Wie kann ich weniger weinen?

6 Antworten

Weinen ist eine sehr wichtige Funktion des Lebens, die man nicht unterdrücken darf. Denn das macht es viel schlimmer. Vielmehr muss man sich den Grundsätzen des Schmerzes stellen und verstehen was er ist und warum er gerade besteht. Daran muss man arbeiten, nicht das Weinen selbst betrachten. 

Unverhältnismäßig starke Sensibilität hat oft seine Ursache in mangelhafter Erziehung. Hier ist das Selbstbewusstsein gemeint, dass nicht ausgebildet wurde. Leider oft darin begründet, weil die Eltern auch keines besitzen oder schlicht erziehungsunfähig sind. Es bleibt alleine die Möglichkeit für Dich diese Fähigkeit nachzubilden. Es gibt in den meisten größeren Städten so genannte Selbsthilfegruppen. Zwar sehe ich die persönlich nicht als das Gelbe vom Ei, aber wenn nichts anderes da ist. Man sollte stets nehmen, was man kriegen kann. 

Übrigens: Ich selbst weine nie. Ich mag das Wort nämlich nicht, ich verwende viel lieber den Euphemismus: "Schwitz in den Augen", weil der auch eine gewisse Entspannung mittransportiert. Aber ich habe niemals wegen mir selbst Schwitz in den Augen. Vielmehr, wenn ich andere sehe und deren Situation eine ungewohnt hohe Traurigkeit in mir erzeugt.

Guten Tag Silberlilie,

du sagst du weinst nicht mehr aus den selben Gründen wie damals. Aus welchen Gründen weinst du denn? Wie oft weinst du konkret? Ohne sich den Gründen zuzuwenden wird sich wahrscheinlich nichts verändern.

Ich kann verstehen und es berührt mich, dass du dich dafür schämst - gerade wenn so wichtige Bezugspersonen wie deine Mutter nicht fürsorglich, sondern abweisend reagieren. Leider ist sie dir damit kein gutes Vorbild im Umgang mit Emotionen. Du reagierst dann ähnlich wie sie, wenn du das Weinen "wegbeißt" oder mit physischem Schmerz unterdrückst. Große Sensibilität braucht gute Selbstfürsorge.

Kennst du den Film "Inside out" (auf Deutsch "Alles steht Kopf")? In diesem Film wird sehr gut sichtbar, dass die Trauer eine wichtige Funktion im Leben hat. Sie sorgt für Verlangsamung und Zuwendung. Gibt es jemanden, dem du dich anvertrauen kannst?

Einen sehr hilfreichen Ansatz zum Umgang mit Emotionen liefert ein Konzept aus der buddhistischen Psychologie: Achtsamkeit (z.B.: http://www.achtsamleben.at/definition). Durch bewusstes Atmen, Entspannung und Meditation wird eine Basis geschaffen - sowas wie ein Trainingsraum. In diesem Raum kann man sich später negative Emotionen genau anschauen, ihren Ursprung und ihre Botschaft erkennen und dadurch auch leichter Abstand von ihnen nehmen.

Ich hoffe ich konnte dir mit meiner Antwort ein paar hilfreiche Anregungen geben.

Mit freundlichen Grüßen

Raphael Duque, Online-Psychologe bei Instahelp                                            (https://instahelp.me/at/?utm_campaign=RaphaelDuque)

Du bist nicht "nah am Wasser gebaut", Du setzt das Weinen gezielt ein. Ich würde Dir fast zu einem Psychater raten, WENN Du wirklich darunter leidest. Wenn Du es genießt, dann leb damit. Frage Dich, was Du wirklich willst. Jemand, der "nah am Wasser gebaut" ist, weint, weil er seine Emotionen nicht wirklich kontrollieren kann - derjenige leidet aber auch nicht darunter, sondern es macht ihn sympathisch.

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