Wie kann ich zur inneren Ruhe kommen?

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4 Antworten

Als es mir so schlecht ging, hatte ich einen gigantischen Wust an Gedanken und Gefühlen in mir drin und konnte sie nicht sortieren. Ich habe irgendwie Alles gleichzeitig gefühlt oder hatte quasi Gemütsschwankungen im Sekundentakt.

Generell ging es mir einfach echt mies und nach einiger Zeit hatte ich das Gefühl, da niewieder rauszukommen; natürlich gab es auch bei mir einige Umstände, die es mir nicht leicht gemacht haben, noch den Mut und die Kraft aufzubringen, morgens überhaupt aufzustehen. Ich konnte nicht einschlafen, weil ich ein dauerhaftes Gedankenkarussell im Kopf hatte. Es wurde so viel in meinem Kopf, dass ich betäubt wurde und irgendwie total abgestumpft wurde. Vielleicht ist es bei dir ja ähnlich.

Die Betäubung und das "nichts fühlen", weil ich zu viel fühtle, führte dazu, dass ich einiges nicht so tolles getan habe, um mich wieder zu fühlen. Ich war permanent "unter Strom" und konnte nichts finden, das mich halbwegs beruhigt. Ich war so fertig, dass ich nicht mehr weinen konnte. Also habe ich etwas Neues probiert: Ich ging in den Wald (Ersatzweise irgendwo hin, wo du mit viel Abstand alleine bist) und hab mir die Seele aus dem Leib geschrien. Ich habe geflucht, mich beschwert, meine Ängste und Wünsche rausgelassen und einfach nur geschrien. Das war das erste seit Wochen, wenn nicht Monaten, das mir wiklich gut tat. Dadurch, dass ich wirklich Alles rauslassen konnte, fühlte ich mich befreiter. Es war nicht besser, aber besser zu ertragen.

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Kommentar von lxstthecxlxr
27.09.2016, 18:51

Ja, das mit dem Schreien kam mir auch schon in den Sinn. Leider wohne ich in der Innenstadt, der Wald hiet ist größtenteils nur etwa 20m breit - aber vielleicht finde ich ja einen Ort. Danke jedenfalls schonmal

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Da ich mich mit Zeichnen ein bisschen auskenne, geh ich mal auf das Thema ein:

Ich hab festgestellt, dass beim Zeichnen (hinsichtlich des Selbstausdrucks) oft das Problem besteht, dass man gesellschaftlichen Ansprüchen und Klischees unterworfen ist. Man will etwas darstellen, hat genaue Vorstellungen von einem Bild. Aber dann reicht bei vielen das vorhandene "Können" nicht aus, um das so figürlich hinzukriegen, wie man sich das vorstellt, wie man denkt dass es auszusehen hat. Was logischerweise zu Frust führt und das Ausdrucksproblem natürlich auch nicht löst.

Ich bin der Meinung, dass es Sinn macht anders an die Sache heranzugehen, zumindest wenn das auf die oben genannte Weise nicht funktioniert. Wenn du etwas ausdrücken willst, dann tu es! Du musst dich nicht an Normen und Regeln halten. Erfinde deine eigenen Formen und Strukturen, stell deine eigene Welt, deine eigenen Regeln auf! Wenn du ein Gefühl ausdrückst, ist es egal ob der Mensch eine schiefe Nase hat, oder riesige Hände. Es ist egal ob er grün oder violett ist. Er muss nicht mal aussehen wie ein "realer" Mensch, er kann auch einfach nur ein Klecks sein. Wenn der Klecks für dich ein Mensch ist, ist er ein Mensch. Deine Regeln, deine Welt, deine Kunst, dein Ausdruck!

Wenn du dich durch malen ausdrücken willst: tu es! Es ist egal wie es aussehen wird. Es ist egal ob es "gut" aussieht. Es muss nur aus dir "rauskommen", das ist die einzige Bedingung! 

Das gleiche Prinzip gilt meiner Meinung nach auch für alle anderen "Ausdrucksformen". Es muss nicht "schön" sein, es muss nicht anderen gefallen.  Sing schief, tanze allein in deinem Zimmer, spiel Luftgitarre, schreib Gedichte mit Fantasiewörtern, Hüpfe, Laufe, Springe, bastel seltsame Objekte, werfe Dinge an die Wand, schlag dein Kopfkissen, lauf so weit du kannst, dreh dich im Kreis bis die schlecht wird.... egal. Nur tu es und hab Spaß dran. ;-)

Zum Thema beruhigen und entspannen allgemein: vielen tun es gut, wenn sie eine relativ simple und monotone Beschäftigung betreiben, bei denen die Gedanken nur wenig gebunden sind. Zb so Dinge wie Häkeln, Mandalas ausmalen, Legoburgen bauen... Die Hände sind beschäftigt, man kann sich wenn man will auf das konzentrieren was man tut, man kann die Gedanken dabei aber auch "frei laufen lassen". Das ist irgendwie zwangfrei und beruhigend. 

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Kommentar von lxstthecxlxr
27.09.2016, 18:40

Danke für die ausfürliche Antwort - allein das zu lesen gibt mir schon ein gutes Gefühl. Ich werde es versuchen.

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zur beruhigung durch zeichnen gibt es einfache und sehr wirkungsvolle übungen in dem heft "Spiralen nach innen - Tore zum Licht: Wie Sie durch Zeichnen wach und ruhg werden", siehe Heft 3 auf: http://www.genial-zeichnen-lernen.de/online-zeichenkurs-block-1-der-stift-lernt-tanzen.html

Hier die Beschreibung der ersten Übung:

Übung 3.1 Spirale nach innen: Vom Rand zur Mitte wandern

Fahren Sie mit einem dicken Stift beschaulich und ohne Eile den Rand eines Vierecks entlang und wandern Sie in einem Zuge spiralförmig immer weiter nach innen, bis Ihr Strich in der Mitte landet. Halten Sie den Abstand zur äußeren Linie so klein wie möglich, ohne jedoch die Linie zu berühren, und fahren Sie mit dieser scheinbar stumpfsinnigen Tätigkeit fort, bis Ihr Strich auf sich selber stößt. Je dicker der Stift, desto schneller ist Ihre Zeichenfläche gefüllt. Mit dünneren Stiften zeichnen Sie Spiralen auf kleineren Flächen.

Das mag banal klingen, aber bisher hat jeder, der diese Übung gemacht hat, erstaunt festgestellt, dass sie eine enorme Wirkung auf den Geist hat und hilft, ihn zu zentrieren und klarer und ruhiger zu machen. Manche konnten gar nicht aufhören, immer neue Spiralen nach innen zu zeichnen und dabei immer mehr Details auf dem Wege nach innen zu sich selbst zu entdecken und auszudrücken.

Probier es einfach mal aus.

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Also erstmal: atme durch, ich kenne diese Situation und habe es geschafft (schaffe es immer wieder) da raus zu kommen. Ich schreibe dir gleich etwas mehr - ganz wichtig: Du bist nicht alleine!

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