Wie kann man anderen Leuten erklären, dass man wegen Depressionen morgens nicht aufstehen kann?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Ich würde es zunächst nur schildern, wenn es wirklich gute Freunde sind. Bei weniger guten Freunden oder Bekannten kannst du nicht auf viel Verständnis hoffen und dazu ist es heikel, solche Informationen frei kursieren zu lassen.

Ich denke, dass deine Freunde es am ehesten verstehen, wenn du es ihnen genau schilderst. Wenn du ihnen zum Beispiel sagst, dass dich in der Früh die Traurigkeit und Verzweiflung übermannt oder du nicht weißt, woher du die Kraft für einen weiteren Tag bekommen sollst. 

Du könntest es auch mit Metaphern versuchen. Also, z.B.: "Die morgendliche Traurigkeit trifft mich mit einem Schlag und rammt mich in das Bett." oder "Es ist, als wären meine Arme und Beine festgebunden oder nicht vorhanden".  

Es kann aber auch helfen, wenn du umgekehrt deinen Freunden Verständnis entgegen bringst. Oftmals versuchen Nicht-Depressive die Depressiven damit aufzubauen, dass sie ihnen zeigen, das nicht alles an der Depression liegt und der Depressive doch eigentlich ganz normal ist. Dazu kann es auch manchmal ganz schön nerven, Kontakt zu Depressiven zu haben, weil der Nicht-Depressive sich ständig gezwungen fühlt, seine eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. 

Vielleicht wollen sie dir ja nur mitteilen, dass du dir keine Sorgen machen musst, weil sie ja schließlich auch nicht aus dem Bett kommen? Oder vielleicht wäre es schön, wenn du sie mal fragst, warum sie denn nicht aus dem Bett kommen und was dabei in ihnen vorgeht? 

Mir wurde es in der Klinik mal beschrieben, dass es während einer mittelschweren Episode so ist, als wären Arme und Beine gebrochen. Hat mein Umfeld aber trotzdem nicht verstanden

Ja leider. Aber wenn die Leute deine Knete wollen, dann sind die so nett..

0

Deine Frage sollte eher lauten wie du das Gefühl wieder los wirst.

Psychotherapeut/in und ggfs Psychiater/in

Es lohnt sich.

Was möchtest Du wissen?