Wie kann ich mir einreden, dass lernen Spaß macht?

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  1. Stell Dir vor Du erklärst den Sachverhalt jemanden (nicht dem Lehrer oder den Eltern). Am besten einer (imaginären) Person, die du sogar bewunderst. Der Stolz, der sich unbewusst einstellt, wenn man etwas kann, was der andere nicht weiß bringt einiges und zum anderen merkt man schnell ob man es verstanden hat - denn sonst kann man nicht erklären.

  2. Arbeite mit Freunden zusammen und macht ein Spiel/Wettbewerb draus indem ihr euch ungewöhnliche Frage dazu stellt. z.B. Gedichte lernen: "in welcher Strophe/Zeile kommt das Wort "Axt" vor? oder bastelt ein Quiz, dass ihr verlauf des Unterrichtssjahres immer erweitert (Fragen auf Karteikarten).

  3. Gib dem gelernten Sinn bzw lies etwas interessantes dazu. An öffentlichen Schulen wird das leider nicht gefördert, aber dann muss man es selber machen. Es gibt z.B. tolle historische Romane und wenn man sowas passend liest, macht es gleich viel mehr Spaß. Bzw man überlegt sich wofür man das brauchen kann und nutzt das Wissen. Es ist erstaunlich wann alles wiederkommt, z.B. die gesamt Physik in der Tiermedizin (Elektrik-Nerven, Optik-Auge, Statik-Knochen+Muskeln, Flüssigkeiten-Blut, Akkustik-Ohr, usw.

  4. Ergreif die Initiative und frage Deine Lehrer ob man das Lernen nicht anders angehen kann. Evtl können einzelne Theme vorbereiten und den anderen präsentieren - evtl auch auf ganz ungewöhnliche Weise oder ihr könnt fragen ob Ausflüge zu Themen möglich sind (Motoren - BMW-Werke oder deutsche Museum). Das ist an normalen Schulen zwar nicht so sehr vorgesehen, aber Eigeninitiative wird gern gesehen. Und deine mitschüle werden dich nicht als Streber sehen, sondern eher dankbar sein, wenn etwas Abwechslung rein kommt.

Ach noch was - lies ein paar (Auto-)Biographien über die Forscher sowohl unserer zeit als auch der letzten Jahrhunderte und lass dich von dem Wissensdurst und inneren Feuer anstecken. Es ist spannend zu erfahren wie Humboldt als Kind lieber durch die Wälder streifte. Für Schüler in der Kollegstufe ist auch die Autobiographie von Eric Kandel klasse in der er seine eigene Geschichte beginnend als Judenkind im Krieg mit Interessantem zur Neurowissenschaft des Gedächtnisses und klarem Grundlagenwissen vermengt.

Du musst dir Ziele setzen, bestimmte Künste zu können oder interessante Zusammenhänge zu begreifen. Es ist mühsam aber lehrreich, sich bei einem Thema bis in die letzten Ästchen zu verzweigen. Der Einstieg in ein Wissensgebiet erfordert oft kaum mehr Einsatz als das Erlernen eines neuen Computerspiels.

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