Wie kann ich mir und meiner kleinen Schwester im Umgang mit ihrer Diagnose Leukämie am besten Helfen?

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7 Antworten

Das ist schlimm, dass sie immer wieder aus der Remission fällt. Falls Du diesen Begriff noch nicht gehört hast, das ist eine Remissionsphase

https://de.wikipedia.org/wiki/Remission_(Medizin)

Wenn es Deine Schwester beruhigt, wenn Du bei ihrem Tod Klavier spielst, sage ihr weiterhin "Das mache ich gerne für Dich". Aber Du solltest sie weiterhin ermutigen, stark zu sein. Heutzutage sterben nicht mehr so viele Kinder an Leukämie, wenn das schon sehr früh erkannt wurde. Mach ihr oft Hoffnung, dass die Medizin da weiter Fortschritte macht.

Außer ihr beistehen, kannst Du leider nichts machen. Das kostet Dich bestimmt sehr viel Kraft, wie alt bist Du denn?

In vielen Städten gibt es Selbsthilfegruppen für Angehörige von Krebspatienten, könntest Du da nicht mal hingehen und Dich mit anderen austauschen? Das würde Dir bestimmt viel helfen, weil Du Dich dort wenigstens auch mal hemmungslos gehen lassen und weinen darfst.

Ich hoffe sehr, dass die nächste Chemotherapie etwas bringt. Alles Gute für Euch. lg Lilo

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Kommentar von nnn020422
26.09.2016, 13:53

Hey und danke für deinen Beitrag.

Naja, ich mag nicht in gruppen sein. Im Krankenhaus da gibt es auch so sachen auch listen für verschiedene selbsthilfegruppen aber ich möchte lieber in einer kleinen Gruppe unter 4 augen z.b. Es fällt mir erstmals auch immer schwer und da tut mir schreiben besser als gleich persönlich zu reden. Und dann 4 sotzungen schweigend in der Gruppe sitzen könnte ich nicht aushalten.

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Kommentar von nnn020422
26.09.2016, 13:59

Und ich bin 19

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Hallo,

Das ist natürlich schwierig. Gerade weil deine Schwester das ja nicht zum ersten Mal durchmacht. Es ist aber auch gut, dass sie sich mit dem Tod beschäftigt und versucht euch das Leben leichter zu machen. Für sie ist es wichtig darüber zu reden, du solltest das Thema nicht unterbinden. Du kannst ihr sagen, dass ihr wenn es ihr soweit gut geht, ihr die Zeit nutzen sollt um viele schöne Erinnerungen zu sammeln, aus denen Ihr auch Kraft schöpfen könnt wenn sie stationär ist. Versuche sie auch abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen ( filme gucken, spielen usw). Auf Station habt ihr doch bestimmt eine Psychologin/ Seelsorgerin! Du kannst auch mal mit ihr sprechen. 1. wie es dir damit geht und 2. wie es deiner Schwester damit geht. 

Wichtig ist für deine Schwester, dass sie merkt, dass ihr immer für sie da seit, egal was passiert. ( Obwohl ich mir sicher bin, dass du das gut hinbekommst.)

Ich drücke euch und vorallem deiner kleinen Schwester ganz fest die Daumen. Wenn du reden magst, kannst du dich auch gerne bei mir melden.

Liebe Grüße und alles Gute !

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Grüß Dich, also als erstes muss ich Dir sagen, dass Du Dich sowieso schon tapfer schlägst, nach alldem was Du hier schreibst. Ich glaube, Du tust schon bereits das Richtige! Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie hilflos man sich fühlt, wenn man einen lieben Menschen in den Tod begleitet. Das beste was Du für sie tun kannst ist, sehr viel Zeit mit ihr zu verbringen. Das beste was Du für Dich selbst tun kannst ist, akzeptiere die Situation wie sie gerade ist. Gehe auf die Gefühle Deiner Schwester ein. Lache mit ihr, wenn sie einen guten Tag hat, tröste sie und weine auch mal ruhig mit ihr wenn es ihr schlecht geht. Deinen Schilderungen zufolge machst Du das bereits sehr gut! Eine allgemeine Lösung gibt es dafür wohl nicht! Sei einfach Du selbst und habe keine Angst etwas falsches zu sagen, sondern höre auf Dein Inneres. Ich wünsche Euch ganz viel Kraft und hoffe, dass es doch noch einen Weg zur Heilung gibt.

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Kommentar von nnn020422
26.09.2016, 14:05

Danke dir,

Ja ich unterminm viel mit ihr, was für sie und ihrem Körperlichen befinden gerade machbar ist. Unsere Bindung ist zum glück auch stark, was aber auch umso mehr schwerer macht sie los zu lassen. Ich denke aber das es noch nicht zu ende geht in der nächste Zeit. Es givt mal gute und schlechte Zeiten ob körperlich oder psychisch.

Danke :)

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Mir ist noch was eingefallen:

Bei meiner eigenen Krebserkrankung vor vielen Jahren, hatte ich ein wichtiges Ritual eingeführt. Einmal in der Woche war Pause! Da hatte die Diagnose Urlaub!
Ich nahm "den Krebs" in Form eines abstrakten Kuscheltieres und setzte ihn gemütlich in einen Sessel. Dann sagte ich ihm klar und deutlich: "Hör mal, jetzt machst Du Pause von mir und ich habe ebenfalls Pause. Bevor wir uns völlig auf den Geist gehen und uns zanken, brauchen wir mal eben Abstand."

So in dieser Art. An diesem Urlaubstag machte ich alles mögliche und schickte den krebs immer wieder zurück in den Sessel, wenn er gedanklich vorbei kam.

Am nächsten Morgen betrachtete ich ihn genau und überlegte wohlweislich, wie viel ich von ihm wieder zu mir nahm.

Heute bin ich völlig genesen und es geht mir gut! Was ich Dir sagen will:

auch wenn die Prognose JETZT ungut sein sollte, kann es morgen schon ganz anders sein! Prognosen machen wir Menschen.

Deine Schwester will natürlich vom Sterbenn reden. Es heißt nicht zwangsläufig, dass sie auch an Leukämie sterben wird. Sie ist in einem Alter, wo man sich unter solchen Umständen damit sehr wohl beschäftigt.

Nehme sie in ihren Ängsten und Überlegungen ernst.

Aber genauso wichtig: sorge gut für Dich. Mache auch Du so einen Urlausbtag! Schaffe Dir Inseln, in denen Du unbeschwert sein darfst. Und hole Dir erwachsene Menschen ins Boot, die für DIch da sind. Vielleicht einen Lehrer, den Pastor, den Trainer.

Gott segne Euch!

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Vorweg möchte ich Dir danken, wie Du Deine Schwester unterstützt! Ich kann Dich sehr gut verstehen. Mein Bruder ist ebenfalls seit vielen Jahren sehr krank. Auch wenn ich heute schon ein wenig älter bin.

Frage mal den betreueunden Arzt nach der Krebshilfe. Im ambulanten Dienst gibt es extra Sprechstunden für Kinder! Dort kannst Du im geschützten Raum alles besprechen. Denn es muss Dir auch gut gehen!

Vielleicht ist dieses hier eine Option für Dich und Deine Schwester:

http://flugkraft.com/twentyfifteen/de/

Mir gefällt diese Arbeit sehr!

In welcher Stadt lebst Du und wie alt bist Du?

Gerade weil ich schon etwas älter bin, möchte ich Dich bitten, Dir unbedingt Hilfe zu holen. Es ist eine sehr große Nummer, die Du zu bewältigen hast. Und bei alledem, musst Du Dein eigenes Leben führen.

Alles Guteund Gottes Segen Euch!

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Kommentar von nnn020422
26.09.2016, 16:30

Ich bin 19 und komme aus der Schweiz.

Ja. Es ist eine grosse leistung die man hier tun muss, aber man muss sie halt eben tun.

Danke für deine Hilfe :)

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Du hast leider nicht geschrieben wie alt Du bist, aber so wie Du schreibst erscheinst Du schon recht vernünftig.
Trotzdem ist es sicher nicht Deine alleinige Aufgabe Deine Schwester beizustehen.
Wenn Du - für Dich - merkst das es zu viel für Dich wird, dann würde ich das - wenn die Eltern nicht zur Verfügen stehen - zunächst  mal mit den Ärzten Deiner Schwester besprechen  die kennen garantiert Ansprechpartner die Euch in der Situation helfen können.

Ich rede oft mit ihr, frage was sie braucht, wieso sie so denkt usw.

Reden ist immer gut.

Leider scheint die Prognose ja nicht gut zu sein, umso wichtiger ist der Kontakt mit den Ärzten ...

Euch alles Gute ....

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Kommentar von nnn020422
26.09.2016, 14:02

Danke dir.

Ja hab es vergessen. Ich bin 19 und somit die älteste der Familie. Das ist dann erst recht nicht einfach, wenn man keinen grossen Bruder oder Schwester hat.

Danke für deine Antwort und ich werde gucken was ich machen kann. Schreiben fällt mir halt immer winfacher als reden für den anfang.

Meine eltern sind getrennt meine Mutter arbeitet im Krankenhaus und ist die Leitung. Somit viel zu tun aber auch immer wieder in der Nähe was ich schön finde und meine Schwester auch gut tut. :) wenn ich nicht kommen kann, weiss sie das meine Mutter kommen kann.

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Das tut für für deine Schwester und dich sehr leid. So eine Lebenslage kostet unendlich viel Kraft.

Ein Kollege von mir hatte zwei Stammzellübertragungen und nach einem Jahr hat es wieder angefangen und er ist daran verstorben.

Ihre Wünsche bezüglich Beerdigung usw. nimm ernst und gib ihr das Gefühl, dass du es wunschgemäß auch machst.

Alles Gute deiner Schwester und dir.

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