Wie kann ich mich umgewöhnen, brauche Hilfe?

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2 Antworten

Ich würde ganz kleine Schritte gehen. Du denkst " ich muss aufstehen, ich muss zur Schule, ich muss den ganzen Tag in der Schule bleiben!"

Versuche es mal in kleineren Schritten: Ich stehe jetzt auf (und mache etwas Morgensport oder stelle mir gute Musik an - etwas, das die Stimmung hebt. Oder trinke eine leckere Tasse Tee oder heiße Schokolade etc.). Ich gehe jetzt ins Bad - und da wartet ein Radio und das duftende Duschgel.

Ich genieße jetzt den Gang zur Schule (Bewegung) und warte mal bis zur ersten Stunde ab. Und dann warte ich die erste Stunde ab. Und dann die Pause. Usw. Suche Dir kleine Zwischenschritte, die Du bewältigen kannst (das sollte eigentlich der Therapeut mit Dir machen?!). Vom Aufstehen ins Bad dauert es nur 5 min, 10 mit Heißgetränk. Von der Haustür zum Bus etc. dauert es vielleicht auch nur 5 min. Die Stunden kann man auch wieder unterteilen.

Erstelle Dir eine Motivationssammlung - Gründe, wie die Zeit vor und in der Schule schneller verfliegt, z.B. Unterrichtsbeteiligung (dann wartet man nicht nur auf das Stundenende), Pausenaktivität etc.) und eine Erfolgssammlung (schreibe jeden Tag auf, was gut war an dem Tag, mit wem Du Dich locker unterhalten hast, wann und warum Du Deine vorherigen negativen Erfahrungen vergessen hast).

Mit der Zeit wachsen Erfolgserlebnisse beim Überwinden, Motivationsgründe und Erfolgserlebnisse im Umgang mit anderen und die Angst nimmt ab.

Belohnungen sind extern. Sie helfen, wenn man sie spontan bekommt, weil man sich überwunden hat. Sie helfen nicht, wenn man Angst hat, sich zu überwinden. Was aber hilft, sind machbare, überschaubare kleine Schritte und Auswege - Du kannst jederzeit abspringen. Wenn die erste Stunde nichts wird, lässt Du Dich wegen Panikattacken etc. entschuldigen (evtl. kann man das mit dem Arzt absprechen). Du musst immer nur die nächsten ca. 20 min planen, und dann weitersehen. Belohnen kannst DU Dich hinterher. Vor der Belohnung steht aber die Motivation für die nächsten 20 min, und diese besteht aus der Vorstellung, dass und wie sie zu schaffen sind. Sind sie zu lang, plane für 5 oder nur 2 min: Ich mache das jetzt (aufstehen, Bad, Anziehen, Rausgehen, Busnehmen, Warten auf die erste Stunde, erste Stunde Dableiben, Pause Dableiben etc.) NUR für 2 (oder 5) MINUTEN! Wenn das geklappt hat, hänge ich 5 min dran. Dann 20. Später 45. usw. Besprich das Konzept mal mit Deinem Therapeuten.

Keine Ahnung, ob Dir das hilft, aber es gibt ein Buch "The NOW-habit", das genau dieses Prinzip beschreibt bezogen auf Leute, denen die Arbeit immer wie ein Berg vorkommt und die deshalb nichts anfangen. Dir kommt halt der Schultag wie ein unerklimmbarer Berg vor...

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Kommentar von Justaskingmanw
16.11.2015, 23:44

Wow vielen Dank für diese Antwort, das werde ich auf jeden fall mal probieren :)

Danke ! 

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Ich denke, ich habe da ein "ähnliches" Problem, bin letztes Jahr gerade mal 6 Wochen zur Schule gegangen, das aber am Ende der Schulzeit. Ich hatte in dieser Zeit eine Freundin war eigentlich rundum glücklich, das "Glück" hat mich dann aber schnell wieder verlassen, da ich direkt bei Ferienbeginn mitbekommen habe, das sie mich betrogen hat (mehrmals). Ich wollte dennoch weiter zur schule gehen, allerdings wars das dann auch schon wieder nach dem ersten Schultag... Bin seitdem noch ein weiteres mal zur Schule gegangen, seitdem jedoch nichtmehr, da ich eine art Blockade im Kopf habe, wie du vermutlich auch hast. bei meiner vorherigen "nicht in die Schule gehen" Phase hat mir ein Psychologe sehr arg geholfen, der allerdings in den Ruhestand ging.. Danach hatte ich niemanden mehr und es wurde immer schlimmer. Also du kannst dir sicher sein das du nicht alleine bist.. auch wenn es  einem oft so vor kommt. Ich habe bekanntschaft gemacht, das es gut ist wenn man erstmal den Streß los wird, also sich wirklich davon befreit und dann Mental auf die Schule vorbereitet, du solltest dafür aber aufjedenfall Psychologische Hilfe haben! Wenn es bei dem jetzigen Psychologen nicht geht musst du wohl zu einem anderem.

Viel Glück, Robin

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Kommentar von Justaskingmanw
16.11.2015, 23:02

Vielen Dank für die Anwort, war seit den Ferien auch nicht mehr in der Schule und jeden Tag wird die Hürde dahin zu gehen größer :/ 

Habe schon mit 2 Psychologen drüber gesprochen, aber die scheinen ratlos zu sein. Habe jetzt bald noch bei einem Psychater einen Termin. Mal gucken was daraus wird.

Viel Glück  ! 

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