Wie kann ich mir mehrere Unterrichtsstunden besser merken?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Hallo Julie!
Folgendes hat mir, als ich noch zur Schule ging, zu guten Klassenarbeiten bzw. Klausuren verholfen:
1. Im Unterricht mitdenken, Dich wirklich aktiv mit dem Thema beschäftigen. Perfekt wäre es, wenn Du wirklich irgendeine Motivation finden würdest, irgendeinen Anhaltspunkt, Dich für das Thema zu interessieren. Irgendeinen Nutzen, den Du für Dich persönlich aus dem Unterrichtsinhalt ziehen kannst. Ich weiß, oft ist das sehr schwer (z.B. bei Mathematik). Aber Politik ist doch ein wirklich wichtiges und spannendes Thema, bei dem Du als junge Frau irgendwann sicherlich auch mal mitreden können möchtest. Und Biologie kann einem (je nach Unterrichtsreihe) auch ziemlich den persönlichen Horizont, den persönlichen Blick auf das Leben und den Sinn des Lebens erweitern. Wie auch immer - was einen interessiert und womit man sich selber aktiv auseinandersetzt, das bleibt generell schon mal besser im Kopf. Da fällt einem das Lernen dann einfacher, als wenn man einzig und allein aus der Motivation lernt, eine gute Note schreiben zu wollen (oder gar aus der, bloß keine schlechte Note zu schreiben).
2. Ich habe es immer so gemacht, dass ich zwei bis drei Tage vor der Klassenarbeit mit dem Lernen begonnen habe. Der erste Schritt war immer, dass ich mir ganz grob vor Augen gehalten habe, was genau ich alles für die Arbeit können muss. Also welches Thema, welche Aspekte genau. Danach habe ich mir alles an Unterrichtsmaterial zusammengesucht (Arbeitsblätter, die Sachen, die man im Unterricht oder als Hausaufgabe selbst aufgeschrieben hat und natürlich die entsprechenden Seiten im Buch). Aus diesem Spektrum an Material habe ich mir dann Lernzettel (die ich teilweise auch als Spickzettel benutzt habe - dazu später mehr) erstellt. Ganz easy, einfach ein Blatt vom Collegeblock abgerissen und darauf die Inhalte, die ich für die Arbeit wissen musste, zusammengefasst. Schön übersichtlich, kurz und knapp, nur in Stichpunkten. Dadurch hast Du einen viel besseren Überblick, als ständig zwischen Arbeitsblättern, Ordnern und Büchern hin- und her zu switchen. Knall Dir alles on point auf einen Zettel (wenn der nicht ausreicht, benutze die Rückseite). Du hast dann die Gewissheit: Auf diesem Zettel steht alles, was ich können muss.
Und nun zum eigentlichen Lernen: Während Du die Inhalte von Deinen Unterrichtsmaterialien auf den Zettel schreibst, beschäftigst Du Dich ja bereits automatisch mit dem Thema, denn Du wandelst die Texte ja in für Dich verständliche Stichpunkte um. Wenn Dein Lernzettel fertig ist, dann kannst Du anfangen, mit ihm zu lernen. Gehe Schritt für Schritt vor. Fange beim ersten Thema an, lies Dir die Stichpunkte durch und versuche, sie Dir zu merken. Halte sie mit der Hand zu, und versuche, sie auswendig aufzusagen. Übe das so lange, bis Du in Deinem Zimmer im Kreis herumlaufen und Dir dabei selber die Stichpunkte aufsagen kannst. Solche Selbstgespräche, in denen ich das Gelernte auswendig wiederholt habe und mir selber das Thema vorgetragen habe (so als würde es eine mündliche Prüfung sein), haben mir immer wahnsinnig gut geholfen. Ja, so kannst Du vorgehen, bis Du alles vom Zettel drauf hast. Natürlich immer jeden Tag nur ein bisschen, das musst Du Dir aufteilen, sonst vergisst Du die Hälfte wieder. Du kannst Dir hier und da auch Eselsbrücken einbauen, wenn es sich anbietet. Abends kannst Du den Zettel auch gemütlich mit ins Bett nehmen, die Stichpunkte nochmal durchgehen oder die Augen schließen und versuchen, sie auswendig aufzusagen.
Naja und zu guter Letzt zum Spicken: Ich weiß ja nicht, wie Du es bis dato so mit dem Spicken gehalten hast. Manche Schüler spicken ja generell nie, andere manchmal, andere immer. Ich habe immer mal wieder gespickt und der Spicker hatte für mich im Wesentlichen die Funktion als Unterstützung, nicht als Lernersatz. Meine Haltung dazu war immer: Solange ich das Thema vom Grundprinzip her kapiert habe, gibt es kein Argument, das dagegenspricht, zur Unterstützung und zur eigenen Sicherheit einen Spicker dabeizuhaben. Denn nach ein paar Wochen, wenn die nächste Klassenarbeit kommt, hast Du doch die einzelnen exakten Details, Zahlen etc. sowieso wieder vergessen. Ob Du sie Dir dann allesamt im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert hast und dann wieder vergisst, oder ob Du sie Dir auf einem Spicker aufschreibst, macht vom Prinzip her keinen Unterschied. Die Art und Weise, wie das Bildungssystem in Deutschland funktioniert, ist sowieso riesengroßer Unsinn und den Kindern und Schülern nicht zumutbar. Die Lehrpläne sind viel zu voll, das, was ein Abiturient laut Papier angeblich alles weiß, kann in Wirklichkeit kein einziger Mensch. Also kannst Du Deinen Lernzettel auch prima zusammenfalten, in Deine Unterhose stecken und wenn Du während der Klassenarbeit merkst: "Ups, hier komm ich nicht weiter, wie ging das denn noch?" - dann gehst Du eben zur Toilette und wirfst dort in Ruhe noch einen Blick auf den Zettel.
Mir hat dies alles zu einem guten Abitur verholfen :-)
LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Alles stichpunktartig aufschreiben und zu einem Aufsatz zu Hause formulieren...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?