einen Körper mit männlichen Merkmalen und Chromosomen (xy) besitzt, weiblich fühlt, ist es eventuell transsexuell oder fühlt sich als Transgender. Es ist wichtig, in diese Fall einen Kinder-/ Jugend-Psychologen zu konsultieren, der sich mit diesem Fachbereich gut auskennt. Es ist mittlerweile auch in Deutschland möglich, die Pubertät erst einmal zu blockieren, indem man Hormonblocker gibt. Dazu braucht das Kind aber ein entsprechendes Gutachten. Anschließend kann mit den gewünschten Hormonen die gewünschte Pubertät eingeleitet werden. Es ist wichtig, frühstmöglich einen Arzt zu konsultieren, der auf diesem Gebiet kompetent ist. Gerade für Transfrauen (Menschen, die sich als Frauen fühlen) ist es eine große Erleichterung, wennn die Pubertät blockiert wird, da gerade der Stimmbruch später kaum rückgängig zu machen ist. Zudem würde ich empfehlen, sich an eine entsprechende Organisation (z.B. Lamda) zu wenden, um sich mit Transjugendlichen und -erwachsenen auszutauschen - erstens, um herauszufinden, ob man ähnlich empfindet, und zweitens, um Unterstützung und Ansprechpartner zu finden, falls dem so ist. Es gibt auch Ansprechpartner, um Probleme mit den Eltern/ der Schule/ der Ausbildungsstelle zu klären, oder das zumindestens zu versuchen. Eine Elternorganisation von Eltern von Trans Kindern findet man unter http://trans-kinder-netz.de/ Erstmal informieren und Kontakt suchen, dann weitersehen! Es gibt aber medizinische Möglichkeiten. Wer die Pubertät als wirkliche Qual empfindet, weil die Person sich anders fühlt, ist dazu berechtigt, Hilfe und Information zu bekommen. Trans* zu sein, ist kein psychisches, sondern ein körperliches Problem, dass ebenso wenig "krank" oder "unnatürlich" ist, wie schwul oder lesbisch zu sein oder eine andere Hautfarbe als die meinsten Menschen um einen herum zu besitzen. Menschen sind verschieden, und das ist auch gut und richtig so. Ihnen gebühren aber allen Würde und Respekt und Schutz vor Schmerzen, seien es psychische oder körperliche, die nicht gewollt sind. Es ist übrigens auch möglich, dass eine Transfrau auf Frauen steht, also lesbisch ist, oder Transmänner schwul sind. Geschlecht und sexuelle Orientierung sind zwei verschieden Dinge. Trans*sexualtität ist keine sexuelle Orientierung, sondern eine Frage der Geschlechtsidentität. Informationen und Austausch sind bei diese sehr komplizierten Themenbereich daher das beste, was sich jemand suchen kann! :)

eigentlich ist die einzige möglichkeit dazu, die männlichen geschlechtshormone zu unterbinden, also (wenn das geht, bin mir nicht sicher) mit medikamenten (hormonen), oder durch "kastration"...

Dies ist ist nur mittels einer (chemischen) Kastration, welche in Deutschland verboten ist (anders die Sterilisation), oder durch eine (lebenslange) Hormonbehandlung möglich. Diese ist jedoch in Deutschland ebenfalls bei so jungen Menschen (außer in Sonderfällen) nicht erlaubt. Sofern Dein Cousin seit langer Zeit Probleme mit seiner biologischen Geschlechtlichkeit hat, bleibt ihm nur der qualvoll endlose Weg durch sämtliche psychiatrische/ psychologische Programme und Institutionen. Das wird grundsätzlich verlangt, wenn man die Diagnose einer Transgenderpersönlichkeit erhalten will. Dieser amtlich beglaubigte Nachweis erlaubt dann u.a. operative und hormonelle Eingriffe zur Anpassung an das "Wunschgeschlecht", wobei das jugendliche Alter Deines Cousins noch erschwerend hinzukommen dürfte, da in Dtl. eine ernsthafte Behandlung erst mit Abschluß der Adoleszenz in Betracht gezogen wird.

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