Wie kann man ein Pferd „flott machen“?

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Geradeaus gehen am hingegebenen Zügel. Wenn sie generell gehfreudig sind und nur am Anfang nicht, brauchen sie einfach, um in Schwung zu kommen. Aufnehmen fordert ihnen erste Anstrengungen ab. Setzt man die zu früh, kommen sie nicht mehr so in Schwung. Geht man hingegen bei denen, die besonders lange brauchen, erst mal 20 min ins Gelände, trabt und galoppiert dort vielleicht schon kurze Stücke am langen Zügel, hat man dann gehfreudige Pferde. Stellt sich auch damit die Gehfreude nicht ein, würde ich den Fehler suchen, warum ein Lauftier nicht läuft:

  • Anatomisches Problem?
  • Findet es geritten werden doof? Falls ja, warum?
  • Gesundheitliches Problem?
  • Ausrüstung?
  • ...?

Und das muss dann halt gelöst werden. Erst mal muss die Gehfreude her und dann kann man in die Arbeit gehen.

Ne, von daher ist eigentlich ist alles in Ordnung, die Besitzerin hütet es mit fachkundiger Beratung wie einen Augapfel. Ich habe oben in der Frage die Erklärungen nachgeschoben. Das Pferd marschiert am langen Zügel eifrig, und ist wohl, wenn es mal in Schwung ist, fein zu reiten. Genau das, was du da ansprichst, ist der Punkt: wenn man nach ausgiebigem Schritt am langen Zügel aufnehmen möchte, hält es davon garnichts! Besitzerin sagt, es hätte Spaß am Springen (gehabt, altershalber) und löst sich daher gut mit Stangen oder Cavaletti. Aber das geht zur Zeit nicht, und das Pferd ist nach Verletzungspause nun wohl noch etwas zäher als zuvor.

Ich saß jetzt 2x drauf...

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@Urlewas

Dann würde ich gehen, gehen, gehen, kurz aufnehmen, also wirklich an die Hilfen stellen, deutlichen vorwärts Impuls, raus kauen lassen, wieder hingegebener Zügel. Dass Aufnehmen nicht bedeutet "jetzt geht die anstrengende Arbeit los, uff, ich bin doch überhaupt nimmer im Training". Die dürfen keine Ahnung davon haben, dass war kommt, was ihnen schwer fallen könnte, sondern es muss spannend sein, was passiert, es muss zum Teil echt einfach zu erfüllen sein, sodass sie sich denken "ach, die Kleinigkeit, gleich hab ich's". Und so langsam steigern und beim Steigern drauf achten, dass der Bewegungsdrang nie verloren geht. Aufnehmen nur so weit, dass ausschreiten und Nickbewegung erhalten bleiben oder auch im Trab aufnehmen und nur so weit, dass sich die Qualität des Trabs nicht ändert.

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@Baroque

Das hört sich nach nem guten Plan an, Danke! Zwar hatte ich gehofft, dass das „Programm“, welches Heklamari hier mal eingestellt hat, zu finden, aber Dein Vorschlag klingt sehr gut! Das werde ich machen!

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Motivation kann man zum Beispiel durch Abwechslung hervorbringen.

Also indem du die Routine änderst (z.B.) :
-Vor dem reiten ein paar Minuten führen
-Vor der Reitstunde/Reiteinheit eine kleine Runde ins Gelände
-In der Lösungsphase gymnastizierende Übungen verwenden (Schrittstangen/Trabstangen, Schenkelweichen, ...)
-vllt mal im Trab ganz aufstehen, also nicht nur leichttraben und aussitzen, sondern in den leichten Sitz gehen und dem Rücken des Pferdes ''Freiraum'' geben (meinem gefällt das haha er bewegt sich dann den Rest der Zeit flüssiger)

Versuche dein Pferd ''wach'' und beschäftigt zu halten.
Versuche so oft es geht etwas von deinem Pferd zu verlangen, ob es nur ein Zirkel ist oder Schulterherein. Meiner reagiert super auf entlastende Übungen, wie zum Beispiel im Trab und Galopp in den leichten Sitz gehen, Schenkelweichen immer mal wieder zwischendurch, oder über Stangen gehen, traben, galoppieren. Das macht ihn frei und er kommt aus sich heraus :D

Die Gerte kannst du auch benutzen. Durch antippen zb an der Schulter kannst du dir die Aufmerksamkeit deines Pferdes wieder zurückholen. Das geht aber auch über die Stimme. Ich führe manchmal ganze Unterhaltungen mit meinem Pferd und erstens tut das gut sich auszusprechen und zweitens hört das Pferd auf deine Stimme und konzentriert sich darauf.

Jetzt kommt bald das kalte Wetter, dann sind die Pferde eher selten träge und müde haha

Danke Dir.

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Alles mit Stangen ist super, da sich das Pferd auf andere Dinge konzentrieren muss und oft dann die "Null-Bock-Einstellung" vergisst. Wenn möglich kann man auch eine Schrittrunde mit ein bisschen Traben vor der eigentlichen Trainingseinheit gehen. Ich persönlich lasse meine Pferde ganz gerne im leichten Sitz eine oder zwei Runden Vollgas geben. Natürlich nach ausreichend Schritt und Trab und natürlich auch nur wenn kein Mitreiter in der Halle/am Platz gefährdet wird. Den meisten Pferden gefällt das ziemlich gut, da rutscht dann oft auch mal der eine oder andere Bocksprung rein, aber ich finde da dürfen sie schon mal, sofern sie wissen das sich bei der Arbeit benommen wird.

Als nächste Lektion ist dann zulegen und einfangen geeignet, um das Pferd wirklich ordentlich am Schenkel zu haben. (Wichtig, Schenkel kommt beim einfangen vermehrt zum treiben um das Pferd aktiv zu halten. Beim zulegen wird nur der Impuls gegeben, ggf. mehrmals und der Rahmen erweitert).

Auch Schenkelweichen auf dem Zirkel hilft das innere Hinterbein ordentlich flott zu machen. Diese Lektionen brauchen aber schon ein bisschen Grundmotivation.

Woher ich das weiß:Beruf – Ausgebildete Pferdewirtin/Bereiterin

Danke Dir. Hab oben Anmerkungen nachgerüstet.

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Hallo

Das klingt jetzt härter als es ist...

Ein Pferd was jeden Schritt getrieben und jeden zweiten Schritt mit der Gerte angetickt wird ist am Ende nur unmotiviert, genervt und abgestumpft.(Damit meine ich nicht dich sondern Allgemein..)

Probier es einfach mal so du möchtest z.B. schneller traben ,gibst also einen Impuls mit der Wade.Reagiert das Pferd nicht benutzt du die Gerte und sobald das Pferd reagiert loben, und Druck nachlassen aber aufpassen das es nicht direkt wieder langsamer wird.

Wichtig ist das man das Pferd nicht „erdrückt“ sondern ->Impuls -> Reaktion -> locker lassen.

Bis das Pferd mit dieser Methode feiner wird dauert natürlich etwas, du wirst aber langfristig Erfolg haben.

Außerdem werden einige „träge“ Pferde im Gelände oder auf dem Stoppelfeld auch mal schnell super motiviert... Auch Stangenarbeit,Freiarbeit,Freispringen etc. macht vielen Pferden Spaß und ist damit eine gute Abwechslung.

Lg

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke, das stimmt alles, trifft nur nicht ganz meine Situation. Mit der Gerte muß ich konsequent, aber sehr dosiert umgehen, sonst verspannt sich das Pferd und drückt den Rücken weg. Es ist aber kein Problem, es „zum Laufen“ zu bringen, sondern es , wie man so sagt, „vor den Schenkel“ zu bringen

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@Urlewas

Okay sorry dann habe ich da wohl etwas falsch verstanden...

Da weiß ich dann auch noch so ganz was man da macht weil ich so ein Pferd noch nicht geritten bin🙈

Eine Trainerin von früher trabt aber vor der Lösungsphase immer an der Schnalle erstmal ein paar Runden außen rum und nimmt die Zügel dann langsam wieder auf vielleicht hilft das ja...

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@userm04

Passt schon... Na ja, am langen Zügel ist der ja nicht „faul“. Nur eben, wenn man ihn aufnehmen möchte.

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Besteht das Problem noch?

Wenn ja: bei meinem hilft zügig abgallopieren und mal was aufbauen mit Pylonen zum Beispiel oder du musst ja nicht über Stangen drüber aber zum Beispiel mal ein Stangen-L oder solche Dinge. Meiner findet das besser als einfach "sinnlos" durch die Halle zu latschen.

Oder reite mal andere Wege ab von den klassischen Hufschlagfiguren (z.B. in die Ecke kehrt).

Oder mal an der langen Seit Außenstellung dazu nehmen. Alles was viel Abwechslung bietet

Inzwischen darf das Pferd wieder über Stangen gehen, daher geht es inzwischen schon besser. Aber der fleißigste war er von sich aus wohl noch nie 😂

In Aussenstellung reiten und „Hufschlagfiguren frei Schnauze“ gehören bei mir sowieso prinzipiell zum Programm. Und ja, das mit den „vielen Ubergängen“ und erst recht „zügig abgaloppieren“ wäre natürlich ne super Sache - wenn nicht grade das das Problem wäre: man ist ja froh, dass das Pferd überhaupt galoppiert. Würde das „zügig“ klappen, bräuchte ich die Frage nicht stellen... Und was die Übergänge angeht: Runter schalten geht immer, Ubergänge vom Schritt in den Trab oder zulegen innerhalb einer Gangart: Fehlanzeige. Funktioniert erst,wenn er locker ist. und bis er locker ist, ist ne Stunde rum und der Reiter erledigt, 🙈

Ich bin nun dazu übergegangen, wie Baroque es vorschlug, viele Pausen am langen Zügel zu machen. Nach einem Galopp Zulegen im Leichttraben in angestrebter Dehnungshaltung und so.

Aber herzlichen Dank, dass du dich noch bemüht hast, etwas erhellendes beizutragen! 😊

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@Urlewas

Gerne

Mit zügig galoppieren meinte ich auch, dass ich das recht schnell zu Beginn mache. Hab mich da anscheinend etwas missverständlich ausgedrückt.

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