Wie kann man als feinfühliger und emphatischer Mensch mit der Härte der Wirklichkeit und mit der Härte anderer Menschen gesund klar kommen?

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8 Antworten

Die Wirklichkeit war nie weniger hart als heute. In früheren Zeiten eher schlimmer. In der Antike waren die Menschen noch mehr auf sich selbst gestellt, auf die eigene Familie und Freunde. Das ist - neben den sozialen Strukturen - der Hauptgrund, warum in der antiken Philosophie die Freundschaft so sehr betont wird. Das gilt auch heute noch. Sich einen Freundeskreis Gleichgesinnter schaffen ist der "sicherste Hafen". Der Epikureismus hat das gepflegt mit Meditation, mit Freundesgesprächen zu zweit und in der Gruppe, mit gemeinsamem Feiern. Das diente der gegenseitigen Stärkung. Die Kirche hat das später mit den Glaubensgemeinschaften aufgegriffen. Goethe z.B. hat Freundeskreise gepflegt und ist dafür von Frankfurt nach Darmstadt zu Fuß gelaufen und zurück. Sich allein in die Fluten anbrandender Vereinnahmung stützen braucht viel Kraft. Man braucht immer vertrauenswürdige Menschen, mit denen man sich auf gleicher Wellenlänge austauschen kann. Viel Glück dabei.

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Kommentar von Patrickson
26.11.2016, 21:02

Deine Antwort ist sehr wohlwollend und gut! Manchmal bin ich mir dessen zu wenig bewusst, dass es sich jederzeit lohnt für freunde auch lange zu laufen um sie zu treffen! Manchmal bin ich zu faul dazu: Dein Rat ist gut! 

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Sowohl als Christ und auch als Nichtchrist oder als Atheist kann man sich noch einmal bewußt damit auseinandersetzen, was Jesus unter "dem Nächsten" verstanden hat und welcher Sinn in seinem Gleichnis mit dem barmherzigen Samariter wirklich steckt.

Danach ist in bezug auf "liebe deinen Nächsten" eben nicht der nächstbeste gemeint, den einem über den Weg läuft, sondern ausdrücklich nur jemand - egal welchen Glaubens er ist oder nicht - der einem auch uneigennützig hilft, wenn es notwendig wird. Dasselbe hat auch eine Umkehrbedeutung, nämlich, daß man auch selbst zum "Nächsten" werden kann oder auch nicht.

Macht man sich diese Gegebenheit bewußt, dann fällt es deutlich leichter, sich stark vermehrt solchen Menschen zuzuwenden, die auch selbst uneigennützig anderen Unterstützung gewähren, und sei es nur durch ein freundliches Gespräch.

Je mehr man sich solchen Menschen zuwendet, desto sensibler wird man dafür, auf solche Menschen aufmerksam zu werden. Gleichzeitig tritt das Wahrnehmen solcher Menschen stark in den Hintergrund, die sich durch Egozentrik auszeichnen.

Die Folge ist nicht, daß man nun automatisch mit jedem und allem bestens klar kommt, sondern die, daß man aufhört, dem Unpassenden ständig einen überhöhten Stellenwert zuzuschreiben, und daß man immer mehr Brauchbares findet, das dann auch Zufriedenheit zurückliefert.

Ein weiterer Punkt ist das Verstehen. Es reicht nicht ganz aus, sich aufgrund vorhandener Empathie in andere hineinzufühlen, sondern es ist notwendig, unter Berücksichtigung möglichst vieler ganz anderer Umstände, denen andere Menschen ausgesetzt sind, zu verstehen, warum sie sich so und nicht anders verhalten. Dies führt dazu, alles viel gelassener zu sehen.

Auch wer eine Ader für so etwas hat, wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit auch erst in einem fortgeschrittenen Lebensalter in der Lage sein, andere nicht einfach nur zu verstehen, sondern sie auch richtig zu verstehen.

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Kommentar von Patrickson
26.11.2016, 20:22

Danke! Du sagst wirklich wesentliches aus! Ein fortgeschrittenes lebensalter ist für emphatische und feinfühlige menschen sicher von grosser zufriedenheit geprägt. 

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Das Leben ist, wie es ist und die Menschen sind, wie sie sind. Man muss es ganz einfach akzeptieren und lernen, damit umzugehen.

Das Heer der Arschlöcher muss aber keiner vergrößern, der noch nicht verlernt hat, auch auf andere zu achten. Man sollte sich sein Wesen bewahren und den Menschen, die es verdienen, damit Gutes tun.

Ich für meinen Teil versuche, mich von allem, was mit nicht guttut, zu trennen, weil ich nicht die Gelassenheit eines Stuhles besitze und auch nicht besitzen will, mit jedem Arsch zurechtkommen zu müssen.

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Mir hilft es zu verstehen, weshalb die Welt so funktioniert. Ich bin der Meinung, dass die meisten Menschen eine gewisse Feinfühligkeit besitzen, sie jedoch im Laufe des Lebens nicht wahrnehmen wollen und somit auch blockieren.

Schau dir mal das Leben in der Natur an. Es ist hart, weil wir alle überleben wollen. Wenn du z.B das Leben eines Wildvogels mal anschauen würdest, erkennst du dahinter ein reiner Überlebenskampf. Auch die (Schutz)Mechanismen, welche Menschen aufbauen, dienen lediglich der Biologie. Ebenfalls Emphatie und Feinfühlvermögen sind überlebenswichtig.

Ein Mensch der keine Gefühle zulässt und der Welt absichtlich schadet, ist selbst gebrochen. Und hinter all diese Ignoranz, damit das "Ungerechte" auch wirklich geschehen kann, steckt meistens eine Flucht von der Realität, weil es oft nicht getragen werden möchte.
Also im Endeffekt sind die meisten Hochsensibel, lassen es aber nicht zu oder lernen Strategien es zu umgehen.
Das ist jedenfalls meine Meinung. :)

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Kommentar von Patrickson
26.11.2016, 21:19

Sich zu verteidigen finde ich völlig in ordnung, aber die Verhältnismässigkeit muss gewahrt bleiben. Wenn mein Gegner am boden liegt, haue ich ihm nicht noch meinen Schuh ins Gesicht! 

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Kommentar von Nashota
27.11.2016, 17:08

Also im Endeffekt sind die meisten Hochsensibel, lassen es aber nicht zu oder lernen Strategien es zu umgehen.

Ja, mit Wegrennen. Nur übersehen sie dabei, dass sie rennen können, bis der Arzt kommt - die Probleme sind ausdauernde Marathonläufer.

Vor der Wahrheit oder den Realitäten kann keiner davonlaufen, er wird immer verlieren.

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Du kannst leichter damit klarkommen, wenn du deine Eigenschaften, die du denkst zu haben, nur als Illusion betrachtest und die Haerte des Lebens genauso.

Du hast dein Leben und betrachtest es. Dann kreiert dein Verstand eine Story darum, denn dein Verstand analysiert alles, was ihm vor die Flinte kommt, d.h., alles was du betrachtest.

Aber dein Verstand ist ein grosser Luegner, er fuehrt dich immer hinters Licht, aber bevor du das erkannt hast, sind schon wieder neue Gedanken da, pausenlos!

Erkenne die Gedanken als interessanten Film, genauso wie dein Leben, viel Drama, aber illusionaer. Viel Erfolg!

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Sich selbst akzeptieren. Das beinhaltet auch, dass man sich nicht nach fremden Maßstäben richtet. Gut ist außerdem, wenn man ausreichen Kontakt zu ähnlich strukturierten Menschen hält.

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Kommentar von Patrickson
26.11.2016, 20:14

Danke für deine Antwort, dreigegengifts! Ich akzeptiere mich selber in recht gutem masse, frage mich jedoch manchmal, ob es ausser der selbstakzeptanz nicht noch andere möglichkeiten gibt, um gesund mit mir selber und mit meinen mitmenschen umgehen zu können. 

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Das frage ich mich auch jeden Tag. Du solltest bemüht sein, dir deinen Humor und deine Authentizität nicht nehmen zu lassen - vor allem immer bewusst die guten Dinge im Leben beachten, die es durchaus gibt.

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Einen Großteil ignorieren, sich dann darüber aufregen und abends ab 00:30 kalte Pizza essen, das sorgt für einen ausgeglichenen Geist.

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