Wie kann man an sich selbst Depressionen/Borderline feststellen?

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11 Antworten

Grundsätzlich muss eine Fachperson eine Diagnose fällen, eine Selbstdiagnose ist nicht möglich. Was ich jedoch tun kann, ist dir einige Anhaltspunkte zu geben.

Es gibt zwei grosse Diagnosewerke auf der Welt. Das ICD-10 der Weltgesundheitsbehörde WHO wird in der westlichen Welt vor allem in Europa angewandt. Das DSM-5 der APA (Amerikanischer Psychiatrie Verband) vor allem in Nordamerika.

Diese Diagnosewerke halten die medizinisch-wissenschaftlichen Kriteren fest die "erfüllt" werden müssen, damit es zu einer Diagnose Depression oder Borderline kommt.

Bezüglich Depressionen ist vor allem das ICD-10 interessant. Es unterscheidet zwischen 3 Haupt- und 7 Nebensymptomen. Für eine leichte Depression müssen mind. 2 Haupt- und 2 Nebensymptome während mind. 2 Wochen dauerhaft und in ausreichender Stärke vorhanden sein. Für eine mittelschwere Depression mind. 2 Haupt- und 3-4 Nebensymptome und für eine schwere Depression 3 Haupt- und 5 oder mehr Nebensymptome.

Hauptsymptome einer Depression nach ICD-10

  • Depressive Stimmung, in einem für die Betroffenen deutlich ungewöhnlichen Ausmass, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentlichen unbeeinflusst von den Umständen.
  • Interessens- und Freudeverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren.
  • Verminderter Antrieb oder erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome einer Depression nach ICD-10

  • Verlust des Selbstvertrauens oder Selbstwertgefühls
  • Unbegründete Selbstvorwürfe oder ausgeprägte, unangemessene Schuldgefühle
  • Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid sowie suizidales Verhalten
  • Klagen über oder Nachweis eines verminderten Denk- oder Konzentrationsvermögens, Unschlüssigkeit oder Unentschlossenheit
  • Psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung (subjektiv oder objektiv)
  • Schlafstörungen jeder Art
  • Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung

Patienten erwähnen ebenfalls eine vielzahl anderer Symptome, welche nicht im ICD-10 aufgeführt sind. Dazu gehören vor allem Hoffnungslosigkeit, Depersonalisation/Derealisation, sexuelles Desinteresse und körperliche Beschwerden (z.B. Schmerzen).

Bezüglich Borderline ist vor allem das DSM-5 interessant. Es listet 9 Symptome auf, von denen 5 erfüllt sein müssen, damit es zu einer Diagnose "Borderline" kommt.

  • Hektisches Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden.
  • Ein Muster instabiler und intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, dass durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
  • Ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
  • Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen (z. B. Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, „Essanfälle“)
  • Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
  • Emotionale Instabilität infolge einer ausgeprägter Stimmungsschwankungen (z. B. Depressionen, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
  • Chronische Gefühle von Leere.
  • Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
  • Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.

Hoffe konnte dir weiterhelfen...

PS. Bin von Depressionen betroffen, aber nicht von Borderline.

Du selbst solltest bei dir gar nichts feststellen. Menschen neigen dazu, Fakten zu verdrehen und sie somit den eigenen Theorien anzupassen. Deshalb ist "Ich glaube, ich hab das und das" ein denkbar schlechter Ausgangspunkt für die Eigenanalyse. Diagnosen stellen überlässt man den Leuten, die dafür geschult wurden und sich bestenfalls noch spezialisiert haben. Punkt.

Wenn du das Gefühl hast, etwas stimmt nicht mit dir, dann geh zu einem Psychologen und lass dich untersuchen. Mehr als eine Diagnose hast du nicht zu befürchten.

Selbstdiagnosen sind immer zweifelhaft und meist unpräzise, einmal aufgrund der Selbstwahrnehmng, zweitens durch deinen (vermutlichen) Mangel an Fachkenntnis, die über Seiten wie Wikipedia hinausgeht.

Und mit psychischen Erkrankungen ist es wie mit physischen: Wenn du die Symptome durchliest, hast du plötzlich so ziemlich alles.

Ich hatte selbst eine Phase, in der ich mich mit so ziemlich allen bekannten Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert habe, aber außer einer leichten autistischen Spektrumsstörung hat meine Psychologin nichts festgestellt.

Ansonsten kann ich dir nur sagen, dass ich eine Bekannte habe, der vor kurzem Borderline diagnostiziert wurde und ich persönlich habe als Hauptsymptom beobachtet, dass sie oft bei wirklichen Kleinigkeiten, wie einem spitzzüngigen Kommentar eines Lehrers oder sowas, wütend wird oder in Tränen ausbricht und manchmal einfach nach Hause geht.

Später ist sie dann wütend auf sich selbst, weil sie wieder die Kontrolle über ihre Emotionen verloren hat.

Wenn dir das bekannt vorkommt, könntest du beim Psychologen ja einfach mal deine Vermuting äußern. Sonst würde ich einfach hingehen, Symptome schildern und mit ihm reden und irgendwann wird er dir schon sagen, ob und was mit dir los ist.

Und was wäre wenn man sich selbst verletzen würde

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Ich könnte einiges drüber sagen, aber hier sind die neunmal klugen angeblich besser Informiert als die PK selbst.

Daher will ich nicht viel sagen und halte mich bedeckt, das einfachste und beste was du machen kannst ist das du deine Symptome in Google eingibst.

Und schaust ob du dich da wiederfinden tust, und warum du so handelst/bist etc. Würde nicht unbedingt zum Psycho Doc.

wie die meisten ein immer Auffordern hin zu gehen, du selbst kennst dich am besten und wenn du dich erkundigen tust im Internet. Lernst du dich selbst auch besser kennen, es kann dir also nur selbst zu guten kommen!!

Viele Symptome können aber auch Rückschluss auf andere Krankheiten geben. Daher ist das Googlen von Krankheiten nicht immer von Erfolg gekrönt.

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@Nextdoor1993

KANN es ja, aber es gibt Anhaltspunkte und diese kann niemand um streiten. Man muss sich selbst finden, und wenn man richtig sucht und alles durch forschen tut findet man Anhaltspunkte.

Jeder muss und sollte sich besser kennenlernen, und dies gibt den Menschen die Möglichkeit dazu. Ich würde also es nicht so schlecht reden wie du es grade versuchst!! Es gibt einige denen hat es geholfen, nicht alles was drin steht ist schlecht.

Schlecht reden ist auch einfacher als sich mal zu Informieren, also lass es gut sein.

 

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Wenn wir das alle bei uns selbst feststellen könnten, wozu sollten dann Psychologen und Psychiater Jahre lang studieren?

Kannst du dir selbst Krebs, einen Magen-Darm-Infekt oder ähnliches diagnostizieren?

Dafür gehst du doch auch zum Arzt.

Ich verstehe nicht, wieso manche Menschen glauben, dass es bei einer psychischen Erkrankung anders sein sollte.

es gibt tests, die orientieren sich am icd10 standart. musst du mal googeln. wenn man dann glaub in fünf bereichen bejahen kann, sollte man sich mal zum psychiater begeben zwecks diagnose. die wird bei borderline aber nicht vor dem 16ten, meist erst ab dem 18ten lebensjahr gestellt. behandlungen in form von psychotherapie und medikamenten zur spannungsreduktion und antidepressiva gibts aber dennoch..


Es liegen schwere Depressionen vor sagt der test mir kann ich diesen test vertrauen:/

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@FloFusion

nun, was soll man da sagen? wenn schwere depressionen vorliegen, dann solltest du natürlich auch unbedingt einen termin beim nächsten psychiater machen. du kannst auch zum hausarzt gehen wegen der medis, aber es wäre dennoch wichtig beim fachmann -und das ist nunmal der psychiater- einen termin zu machen. der kennt sich ganz genau aus mit den medis und da gehst du kein risiko ein. falls auch große antriebslosigkeit bei dir herrscht, wäre natürlich auch der besuch einer gruppe ganz wichtig bei dir. so wirst du motiviert etwas für dich zu tun, einfach weil die anderen gruppenmitglieder aus erfahrung sprechen und du ihnen vertrauen kannst...

tägliche bewegung in der natur ist ein muss und immer wieder sich aufraffen mit menschen in echten kontakt zu treten. auch der kontakt zu tieren ist enorm hilfreich.

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Borderline lässt sich ausschließlich über Google diagnostizieren, erst recht für Kinder und Jugendliche ist das der einzige Weg.
Ist ja auch blöd, dass Psychologen und/oder Psychiater solche Diagnose erst nach langen Gesprächen und Tests diagnostizieren.
Also bleibt nur Google...
*Ironie off*

Selbst weiß man es meist erst viel zu spät. Frag mal gute Freunde von Dir.

wenn du zuviel über psychische erkrankungen liest, kann es auch passieren daß du dir dann einbildest eine erkrankung zu haben. laß es bleiben, zu versuchen dir selber was zu diagnostizieren.

sprich lieber erstmal mit deinem hausarzt.

Das kann nur ein Psychiater und Borderline wird vor dem 18ten nicht diagnostiziert. Onlinetests sind nichts wert.

Wie alt bist du und wieso glaubst du, dass du das hast?

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