Wie kann ich mit Klavierunterricht aufhöre?

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5 Antworten

Das ist eine schwierige Situation, in der du da steckst.

Tatsächlich hätte ich dir geraten, Hilfe beim Jugendamt zu suchen, aber das willst du ja nicht.

Offensichtlich sind deine Eltern nicht bereit, auf deine Argumente und auf deine Wünsche so einzugehen, wie du es gerne hättest. Sie zu überzeugen, wird dir, da es bislang nicht gelungen ist, wohl nicht gelingen.

Ich sehe nur eine Möglichkeit, nämlich das du dich radikal verweigerst bzw. entziehst:

  • das kannst du entweder ganz offen und direkt tun, indem du nicht zum Unterricht gehst; wenn man dich hinführen will, gehst du einfach nicht mit, notfalls müssen sie dich hintragen (in diesem Fall rührst du dort die Tasten nicht an).
  • oder du gehst es indirekt an, fängst an zu tricksen und zu lügen, sagst also z.B., du gehst zum Unterricht und kommst dann extra viel zu spät, machst beim Unterricht lauter Blödsinn, alles nur nicht richtig spielen. Was auch immer dir oder anderen einfällt, um die Sache zu sabotieren (Guerilla-Taktik)

Ich sehe es so: deine Eltern gehen mit dir in einer Art um, die nicht i.O ist. Sie lassen dir keine Wahl, dein Leben so zu leben wie du es willst. Meiner Meinung nach sind in so einer Situation alle Mittel erlaubt - ungeachtet diverser moralischer Bedenken (aber natürlich immer mit Verstand, die möglichen Folgen berücksichtigend - aber so wie du schreibst, hast du den bestimmt).

Sei nicht mehr bereit, dich von deiner Lehrerin anfassen zu lassen. Zeige Widerstand. Springe auf und schreie, wenn sie es versucht. Gib dich allgemein möglichst kratzbürstig. Wenn du das kleine gefügige Ding bist, dann fahren sie offensichtlich ohne Rücksicht über dich drüber. Also hilft nur, Widerstand zu zeigen, die Zähne zu zeigen.

Es werden weder deine Eltern noch die Lehrerin positiv darauf reagieren. Diesen Wunsch bzw. dieses Bedürfnis mußt du leider begraben.

Ich kenne deine Eltern nicht, aber so wie du sie schilderst vermute ich mal, dass sie dann versuchen werden, dich mit diversen Mitteln unter Druck zu setzen. D.h. du müßtest bereit sein, diesen Druck auszuhalten und ihm nicht nachzugeben. Dass könnte eine längere Durststrecke bedeuten - u.U. solange, bis du dereinst das Elternhaus verläßt, denn es ist möglich, dass deine Eltern so oder so nicht bereit sein werden, nachzugeben.

Dieser Weg könnte härter sein, als es die aktuelle Situation ist, das wäre also der Nachteil. Der Vorteil wäre, daß du dich nicht fremdbestimmen lassen würdest.

Es tut mir leid, dass du in dieser Lage steckst. Einen leichten Ausweg sehe ich leider nicht (wie gesagt wäre ich für Jugendamt).


Hallo didinchen!


Noch eine Ergänzung zu meinen Vorschlägen ist mir eingefallen:


  • der sanftmütige Widerstand - nach dem Vorbild von Mahatma Gandhi (Mahatma bedeutet "große Seele", diesen Beinamen gaben ihm die Inder aufgrund seines beispiellosen Wirkens): d.h. du machst ganz klar, schlicht und geradlinig das, was du für richtig erachtest. Was für dich nicht stimmig ist, machst du nicht. Wo bzw. wenn man dich physisch hindert, nimmst du es ohne Gegenwehr hin. Sobald die physischen Behinderungen wegfallen, folgst du wieder ruhig, klar und bestimmt deinem Weg.


Diese Art des Widerstandes dürfte wohl die beste sein, sie ist aber sicher auch die schwierigste und erfordert viel Disziplin und Konsequenz.





Ich könnte mir vorstellen, dass sie in anderen Bereichen auch nicht nach deiner Meinung fragen.
Und hier wäre dann das Problem.
Du kommst jetzt in die Pupertät und es wird noch viele Themen geben, wo du dich von ihren Normen und Regeln befreien möchtest.
11 Jahre ist noch sehr jung dafür, dass du anfängst gegen deine Eltern zu rebellieren. Aber im Prinzip hast du keine andere Wahl.

Die Frage wäre:
Sind sie einfach nur konsequent und denken, dass DU es später mal bereust, wenn du jetzt keinen Unterricht mehr nehmen wirst?
Weil du Musik studieren wirst oder später dein Geld damit verdienen wirst oder große Erfolge damit haben würdest?
Oder:
Sind sie zu narzisstisch und bestehen darauf, dass du das machst, was ihnen gefällt? Also sind sie sich selbst wichtiger, als dir eine eigene Meinung zu erlauben?
(google mal Narzißmus)

didinchen11 25.11.2016, 15:28

Ich seh ein, dass das auch an der Pubertät liegt (hat schon begonnen, Frau Erdbeere usw.). Aber seit 3 1/2 Jahren schlepp ich diesen Frust mit mir. Ich kann nicht mal richtig schlafen, weil mich das so belastet. Ich schlaf immer mit Tränen in den Augen ein.

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loema 25.11.2016, 15:31
@didinchen11

Das ist ja aber der Sinn der Pupertät. Dass sich ein eigenes Leben entwickelt und man eben nicht mehr nur das befolgt, was die Eltern vorgeben.
Wie schätzt du denn meine Frage ein?
Hast du narzisstische Eltern oder besorgte Eltern?

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didinchen11 25.11.2016, 16:15
@loema

Ich liebe meine Eltern und respektiere sie, aber das geht eher in die Richtung narzisstisch. Sie sehen für mich eher einen wissenschaftlichen oder mathematischen Beruf vor. Dem stimme ich eig. zu

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loema 26.11.2016, 19:26
@didinchen11

Hm.
Du bist jetzt 11 Jahre alt.
Bei eher narzisstischen Eltern ist es hilfreich, sich ihre Reden anzuhören und ihre Pläne mit einem.
Aber insgeheim darf man sich eigene Pläne machen und die dann sobald man alt genug ist, einfach machen.
Oder sich verweigern, wenn nichts anderes hilft.
Und die Konsequenzen in kauf nehmen.
Das macht bei kleinen Dingen dann stark für die großen, die kommen. Wichtig ist, ein eigenes Leben leben zu dürfen.
Auch wenn es dann Ärger geben wird.

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Das wird wohl ohne "öffentliche Stellen" nicht gehen. Denn wenn deine Eltern akzeptieren, dass diese Frau dich sogar mißhandelt, dann ist da scheinbar Hopfen und Malz verloren.

didinchen11 25.11.2016, 15:24

Ok, danke...

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Hast du einen Erwachsenen, an den du dich wenden kannst, der mit deinen Eltern sprechen kann?

didinchen11 25.11.2016, 15:21

Ne, leider nicht. Keinen, dem ich vertrauen kann. Es ist frustrierend wenn jeder Freitags sagt "Juhuuuu! Wochenendeeee!"...Dann fühl ich mich wie so ein kaputt getretener Esel. :(

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