Wie kann man bloß so viel von Studenten verlangen?

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7 Antworten

Ich glaube einfach, dass viele Studenten (zugegebenermaßen auch manche Professoren) noch nicht so ganz das eigentliche Konzept vom Studieren verstanden haben.

Wenn man euch ein 250 Seiten Skript gibt und sagt "ihr müsst können was da drin steht" heißt das nicht, dass ihr 250 Seiten auswendig in euren Kopf ballern sollt, sondern dass ihr ein übergreifendes Verständnis für die ganzen Inhalte erlangen sollt und spezielle Themen (die werden meistens genannt oder sind aus den Vorlesungen ersichtlich) eben auch in der Anwendung beherrscht.

Im Studium geht es mehr darum zu kapieren: Was lerne ich da? Wozu lerne ich es? Was gibt es alles für Bereiche? Wie hängen die Bereiche zusammen?

Und das ist reines Verständnis, das sollte wirklich nichts mit dem klassischen Lernen im Sinne von "Zusammenfassung + auswendig lernen" zu tun haben.
Das kommt erst bei wichtigen Anwedungsgebieten / grundsätzlichen Konzepten (je nachdem, wie praxislastig der Studiengang ist).

Und wenn man danach geht, ist es selten so viel, dass es einen wirklich überfordern würde. Und so hat das Studium auch wirklich Sinn, weil es dir für später wirklich was bringt.

Das Konzept "ich lerne alles was uns der Prof gibt auswendig und leide dadurch an extremen Stress und vergesse nachher alles wieder" ist dagegen in der Tat nicht sinnvoll - glaube das wird aber zum größeren Teil durch die Studenten selbst verursacht, die das alles nicht richtig einschätzen können. Leider gibt es aber auch Profs, die sowas durch ihre Notenvergabe ins Leben rufen. Läuft eben nicht alles so ideal.

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Das Studium ist die Zeit, in der sich ein Studierender größtenteils selbst Wissen zu bestimmten Themen aneignen soll - unterstützt durch die Anregungen aus Vorlesungen, Seminaren, Übungen, Praktika...

Skripte sind meistens nur die Zusammenfassungen des in einer Vorlesung vorgestellten Stoffes - enthalten manchmal Literaturhinweise für das weiterführende Selbststudium, Literaturrecherchen etc....

Die Zeit, in der in Prüfungen lediglich der behandelte Unterrichtsstoff abgefragt wird, ist mit der Schulzeit zu Ende gegangen.... Wer sich keinen höheren Anforderungen stellen mag oder kann, ist an einer Hochschule sicher fehl am Platz.....

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Du machst hier ein riesiges Fass auf. Ich hatte das Glück noch in der letzten Phase vor dem "Bolognese"-System zu studieren und bin bis heute der Auffassung, dass es nicht nur um Wissensvermittlung, sonder auch um die Bildung einer eigenständigen, selbst denkenden Persönlichkeit geht.

Die Realität ist, dass den Studierenden mit Absicht zu viel abverlangt wird, um eine Art Quote zu erfüllen, damit die höheren Semester nicht überlaufen werden. Auch sind die neuen Methoden der Wissensvermittlung m.E. verschult und oberflächlich. Gern wird das Bild vom "Bulimielernen"  gebraucht, was nichts anderes heißt, als sich Wissen "anzufressen" um es in der Klausur "auszukotzen" und dann zu vergessen.

Es wird zu viel von den Studenten verlangt? Ja, nämlich stumpfes Lernen und auskotzen. Es wird zu wenig verlangt? Ja, auch das ist richtig. Nämlich Zeit zur Reflexion um ein ganzheitlicher, nachdenklicher Mensch, eben ein Akademiker zu werden.

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Ich habe selbst die Hopchschulreife auf dem zweiten Bildungsweg erlangt und musste auch sehr büffeln um z. B. die Rückstand in Mathematik aufzuholen (im Studium ging man von Matheleistungskurs aus, wie das nieveau im zw. bildungsweg ist, weißt DU).

Da muss man einfach durch.

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Das nennt man natürliche Auslese.

Das Abitur ist heutzutage immer leichter zu bekommen. Praktisch jeder kann das schaffen, wenn man sich anstrengt.

Die richtige Auslese beginnt erst an der Uni.

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Was für ein Studiengang ist das denn? Meistens ist der Fehler, dass man die Skripte versucht auswendig zu lernen, anstatt sie zu verstehen. 
Meiner Meinung nach muss das Niveau an den Unis schon hoch gehalten werden, sonst haben wir bald eine Bachelor-Master-Inflation. 

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Also ich finde das System gut. Da wird halt die Spreu vom Weizen getrennt.

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