Wie kann ich mich für Homosexuelle und ihre Rechte einsetzten?

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5 Antworten

Es gibt vor allem das Alltagsleben, das vor deiner Tür stattfindet. Indem du durch Handeln und Gespräche zeigst, dass du Hetero- und queere Lebensentwürfe gleichermaßen anerkennst.

Das Einfachste ist, wenn man diese Personen wie ganz normale Menschen behandelt. Denn das ist es, was sie wollen. Ich kenne ein lesbisches Pärchen (mit einem der beiden arbeite ich zusammen), das ich sehr nett finde. Die beiden wirken auf mich wie ganz normale Frauen, wenn ich die im Alltag sehe. Ok, beide sind bi-sexuell, aber die tendenz stimmt ja schon einmal. Genetisch gibt es da schon einen Unterschied zu rein homosexuellen, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber wir haben auch einen schwulen bei uns in der Abteilung, und niemanden stört das (der hat vor kurzem geheiratet). Der kommt mir auch nicht irgendwie ekelig vor, und verhält sich auch nicht irgendwie komisch.

Verhalte dich einfach so wie bei jedem Menschen, und wenn welche aus deinem Freundeskreis sich negativ äußern, dann frag einfach, warum sie das so sehen. Viele haben dann keine logischen Antworten, sondern lediglich Meinungen. Oft sind diese Meinungen nicht logisch begründet, und wurden durch gesellschaftliche Einflüsse (Kirche, Elternhaus, Freunde, Medien) geprägt, oder es gab mal eine einzelne Begegnung mit einer homosexuellen Person, die nicht so toll war. Aber es gibt auch genügen Begegnungen mit anderen Menschen, die nicht toll sind. Wenn du dann merkst, dass diese Personen keine wirklich logischen Begründungen für ihre negative Haltung haben, sondern lediglich schlecht gebildete Meinungen, dann einfach darauf ansprechen. Du wirst zwar trotzdem oft auf Granit beißen, aber es geht darum die Menschen zum Denken an zu regen (wenn sie es können).

Man darf jedoch niemanden vorwerfen, wenn sie privat nichts mit diesen Menschen zu tun haben wollen. Diese Haltung muss auch toleriert werden. Niemand muss sich mit anderen Menschen abgeben.

  • Am besten ist es, sich selbst einfach offen und neutral zu verhalten und eben KEIN Politikum daraus zu machen. Homosexuelle benötigen heutzutage keine weiteren Rechte, sie haben überall die gleichen Rechte.
  • Bezüglich Blutspende geht es einfach um Sicherheit und Gesundheit und das geht wohl mit weitem Abstand vor jeder gesellschaftspolitischen Erwägung vor. Die Regel lautet übrigens "Mann hat Sex mit Männern", egal welche sexuelle Orientierung da im einzelnen vorliegt.
  • Andere Einschränkungen bei der Blutspende sind z.B. Personen, die in England gelebt haben (wegen BSE). Auch da geht es doch nicht um Diskriminierung oder Rechte, sondern einfach um Sicherheit und Gesundheit.

Ach, "Schwule haben überall die gleichen Rechte"? Wirklich? Wäre mir neu... :-(

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@Marco1978

Wo weichen denn deiner Meinung nach die deutschen Gesetze ab?

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@Kajjo

Allein schon die Tatsache, dass ein eigenständiges Rechtsinstitut gefunden werden musste und nicht etwas die Ehe einfach geöffnet wurde, stellt eine Diskriminierung dar.

Abgesehen davon: Hier gibt es noch eine Liste der Unterschiede.

http://www.lsvd.de/recht/lebenspartnerschaft/stand-der-gleichstellung.html

Es sind nicht viele, zugegeben, aber es gibt sie. So tritt z.B., anders als die Ehefähigkeit, die Fähigkeit zur Lebenspartnerschaft erst mit der Volljährigkeit ein. Auch bei der Adoption von Kindern besteht nach wie vor eine offene Diskriminierung. Ebenfalls können keine Lebenspartnerschaften bei Deutschen Konsulaten abgeschlossen werden. usw.

Und diese Unterschiede könnte man durch eine Öffnung der Ehe ganz einfach zum Verschwinden bringen.

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@Marco1978

Die verbleibenden Unterschiede sind doch minimal. Die Seite ist doch eher der Beleg für meine These. Manchmal verstehe ich wirklich nicht, über was man sich alles aufregen kann.

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@Kajjo

Und ich verstehe nicht, wieso wir eine Diskriminierung, und sei sie noch so minimal, überhaupt hinnehmen müssen. Oder was würdest du sagen, liebe Kajjo, wenn alle Milch bekommen, du aber Buttermilch in den Kaffee geschüttet kriegst mit der Begründung "die Unterschiede sind doch minimal"? Wenn es nicht dasselbe ist, ist es nunmal nicht dasselbe.

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überall die gleichen Rechte??? Sorry, nicht in Deutschland. Da sind Homosexuelle vor dem Gesetzgeber noch so "bäh" dass man das Institut Ehe nicht mit ihnen verunreinigen will und stattdessen ein zweites rechtliches Gebilde erfunden hat, um ja die Ehe nicht für Schwule zu öffnen. Und die eingetragene Lebenspartnerschaft hat noch nicht den gleichen rechtlichen Status wie die Ehe. Oder bei der Adoption. Da hat die Angie ein schlechtes Bauchgefühl und voila, dann dürfen Homosexuelle eben maximal Pflegekinder aufnehmen, aber volle Verantwortung für ein Kind, nene, das ginge zu weit.

So viel zu gleichen Rechten.

zur Blutspende: ja, das stimmt. Sicherheit vor political correctness. Wobei ich gerade von einer Uni komme, wo ich irgendwann die Übersicht verloren habe, wer meiner heterosexuellen Kommilitonen gerade mit wem zusammen war, weil das so hin und her ging. Aber wenn es zur Blutspende ging, dann durften die Spenden und ich als monogamer Schwuler nicht. Es ist also schon so, dass nicht das tatsächliche Risikoverhalten den Ausschluss von der Blutspende bewirkt, sondern das unterstellte Risikoverhalten aufgrund der sexuellen Präferenz. Da sollte also noch mal genau überlegt werden, ob man weiterhin nur Homosexuelle ausschließt oder ob man stattdessen/zusätzlich einfach zu promiskuitive Menschen ausschließt, egal ob Schwul oder Hetero. Und nicht wegen political correctness sondern eben wegen der Sicherheit.

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@scorpion87
Es ist also schon so, dass nicht das tatsächliche Risikoverhalten den Ausschluss von der Blutspende bewirkt, sondern das unterstellte Risikoverhalten aufgrund der sexuellen Präferenz

Das ist falsch. Die Befragung vor der Blutspende richtet sich ganz wesentlich auf die tatsächliche Lebensweise. Risikobehaftetes Sexualverhalten ist von der Blutspende ausgeschlossen.

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Ich finde es toll, dass du dich dafür einsetzen möchtest.

Wichtig ist einfach, dass du als gutes Beispiel voran gehst. Dass du Leute in deinem Freundes- oder Bekanntenkreis (oder der Familie) darauf ansprichst, wenn sie etwas homophobes von sich geben. Dass du Leute, die schwul oder lesbisch sind, einfach so behandelst, wie alle anderen Menschen auch. Und dass du, wenn mal irgendwo ein Anlass stattfindet, mal fragst, ob du irgendwie helfen kannst.

Auch im Internet gibt es, z.B. auf facebook, viele Gruppen, die sich für diese Rechte einsetzen. Werde dort Mitglied, schicke so auch ein Zeichen an deine Freunde, nämlich dass du eben für Menschenrechte einstehst, egal, welche sexuelle Orientierung diese Menschen nun eben mitbekommen haben.

Vielen Dank für deine Hilfe, ohne unsere heterosexuellen Freunde könnten wir überhaupt nichts erreichen.

Engagiere dich entsprechend in der Schule

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