Wie kann ich verhindern, daß beim Brennen von Tonschalen der Rand reißt

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1 Antwort

Bezügl. Schalen: Der übliche Grund ist, dass man beim Ausrollen (ich nehme an mit Nudelholz o.ä.) nie eine gleichmäßige Stärke der Platte erhält und deshalb der Ton auch unterschiedl. schnell trocknet. (Hinzu kommt, dass am Rand kein "Nachbarmaterial" da ist, was evtl. noch etwas Feuchtigkeit "rübergeben" kann.) D.h. hier trocknet der Ton immer am schnellsten. So entstehen Spannungen im Gefäß, die zu Rissen führen können. Häufig sind diese schon vor dem Schrühbrand vorhanden, mitunter als Haarrisse und/ oder nicht sichtbar. Dann gibt's keine Rettung mehr ... die Physik lässt sich nicht überlisten. Hier meine Tipps:

  • so gleichmäßig wie möglich ausrollen (besser: Platten schneiden)

  • gaaaaanz langsam & in einem kühlen Raum trocknen lassen; bei komplizierten Objekten anfangs sogar in Plastiktüte (Beutel für Küchenmülleimer sind gut; diese Folie ist nicht ganz gasdicht, d.h. lässt auch zugebunden etwas Feuchtigkeit raus)

  • beim Schrühbrand langsam zum kritischen Temperaturbereich (70-100°C, Restfeuchtigkeit im Gefäß verdampft) hochheizen und noch für ein paar Minuten halten, erst dann bis zum Endpunkt 950 weiterheizen lassen

Bezügl. Glasur: stellenweise zu dick bzw. zu dünn aufgetragen, wie du vermutest. Was mich aber stutzig macht, ist das "milchig". Das darf normalerweise selbst bei zu dick aufgetragener Transparentglasur nicht sein. Vorausgesetzt, dass die Glasur nicht verunreinigt ist, kann ich mir nur vorstellen, dass sie nicht 100%ig ausgeschmolzen ist. Würde bedeuten, dass es eine falsch gewählte Glasur ist (z.B. für Steinzeug), die höher gebrannt werden muss. Steht aber auf der Verpackung drauf. 1050/60°C sind normalerweise für die gängigen Tone u. Glasuren im Hobbybereich perfekt.

Rotmilan 08.09.2009, 21:31

Vielen Dank für Deinen Hinweis. Ähnlich waren auch unsere Gedanken zu dem Problem. Aber das mit dem Auschbeiden und Trocknen ist gut. m.f.G.

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