Wie kann ich mit meiner Trauer umgehen, dass sie nicht mehr so schmerzt?

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8 Antworten

Hallo HotelKaries,

es tut mir sehr leid, dass Du Deinen lieben Partner nach so vielen Jahren verloren hast! Mein herzliches Beileid!

Der Verlust eines geliebten Menschen durch den Tod gehört wohl mit zu dem Schlimmsten, das man im Laufe seines Lebens durchmachen muss! Ich habe das leider auch schon hinter mir, da ich vor wenigen Jahren mehrere meiner engsten Familienangehörigen verloren habe.

In so einer Situation hat man leicht das Gefühl, dass das Geschehene einfach nicht wahr sein kann. Man kann sich einfach nicht damit abfinden, dass der Verstorbene nun nicht mehr da ist. Oder man fühlt sich innerlich leer und empfindungslos. Es kann auch sein, dass der anfängliche Schmerz so groß ist, dass man meint, es gar nicht aushalten zu können. Vielleicht geht es Dir ja gerade ähnlich. Das ist die erste Phase der Trauer und sie ist wohl auch die schlimmste! Die Frage lautet nun: Wie kann ich irgendwie weiterleben und die Zeit der Trauer durchstehen?

Manche versuchen, so schnell wie möglich wieder zur Tagesordnung überzugehen und Gefühle der Trauer zu unterdrücken. Sie wollen vielleicht andern ein gutes Beispiel geben und versuchen den Starken zu spielen. Das ist jedoch auch gar keinen Fall der richtige Weg! Man muss sich selbst die traurigen Gefühle zugestehen, egal wie stark sie sind. Das bedeutet auch, dass es falsch wäre, Tränen zurückzuhalten. Am besten ist es, die Trauer zu durchleben und, wann immer einem danach ist, auch zu weinen. Das bringt einem auf jeden Fall eine gewisse Erleichterung.

Dazu, die Trauer zu durchleben gehört auch, mit anderen über seine Empfindungen zu reden. Natürlich eignet sich nicht jeder dazu. Vielleicht kennst Du einen mitfühlenden Freund, Bekannten oder Verwandten, dem Du Dein Herz ausschütten kannst. Am besten können einem oft diejenigen helfen, die bereits Ähnliches durchgemacht haben und damit fertig geworden sind. Auf jeden Fall wird es Dir leichter ums Herz, wenn Du Dich jemandem mitteilst. In der Zeit der Trauer brauchen wir jemanden an unserer Seite, auf den wir uns verlassen können und der die Sache mit uns gemeinsam durchsteht.

Es könnte aber auch sein, dass Dir im Moment gar nicht danach ist, mit jemandem zu reden. Dann könnte es Dir helfen, ein Tagebuch zu führen und Deine Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen. Das Geschriebene vielleicht einige Tage später wieder zu lesen, mag Dir ebenfalls Erleichterung geben.

Wenn Freunde Dir Hilfe angeboten haben, nimm sie an! Vielleicht sind sie nicht dazu in der Lage, ihr Mitgefühl durch passende Worte zum Ausdruck zu bringen und sie mögen Dir auf diese Weise zeigen, dass ihnen etwas an Dir liegt. Auch wenn sie Deinen inneren Schmerz nicht wirklich verstehen mögen, weise sie nicht zurück. Echte Freunde können einem trotz ihrer Unzulänglichkeiten und manchmal unbedachten Worte eine große Hilfe sein.

Du wirst sicher gemerkt haben, dass die Trauer enorm an Deinen Kräften zehrt. Achte deswegen gerade jetzt auf genügend Schlaf, körperliche Bewegung und eine gesunde Ernährung! Auch wenn es Dir schwerfallen mag, innerlich zur Ruhe zu kommen, sei jedoch sehr vorsichtig mit Medikamenten und Alkohol. Sie bringen Dir bestenfalls vorübergehend Ruhe, und es besteht leider die Gefahr, davon abhängig zu werden. Solltest Du z.B. zu Beruhigungsmitteln greifen, dann tue dies nur unter ärztlicher Aufsicht.

Es mag Dir auch schwerfallen, wieder zu Deinen alltäglichen Beschäftigungen (Beruf, Hausarbeit etc.) zurückkehren. Am Anfang kann es sein, dass Du Dich dazu zwingen musst. Im Laufe der Zeit wirst Du jedoch feststellen, dass der Alltag Dich ablenkt und Dir guttut. Wenn Du Dich jedoch dauerhaft verkriechst, kannst Du schnell in ein Gedankenkarussell geraten, aus dem es schwer ist, wieder herauszukommen.

Viele Trauernde stellen sich die Frage, wo nun der Verstorbene wohl ist. Vielleicht im Himmel? Oder irgendwo sonst im Jenseits? Die Bibel lässt uns ins in der Frage, was nach dem Tod geschieht, nicht im Ungewissen. Sie sagt: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst" (Prediger 9:5). Das bedeutet, dass die Toten nicht irgendwo weiterleben. Sie befinden sich sozusagen im Todesschlaf, aus dem es jedoch nach der Bibel auch wieder ein "Erwachen" gibt.

Wie ist das zu verstehen? Nun, Gott ist dazu in der Lage, sich an jeden Menschen, der einmal gelebt hat, in allen Einzelheiten zu erinnern. So hat er sich vorgenommen, eines Tages die Gräber zu lehren, indem er die Toten wieder zum Leben bringt. Die Bibel gebraucht dafür den Begriff "Auferstehung". Gott erschafft die Verstorbenen mit einem neuen Körper, der dem gleicht, den sie in ihrem früheren Leben hatten. Wenn also die Toten wiederkommen, dann ist es so, als ob sie gleichsam von einer langen Reise zurückgekehrt wären. Stell Dir vor: Wir können all unsere Lieben wiedererkennen und in unsere Arme schließen! Kannst Du Dir die unbeschreibliche Freude vorstellen, die dann herrschen wird?

Der mit dem Tod verbundene Schmerz und all das Leid werden dann für immer vergessen sein! Die Bibel beschreibt diese künftige Zeit mit den sehr ergreifenden Worten: "Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3,4). Ist das zu schön, um wahr zu sein? Keineswegs, denn Gott verspricht uns nichts, was er nicht einhalten kann und wird. Somit ist die Hoffnung der Auferstehung für die Hinterbliebenen ein großer Trost, der ihnen in der Zeit der Trauer enorm helfen kann.

Ich wünsche Dir, dass Du die Kraft hast, diese schwere Zeit zu ertragen und nicht in Deinem Kummer zu versinken! Mögest Du auch liebevolle und mitfühlende Menschen an Deiner Seite haben, die Dich verstehen und Dich aufbauen! Und wenn Du an Gott glaubst, steht er Dir gerne bei und gibt Dir Hoffnung und Trost aus seinem Wort.

LG Philipp

Deine Hinweise auf die Bibel zeigt Deine Festigkeit und ich wundere mich wirklich woher Du die in unserer kaputten Welt nimmst. Die einzige Erklärung für mich ist Selbstsuggestion.

Wie kann man von dem Inhalt eines Buches, das Menschen im 3. Jahrhundert vom Tanach der Juden übernommen haben, heute noch so überzeugt sein, wenn unsere jetzige Welt in Flammen steht? 

Doch eigentlich nur, wenn man die Augen und Ohren schließt.

Anderseits sind Deine empathischen Worte - nicht die Bibelverweise - ein wenig tröstend, weshalb ich Deine Antwort als die Hilfreichste bezeichne. 

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@HotelKaries

Hallo HotelKaries,

erst einmal vielen Dank für den Stern! Der Grund für meine "Festigkeit" ist nicht Autosuggestion, sondern tatsächlich die Bibel. Um an die Bibel glauben zu können, muss ich jedoch nicht Augen und Ohren verschließen, denn sie ist nicht ein Märchenbuch, für das sie in der heutigen Zeit viele halten.

Die Bibel ist mehr als das Werk von Menschen, denn es gibt eine große Anzahl von Fakten und Belegen, die zeigen, dass die Bibel von einer übermenschlichen Quelle stammt. Sie wurde zwar von Anfang bis Ende von Menschenhand geschrieben (insgesamt waren 40 Schreiber beteiligt), doch betonten die Verfasser immer wieder, dass sie unter göttlicher Anleitung standen. Beispielsweise schrieb der Apostel Petrus: "  Denn dies wisst zuerst, dass keine Prophezeiung der Schrift irgendeiner privaten Auslegung entspringt.   Denn Prophetie wurde niemals durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern Menschen redeten von Gott aus, wie sie von heiligem Geist getrieben wurden" (2. Petrus 1:20,21).

Natürlich beweist allein die Behauptung der Schreiber der Bibel nicht, dass Gottes Hand mit im Spiel war. Wenn man sich jedoch inhaltlich mit der Bibel beschäftigt, dann ist deutlich zu erkennen, dass sie nicht allein das Werk von Menschen ist. Das sehe nicht nur ich so, denn die Bibel ist mit Abstand das am weitesten verbreitete Buch in einer Auflagenstärke, die jedes andere Buch, das je verfasst wurde, bei weitem in den Schatten stellt. Würde man wohl einem Buch, das in einigen Teilen bereits 3500 Jahre alt ist, eine solche Aufmerksamkeit schenken, wenn man es lediglich als ein Werk der Weltliteratur betrachten würde? Was zeigen die Fakten?

Verschiedene archäologische Entdeckungen haben immer wieder die geschichtliche und geographische Genauigkeit der Bibel bestätigt. Ein Beispiel: Die Bibel erwähnt die Stadt Ninive und beschreibt sie als eine große Stadt im damaligen Assyrien. Bis ins 19. Jahrhundert bezweifelten Bibelkritiker deren Existenz. Doch 1849 legte man die Ruinen eines Palastes von König Sanherib frei, der, wie sich herausstellte, zum alten Ninive gehörte.

Ein anderes Beispiel ist die Ausgrabung der chaldäischen Stadt Ur, wo Abraham gewohnt hatte. Auch hier stimmen in der Bibel erwähnte Einzelheiten mit entdeckten Artefakten überein.

Ein anderer wichtiger Punkt sind die erfüllten Prophezeiungen. Als Beispiel dafür möchte ich einmal das herausgreifen, was die Bibel über den Niedergang des alten Babylon voraussagte. Obwohl diese Stadt wegen Ihrer strategischen Lage und deren Befestigungsanlagen als uneinnehmbar galt, sagte der Prophet Jesaja voraus: "Und Babylon, die Zierde der Königreiche, die Schönheit des Stolzes der Chaldạ̈er, soll werden wie Sọdom und Gomọrra, als Gott sie umkehrte." (Jesaja 13:19) Dieser Prophet sagte sogar sämtliche Einzelheiten über die Einnahme und den Sturz Babylons voraus. Außerdem gab dieser 200 Jahre im voraus den Namen des Eroberers bekannt: Cyrus ein mächtiger König des persischen Reiches (siehe Jesaja 44:27 bis 45:2).

Dann ist da auch die wissenschaftliche Genauigkeit. Obwohl die Bibel kein wissenschaftliches Lehrbuch ist, sind die Aussagen, die sie über wissenschaftliche Themen macht, stets genau und mit wissenschaftlichen Tatsachen im Einklang. Hierzu zwei Beispiele.
Im Altertum glaubte man allgemein, die Erde sei eine flache Scheibe. Die Bibel hingegen machte bereits im 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung folgende erstaunliche Aussage über die Form der Erde: "Da ist EINER, der über dem Kreis der Erde wohnt, deren Bewohner wie Grashüpfer sind, ER, der die Himmel ausspannt wie einen feinen Flor, der sie ausbreitet wie ein Zelt, um darin zu wohnen," (Jesaja 40:22) Das an dieser Stelle mit "Kreis" übersetzte hebräische Wort "chugh" kann auch mit "Kugel" übersetzt werden. Beachtenswert ist, dass zu dieser Zeit allgemein die Vorstellung einer flachen Erde vorherrschte.

  Während Aristoteles lehrte, die Sonne, der Mond und die Sterne befänden sich auf der Oberfläche von festen durchsichtigen Sphären, oder andere Vorstellungen besagten, die Erde ruhe auf vier Elefanten, die auf einer Riesenschildkröte standen, sagt die Bibel: Er spannt den Norden aus über dem leeren Raum, Hängt die Erde auf an nichts;" (Hiob 26:7). Diese Aussage stimmt immer noch mit der wissenschaftlichen Tatsache bezüglich der Gravitation überein, die durch Sir Isaak Newton entdeckt wurde.

Diese wenigen Beispiele zeigen sehr deutlich, dass die Bibel durch Gottes Einfluss zustande kam. Die Bibel selbst beschreibt die göttliche Urheberschaft wie folgt: "Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in [der] Gerechtigkeit" (2. Timotheus 3:16). Das dies nicht leere Wort sind, zeigen nicht nur die wenigen erwähnten Beispiele, sondern Hunderte Belege und Beweise, die ich hier im einzelnen nicht anführen kann, die aber für jedermann nachprüfbar und zugänglich sind.

LG Philipp

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Zunächst mein Beileid, das ist ein Schock und eine extreme Erfahrung. Aber Du erwartest nicht wirklich, dass eine Trauerarbeit nach 3 Wochen abgeschlossen ist? Sowas dauert bei manchen Monate, bei anderen Jahre. Setz Dich nicht so unter Druck. Und lass vor allem die Trauer zu, sie bahnt sich sonst ihren Weg sowieo und ist sicher noch unangenehmer, wenn Du sie wegschieben willst.

Hast Du Freunde, mit denen Du sprechen kannst? Tausch Dich mit anderen Betroffenen evtl. aus, das hilft oft.


Hallo

das tut mir sehr leid für dich. Auch ich erlebe gerade einen schweren Verlust - ich muss meinen Bruder, den letzten von 3 Geschwistern beerdigen.

Ich kann dir aus der Erfahrung der anderen Geschwister und auch von bereits gegangenen Freunden sagen, der Schmerz wird geringer werden. Es wird dauern und auch nach JAhren wird urplötzlich wieder eine Erinnerung hoch kommen, die sehr schmerzt.

Bewahre deinen Partner in deinem Herzen, spreche mit ihm - egal was andere denken.

ich erinnere mich an eine Begebenheit als mein anderer Bruder gerade verstorben war. Ich habe am Grab mit ihm geredet und nicht gemerkt, dass eine alte Dame 2 Gräber weiter stehen geblieben ist. Erst als sie mich angesprochen hat . Sie meinte damals zu mir ..... ich rede auch immer mit meinem Mann.

Alles Gute für dich

LG

Ich sage dir nun einen Satz der mir damals sehr oft half:

"Denk' nicht daran wie er/sie gestorben ist. Erinnere dich lieber daran wie er/sie gelebt hat..."

Guck Fotos an, Videos, Erinnerungen. Lächle und lache weil das würde ihn/sie sicher mehr freuen :)

Die Trauer wird irgendwann zur Erinnerung an den Partner. Meine Mutti hat selbst nach 13 Jahren den Schmerz noch nicht ganz überwunden.

Geholfen hat ihr, dass sie angebotenen Hilfe von Freunden angenommenund sich nicht eingeigelt  hat .  Wenn es ganz schlimm ist, schreibt sie sich den Kummer von der Seele. Oft zerreisst sie das dann am nächsten Tag, aber der große Kummer ist weg.

Und warum nicht auch schreien?  Unter eine Brücke, wenn ein Zug drüber fährt oder auf dem freien Feld.

Ich wünsche Dir viel Kraft.

Sehr nett. Danke.

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Hallo, 

erstmal mein tiefes Beileid. 
Du kannst nicht erwarten, das du nach 3 Wochen keine Trauer mehr spürst. 
Ich selbst hatte nicht mal nach 5 Jahren akzeptiert, das meine Tante einfach so gestorben ist. Weil sie für mich wie eine Mutter war. 

Das Leben wird immer grausam sein, daran kann man nichts ändern.
Was einem aber bleibt sind jedoch die Erinnerung über die man lächeln sollte, anstatt in Trauer zu schwelgen.

Sprich mit nahe stehenden darüber, such dir ein Hobby was dich ablenkt. 
Ich hatte meine Familie die mich von allen Seiten unterstützt hat.

Ich kann dir nur zwei Zitate von meinem Onkel nennen die er immer benutzt hat:
Wie kann man einen Menschen beweinen, der gestorben ist? Diejenigen sind zu beklagen, die ihn geliebt und verloren haben."

"Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt."

Diese Zitate begleiten mich mittlerweile ein Leben lang.

Hattest Du erwartet, dass Du bereits nach 3 Wochen nicht mehr traurig bist?

Sehr schwer nachzuvollziehen

Selbstverständlich habe auch ich das nicht erwartet. Aber ein wenig Mäßigung wäre schon erträglicher.

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