Wie kann ich Werbungskosten bei den Steuern geltend machen und was kann noch alles abgesetzt werden?

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9 Antworten

§ 9 EStG

Steuern erstattet zu bekommen, setzt voraus, dass im Vorfeld welche gezahlt wurden. Für Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte ist nur die Entfernungspauschale ( 0,30 Euro pro Entfernungs-kn) absetzbar.

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Du kannst die Fahrtkosten von der Steuer absetzen, außerdem die Ausgaben für deine Krankenversicherung. Und Arbeitskleidung, wenn du welche  brauchst. Wenn du aber z.B. einen schönen Anzug tragen musst, weil du in einer Bank arbeitest, dann kannst du den nicht von der Steuer absetzen, weil du den ja auch zu anderen Anlässen tragen kannst.

Kauf dir mal das Buch "1000 ganz legale Steuertricks" (das rote, nicht das gelbe). Da findest du noch viel mehr Ideen, was man von der Steuer absetzen kann.

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Als Azubi kannst du vermutlich keine Steuern absetzen.

Die Vergütung ist in der Regel so gering, dass du hierauf keine Steuern zahlst.

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Du musst nichts aufheben, die Fahrkosten rechnen sich folgendermaßen:

220 Tage (bei 5 Tage Woche bei kompletten Jahr) x km einfache Fahrt (Arbeit - Heimadresse) x 0,30 Euro. Fährst du also 30 km zur Arbeit ein ganzes Jahr wären 1980 Euro, abzüglich der 1000 Euro Pauschale also 980 Euro absetzbar. 

Weiterhin kannst du Ausbildungskosten, Lehrmaterial absetzen (da braucht es Quittungen als Nachweis).

Nun aber das negative, in der Ausbildung verdient man selten über 1000 Euro brutto und erst dann man überhaupt Steuern bezahlen (ungefähr). Und nur wenn man Steuern bezahlt, kann man auch Steuern erstattet bekommen. 

Und daher nützt einem auch nichts, wenn man was abzusetzen hätte. 

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Ich weiß nicht warum sich das Gerücht so hartnäckig hält aber du kannst definitiv auch Werbungskosten angeben, auch wenn du keine Lohnsteuer oder sonst was gezahlt hast!
Ich bin Student (auch wie Ausbildung) und bezahle nichts dergleichen und bekomme auch Werbungskosten.

Das einzige Problem an der Sache ist, dass das bisher nur bei Fortbildungen (also bachelor nach Ausbildung oder Master nach Bachelor) gilt.
Allerdings ist zur Zeit ein Gerichtsverfahren in Gange bei dem geklärt wird, ob Aufwendungen für eine Erstausbildung nicht auch schon als Werbungskosten zählen. Deshalb wird empfohlen, dass jeder in einer ersten Ausbildung trotzdem Werbungskosten angibt und bei Ablehnung auf das laufende Gerichtsverfahren verweist.

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Zappzappzapp 21.06.2017, 15:51

Dann erklär doch bitte mal, wie eine Steuererstattung aussehen soll, wenn Du gar keine Steuern gezahlt hast.

Natürlich kannst Du eine Steuererklärung abgeben und "Werbungkosten angeben", aber dafür interessiert sich doch niemand, wenn Du keine Steuern gezahlt hast.

Was meinst Du denn mit "...bekomme auch Werbungskosten."?

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biotechnologe 21.06.2017, 19:06

Ich "bekomme Werbungskosten" heißt, ich gebe welche an und sie werden mir bewilligt. Werbungskosten sind Kosten, die man aufbringen muss, um seinen Job zu erhalten. So oder so ähnlich ist die Definition. Dazu zählen also auch Kosten, die mit einer Ausbildung zu tun haben. Also Fahrtwege, Utensilien, Gebühren, etc.. Diese Kosten lassen sich dann als Verlustvortrag "speichern", bis man sein erstes Gehalt verdient, welches in Höhe des Verlustvortrags somit Steuerfrei bleibt. Diese nicht gezahlten Steuern sind dann der effektive Gewinn der Werbungskosten. Ich rede (bzw schreibe) hier nicht von Sonderausgaben..

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Zappzappzapp 21.06.2017, 22:13
@biotechnologe

Das ist so nicht die aktuelle Rechtslage, insoweit kann Dir das Finanzamt diese nicht bewilligt haben, jedenfalls nicht als vortragsfähige "vorweggenommene Werbungskosten".

Die Finanzämter erkennen im Rahmen einer Erstausbildung keine vorweggenommenen Werbungskosten an, sondern nur Sonderausgaben. Doch für Sonderausgaben gibt es keinen Verlustvortrag.

und

Ob sich die Abgabe einer Einkommensteuererklärung beim Finanzamt für Ausbildende lohnt, hängt davon ab, ob der Arbeitgeber in diesem Jahr Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag
und gegebenenfalls Kirchensteuer ans Finanzamt abgeführt hat. Falls nein, kann auf die Einreichung einer Einkommensteuererklärung verzichtet werden.

und

Musste ein Auszubildender Steuern bezahlen, kann er sich diese vom Finanzamt wiederholen, in dem er beim Finanzamt eine Einkommensteuererklärung einreicht und dem Finanzamt sämtliche Ausgaben auflistet, die im Zusammenhang mit der Lehre angefallen sind.

Allerdings habe ich noch folgende Information gefunden und das ist wohl das Gerichtsverfahren, von dem Du sprichst:

Beim Bundesverfassungsgericht sind mehrere Fälle zu dieser Thematik anhängig. Weigert sich das Finanzamt also, für die Ausgaben im Zusammenhang mit einer Erstausbildung ohne Einnahmen oder im Zusammenhang mit einem Erststudium einen vortragsfähigen Verlust festzustellen, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

1. Gegen die nachteiligen Steuerbescheide ist Einspruch einzulegen.

2. Gleichzeitig beantragen Sie mit Hinweis auf die anhängigen Musterprozesse bis zur endgültigen Entscheidung ein Ruhen dieses Einspruchsverfahrens.

3. Dann heißt es abwarten. Geben die Karlsruher Richter irgendwann einmal grünes Licht für den Abzug vorweggenommener Werbungskosten, wird das Finanzamt die angefochtenen Steuerbescheide zu Ihren Gunsten ändern und Ihnen steht die spätere steuersparende Verlustverrechnung mit erzielten Einkünften zu.

Es könnte sich also ggf. doch lohnen, eine Steuererklärung zu machen, wenn die Werbungskosten über €1000 liegen und die möglichen Erstattungen den doch erheblichen Aufwand rechtfertigen.

Hier nachzulesen:

http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/steuererklaerung-lohnt-sich-auch-fuer-azubis/150/9447/200487

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biotechnologe 21.06.2017, 22:31

Das alles war mir schon bekannt. In meinem ersten Kommentar habe ich auch genau von der Thematik mit der Erstausbildung gesprochen. Ich mache zur Zeit meinen Bachelor und hatte eine vorangegangenen Berufsausbildung.

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Zappzappzapp 21.06.2017, 22:45
@biotechnologe

Dann sind wir uns ja im Prinzip einig.

Es war für mich nur etwas missverständlich, weil Du zunächst auf Deine Situation Bezug genommen hast, bei der es sich ja nicht um eine Erstausbildung wie bei dem Fragesteller handelt.

Aber wie gesagt, wir sind uns einig ;-)

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Hi Isfarmer,

dazu müßtest du erst mal Lohnsteuer bezahlen damit du von der Einkommensteuererklärung eine Erstattung bekommst!

Ab ca. 1.000 € mtl. Bruttolohn werden dir als Single in Lohnsteuerklasse 1 überhaupt erst Lohnsteuern einbehalten...

siehe hierzu: www.aok-business.de/hessen/tools-service/gehaltsrechner/gehaltsrechner-2017/

Gruß siola55

PS: Du benötigst keine Belege mehr bei der Einkommensteuererklärung - du mußt deine Ausgaben nur glaubhaft darstellen degenüber dem Finanzamt ;-)

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Zappzappzapp 21.06.2017, 15:45

Was Dein PS betrifft: Da bist Du falsch informiert, natürlich benötigst Du Belege. Das wäre ja zu schön um wahr zu sein ;-).

Allenfalls gibt es gewissen Geringfügigkeitsgrenzen, unterhalb derer das Finanzamt keine Belege kontrolliert, das war aber schon immer so.

Du musst zwar viele Belege nicht mehr mit der Steuererklärung einreichen, aber auf Nachfrage, z.B. wenn das Finanzamt Zweifel hat oder stichprobenweise kontrolliert, musst Du diese nachreichen.

Etwas "glaubhaft darzustellen" kann zwar ausreichen, aber wenn das Finanzamt die Angaben eben nicht glaubt, kann es auch dann Belege nachfordern, dies zu entscheiden ist ja nicht Sache des Steuerzahlers.

Also weiterhin Belege aufbewahren und erst nach Rechtskraft des Steuerbescheides vernichten.

Ausnahme: Handwerkerbelege (trifft für den Fragesteller natürlich nicht zu), die müssen generell von Privatpersonen 2 Jahre aufbewahrt werden.

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http://www.finanztip.de/entfernungspauschale/

Fahrtkosten

das heißt Du musst keine Benzinquittungen sammeln

WEbungskoste können aucg sein: Gewerkschaftsbeiträge, Berufshaftpflichtversicherung, Kosten für spezielle Arbeitskleidung, Fachliteratur

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frodobeutlin100 19.06.2017, 20:05

Du solltest erstmal durchrechnen, ob Du überhaupt über die Pauschale kommst - wenn nicht,  machst Du einfach die Pauschale geltend

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Lade Dir mal die Testversion (kostet nichts) vom Steuerprogramm tax2107 herunter und trage da Deine Daten ein.

https://www.buhl.de/produkte/alle/tax/product.html#Testen_Sie_tax___kostenlos_

Du kannst dort über die Hilfefunktion Antwort auf alle Deine Fragen erhalten. Viel besser und umfangreicher als das hier möglich ist und vor allem korrekt!

Zu dem letzten Satz Deiner Frage:

Es ist für die Frage "was Du alles absetzen kannst" völlig unerheblich, ob Du Azubi bist, für Dein Finanzamt interessiert nur die Höhe Deines Einkommens.

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Erst mal muss dein Lehrlingsgeld so viel sein, das du überhaupt Steuern davon zahlen musst.  Nur von gezahlten Steuern , kann es eine Rückerstattung geben. Diese wiederum ist maximal so viel, wie du vorher eingezahlt hast.

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