Wie kann ich mir einen "neutralen" Akzent angewöhnen (statt meinem österreichischen)?

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13 Antworten

Wenn andere sich über dich lustig machen, sind sie das Problem, nicht du. Es gibt keinen "neutralen Akzent". Jeder Mensch hat einen Akzent und ein Akzent verrät immer, aus welcher Region du stammst. 

Wenn du dir einen deutschen Akzent angewöhnst, denkt man am Ende einfach, dass du aus Deutschland oder einer bestimmten Region aus Deutschland bist. Daran ist nichts "neutraler", es ist viel eher ein Verstecken der eigenen Identität. Ob du das wirklich willst, musst du selbst wissen, aber was bringt es dir, deine Herkunft zu verstecken? Regionale Färbungen sind doch genau das, was Sprachen so komplex und interessant machen!  

Dein Akzent ist perfekt so, wie er ist. Lass dir von anderen nichts einreden. 

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Kommentar von Penelope012
24.11.2015, 13:04

Hey :) Danke für deine Antwort, sie hat mir zu denken gegeben. Wahrscheinlich war es wirklich eine dumme Idee, mein Aussprache ändern zu wollen. Für mich war es nur eine starke Umstellung von immer "zu deutsch" klingen, plötzlich diejenige mit dem stärksten österreichischen Akzent zu sein. Andererseits finde ich aber zum Beispiel auch einen Kölner Akzent wirklich schön, also ist es wahrscheinlich gut so wie es ist :) 

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Hallo

ich kenne ein paar Österreicher, daher kann ich mir ungefähr vorstellen, wie das klingt (ich habe aber schon selber gemerkt, dass Tiroler und Wiener unterschiedlich sprechen). Ich persönlich finde es charmant. Ich finde es auch gar nicht schlimm, wenn jemand mit einem "Akzent" redet, denn im Grunde ist es doch überall so.

Wenn ich nach Norddeutschland (oder nach Berlin) komme, wird  man sagen, dass ich mit einem südwestdeutschen Akzent reden würde (in Berlin war ich ein "halber Franzose" (bin im Saarland geboren)).

Ich kann etwas Schwedisch sprechen/verstehen, und z.B. in Nordschweden hört man sofort, wenn jemand (z.B. bei der Wettervorhersage) aus Südschweden kommt. Das ist ein besonderer Akzent.

Solange es nicht das Verstehen behindert, ist die Sache mit dem Akzent (für mich jedenfalls) ok, sogar ein Zeichen für die regionale Herkunft, was ich als positiv bewerte. Natürlich ist auch an Hochdeutsch (oder Hochschwedisch, was dort "rikssvenska" heißt) nix auszusetzen.

Olli

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Hallo Penelope012, ich bin auch Niederösterreicherin in der Fremde, allerdings in Deutschland, und das schon seit vielen Jahren. Mittlerweile erkennt niemand mehr meine Herkunft an der Aussprache, aber es hat anfangs schon gedauert, bis ich meinen österreichischen Akzent abgelegt habe. Dabei bin ich "nach der Schrift" erzogen worden, habe also nie Dialekt gesprochen (obwohl ich natürlich alles, auch das ärgste Wienerisch, verstehe).

Weil du weiter oben nach konkreten Beispielen gefragt hast:
Bei mir war "durch" noch das letzte Wort, das mich als Nicht-Deutsche verraten hat, als ich ansonsten schon ziemlich perfekt pief... na du weißt schon ;-) ... gesprochen habe.
Wir Österreicher sprechen es "duach" aus, die Deutschen aber eher "duich". Wäre mir von selbst gar nicht aufgefallen, wenn mich nicht jemand mal drauf aufmerksam gemacht hätte. Dann habe ich es wirklich geübt, bis ich es richtig drauf hatte.

Und mit den Artikeln ist es in Deutschland auch manchmal anders:
die Cola, die Fanta
die E-Mail, die SMS
der Joghurt

usw. ...

Liebe Grüße und viel Erfolg!

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Kommentar von railan
23.11.2015, 17:23

...und vor allem keine Dekagramm ;-) Das versteht hier kein Mensch **hihi**

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Ein Gedanke von mir: ich hab paar österreichsiche Freunde und ich mag ihren leichten Akzent auch im Englischen sehr. Ists ehr charmant in meinen Ohren.

Ansonsten kenne  ich es von meinem eigenen Englisch: je mehr ich akzentfrei höre, desto "reiner" wird auch mein Englisch. Mein pech, dass ich zuletzt oft in USA war.. ich hör mich jetzt bissl an wie Texaner mit südafrikanischer Tendenzen (denn da war ich die letzten Jahre öfter) Jojo.. nej..

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Kommentar von Clarissant
23.11.2015, 18:02

Uhm … das Englisch aus den USA (auch aus Texas) ist ebenso "rein" wie das Englisch aus London oder Sydney. :) 

Leider hat uns eine gewisse ältere Generation an Englischlehrern eingeredet, dass nur so was wie "Oxford Englisch" wirklich rein ist. Das ist aber totaler Quatsch. 

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Ehrlich gesagt verwundert es mich immer wieder, dass Leute an ihrer Aussprache herumdoktorn wollen, obwohl sie gut verstanden werden. Ich bin Russendeutsche, die kein Wort Russisch spricht, aber Leute hören tatsächlich einen russischen Akzent. Bevor ich in die Schule kam, habe ich hochdeutsch gesprochen und spreche es immer noch recht akkurat im Beruf. Privat spreche ich viel ost-saarländischen Dialekt (geht ins Pfälzische, seit der Einschulung gelernt). Ich war 7 Jahre mit einem Kerl zusammen, der hallenser Mundart von sich gegeben hat, nun ist mein Partner ein West-Saarländer (geht ins Luxemburgische). Meine Aussprache hat heute von allem etwas und ich bin stolz drauf. Oft wundere ich mich zwar selbst, warum ich manche Wörter mal so mal so betone, aber egal... Für mich ist meine Aussprache mein "Bapperl" auf dem Koffer des Lebens.

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ich würde mir meinen heimatlichen dialekt nicht abgewöhnen, schon gar nicht den österreichischen. das klingt doch so gemütlich und freundlich - wem sollte das nicht gefallen? wir fahren jedes jahr nach österreich und ich gäbe was drum, wenn ich mir wenigstens ein bißchen österreichisch annehmen könnte. aber ich komme aus thüringen und das paßt leider überhaupt nicht !!

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Kommentar von Penelope012
23.11.2015, 15:19

Freut mich das zu hören :) Es gibt natürlich solche und solche Leute, ich will mir jetzt nicht unbedingt meinen heimatlichen Akzent abgewöhnen, aber es wäre natürlich toll, wenn ich mir eine Alternative dazu "schaffen" könnte, denn hin und wieder ist es schon befremdlich, wenn Leute während ich rede zu lachen beginnen, weil meine Aussprache offenbar so lustig ist. 

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Du bräuchtest jemanden der dich immer wieder korrigiert - am besten aus Niedersachsen / Raum Hannover. Die sprechen das "hochdeutscheste" Deutsch. Wenn du im Dialekt aufgewachsen bist, ist das allerdings oft schwierig.

Natürlich gibt es aber auch Naturtalente, die problemlos schriftdeutsch und diverse Dialekte sprechen.

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Kommentar von Penelope012
23.11.2015, 15:22

Danke, das war sehr hilfreich :) hast du persönlich ein paar Tipps, inwiefern Österreich beispielsweise Vokale oder andere Laute unterschiedlich aussprechen, so dass ich in Zukunft verstärkt darauf achten könnte?

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Das was du für Deutsch hältst, ist also dein österreichischer Dialekt. Und jetzt willst du richtiges Deutsch lernen. Ich glaube, es hilft wenig, wenn du nur deinen "Dialekt" so weit korrigieren willst, bis er in Deutschland als Deutsch erkannt wird. Am besten du behältst dein Österreichisch und lernst Deutsch wie eine Fremdsprache. Orientier dich dabei an Radio- oder Fernsehdeutsch. Vermeide dabei deutsche Dialekte miteinzuflechten. Es geht um die saubere Aussprache, so wie Schauspieler zB das Aussprechen laut und deutlich lernen (leider in deutschen Filmen oft nicht mehr aktuell, aber im Theater ist es ein Muß). Es kostet viel Mühe. Vor allem sollte dich ein Könner kontrollieren.

Viel Erfolg.

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Kommentar von Penelope012
25.11.2015, 12:34

Nein, du irrst dich, wie bereits oben erwähnt spreche ich keinen Dialekt, in der Frage geht es um meinen Akzent. Warum das in Deutschland gesprochene Deutsch das richtige und das in Österreich gesprochene, das falsche sein sein, erschließt sich mir auch nicht ganz, ich wollte meinen österreichischen Akzent nicht durch einen deutschen ersetzen, sondern mir einen "neutralen" ersetzen. Allerdings wurde ich bereits darauf hin gewiesen, dass neutrale Sprache nicht existiert, wodurch sich meine Frage wohl erübrigt. Trotzdem danke für deine Antwort.

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Kommentar von Clarissant
26.11.2015, 08:54

Und jetzt willst du richtiges Deutsch lernen. 

*hust* Österreichisches Deutsch ist richtiges Deutsch … 

Und es bringt nichts, Deutsch wie eine Fremdsprache zu lernen, weil Deutsch bereits Muttersprache ist. 

"saubere Aussprache" – uhm … was soll denn an österreichisch weniger "sauber" sein? 

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Also ich würde versuchen immer wieder die Aussprache zu "üben" und halt so oft wie es geht hochdeutsch zu sprechen. Dass das nicht so "gekünstelt" klingt, eignet sich eigentlich automatisch an. 

Ich habe übrigens ein ähnliches Problem. Ich komme aus Sachsen und egal wo ich bin und wie sehr ich es versuche zu unterdrücken. Man hört immer raus woher ich bin. :/ :D

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Das österreichische Standarddeutsch darf etwas gefärbt sein. Je nach Situation wird in die lokale Mundart gewechselt. Beides soll klar unterschieden werden.

Berufssprecher müssen die bühnendeutsche Aussprache der Schauspieler lernen. Diese Aussprache wurde am Theater eingeführt, damit durch Färbungen nicht eine falsche Wirkung erzeugt wird. 

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Kommentar von Grammatikus
25.12.2015, 06:43

Eine Rückmeldung wäre nett.

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Das wird leider nicht wirklich funktionieren meine Frage aber: Warum hast du es dir angewöhnt in Österreich nach der Schrift zu sprechen???Kann das als Steiree unter keinerlei umständen verstehen also bitte sag mir warum wäre sehr interessant. Ich verstehe generell diesen Wiener Hochdeutscg Trend nicht.

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Kommentar von Penelope012
17.12.2015, 09:39

Das ist nichts, dass ich mit Absicht gemacht habe, vielleicht ist das so rüber gekommen. Der Großteil der Jugend in Wien und Umgebung sprechen nach der Schrift, das kommt einfach davon, dass sowohl Kindergarten, Schule, als auch alle Medien in Hochdeutsch gehalten sind. So ergibt sich das dann.
(Übrigens mag ich das Steirische sehr gerne, es stimmt schon, dass es schade ist, dass die Dialekte langsam aussterben, wird in einer globalisierten Welt allerdings schwer zu vermeiden sein)

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Hör viel hochdeutsche Radiosendungen oder Hörspiele, das kann helfen.

Übrigens finde ich Dialekte schön und höre sie gerne und ich weiß nicht, was gerade an einem österreichischen  stören könnte!

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"Neutral" - das muß nicht sein.

Im Laufe der Zeit wird sich der "Akzent" abschwächen, aber zu Hause kannst du gern reden, "wie dir der Schnabel gewachsen ist"....

Ein gewisse "Klangfärbung" macht sogar sympathisch.

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