Wieso sind gläubige Menschen sehr oft davon überzeugt, ihr Glaube wäre der einzig richtige?

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29 Antworten

ganz einfach: wer nicht überzeugt wäre, daß sein Verständnis von Religion das richtige wäre, würde diese Religion wohl früher oder später verlassen. Wer bleibt schon bewußt in einer Gemeinschaft, von der er nicht überzeugt ist?

Das ist die Verbohrtheit des Fundamentalismus. Wenn man an dem Punkt angelangt ist, sich alles mit Transzendenz und Esoterik zu erklären, kann man gar nicht mehr objektiv denken. Dann hat man sein ganzes Weltbild auf diese Steine gesetzt, die, wenn man sie entfernen oder ersetzen würde, das ganze Weltbild zu Fall bringen würden. Sie, die Fundamentalisten, könnte man niemals veranlassen, ihren eigenen Glauben zu hinterfragen, auf der andern Seite sollst du ihnen aber aus der Hand fressen.

Weil ihr Glaubensgebäude zusammenkrachen würde, legten sie logische Kriterien daran an. Der feste Glaube, insbesondere der feste Glaube verbohrter Fundamentalisten, macht das eigene Denken unnötig.

Die angebliche Exklusivität sichert in ihren Augen den direkten Draht zu ihrem Gott. Alles andere, alle Anderen - das stört da nur.

"Das Paradies sind WIR - die Hölle sind die ANDEREN."

Gruß, earnest

hallo EdNewgate, die Überbetonung des Glaubens ist ein Spezifikum der beiden monotheistischen Religionen, Christentum und Islam. Da beide Religionen nur Stiftungslegenden vorzuweisen haben, müssen sie desto heftiger von ihren Zuhörern Glauben einfordern, widrigenfalls sie barbarische Höllenstrafen zu erwarten hätten. Dieser anzunehmende Glaube muss exklusiv sein, also 'alleinwahr', sonst gäbe es ja keinerlei weitere Motive, ihn anzunehmen.

Es gibt auch spirituelle Systeme, die den (das ) Glauben als Heilsmittel völlig ablehnen, so vor allem Altbuddhismus und Yoga-Lehre. Hier steht im Mittelpunkt die Übung, das eigene Erleben.

Viktor1 15.09.2015, 23:53

Hallo,

die Überbetonung des Glaubens ist ein Spezifikum
der beiden monotheistischen Religionen,
Christentum und Islam.

Für das Christentum trifft dies nur mehr für die Religionsgemeinschaften aus der Reformation zu.(Sola fide)

Da beide Religionen nur Stiftungslegenden 
vorzuweisen haben, müssen sie desto heftiger
von ihren Zuhörern Glauben einfordern,

Die "Stiftungslegenden" des Christentums sind nur zum Teil Legenden. Außerdem sind sie für die Botschaft des  Christentum nicht relevant. Es ist genau diese Heils-Botschaft, welche überzeugt und kaum eines "Glaubens" bedarf. Der "Glaube" ist darin nicht das was zum Heil führt, sondern das Tun des Willens Gottes (bekannt als
Gerechtigkeits- = Liebesgebot) - nach Jesus ! (nicht nach den "Reformatoren")

Es gibt auch spirituelle Systeme, die den 
(das ) Glauben als Heilsmittel völlig ablehnen,
so vor allem Altbuddhismus und Yoga-Lehre. Hier
steht im Mittelpunkt die Übung, das eigene
Erleben.

Gerade der Buddhismus (egal ob "alt" oder neu) bedarf natürlich des Glaubens an ein transzendentes (Nicht -?) Sein und an die Wirksamkeit der "Wege" zu diesem transzendentem "Ziel" und an die Existenz dieses Ziels überhaupt.
Dies hat er mit dem Christentum gemein, der Glaube an dieses "Sein" (Christentum=Leben, Buddhismus= "Nichtleben" ?) und an die Wege (im Christentum der Weg) dahin.

Gruß Viktor

1
eleteroj 16.09.2015, 09:34
@Viktor1

<

p>Im Zentrum der überlieferten Jesus-Predigt steht der Glaubens-Aufruf, im Zentrum der Paulusbriefe steht die Antinomie Glauben oder Unheil - "ho de dikaios ek pisteos zäsetai - der Gerechtfertigte lebt aus dem Glauben". Lediglich Jakobus der Gerechte, rückt die Haltung ins Zentrum und bezeichnet sie als Ausdruck des Glaubens. Ein solches Glaubensverständnis ist aber nicht absolut, sondern praktisch.

Der Altbuddhismus, wie er in den Pali-Suttas dokumntiert ist, befasst sich explizit mit dem Glauben; iederholt befragt der Buddha die Zuhörer, ob sie den Dhamma nur als wahr annehmen, weil es ein Guru gesagt hat oder weil es in irgendwelchen Suttas steht oder weil es seit alters Tradition ist - oder ob sie es aus eigenem Üben, eigenen Wahrnehmen als wahr erkannt haben. śraddhā wird nur im Hinduismus im Sinn von 'Glauben (für Wahrhalten ontologischer Sätze) gebraucht. Im Altbuddhismsus wird es gebraucht als eine Zuversicht, dass Heilung, Befreiung vom Leiden prinzipiell möglich ist. Das hat mit religiösem Glauben nicht das geringste zutun. Es ist lediglich die positive Voraussetzung, sich in die Realität des eigenen Geistes zu versenken. Es gibt in Ostasien religiös praktizierten Mahayana-Buddhismus, der Glauben an heilende Gottheiten kennt; mit der ursprünglichen Lehre Buddhas und den Yogalehren des Patanjali hat dies nichts zu tun. Ist für die oben gestellte Frage aber ohne Belang.

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Viktor1 17.09.2015, 18:11
@eleteroj

Hallo,

Im Zentrum der überlieferten Jesus-Predigt steht
der Glaubens-Aufruf,

So wie du das rüber bringst, ist das ziemlich sinnentleert - Unsinn.
"Glaube" hat ein Bezug. Wenn Jesus "Glauben" anmahnt, dann doch im Sinne von Vertrauen in seine Heilsbotschaft und nicht als Selbstzweck.
So steht auch diese im Mittelpunkt seiner "Predigten", durchgehend in den Evangelien als Heil durch "gerechtes" TUN. (z.Bsp.Mt.25,32-48)

im Zentrum der Paulusbriefe steht die Antinomie 
Glauben oder Unheil - "ho de dikaios ek pisteos
zäsetai-der Gerechtfertigte lebt aus dem Glauben

Meinst du Gal.5,6

6 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.
Dem kann ich so nur zustimmen.

Lediglich Jakobus der Gerechte, rückt die 
Handlung ins Zentrum und bezeichnet sie als
Ausdruck des Glaubens.

Wieso "lediglich" ?. Genauso wie Jesus und Paulus.

Ein solches Glaubensverständnis ist aber nicht 
absolut, sondern praktisch.

So ist Jesus halt, so ist seine Botschaft. Kann sein das dir dies nicht passt.Du bist wahrscheinlich involviert in eine Religionsgemeinschaft
aus der Reformation. Da steht "Glaube" für sich allein (Sola fide) als Weg zum Heil und der Bezug ist das "Erlösungs- (Versöhnung-) Werk Christi".
Das Blöde ist nur, daß Jesus selbst davon keine Kenntnis hatte.
Was dies alles mit Buddhismus u.a. zu tun hat ist nicht nachvollziehbar.
Gruß Viktor

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eleteroj 23.05.2016, 10:36
@Viktor1

hallo Viktor1, nein, ich bin nicht involviert :) mein Thema oben war die Worthülse "Glauben", über die so heftig gestritten und gekämpft wurde, ohne dass man sich drauf verständigt, was eigentlich jeder dieser Variablen "Glauben", "Gott" usw usw für Inhalte und Werte zuschreibt.

Der Glauben Abrahams beinhaltet das eine, Jesus, Paulus oder Jakob der Gerechte verwenden ebenfalls das Wort Glauben völlig unterschiedlich. Wenn wir Glauben als das "Für Wahrhalten" bestimmter Glaubenssätze verstehen, wie etwa im Sunnitentum oder bei Luther, dann ist der Zusammenhang bzw Kontrast zur Buddhalehre deutlich:

Buddha verwirft ein solches Glauben=Für wahrhalten grundsätzlich, wenn es nicht durch eigene Übungspraxis, durch Vernunft und hohe Ethik bestätigt und als Richtig=Heilsam wahrgenommen wird.

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Ich bin doch nicht davon überzeugt dass mein Glaube der einzig wahre ist. Ich glaube auch tief daran dass mein Team beim Sonntagsspiel 3 Punkte mit nachhause nimmt. Glaube ich so fest dass ich sogar einen 5er beim Wettanbieter drauf gesetzt habe (die Quote war gut). Genauso legitim ist es aber auch zu glauben dass der Gegner die Punkte mit nachhause nimmt...wenn ich mir nur den Sturm unserer Mannschaft anschaue, die treffen einen Scheunenpforte nur an Schaltjahren wo Weihnachten und Ostern auf den gleichen Donnerstag fallen....von daher, vielleicht ist dann doch naiv an den Sieg zu glauben...weil das Spiel ist ja an einem Sonntag.

Wird einem Menschen von klein auf immer wieder gesagt, das etwas "so und nicht anders" ist, dann wird es das irgendwann als "Wahrheit" akzeptieren. 

Beispiel: Wir lernen als Kinder, daß der Himmel blau ist. Behauptet jetzt jemand, der Himmel sei grün, werden wir diese Behauptung zurück weisen.

Ungefähr so stellt sich auch die Diskussion zwischen einem Gläubigen und einem Atheisten dar.

Diese Indoktrination muss nicht unbedingt religiöse Inhalte haben. Siehe Hitlerjugend und Volkssturm.

Die Gedanken und Handlungen der Menschen kennen nur,ein Glaube oder ein Unglaube.Das es aber jenseits unseres Denkens und Verstand eine Wahrheit gibt, die unser primitives sterbliches Denken ohnmächtig aussehen lässt ,darauf kommen wir nicht o. vielleicht sehr selten. Doch die Verstandillusion mit meinem "Ich" möchte sich durchsetzen um jeden Preis ,der andersdenkende muß Unrecht haben .egal wie.Sonst bin ich ja falsch programiert, Sonst sind meine Gebete Worte Bücher Erlebnisse bedeutungslos,und meine Eltern Lehrer Bezugspersonen ebenfalls.Er sagt :"Ich kenne Gott" Ich bilde Ihn mir nicht ein. Ich glaube an meine Religion ,usw.So sind, seit es Menschen gibt ,die Gedanken :Recht haben um andere ins Unrecht zu setzen. Nicht aus Logik, sondern aus egomanen vom Verstand entwickelten Ichgefühle.Da die Menschen Geschichten und Dramas mögen benutzen die Religionen diese Leidenschaft und hält uns als wichtigstes Glaubensbeweisstück, ein Buch mit spannenden Geschichen vor Augen .Alle Zweifel an dem vielleicht guten Buch, wird als verwerflich und kätzerich dargestellt,und sollte mit ewiger Verdammnis oder hoher Srafe geandet werden.(Lt Religionsverwalter) Andererseits bekommt man bei einigen Religionen ,bei einer Bekehrung oder Reue 1Sekunde vor Lebensende, die ewige Seeligkeit. Man sieht was man mit Denken und manipulierten Denken alles machen ja sogar erschaffen kann.Alles ist so aufgebaut ,dass man nach Auffassung der Religion für sich (also fürs Ego) Punkte machen kann.Nur der arme Teufel der die Menschen verführt ,dem wird nie verziehn,der muss ewig brennen.Weil die Liebe es so will.

Weil das den ganzen Klumps, Dings und hast du nicht gesehen am Leben hält. Es wäre doch fast schon gefährlich liberal eine andere  religiöse Meinung zu akzeptieren und sie nicht wie gewöhnlich in die Hölle zu wünschen.

Der absolute glaube an die Wahrheit ist der Kokon der Gläubigen dessen Religionen auf Abgrenzung aus sind und sich höher als die "gewöhnlichen" Menschen stellen wollen, denn was können schon die Leute einem anhaben, wenn man die Wahrheit gepachtet hat und schon selige Gedanken ans Paradies hegt.

Also die Sinnhaftigkeit einer Religion würde grundsätzlich im Zweifel stehen, wenn die jeweiligen Religionsanhänger nicht "voll" dahinterstehen würden...

Stell dir mal vor ein Jude, Christ, oder Muslim... ebenso wie Buddhist, Hindu.. Lichtarbeiter und Esoteriker...ZJ, Mormonen etc.... würden sagen:

Tja... tjahaaaa... irgendwie glaube ich daran.. aber es könnte auch falsch sein "

eine "sachliche" Beantwortung kann es nicht geben, da "Glaube" "Glaube" ist....

und das bedeutet ( konsequent verfolgt )..und konkret 

jemand glaubt an etwas... ( also hält es für "wahr"...)

Jemand glaubt an einen nicht nachweisbaren Gott... durch eine nicht als "wahr" beweisbare Lehre....

also ein "Gefühl"


Weiter:

Was bewegt "die Menschen" am meisten ?

Ist es die Wissenschaft ?

Sind es materielle und greifbare Dinge ?

sind es die beweisbaren Dinge ?

ODER:

sind es die Gefühle ?

Was bringt einen Mann dazu, nachts umherzuschleichen, und zu schauen, ob sich seine Frau wirklich bei ihrer "besten Freundin" zur Übernachtung aufhält ?

Logik, Vernunft.. oder "Gefühl" ???

Was bringt eine Frau dazu, sich stundenlang mit "Intrigen" zu beschäftigen... um Jemanden "Schaden" zuzufügen ?

Logik, Vernunft.. oder "Gefühl" ???

Was bringt einen Mitarbeiter dazu, sich stundenlang "Pläne" zu machen.. wie er dem verhassten Chef eins "reinwürgen" kann ???

Logik, Vernunft.. oder "Gefühl" ???

Was bringt einen "Gläubigen" dazu, seinen Glauben als den "wahren Glauben" zu titulieren ?.. ( und den ggf über "Leichen" zu verteidigen ...)

Logik, Vernunft.. oder "Gefühl" ???


Antwort auf Deine Frage aus meiner Sicht:

Es ist aufgrund eines "Gefühles"... etwas nicht wiegbarem, nicht messbarem... aber dennoch in den Auswirkungen heftig "spürbarem"....

P.S.

mit "nicht wieg/messbar"... meine ich:

ein Mensch, der viel Gefühl hat, oder einen großen Glauben....wiegt nicht eine Tonne.. oder ist 10 meter größer als andere Menschen

PPS.:

Daher die kühne Behauptung:

Menschen agieren und reagieren aufgrund von unsichtbaren und nicht messbaren Dingen.... wie Gefühl, Glaube,Neid, Liebe, Eifersucht, Hoffnungen... etc....

und... je weniger etwas "beweisbar, messbar, erwiegbar".. etc.. ist... umso mehr muss sich der einzelne Mensch in die 

Überzeugung flüchten, dass sein Glaube, seine Ansicht, seine Hoffnung....

"die Wahrheit" sei

Ein Fan von Bayern München ist doch auch überzeugt diese Mannschaft sei die Beste, obwohl das auch die jeweiligen Fans anderer Fußballclubs auch behaupten.

Du meinst ja auch der Atheismus sei die beste Glaubensvorstellung, das liegt eben in der Natur der Sache, denn aus wissenschaftlicher Sicht gibt es weder eine Begründung für den Atheismus noch für einen oder mehreren Göttern

Kommt drauf an, denke ich (auch Atheistin). Wenn eine Person so aufgewachsen ist, und ihr ganzes Leben lang schon von klein auf eingetrichtert bekommt "Unsere Religion ist die richtige, die anderen sind Schwachsinn.", dann kann diese Person ja nichts dafür, dass sie so denkt. Auch bin ich der Meinung, wenn man Kinder von Geburt an NEUTRAL erzieht, und ihnen dann mit z.B. 16 von einem Gott oder so erzählt, sie viel wahrscheinlicher NICHT an einen Gott glauben würden.

Wenn einem eine Religion so richtig eingetrichtert wurde, inklusive dem Verbot jemals das Gelernte anzweifeln zu dürfen, weil schon der Hauch des Zweifels angeblich schlimmste Höllenstrafen nach sich zieht, dann werden die meisten Menschen sich auch nicht trauen, darüber hinaus zu denken.

Es ist genauso, wie wenn ein Kind zu einem anderen sagt: "- Und meine Mama ist die Beste!"

Wobei das natürlich für jedes einzelne Kind stimmt. Nur ist halt die Mama nur für das eigene Kind die Beste; das andere Kind hat seine eigene "beste"Mama.

Irgendwie scheint alles, ein Wettstreit zu sein, komischerweise, eben auch die Religionsgeschichten.

Jede Religion, aber ganz besonders die abrahamitischen nehmen für sich in Anspruch, die einzig wahren zu sein. Jeder will halt recht haben und behalten; es wird das Trennende gesehen und das Verbindende, das Einende  übersehen - leider, leider. Und die Waffenindustrie reibt sich die Hände.

Hallo,
sind nicht auch Atheisten oft davon überzeugt, daß ihre "spezielle Sicht" richtig ist ? Wäre dies nicht so, müßten sie eben das richtige suchen.
Es ist aber tatsächlich so, daß viele (religiöse) "Schriftgläubige" fanatisch ihren Glauben als einzig richtig ansehen. Dies kommt daher, daß zuerst geglaubt wird, daß diese Schriften von Gott inspiriert seien, und deshalb unfehlbare Aussagen enthalten. Daraus wird sich oft selektiv was angelernt oder den "Propheten" (im weitestem Sinne) von Religionsgemeinschaften geglaubt.
Dies ist dann Glaubensüberzeugung - kaum zu kippen.
Es gibt aber hier auch Überzeugungen, welche sich aus nachvollziehbaren Botschaften in den Schriften ergeben.
Eine solche Botschaft ist die von Jesus aus den Evangelien, welche eben nachvollziehbar ist.
Es gibt z.bsp.für mündige Christen keinen  Handlungsbedarf etwas anderes
für "richtig" zu halten, was eben nicht nachvollziehbar ist.

Was gibt euch also die Überzeugung das euer Gott real 
ist und nicht ein von Menschen erfundenes Konstrukt ?

Das ist deine eigentliche Frage und die erste nur vorgeschoben.

Ich möchte mit dieser Frage niemanden ........ 
zum Atheismus bekehren.

Oh doch. Du möchtest mit den falschen Fragen und falschen Argumenten zum "Nachdenken" bewegen, daß doch jeder Glaube (besonders der an Gott)
völlig hirnrissig sein muß. Ein ziemlich "scheinheiliges" Vorgehen.
Auch im profanen Bereich gibt es zu dem gleichen Problem oft unzählige Antworten und Überzeugungen zu "Lösungen" dazu, von unzähligen Parteien (i.w.Sinne) unterschiedlicher Weltanschauungen.
"Gläubige" sind da auch nicht anders. Daß deren "Überzeugung" sich auf ein transzendentes Sein ausrichtet ändert prinzipiell nichts daran.

Gruß Viktor

kalippo314 15.09.2015, 23:48

Hallo,
sind nicht auch Atheisten oft davon überzeugt, daß ihre "spezielle Sicht" richtig ist ? Wäre dies nicht so, müßten sie eben das richtige suchen.

Eigentlich nicht.

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Wieso sind gläubige Meschen sehr oft davon überzeugt Ihr Glaube wäre der einzig richtige?

Meiner Meinung nach nach dem Gesetz der Logik! - Ohne die Überzeugung, der eigene Glaube sei der Richtige, hat kein religiöser Glaube sein notwendiges Fundament. Religiöser Glaube ist schließlich etwas mehr, als der reine Begriff im Alltag hergibt.

Es geht eher um verschiedene Wege zum selben Ziel.

Klar, dass sich jeder den Weg aussucht, von dem er annimmt, er sei für ihn der beste. Nur Ängstliche sprechen den anderen auch noch ab, dass auch sie auf einem richtigen Weg sein können.

Die meisten Autofahrer schwören ja auch darauf, dass das von ihnen gekaufte Auto das beste ist. Merkwürdig, dass es trotzdem so viele Autotypen gibt (auch in derselben Klasse).

Die Wissenschaft mit ihren beschränkten Methoden kann natürlich keinen Gottesbeweis führen. Am weitesten führt noch die Statistik: Je mehr man herausfindet, wie sehr alles im Makrokosmos und im Mikrokosmos geordet ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das alles nur durch Zufall entstanden ist. Die Berufung auf Naturgesetze ist keine Erklärung, sondern verweist ja gerade vom Begriff her schon auf einen Gesetzgeber.

earnest 16.09.2015, 11:28

Die Schein-Analogie am Schluß Deiner Antwort ist deutlich unter Deinem Niveau, Rudolf.

Der statistische "Fast-Beweis" auch.

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Ich bin Hindu und erkenne alle anderen Religionen genauso an wie meine. Laut meiner Auffassung ist nur die Religion die einzig wahre, die am Besten zu einem selbst passt.

Wenn jemand von seiner Religion überzeugt ist, meint er zumindest, dass es für ihn die richtige ist. Der Schritt von für mich bis zu alleinseligmachend ist aber sehr klein.

Hallo EdNewgate,

"wieso"   fragst Du, "sind gläubige Menschen sehr oft davon überzeugt,  Ihr Glaube wäre der einzig richtige"  -  doch bedenke bitte . . "   welchen Sinn es denn machen würde  -  oder welche Motivation einen Menschen bewegen könnte, an etwas zu glauben, von dem er nicht sicher hofft, dass es richtig sei?

Auch wenn diese Annahme nur auf lieb gewonnenen Traditionen beruhen sollte?

Daraus ergibt sich für den "normalen" Gläubigen der Schluss, dass abweichende  Glaubensansichten nicht wirklich richtig sein können. 

Da ein solcher in aller Regel und zu allem Überfluss auch noch seinen eigenen Glauben weder schlüssig erklären noch begründen kann, bleibt als einfachste Alternative alles so, wie es ist.

"Abwarten und schauen, was daraus wird . . ."

Wie ich zu dieser Einschätzung komme, will ich Dir gern verraten:  Als Zeuge Jehovas habe ich in den letzten sechzig Jahren mit tausenden von Menschen über ihren Glauben gesprochen . . . mit dem geschilderten Ergebnis.

Ist es aber wirklich so, dass sich nicht herausfinden lässt, ob ein Glaube wirklich gut fundiert oder nur eine Wunschvorstellung ist?

Und stimmt die Vermutung, dass "Glauben" die Bedeutung von "nicht wissen" hat?

Die Bibel lehrt das nicht. 

Gottes Wort erwartet weder einen blinden Glauben noch erwartet sie Leichtgläubigkeit.  Stattdessen ist der Glaube, den die Bibel wirklich lehrt (wenn man also genau hinschaut)  "die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge und der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten, die man [noch] nicht sieht." (nachzulesen in Hebräer 11:1)

Und meine jahrzehntelange Erfahrung bestätigt genau das.

Auch Wissenschaftler haben sich davon überzeugt und überzeugen sich immer wieder.  Ein Beispiel verlinke ich Dir hier:

„Ich bin überzeugt, dass es einen Schöpfer gibt“

ist der Titel eines kurzen Interviews mit Frédéric Dumoulin.

Er wollte von Religion eigentlich nichts mehr wissen und wurde Atheist. Wie ihn ein Studium der Bibel und sein Studium der Gestaltung lebender Organismen davon überzeugt hat, dass es einen Schöpfer gibt, schildert er hier:

https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/g201404/frederic-dumoulin-interview/#?insight[search_id]=a7f59991-8be2-40c9-89af-8657859e02be&insight[search_result_index]=17

In ähnlichem Sinne habe ich hier bei GF zu dem folgenden Thema mal Stellung genommen:

Welche Religion ist die richtige Religion?       

http://www.gutefrage.net/frage/welche-religion-ist-die-richtige-religion#answer-57111478

Vielleicht helfen Dir einige dieser  Denkanstöße bei Deinen Recherchen etwas weiter

Alle Gute

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naja.... du bist ja bestimmt auch überzeugt davon dass es keinen Gott gibt oder? Weil du vermutlich bisher nie etwas von Gott erfahren hast. 

Gott hat mich verändert deswegen glaube ich an ihn. Ich erfahre Gott persönlich deswegen bin ich überzeugt davon dass er existiert und mein glaube der richtige ist. Gott gibt mir halt antworten auf meine fragen... er gibt mir das gefühl nie alleine zu sein und keine Angst zu haben. Ich habe mein Leben in seine hände gegeben und vertraue ihm egal was passsiert. Bis jetzt hat er mich nie im stich gelassen. 

Ohne Gott erfahren zu haben ist es durchaus schwer an ihn zu glauben. Aber ich denke wenn man sich nur mal die Natur betrachtet. Unser Körper und all die Dinge. Da muss einfach etwas grosses dahinter stecken. Alles hat seinen Platz, alles nimmt seinen lauf.... es stimmt einfach alles dass wir Leben können. Also ich weiss nicht. Für mich ist alleine dass Beweis genug. 

LG :-)  

Schoggi1 15.09.2015, 20:24

Ach ja und ich denke dass man den wahren Gott (der einzige Schöpfergott) Auch in anderen Religionen finden kann. Ich kenne z.B Muslime die Gott genauso beschreiben wie ich es als Christin tue.... obwohl der Koran ihn eigentlich anders beschreibt. Aber sie kennen Gott weil sie ihn im Herzen erfahren haben. 


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mychrissie 30.11.2015, 23:15

Wenn Gott wirklich groß ist, pfeift er auf Deinen lächerlichen Glauben ebenso wie auf meinen lächerlichen Atheismus.

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Schoggi1 01.12.2015, 07:22
@mychrissie

Nein... er hat uns so ernst genommen dass er für uns am kreuz den tod auf sich nahm...

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sarahj 04.12.2015, 16:39
@Schoggi1

wie, ich dachte er wäre wieder auferstanden?
Gilt es dann auch als Opfer?
Wegen der 3-Einigkeit wusste er es ja auch schon vorher, daß alles gut ausgeht.
mhm - dann war das eigentlich nur eine Show, etwa so wie bei einem Magier im Fernsehen, wenn schöne Mädchen zersägt werden...

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