Wie kann ich mit Sprechangst umgehen?

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5 Antworten

Welcher Intensivkurs war das? Kasseler Stottertherapie? Welche Rolle spielte die sog. Desensibilisierung (= Abhärtung)? Keine, oder nur eine geringe? Kein Wunder, dass der anfängliche Therapieerfolg nicht stabil ist.

Ich schätze mal, dass Du Dich schon mit dem Begriff "Sprechangst" im Irrtum befindest. Vielleicht weißt Du das auch schon. Stotterer haben in der Regel nicht vor allem eine Angst vor dem Sprechen (Sprechangst), sondern eine Angst vor dem Stottern. Es müsste also eher "Stotterangst" heißen.

Die Frage, die man sich stellen muss, sollte heißen: "Wenn ich nicht stottern würde, hätte ich dann auch Angst vor dem Sprechen, vor dem Sprechen überhaupt oder vor dem Sprechen zu einer Gruppe oder vor dem Sprechen mit einer Autoritätsperson?" Das alles gibt es tatsächlich auch bei Menschen, die nicht stottern, es liegt aber bei Menschen, die stottern, in der Regel nicht vor. Sie sagen oft, dass sie nicht gerne sprechen, meinen aber tatsächlich, dass sie nicht gerne stottern. Und stellen fest, dass bei Verwendung einer Sprechtechnik (bei der Kasseler Stottertherapie ist es die Verwendung eines extrem weichen Stimmeinsatzes, antrainiert mit Hilfe eines Computerprogramms) das Stottern weniger wird oder sogar verschwindet (zumindest vorübergehend) und denken, sie hätten keine Sprechangst mehr. In Wirklichkeit haben sie keine Stotterangst mehr. Das ist kein Wunder, wenn sie nicht mehr stottern oder wenigsten viel weniger stottern.

Du schreibst: "Aber jetzt nach 1 Jahr kommt die Sprechangst (gemeint ist: Stotterangst) langsam wieder" und kurz danach: "... habe sehr große Sprechangst". Du stotterst wieder stärker und meinst vielleicht, dass das daher kommt, dass Du wieder Sprechangst hast. Was wäre denn, wenn das mit Angst gar nicht viel zu tun hat?

Meine Vermutung ist, dass im Verlaufe der Therapie Du herausbekommen hast, dass Du bei Anwendung der gelernten Sprechtechnik, die eine bestimmte Aufmerksamkeit / Achtsamkeit fordert, flüssig sprechen kannst und hast auch bemerkt, dass Du ohne die Sprechtechnik oft flüssig sprechen kannst. Vielleicht hast Du sogar gedacht, dass Du geheilt bist. Das wird in der Kasseler Stottertherapie zutreffenderweise nicht versprochen, aber andere Therapieanbieter tun das, manchmal sogar mit Erfolgraten, wie "80% aller Teilnehmer geheilt", was immer gelogen ist. Wer sich längere Zeit in dieser Illusion wiegt, ist natürlich ganz erschreckt, wenn das Stottern wieder stärker auftritt und kann die o.g. Stotterangst entwickeln, die er dann für Sprechangst hält.

Deine Frage lautet: Was kann ich jetzt machen?

Mein allgemeiner Ratschlag ist: Wenn Du mit Deiner letzten Therapie einen Erfolg, gleich welcher Art, hattest, mache das, was Dir in dieser Therapie empfohlen wurde. Wenn es da einen Refresher-Kurs gibt, manchmal auch Booster-Kurs (beides bedeutet "Auffrischung"), mach den mit und schau, was dabei herauskommt. Von einigen Therapeuten weiß ich, dass Sie Teilnehmer an den Auffrischungen mit Vorwürfen überhäufen, so dass die das nur einmal machen. Das ist bei der Kasseler Stottertherapie, soviel ich weiß, nicht der Fall.

Ein weiterer guter Ratschlag ist: Nimm Kontakt auf mit der Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe. Vielleicht gibt es in Deiner Nähe eine Selbsthilfe-Gruppe oder andere Wege, mit Mitstotterern in Kontakt zu kommen. Da ist die Chance groß, dass Du mit Menschen in Kontakt kommt, die Deine aktuellen Erfahrungen alle schon gemacht haben und Dir berichten können, wie sie mit diesen umgegangen sind.

Noch einen Rat? Schau Dir mein Interview in Youtube an (Suchwort: "Heldentaten"). Vielleicht kannst Du ja auch überlegen, ob Du mal eine richtige, d.h. umfassende und zeitlich aufwendigere Therapie machen möchtest wie z.B. meine Intensive Intervalltherapie VIERMALFÜNF. Diese enthält eine "eingebaute Ausbildung zum Selbsttherapeuten", so dass Du in Zukunft solche Fragen wie die vorliegende selbst beantworten kannst.

Youtube: watch?v=WcdKiubjYAw&t=791s

www.viermalfuenf.de

https://www.youtube.com/embed/WcdKiubjYAw?showinfo=0" allowfullscreen="">

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Hallo, OskarFragt,

was Du auch immer für eine Sprechtechnik anwendest, das Wichtige ist, dass Du sie durchziehst. Die Sprechtechnik, die Du gelernt hast, hat ja schon ganz gut geklappt. Denk doch jetzt einfach mal nach.

Ich denke, Du hattest seit Beendigung Deines Kurses oft einen Kampf mit Deinem inneren Schweinehund, in dem der Schweinehund zurzeit in Führung liegt. Aber das Spiel ist noch nicht aus. Und Du kannst es noch gewinnen! Ganz sicher!

Unter dem Link findest Du die Anleitung zu der Atem- und Sprechtechnik des Stotterer-Trainings: http://www.stop-stottern.de/5-uebungen/

Dort bekommst Du zusätzlich auch eine kostenlose Anleitung zum Meditieren. Das Meditieren unterstützt den Kampf gegen den innerern Schweinhund. Und zwar sehr, sehr effektiv. Ich bin sicher, dass sich Deine Sprechängste dadurch reduzieren werden. Besser gesagt, ich weiß es. Zudem kostet Meditieren nichts, außer ein bisschen Zeit, die Du aber mehr als nur zurück gewinnst. Such mal bei Facebook nach der Seite "Meditieren in Lüdenscheid". Dort findest Du ganz viele Berichte von wissenschaftlichen Ergebnissen, die das bestätigen. Ganz viele Prominente meditieren übrigens auch. Was denkst Du, warum sie das tun?

Wenn Du Dir so eine Chance entgehen ließest, wäre das ziemlich unlogisch. Mach was aus Deinem Leben, denn Du hast ein gutes und faszinierendes Leben ohne solche unnötigen Ängste verdient.

Viel Erfolg und liebe Grüße

Hans

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Ich wär dafür, dass du an einem Ort, an dem du alleine bist, laut singst. Das kann echt helfen. Versuchs mal, schaden kanns ja nicht.

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Vielleicht diesen Typischen trick vor dem Spiegel reden, oder sprech mit dir selbst, halt nur nicht wenn jemand in der nähe ist, sonst könnte man dies als leicht merkwürdig empfinden.

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Hi, redest du schneller als du denkst? Bist du selbstbewusst?

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Kommentar von OskarFragt
20.03.2017, 21:44

Ich komme in oft Blockaden und bin eigentlich ganz selbstbewusst


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