Wie kann man den Kapitalismus stürzen?

17 Antworten

Der Kapitalismus ist ein System menschlichen Zusammenlebens, in dem Geld und Macht eine zentrale Rolle spielt. Er beruht auf der Vereinzelung der Menschen und auf der Konkurrenz gegeneinander.

Wenn man man nicht kapitalistisch leben will, muss man ein anderes System des Zusammenlebens entwickeln und danach leben.Wenn keiner mehr kapitalistisch lebt, ist der Kapitalismus überwunden. Gestürzt ist ein unglücklicher Ausdruck, da er den Eindruck entstehen lässt, dass das nur mit Gewalt geschehen könne. Ähnlich ist es mit dem Begriff 'Kommunismus', da schon zuviel Unheil in seinem Namen geschehen ist.

Nichtkapitalistisches Zusammenleben ist es, wenn Geld und Macht dabei keine Rolle spielt. "Bei Geld hört die Freundschaft auf" ist ein bekannter Spruch. Das ist Kapitalismus. Wenn durch Freundschaft das Geld aufhört, wichtig zu sein, ist der erste Schritt zum Nicht-mehr-Kapitalismus getan.

Das gibt es erstmal nur in Inseln, in einigen Familien und Freundeskreisen. Der Weg zum Nicht-mehr-Kapitalismus führt darüber, diese Inseln immer größer werden zu lassen und neue zu schaffen.

Möglich ist eine nichtkapitalistische Lebensweise, ich hab sie schon öfters erlebt, auch in größeren Dimensionen. Meist auf politischen Camps, Hüttendörfern und Veranstaltungen, zb gegen Castortransporte oder Gipfeltreffen. Dort bekommt jeder was er braucht und tut dafür, was er kann. Alles für Alle.

https://www.youtube.com/watch?v=xUza3WgJwfk

Ganz wunderbar. Das Konzept, das Miteinander und auch Deine Antwort. Danke dafür!

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PeVau hat geschrieben, dass die Geschichte bereits gezeigt hat, wie ein kapitalistisches System gestürzt werden kann. Ich bezweifle, dass das heute noch so einfach geht wie damals. Der Kapitalismus hat dazu gelernt und überall wo er sich in Gefahr sieht, seine Untertanen vorsorglich entwaffnet, denn wie Lenin gesagt hat: "Die Revolution kommt aus den Gewehrläufen."

Was man heute tuen könnte, dass wäre sich dafür einzusetzen, dass gute Anfänge gemacht werden, z.B. die Banken zu verstaatlichen. Außerdem muss auf jeden Geldtransfer über nationale Grenzen eine Steuer erhoben werden. Außerdem muss der Staat eine Behörde einrichten, die Erfindungs- und Geschäftsideen prüft und gegebenenfalls realisiert. So wird die Kapitalrendite eingespart und der Staat kann verhindern, dass das erarbeitete Kapital und Know-How ins Ausland abfließt. 

Kommunismus wird per Revolution erreicht. Wir, sofern du auch KommunistIn bist, müssen aber immer im Hinterkopf behalten, dass nicht wir diejenigen sind, die eine Revolution in Gang setzen, sondern die ArbeiterInnenklasse und die ist in Deutschland ziemlich ruhig. Es mag traurig sein, aber wir dürfen uns auch keine falschen Hoffnungen machen. Ich höre von anderen KommunistInnen und AnarchistInnen, dass sie lokal Aktionen betreiben, also wirklich den Leuten im Umfeld das Gefühl geben, dass sie Umstände ändern können, aus dem ganz einfachen Grund, dass Umstände geändert werden (auch wenn es nur kleine Aktionen sind, wie z.B. soziale Hilfen). Hab selber keine praktischen Erfahrungen, kann dazu also nicht viel erzählen. Viel mehr ist auch erstmal nicht drin, was nicht heißt, dass man sich nicht selbst damit auseinandersetzen sollte.

Wie man den Kapitalismus stürzen kann, hat die Geschichte schon gezeigt. Das geht!

Das Problem ist, wie man die neue Gesellschaftsordnung gegen die verteidigt, denen man mit ihrer Errichtung auf die Füße tritt und wie man mit den damit verbundenen vorübergehenden Einschränkungen persönlicher Freiheit umgeht.

Wenn ich sehe, wie bereitwillig wir massenhafte Datenerfassung, Rasterfahndungen, Vorratsdatenspeicherung, Lauschangriffe usw. hinnehmen, wenn man uns nur richtig Angst macht, dann denke ich, dass man mit Aufklärung auch ein gewisses Grundverständnis für eine notwendige vorübergehende Einschränkung erreichen kann.

Ein weiteres Problem ist, ob es möglich ist, eine alternative Gesellschaftsordnung mit einer anderen Produktionsweise inmitten einer kapitalistischen Umwelt erfolgreich aufzubauen.

Eine zum Kapitalismus alternative Produktionsweise müsste sich im Wettbewerb der Arbeitsproduktivität beweisen. Da ist eine Produktionsweise, deren Ziel Bedürfnisbefriedigung aller Menschen ist, natürlich unterlegen gegenüber einer Produktionsweise, deren Ziel ausschließlich Profit ist und dazu auch gut mit Massenelend leben kann.

Die Arbeitsproduktivität ist die Stärke und gleichzeitig der Sargnagel des Kapitalismus. Eine Stärke ist sie, wenn man es nur auf den Wirtschaftssektor bezogen betrachtet. Gesamtgesellschaftlich im nationalen Rahmen und erst recht im globalen Rahmen ist sie ein Problem.

Im Kapitalismus wird steigende Arbeitsproduktivität immer mehr Menschen vom Wirtschaftsprozess ausschließen, weil die Arbeitsproduktivität nicht nur stärker steigt als die Wirtschaft wächst, sondern weil Arbeitsproduktivität unbegrenzt wachsen kann, die Wirtschaft aber nicht.

Daraus ergibt sich folgerichtig, dass immer mehr Menschen als Kostenfaktor aus dem Wirtschaftsprozess ausgeschlossen werden und ihr Leben als Almosenempfänger auf niedrigst möglichem Niveau fristen müssen. Eine solche kapitalistische Wirtschaftsweise kann man nicht als funktionierend betrachten.

Eine alternative Wirtschaftsweise muss also dafür sorgen, dass die Segnungen hoher Arbeitsproduktivität allen Menschen zuteilwerden. Das geht über gerechte und letztlich über gleichmäßige Verteilung des Reichtums.

Das würde gleichzeitig auch Humanpotenzial freisetzen für soziale Belange, Kunst, Kultur und auch Wissenschaften, die sich in einem markt- und profitorientierten System nicht unterbringen lassen.

Wir werden den Kapitalismus noch eine ganze Weile behalten, denn er muss die Globalisierung voranbringen und eine gewisse Nivellierung der Lebensumstände bewirken, was für große Teile der Welt eine Anhebung, für uns aber eine Absenkung bedeuten wird.

Dann wird der Kapitalismus immer deutlicher an seine Grenzen stoßen und sich mehr und mehr als Bürde für die Menschheit herausstellen. Dann wird er auch abgeschafft werden.

Tja, mit den vorübergehenden Einschränkungen ist das so eine Sache. Sie tendieren leider oft dazu, nicht vorüberzugehen.

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@earnest

Na ja, wenn man die Einschränkungen der Freiheit sieht, die wir uns hier bereits gefallen lassen und dann die, die mit Sicherheit noch kommen werden, stellt sich die Frage, ob das wirklich ein Verlustgeschäft wäre.

Je gefestigter ein System ist, desto weniger administrative Einschränkungen. Das ist nicht nur eine Frage des guten Willens, sondern sogar auch eine Frage der Ökonomie.

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@PeVau

Es hofft der Mensch, solang' er lebt ...

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Danke für die marxistische Predigt. Karl, er lebe hoch, hoch, hoch ... Und schönen Gruß an Sara W.

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@Bswss

Wenn es dir doch nur helfen möge. :-))

Stichworte: Hopfen, Malz

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Das Hirngespinst "Kapitalismus"??? wird manchen Wirren wohl nie ausgehen...

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Keine einfach Angelegenheit

Du alleine wirst das ganze System niemals kippen können

Und selbst wenn wir alle revoltieren würden, glaube ich dass auf lange Sicht wieder dieses System entstehen würde. Es ist zwar - da hast du recht - bei Weitem nicht das Beste, aber der Kommunismus funktioniert doch genau so wenig wenn nicht noch weniger

Was du tun kannst, um dem Kapitalismus eins auszuwischen, ist deine lokalen Händler und Geschäfte zu unterstützen, große Unternehmen wie Amazon zu meiden und Fair-Trade etc. kaufen

Würde das jeder machen sähe es auch schon besser aus

das ist bloße Tändelei und bloßer Hobbyismus, mehr nicht

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