Wie kann man als älterer Mensch die Erinnerung verkraften? (Schon ab ü40)?

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9 Antworten

Hallo TheDarkKnight2,

zunächst einmal: Ich bin 57 Jahre. Ich sehe das jetzige Leben aus einer etwas anderen Perspektive heraus. Die Bibel hat mir geholfen zu verstehen, dass mit dem jetztigen Leben nicht  für immer alles aus und vorbei ist. Ich spreche jedoch nicht vom Weiterleben nach dem Tod, sondern von einem künftigen Ereignis, das die Bibel Auferstehung nennt. Was ist darunter zu verstehen?

Die Auferstehung ist ein Vorgang, der nicht von allein stattfinden kann. Wenn die Bibel an einigen Stellen den Tod mit dem Schlaf vergleicht, dann meint sie damit nicht, dass ein Toter irgendwann von selbst daraus "erwachen" könne. Das ist natürlich unmöglich, da der Körper des Toten entweder verwest ist oder zu Asche verbrannt wurde. Wenn ein Mensch stirbt, dann bleibt nichts von ihm übrig, auch keine Seele. In vielen Religionen wird zwar belehrt, der Mensch besitze eine unsterbliche Seele, doch dies ist im Widerspruch zu dem, was die Bibel über die Seele lehrt (siehe z.B. Hesekiel 18:4).

Das Wort "Seele" ist eine Übersetzung des hebräischen Wortes néphesch und des griechischen Wortes psyche und bezieht sich in der Bibel auf den Menschen, auf Tiere oder auf das Leben selbst. Niemals jedoch beschreibt die Bibel "Seele" als einen nicht stofflichen Teil des Menschen, der den Tod überdauert. In Bezug auf den ersten Menschen sagt die Bibel: "So steht auch geschrieben: ,Der erste Mensch, Adam, wurde eine lebendige Seele" ( 1. Korinther 15:45). Es heißt hier nicht, dass der Mensch eine Seele bekam, sondern dass er eine Seele wurde. Das ist ein großer Unterschied. Somit bezeichnet der Begriff "Seele " in der Bibel den ganzen Menschen, nicht einen Teil von ihm. Der Mensch ist also die Seele. Daher übersetzen viele Bibelübersetzer das hebräische Wort für Seele, néphesch, richtigerweise als "Lebewesen" oder "lebende Person".

Wenn der Mensch also keine unsterbliche Seele in sich trägt, dann kann er auch nicht als solche wiederkommen. Wer gestorben ist, kehrt zur Nichtexistenz zurück und nur Gott vermag ihn aufgrund seiner grenzenlosen Macht zum Leben zurückzubringen. Konkret heißt das, dass Gott dem Betreffenden in der Auferstehung einen neuen Körper geben wird, der jedoch im Aussehen demjenigen gleicht, den der Verstorbene vor seinem Tod hatte. Ja, Gott vermag sogar das gesamte Lebensmuster dem Auferweckten zurückzugeben. Er kann somit sein Leben nach seiner Auferstehung einfach fortsetzen, so als ob er nur schlafen gegangen wäre und nun erwacht ist.

Folgender Vergleich macht die Auferstehung etwas verständlicher: Angenommen, ein Haus brennt bis auf die Grundmauern ab und der gesamte Schutt wird weggeräumt. Das Haus existiert also nicht mehr. Wenn jedoch der Architekt dieses Hauses noch die Baupläne hat, dann ist er in der Lage, dieses Haus mit neuen Materialien wieder aufzubauen. Das neue Haus gleicht dann dem alten dann ganz genau, bis auf die Verfallserscheinungen, die das alte Haus bereits hatte. Genauso ist es bei der Auferstehung der Toten. Gott verfügt aufgrund seines grenzenlosen Gedächtnisses über die Möglichkeit, jeden Menschen, der irgendwann einmal gelebt hat, wieder neu zu erschaffen, mit all seinen Charaktermerkmalen, seinen Erinnerungen und natürlich seinem Aussehen. Daher kann die Auferstehung der Toten als das größte Wunder überhaupt bezeichnet werden.

Jesus Christus sprach von diesem Wunder, als er seinen Jüngern folgendes Versprechen gab: "Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden ... zu einer Auferstehung des Lebens" (Johannes 5:28, 29). Dann wird auch eine andere alte Prophezeiung in Erfüllung gehen, die besagt, dass Gott "den Tod für immer verschlingen" wird (Jesaja 25:8).

Es wird also eine Zeit geben, in der Gott nicht nur die Gräber der Toten leeren wird, sondern auch dafür sorgen wird, dass die Auferweckten für immer am Leben bleiben können. Dann wird der ursprüngliche Vorsatz Gottes mit der Erde und den Menschen verwirklicht werden: Die Erde wird zu einem wunderschönen Paradies werden, in dem es weder Kriege noch Hunger noch sonstiges Leid mehr geben wird. Es bricht also ein neues Zeitalter an, dass im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung, wie folgt beschrieben wird: "Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3, 4).

LG Philipp

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Hallo!
Das Leben kommt einem immer schneller vor. Ein Jahr ist ganz schnell vorbei - viel schneller als es mit 20 Jahren sich angefühlt hat. Menschen kommen und gehen aus meinem Leben - da gehe ich immer gelassener mit um. Zum einen wird man verständnisvoller zum anderen ungeduldiger, wenn es zB um das Geschrei kleiner Kinder geht.
Sentimental kann ich mich mit Sicherheit auch bezeichnen - und es ist richtig, dass es weh tut, geliebte oder gemochte Menschen zu verlieren - durch den Tod oder durch Abwendung, aus welchem Grunde auch immer. Aber man lernt dazu, auch mit so etwas umzugehen.
Es gibt viel, was einem Freude bereitet. Auch zB gutes Essen gehört dazu - als junger Mensch war das fast egal. Die meisten Änderungen geschehen langsam und es gibt die Zeit, sich an all das zu gewöhnen.
Sehr schön ist es zu merken, wie sehr man die Vergangenheit verklärt. Es ist wirklich so, dass man sich eigentlich nur an das Positive erinnert und das Negative ausblendet. Früher war niemals alles besser, jeder Mensch verdrängt nur die schlechten und schlimmer Gefühle und Erfahrungen.
Das Beste aus meiner Sicht ist es, die eigenen Kinder, aber auch Nichten und Neffen groß werden zu sehen, an deren Leben teilzuhaben und die eigene Kindheit und Jugend noch einmal quasi aus zweiter Hand zu wiederholen.
Ansonsten dominiert der Alltag, und das wird ausgeblendet.
Es macht Spaß zu leben. Jeden Tag.

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Nicht jede Erinnerung an die Vergangenheit ist eine schöne Erinnerung.
Es gibt auch negative Erinnerungen und Erinnerungen an schwierige Lebensphasen.

Alles hat man aber überstanden, auch wenn man das vorher vielleicht nie gedacht hätte. Das kann einem viel Kraft und die Gewissheit geben, auch alles was in Zukunft noch so kommen mag zu überstehen. Man sieht es mit mehr Distanz, man sieht alles etwas gelassener, man steht darüber.

Man sieht im übrigen nicht erst Menschen sterben, wenn man die 70 überschritten hat. Nein, leider ist das nicht so, man sieht auch viel, viel jüngere Menschen sterben.
Und wenn diese Menschen aus dem näheren Umfeld sind, dann kann das auch schon in viel jüngeren Jahren recht einsam machen.

Ob dein Schulfreund, wenn du 70 bist, noch ein Freund ist oder ob ihr euch längst, vielleicht seit Jahrzehnten schon, aus den Augen verloren habt, das wird dir dein Leben zeigen. Weil auch so was vorkommt, der eine zieht weg, arbeitet wo ganz anders. Jeder hat seine eigenen Probleme und man verliert sich aus den Augen. Das geht schneller als man denkt.

Man wird nicht alleine älter, sondern auch die Menschen um einen herum. Erst bekommt man mit, wie die Großeltern immer älter werden, dazu hat man eventuell noch etwas Distanz. Dann aber werden die Eltern immer älter, vielleicht pflegebedürftig, du kümmerst dich um sie, denkst dabei immer wieder daran, wie es dir selbst mal gehen wird. Wer wird sich um dich kümmern?
Man sieht wie der Körper und bei manchen auch der Geist verfällt. Letzteres ist am schlimmsten. Der Mensch stirbt dann eigentlich schon, obwohl sein Herz noch schlägt.
Wenn man das so hautnah miterlebt, dann kann man sich durchaus vorstellen, das der Tod auch etwas erlösendes sein kann auf das man sich freut.

Jede Lebensphase hat aber auch etwas aufregendes, was neues, das man vorher so noch nicht gekannt hat.
Und es geht weiter, immer weiter...
Ich freue mich mit meinen 50+ auf jeden neuen Tag und bin gespannt wie es weiter geht...

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Mein bester Freund ist mit 30 gestorben, das ist jetzt über 20 Jahre her. Da kannst dir ungefähr mein Alter ausrechnen. Mein Vater und auch meine Mutter sind bereits tot.

Ich kann nur sagen, ich bin sehr froh über meine Erinnerungen und einfach nur dankbar, dass diese Menschen teil meines Lebens waren. Da ist keine Spur mehr von Belastung und nichts was ich deshalb zu verkraften hätte.

Dass ein Mensch den man sehr gern gehabt hat nicht mehr da ist, ist die ersten Tage und Wochen sehr schmerzhaft, aber dieser Schmerz wandelt sich in Dankbarkeit und man kann mit einem Lächeln auf die gemeinsame Zeit zurück schauen. So ist es zumindest bei mir.

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Ich gehe zwar erst auf die 30 zu aber ich habe viele unschöne Errinerungen. An die Kindheit errinere ich mich bestens, geht zurück bis zum vierten Lebensjahr.

Viele Errinerungen können verblassen, wen man es zulässt. Meine schlimmsten Errinerungen zum Beispiel darf ich noch nicht loslassen da es noch nicht vorbei ist.

Jemanden den man Liebt zu verlieren Kenne ich auch. Es sind aber genau die guten Errinerungen, die einem Helfen und einem Unterstützen in der Not. Außerdem sind es deine Errinerungen die andere Unsterblich machen.

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Alles eine Frage der Einstellung ich wurde mit zunehmendem Alter immer gelassener - dass funktioniert am besten, wenn man seine Lebenszeit als ein Geschenk betrachtet.

Der zweite Punkt ist dass ich nicht mehr am Leben klammere ich sehe im Tod sogar etwas gutes, denn er macht alle Menschen gleich.

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Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, ich bin Christ. Ich habe keine große Angst vor dem Tod. Das ich keine große Angst habe, das liegt an meinem Glauben.

Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf
mein Profil gehen.

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mit diesem problem werden ältere mensch konfrontiert, damit die lernen:

in sich zu gehen

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Das ist alles eine Frage der Einstellung... Man kann auch mit 20 Freunde verlieren, die man schon seit 14-15 Jahren kennt. Das ist nicht weniger schmerzhaft. 

Nicht alle Erinnerungen sind gut. Man sollte sich aber die guten im Herzen aufbewahren. Denn diese Erinnerungen werden dich zum lächeln bringen.

Solange du einen Menschen nicht verisst, wird er immerhin in deinem Herzen weiterleben.

LG :)

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